Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 65 (1924)
- Issue
- Heft 16-17 (17.4.1924)
- Date
- 1924-04-17
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Per Israelit 17. April 1924 Seite 6 Nr. 16/17 sich die herzlichste Verehrung erworben und durch sein tiefgründiges Wissen nntnn -naa gefördert hat. Um ihrer Dankbarkeit auch äußerlichen Ausdruck zu geben, hat die Kultusgemeinde ihn zum Ehrenmitglied ernannt. Herr Jnstizrat Dr. Oppenheimer dankte in tiefempfundenen Worten dem Jubilar für seine Tätigkeit in der Lhewra Kadischa. Zuletzt sprach Herr Kom.-Rat Frankel nochmals für den Verein Ohel Jakob. Durch alle Reden klang der Wunsch, daß es dem Gefeierten vergönnt sein 'möge, über die Grenze des Greisenalters hinaus noch lange Jahre in gleich segensreicher Weise wie bisher seines Amtes zu walten. Schönlanke, 18. März. Die Synagogengeineinde veranstaltete am 7. Adar eine würdige Trauerfeier um ihren verewigten Rabbiner Dr. M. L. B a m b e r g e iVst Für den Vorstand sprach Herr Rechtsanwalt Ascher innige Worte des Dankes und legte das Gelöbnis ab, im Sinne des Verstorbenen und nach seinem idealen Vorbild auch weiter das Gemeindeleben einstellen und führen zu wollen. Herr Rabb. Dr. Jakobsohn, Hamburg, gab in großzügiger Darlegung ein umfassendes Charakterbild Bambergers als Jude und Mensch, als Rabbiner und Gelehrter mit Benutzung geistreich gedeuteter Mildraschstellen. Als langjähriger Freund widmete Herr Rabbiner I. Nobel, Schneidemühl, dem Verblichenen warmherzige Abschiedsgrüße mit einem einleitenden, tiefempfundenen hebräischen Gebet. Zahlreiche Deputationen der Nachbargemeinden legten Zeugnis ab für das pieiätsvolle Andenken, das dem edlen, liebenswürdigen und doch beherzten Kämpfer für das gesetzestreue Judentum allseits bewahrt wird. Burghaslach, 11. April. Am 3. Nissan verschied nach langer schwerer Krankheit Herr Moses Schottland ^"t* Mit demselben ist einer jener hervorragenden Männer dahingegangen, deren Reihen in unseren Landgemeinden immer mehr gelichtet werden. Ob seiner Gelehrsamkeit, seiner edlen Charakterzüge war er bei allen beliebt und geachtet. In hiesiger Gemeinde betätigte er sich viele Jahre als tdx rrVp an d’xtu d Als minp hat er sich besondere Verdienste um das religiöse Leben dahier erworben. Am Grabe hielt in gebührenden Worten Herr Hammel einen tief empfundenen Nachruf. In rührender Weise nahm der Sohn des Verblichenen, Herr Lehrer H. Schottland, Frankenthal, im Aufträge der Familie Abschied von seinem Vater. n"ann Kezmarl (Slowakei), 8. April. In diesen Tagen sieht der allegemein beliebte Kaufmann, Herr Isidor H a r t m a n n , auf die 40 jährige Gründung seines Geschäftshauses zurück, aus welchem Anlasse er Lille hiesigen jüdischen Vereine wie auch mehrere Wohltätigkeitsinstitutionen anderer Orte in hochherziger Weise mit namhaften Spenden bedachte. Svrechsaal. Haarschneiden am Cholhamoed. Geehrte Redaktion! Es sollte eine der ,*nv> und nnisx' dienende Zeitung nicht versäumen, auf das strenge Verbot des "sim nil"ä hinzuweksen. Gibt es doch leider selbst in fromm sein wollenden Kreisen solche, die am Cholhamoed ohne Bedenken zum Friseur gehen, ohne zu beachten, daß sie damit gegen ausdrücklichen pi in Mischna, Gemoro und Schulchan oruch verstoßen. Es dürfte dieser Hinweis genügen, um diejenigen, die es wirklich ernst mit der Jüdischkeit nehmen, vor diesem Vergehen, das nach der Mischna mit dem schweren Worte belegt.wird: *xan ii> px nrnnan nx maan zu bewahren. Vermischtes. Neumünster, 1. März. Während der letzten Wochenmärkte haben Beamte der hiesigen Eewerbepolizei den zum Verkauf stehenden Buttermengen Proben entnommen. Eine derselben enthielt, wie von dem Nahrungsmitteluntersuchungsamt in Kiel einwandfrei festgestellt wurde, 40 Prozent Margarine. Die Verkäuferin dieser „edlen Mischung" war eine Frau aus Wandsbek. Sie wird sich wegen Nahrungsmittelfälschung auf eine empfindliche Strafe gefaßt machen müssen. Jüdische Haushaltungen seien zur Vorsicht gemahnt! Berichtigung. In der Anzeige der Firma S. Markus in Hamburg ist der Preis für das Werk Vmnr nsix infolge eines Fehlers im Manuskript mit 60.— Dollar angegeben worden. Das Werk kostet jedoch nicht 60.— Dollar sondern nur 15.— Dollar gleich Mk. 63.—, ist also int Verhältnis zu seinem Umfang und inneren Werte äußerst billig. Wir verweisen aus das Inserat in heutiger Nummer. Briefkasten. S. S. in Aurich. 2. Marcheschwan 6672 gleich Parschas Nocrch 9. Nissan 6672 gleich Parschas Zao. H. L. in Gr. Die Skizze erscheint nach den Feiertagen. Besten Dank. W. I. Illingen. Betrag für Abonnement eingegangen. .Kultusgemeinde Baden, Es ist bei uns nicht üblich, über Familienfeste anders als in der Form einer sachlichen Anzeige unter ..Familiennachrichten" zu berichten, und wir können auch in diesem Falle keine Ausnahme machen. - R. in A. Abonnement bis 1. 10. 24. bezahlt. Inhaltsübersicht. 1. Leitartikel: Bereitschaft. — 2. Wochenrund schau: Reichstagswahlen und jüdische Orthodoxie. — dolnt-Arbeit. — 3. Kleines Feuilleton: Ostjüdisches historisches Archiv. — Ziegelhcrstellung durch Hebräer im alten Aegypten. — Hagadah. — Rabbiniicher Humor. — 4. Aussätze: Die Zukunft des jüdischen Aufbauwerks in Europa. — Von Dr. Isaac Breuer in Frankfurt er. M.: Recht und Liebe. — F. Korrespondenzen und Nachrichten. — 6. Aus aller Welt. — 7. Personalien. — 8. Sprechfaul. — 9. Vermischtes. — lv. Briefkasten. — 11. Familiennachrichten. — 12. Feuilleton-Beilage: Das letzte Pefsachopfer. — Der große Herr. — Schir-haschirim. — Neue Bahnen. — Kinderecke: Wer Andern eine Grube gräbt . . . — Neue Sederlieder. — Literarische Warte. — Bücherbesprechungen. — Frankfurter Berichte. — Vereinskalender. — Gebetzeiten. — Be ilage: S. R. Hirsch, Frühling und Freiheit (Schlußbogen). — Blätterbetlage. — Jüdischer Bolksfreund. Familiemtachrichten. Geburten: Eine Tochter, Lehrer Julius Goldstein und Frau Martha, geb. Hirsch. Reichelsheim i. O. frankfurter Berichte. Die Festwoche im Mekor Chajim Am Samstag novi 'x 4 Uhr nachm, spricht Herr Joseph Sänger über: „Einige Gedanken zu Pessach" — eine Stunde vor Nacht findet ein Dortrag des Herrn Rabbiner Dr. Jos. Breuer statt .über: „Die zweite Sedernacht". Am Sonntag nost '3 spricht eine Stunde vor Nacht Herr Red. S. Schachnowitz über „Omer und Sefiroh". In der Cholhamoed-Woche findet jeden Morgen Mischnalernen in üblicher Weise statt. Am Freitag norm 'a und Samstag nos bv pinx finden je eine Stunde vor Nacht Vorträge statt über: „Schir haschirim" (Herr Dr. Abt) und „Auf dem Wege zum Sinai" (Herr Dr. S. E h r m a n n). Alle Vorträge finden im Hörsaale Friedberger Anlage statt. Perez-Matinee. Die A. J.-Jugendgruppe hat auf ihrem Programme eine Reihe von Abenden und Matinees, die größere Kreise in die neujüdische Literatur cinführen sollen. Die erste Matinee findet Montag, 21. April, 11 Uhr vorm., im Kleinen Saalbau statt und ist I. L. P e r e z gewidmet. Die Matinee besteht aus einem einführenden Referate und Vorlesungen aus den Werken Perez, für die eine unserer ersten Bühnenkräfte gewonnen ist. Die gesanglichen und musikalischen Nummern liegen in den Händen der Herren Oberkantor Groß und Mar N e u m a n n. Näheres Inserat. Vom Hilfsweck der Agudas Jisroel. Das Hilfswerk der A. I., das auch hier in Durchführung des Beschlusses der Kenessio Gedaulo seine Tätigkeit auf eine breitere Basis gestellt hat, hat hinsichtlich der Krankenfürsorge eine Einrichtung geschaffen, welche bereits in segensreicher Weise arbeitet, und auf die besonders aufmerksam gemacht zu werden verdient, damit sie weitgehendste Förderung und Unterstützung findet. Die Hauptaufgabe dieser Krankenfürsorge besteht dann, unbemittelte Kranke in den hiesigen, möglichst jüdischen Krankenhäusern unterzubringen, und sich den betreffenden Anstalten gegenüber für die Ausbringung der Kosten, zunächst für einen Zeitraum ' von zehn Tagen zu verpflichten. Bisher scheiterte gerade die erste Aufnahme auch in dringenden Fällen oft daran, daß Anstalten die Aufnahme wegen Zahlungsunfähigkeit der in Frage kommenden Patienten verweigerten. Sämtliche jüdischen Aerzte sind bereits durch ein Zirkular auf die Einrichtung hingewiesen worden, und die Einweisung erfolgt aus Grund eines Attestes eines der drei Vertrauensärzte, welche sich in dankenswerter Anerkennung der Wichtigkeit dieser Institution gern in den Dienst dieser wundervollen Sache gestellt haben, die ein Zeichen wirtlicher, praktischer, sozialer Hilfeleistung darstellt. Soweit nichtjüdische Krankenhäuser in Frage kommen, wird selbstverständlich auch für rituelle Verpflegung gesorgt, und bereits in einer Reihe von dringenden Fällen wurde auf diese Weise die einstweilige Aufnahme bewirkt. Die Finanzierung soll, außer durch allgemeine Spenden, welche das Hilfswerk der A. I. gern für diese Einrichtung entgegennimmt, durch Verkauf von Karten zum Preise von 40 Gmk. erfolgen, und wird jedesmal durch Uebernahme einer solchen Karte einem unbemittelten Kranken ein erster Spitalaufenthalt von zehn Tagen ermöglicht; auch halbe Karten a 20 Gmk. gelangen zur Ausgabe. Es kann an dieser Stelle nur allerwärmstens die Uebernahme solcher Karten angeregt und ans Herz gelegt werden, denn durch die ungünstigen Wohnungsverhättnisse und die große Not der Zeit sind auch hier so furchtbare Zustände geschaffen, daß die praktische Hilfeleistung der A. I. gerade an dieser Stelle besonders zu begrüßen ist, und aus allen Kreisen aufs Wirksamste unterstützt werden muß. — Kartem erhältlich bei Frau Dr. S. Ehrmann, Hanauerlandstr. 15, welche, auch zur Entgegennahme von Spenden für das Hilfswerk der Agudas Jisroel bereit ist. Abschiedsfeiee in der Israelitischen Volksschule. Die Schlußfeier in der Israelitischen Volksschule war am Sonntag mittag mit einer Abschiedsseier für den nach 47 jähriger reich gesegneter Wirksamkeit (40 Jahre an der Israelit. Volksschule in Frankfurt a. M.) in den Ruhestand tretenden Herrn Lehrer David P i n e a s verbunden. Herrn David Pineas sieht man, wie ein Redner sehr richtig bemertte, die siebenundvierzig Dienst, jahre nicht an. Er ist jung geblieben, an Körper wie au Geist. Und diese Jugend dankt er der Jugend, der Liebe zu seinen Schülern und Schülerinnen. Dank wurde Pineas bei der Feier aus beredtem Munde gezollt. Aber der schönste Dank leuchtete ihm aus hundert Kinderaugen entgegen, die in Liebe und Verehrung zu ihrem scheidenden Meister emporblickten, eine Liebe und Verehrung, die auch in prächtigen Kinderchören und allerliebsten Rezitationen ihren Ausdruck fanden. Unser Synagogenchor unter Leitung des Herrn Mar Neumann wirkte mit einem Eröffnungspsalm und Schlußgesang in gewohnter Meisterschaft mit. Zwischendurch wurde der Jubilar in wirkungsvollen Ansprachen gefeiert. Herr Rektor Falk rühmte die Verdienste des Herrn Pineas und dankte namens der Schule. Herr Konrektor H i r s ch b e r g sprach für das Kollegium und überbrachte dessen Wünsche in schönen, herzlichen Worten. Herr Jacob R o s e n h e i m überreichte mit ehrender Ansprache dem Jubilar einen kostbaren Becher im Aufträge der Schulverwaltung. Darauf betrat, tief bewegt, Herr Pineas selbst das Podium, um allen, die ihm während seiner langen Wirkungszeit als Freunde und Kollegen beigestanden, wie denen, die nun gekommen waren, um seinen Abschied aus der Schule zu feiern, in schlichter, herzlichster Weise zu danken. (Auch wir gratulieren dem hochverdienten Lehrer und feinsinnigen Freund und Mitarbeiter unseres Blattes und verbinden mit dem Wunsche die Hoffnung, daß ihm die Zeit der Amtsruhe zu einer Zeit frischen geistigen Schaffens werde. Die Redaktion.) Adolf Jakobsohn n. Einen Menschen von wahrem Herzensadel, voll Liebe und Güte zu seinen Mitmenschen, verlieren wir in Adolf Jatobsohn, der am Mittwoch, den 9. ds. Mts., nach kurzem, schweren Leiden im Alter von 46 Jahren verstarb. Als Sohn des hier rühmlich bekannten I. L. Jakobsohn V'xt, war er in allem das getreue Abbild seines Vaters und wie dieser überall beliebt und geachtet, sodaß ihn neben seinen Angehörigen auch viele Fernstehende von ganzem Herzen beweinen. Nie auf seinen eigenen Vorteil bedacht, war er vielmehr bestrebt, anderen Liebe und Güte zu erweisen, wo sich ihm Gelegenheit bot, getreu dem Gebote ivsa rianxi. Wie selten einer ging ec grade und ehrlich durchs Leben und errang sich so die Liebe aller. Als liebevoller Gatte tind treuer Vater hat er sein Haus in seinem Sinne und in vollem Glauben an das Wahre und Gute geleitet und so in seinen Kindern den Grundstein zur Frömmigkeit, Ehrlichkeit und Menschenliebe gelegt. Er wird in ihren Werten fortleben und allen, die ihn gekannt haben, unvergeßlich bleiben. rraxin SCHUMANN-THEATER Das Täglich Slihr große internationale Variete "Programm Vorverkauf 11—1 Uhr Tageskasse und bei den bekannten Verkaufsstellen. — —-! Näheres siehe Anschlagsäulen. Gust. Schwarz Gufleufstr. 14 — Kein Laden — Konditorei und Kaie »Riscli» BAD HOMBURG Louisenstraße 16 Eiisabethenstr. 49 (am Markt) Telefon 297 (am Kurgarten) Verantwortlich für den allgemeinen Teil und das Feuilleton S. Schachnowitz;Inserate i.V.: S. Schachnowttz, sämtlich in Frankfurt a. M.; Pädagogische Beilage: Lehrer I. Spiro in Fulda. — Verlag „Israelit", G. m. b. H., Frankfurt a. M> Druck: Hermon Verlags-Aktiengesellschaft, Frankfurt a. M.