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Der Israelit · 1924-10-23 · Heft 43 (23.10.1924) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
65 (1924)
Issue
Heft 43 (23.10.1924)
Date
1924-10-23
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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23. Oktober 1924 Der Israelit iHr. 43 Seite d Berlin, fett Jahren bestehenden und zum größten Teil von Juden geleiteten und besuchten Russischen Wissenschaftlichen Institut stete Einreise nach Deutschland gewährt. — Der „Deutschen Zeitung", wie der anderen antisemitischen Presse, ist es unangenehm, daß der Erbauer des „Z. R. 3", Dr. Karl Arnstein, Jude ist. Nachdem der Versuch, ihn zum Arier zu machen, mißlungen ist, wird er jetzt mit allen denkbaren Anpöbelungen bedacht. — Das „Deutsche Xaqeblatt" beklagt sich darüber, daß in Celle ein Jahrmarkt wegen des Jom Kippur verlegt wurde. Wie hätten erst die Bauern und Händler geklagt, wenn der Jahrmarkt an Jom Kippur ohne Juden stattgefunden hätte. — In Hannover wurde der mehrfach vorbestrafte Redakteur eines völkischen Blattes, namens Georg Quindel, von der Anklage der Gotteslästerung freigesprochen, und zwar wegen geistiger Unfähigkeit. — Wie Kölner Zeitungen berichten, wurden die Grabsteine auf dem jüdischen Friedhof zu Hohenkirchen von Bubenhand umgeworfen und beschädigt. Es st bereits die dritte Friedhofsschändung in diesem Jahre. — In. der Preußischen Staatsbibliothek ist nunmehr der neugeschaffene Orientalische Lesesaal zur öffentlichen Benutzung freigegeben worden. Der Lesesaal enthält auch vieles auf dem Gebiete der altjüdischen Literatur. Holland. In Haag verstarb Staatsrat Professor I. Oppenheim im Alter von 75 Jahren. Er galt als Kapazität auf dem Gebiete des Gemeinderechtes und nahm auch gern Anteil an jüdischen Bestrebungen. Beim Leichenbegängnis auf dem alten jüdischen Friedhof sah Juan den Prinzgemahl, den Ministerpräsidenten und Vertreter aller Staats- und Stadtbehörden. Tschecho-Slowakei. Sechs Militärpersonen wurden beschädigt, im Jahre 1919 sieben Juden ermordet zu haben. Der Hauptangeklagte, Korporal Porak, der die Erschossenen noch ausgeplündert hatte, ist geflüchtet. Die anderen Beteiligten standen dieser Tage vor dem Pilsener Kriegsgericht und wurden allesamt f r e i g e - J proche n. Ungarn. In Szentes wurde während des Jom Kippur-Gottesdienstes die Synagoge mit Steinen beworfen, was zu einer Panik unter den Betern, die an ein zweites Bombenattentat glaubten, führte. Die Sache ist zum Glück noch glimpflich abgelaufen. Polen. Im Städtchen Kolo ist die antisemitische Verhetzung soweit gediehen, daß eine polnische Frau ein fünfjähriges jüdisches Kind erstochen hat. Die Attentäterin wurde nach kurzer Verhaftung auf freien Fuß gesetzt. — Nach dem Beispiel Kownos soll auch in Warschau das Departement für jüdischreligiöse Angelegenheiten abgebaut werden. Es soll, fortan nur ein Departement für katholische Religion und ein solches für alle anderen Religionen zusammen geben. Die Beamten des jüdischen Departements wurden bereits entlassen. Litauen. Das Gesetz zur Entfernung der jüdischen Schilder in Kowno wurde von der Sejmkommission genehmigt und auch schon durchgeführt. Die Redaktion der zionistischen Zeitung „Jüdische Stimme" weigerte sich, das jüdische Schild zu entfernen. — Wie die I. T. A. erfährt, gedenkt der Minister a. D. Dr. Rosen bäum nach Palästina überzusiedeln. Seine politischen Aemter in Litauen übernimmt Dr. Berger, der auch Rosenbaums Mandat im Sejm erhält. England. Ende Oktober fand in London die ordentliche Generalversammlung der Jüdischen Kolonialbank statt. Nach dem erstatteten Bericht betrug zu Beginn des laufenden Jahres das Kapital der Bank 1022 000 Pfund. Rumänien. Im Orte Tatarbuna weilt eine rumänische Strafexpedition zur Ahndung dort vorgekommener bolschewistischer Unruhen. Es wurden 200 Erschießungen vorgenommen. Unter den Erschossenen befanden sich auch mehrere jüdische junge Leute. Briefkasten. D. Sp. Wien. Das einzig in Frage kommende Seminar (Berlin, Artilleriestraße 31) wird den jungen Mann kaum ausnehmen, ohne sich erst von seinen Vorkenntnissen und seinem religiösen Charakter zu überzeugen. Sprechsaal. Berichtigung. An die Redaktton des „Israeli!" Frankfurt a. M. Dresden, September 1924. Anfangs August erschien in Ihrem Blatt ein Arttkel, der sich mit meinem Restaurant befaßt, der voller Unrichtigkeiten resp. Unwahrheiten war. Der betreffende junge, ganz unerfahrene Herr hatte die Speisekarte, auf welcher der Preis verzeichnet war, in der Hand und wußte also, daß das Diner, bestehend aus: „Suppe, Gemüse mit gefüllter Taube, Salat und Dessert" Mk. 3.— kostet. Ich glaube, daß Sie selbst den Preis als angemessen betrachten werden. Der Grund, warum meine Entgegnung so spät erfolgt, ist der, da mir anderweitige Gäste, die Zeuge des Vorgangs waren, versprachen für mich einzutreten, resp. mich zu rechtferttgen. Es scheint aber, daß Sie die betreffenden Artikel nicht aoufgenommen haben, da mir von den Einsendern wiederholt mitgeteilt wurde, daß Ihnen diese rechtzeittg zugegangen sind. — Nun kann ich meine Verwunderung nicht zurückhalten, daß Sie überhaupt den betresfenden Artikel ausgenommen haben, ohne sich von deren Richtigkeit zuerst zu überzeugen. Hochachtend Bernhard Simon. (Eine uns zugegangene Zuschrift aus Breslau bestätigt die obigen Angaben und spricht sich äußerst lobend über Preise und Bedienung des Restaurants aus. dem sollte diese Gelegenheit nicht Vorbeigehen lassen und sich an diesen Abenden recht zahlreich einfinden. Unter der bewährten Leitung des Herrn Dr. Ehrmann findet wieder der seit Jahren beliebte „19 Briefe"-Kursus statt (Donnerstag abend ab 8.30 Uhr). Vorträge größeren Stils sollen alle 3 Wochen gemeinsam mit der Ortsgruppe veranstaltet werden und werden die betreffenden Themen und genauen Daten jeweils rechtzeittg zur Kenntnis der Mitglieder gebracht werden. Die gemütlichen Freitagabende beginnen dieses Jahr mit diesem Schabbos und finden im Lokal des Vereins Mekor Chajim, Langestraße 18, statt. Wir bitten, auch diese Veranstaltung recht zahlreich zu besuchen. Bewährte Redner haben ihre Mitwirkung zugesagt. Das Lokal ist ab Freitag, 24. Oktober, abends 7.30 Uhr, für jedermann geöffnet. Eröffnungsabend Eine Neueinrichtung im Mekor Chajim. Winterprogramm des tm Wir hatten die ganze Angelegenheit dem Hamburger, Mekor Chajim bildet ein Vortragszyklus des Herrn Dr. Speiseverein zur Prüfung übermittelt, fühlen uns aber!Ehrmann (je am Samstag abend) über „Geistige verpflichtet, nachdem van dieser Seite -eine Beräffent. lichung erfolgt ist, der Erwiderung des Herrn Simon begrüßt werden wird. Der Eröffnungsvortrag Raum zu geben. Red.) Familiennachrichten. B armizwo: Manfred, Sohn des Herrn Oberrabbiner Dr. Altmann. Trier. Zuckerbergstraße 16. m 'ö msr (n^m)« — Benin, Sobn des Herrn Simon Samson, Aurich, Ostfriesland, Neuerweg 4. ntina na* Goldene Hochzeit: Elias Wolf und Frau feiern am 20. Oktober in Freiburg i. Breisgau, Erbprinzenstratze 9, das Fest der goldenen Hochzeit. Frankfurter Berichte. findet diesen Samstag abend im Vereinslokale um 8)4 Uhr statt und behandelt den Chassidismus. Mit diesem Samstag won-Q -v tritt auch sonst der gesamte Winterlehrplanin Kraft. Der Mikroschiur findet von diesem Samstag an am Freitag abend nach Schul im Hörsaal, Friedberger Anlage, statt. Die Renaissance des Thoralernens in Deutschland. Am Sonntag abend in den Tagen der Teschuba fand sich auf Einladung der v"r? /mn eine große Versamm-!lung in der Aula der Realschule am Tiergarten zusammen, wo zwei Redner, die Herren Dr.W.Hofmann lund Redakteur S. Schachnowitz über das obige Thema sprachen. Herr Dr. Hofmann behandelte ein interessantes Kapitel deutsch-jüdischer Geschichte, all die großen Träger des jüdischen Geistes im deutschen Mittelalter nennend und kurz schildernd. Herr Schachnowitz sprach im allgemeinen von den Wanderungen der Thora und ihren Wegen, die sie nahm auf ihrer Weltreise von Palästina über Babylon und Spanien nach Frankreich und Deutschland und von da nach Polen und Litauen. Reide Redner fanden überaus warme Töne für das für die Schneiderfche Jeschider älteren Breuerschen von größter historischer und" kultureller Bedeutung für Frankfurt und Deutschland ist.. Das Bestehen von zwei Thorainstitutionen und zwei Lernmethoden nebeneinander sei dazu geschaffen, vor allem die geistige Vereinigung von Ost und West restlos herbeizuführen. Die Schneidersche Jeschiwah befindet sich in großer Not Von der Realschule der Israelitischen Religionsgesellschast. Mit dem abgelaufenen Sommerhalbjahr ist dem Gesetze über die Dienstaltersgrenze gemäß Herr Prof. Dr. Thoralernen und Jonas B o n d i aus dem Schuldienste der Israelitischen a u ne&cn Religionsgesellschaft geschieden. Gemeinde, Schule und - - Lehrerschaft empfinden die Zurruhesetzung dieses ebenso gewissenhaften wie erfolgreichen Lehrers, dieses überall geliebten und verehrten Jugendbildners, des entgegenkommenden und liebenswürdigen, stets hilfsbereiten Mitarbeiters als einen überaus fchmerzlichenVerlust. Hatte er es doch verstanden, die ihm anvertraute Jugend und Stadt und Land, denen es beschieden ist, dieser Lehrtn raf«o{er tue versagender Arbettnnt den heiligen ptte cin zM zu bieten, haben die heilige P licht, sie Schätzen unseres überlieferten Schrifttums gründlich ver-.^ch in ihrer ganzen Größe und Stärke zu erbaten, raut zu machen, wozu er vermoge femer ausgedehnten, Sie ist auf feste Monatsbeiträge angewiesen und die tiefgründigen Kenntnis der orientalischen Sprachen unö j öcr Beitragenden muß wachsen. Die Referate der Schriften von S. RHirsch^r noch ganz be onders fanden aufmerksame Zuhörer und zeitigten auf der Stelle befähigt war. Aber auch m die deutsche Literatur hat-praktische Erfolge. Am Vorstandstische sah man u. a. er, em feinsinniger Kenner^ ihrer E^eugmsse auch m der l die Herren vom Jefchiwahkomitee, die sich für die modernen Zeit, serne zahlreichen Schüler^ und Schule- Schneiderfche Jeschiwah sehr verdient gemacht. Herr rinnen mit sorgfältig abgewogenem Verstandms emzujEmanuel Kaufmann leitete den Abend mit Befuhren und sie für den Genuß ihrer Schonhetten zu begrüßungsworten ein und schloß ihn mit Dankesworten gerstern gewußt. .3°, W ^F°thematische Erdkunde, an Dozenten und Publikum, die doch seinem eigentlichen Wissensgebiete etwas fernlog, hatte er mit großem pädagogischen Geschick seine Schülerinnen so anschaulich zu lehren vermocht, daß sie dieses abstrakte Gebiet unter seiner kundigen Leitung lieb gewannen. Dafür weiß ö!te Schule ihm unauslöschlichen Dank. Der Name Prof. Bondi wird in den Annalen der Schule mit goldenen Lettern verzeichnet bleiben, wie ihn ganze Geschlechter von Schüler und Schülerinnen in warmer Liebe und treuer Anhänglichkeit verehren. Diesen Empfindungen der Dankbarkeit und Verehrung hat aüch die Schulverwaltung warmherzigen Ausdruck verliehen in einer kunstvoll ausgestatteten Adresse, die dem Gefeierten am rvoo an nos von einer Abordnung des Schulrates überreicht worden ist. In Vertretung des Herrn Rabbiners Dr. S. Breuer ’"a der leider wegen Unpäßlichkeit sich gegen seine ursprüngliche Absicht nicht persönlich dabei beteiligen konnte, brachte hierbei der Direktor der Schule das tiefe Bedauern zum Ausdruck, das das Ausscheiden einer so überaus wertvollen Kraft aus dem Lehrkörper in allen beteiligten Kreisen hervorgerusen hat, und die unentwegte Dankbarkeit und Anerkennung, die die ganze Schulgemeinde dem verdienstvollen Lehrer in alle Zukunft bewahren wird. Auch Herr Emil Isaak und Herr Leo Wreschner, die zur Abordnung gehörten, gaben in ebenso ehrenvollen Worten dem Gefühle der höchsten Verehrung beredten Ausdruck. Agudas Iisroel-Jugendgruppe Frankfurt a. M. Die hiesige Aguda-Iugendgruppe hat dieser Tage ihren Mitglieder das neue Winterprogramm 5685 1924-25 überreicht. Das Programm ist außerordentlich reichhaltig und es bietet sich jedem jüdischen jungen Menschen Gelegenheit, seine freie Zeit mit Schiurim, Vortragszyklen oder Stunden geselliger Natur zu belegen. Als Neueinrichtungen sind zu begrüßen die Ausspracheabende (Mittwoch), an welchen wöchentlich mit anschließender Diskussion Referate belehrenden Inhalts geboten werden sollen. Die jüdische Jugend Frankfurts Vortrage im Liwjat Chen. Die Vorträge im Liwjat Chen-Verein finden jetzt regelmäßig je amSamstag nachmittag imAnschluß an die nm» im Hörsaal der Friedberger Anlage statt. E» ist aurschliehlich Sache der Leser, die im Inseratenteil enthaltenen Empfehlungen ritueller Waren oder sonstige Angabe« religionsgesetzlichen Eharakters auf ihre Zuver. lafstgkeit zu prüfen. Unsere allseilig bekannte Spezialität: Herren-, KnaBen- und in streng Dcrcrßcit ung CARS CH Liebfrauenstr. 8-10 Neue Krame 27

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