Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 65 (1924)
- Issue
- Heft 14 (3.4.1924)
- Date
- 1924-04-03
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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3. April 1924 Der Israelit I spräche: Rohlei-Emsland, Rabb. Dr. Bondi - I Mainz. (Fortsetzung folgt.) I >. -< I Die neueVerfassung der Israelitischen Religions-- I gemeinschaft in Württemberg. I Stuttgart, 27. Marz. I Die Landesversammlung hat vorige Woche nach! dreitägiger Beratung die im Hinblick auf die Staats-! Umwälzung in Deutschland veränderte Verfassung!der Israelitischen Religio ns gemeinschaft in Württemberg einstimmig angenommen; sie! tritt am 1. April in Kraft. In juristischer Hinsicht! verdankt die neue Verfassung ihre Bearbeitung dem Referenten Ministerialrat Dr. Hirsch; nach ihrem sachlichen Inhalte haben weite Kreise der Rabbiner und Lehrer, insbesondere Rabbiner Dr. Berlinger- Hall und Hauptlehrer Pretzburger -Creglingen mitgearbeitet. Die Verfassung schafft die doch allzustark I nach Assimilation schmeckenden veralteten Ausdrücke Ober-! kirchenbehörde, Kirchengemeinde usw. ab und setzt an i ihre Stelle im wesentlichen die in Baden üblichen Bezeichnungen. Rabbiner und Religionslehrer haben wie bisher Sitz und Stimme in den Gemeindevorständen. Den Frauen ist das aktive Wahlrecht zu den Vorsteherämtern, nicht aber das passive eingeräumt. Doch können sie Delegierte in der Landesversammlung werden, die keine Verwaltungsbehörde darstellt. Es ist in dieser halachrschen Frage somit dem vermittelnden Standpunkt des Rektors Dr. Hoffmann Rechnung getragen. Minderheiten von mindestens 20 Gemeindemitgliedern müssen angemessene Beiträge aus der Gemeindekasse zur Erhaltung ihrer Einrichtungen bekommen, und die Rechte ihrer Rabbiner sind sicherzustellen.! ' Anhatrsüberstchr. V Leitartikel.' warte der Friedens und der Wahrheit. — 2. Wochenrundschau: Lin neaer Golnrland. — Die Lehren der Wahlen in Uarpathorußland. — Homiletik: von Rabbiner Dr. Winkler in Kopenhagen: Bemerkungen zum wochenabschnitt. — Rkeines Zerr, i l l-t o n- Der Sekretär Wilson» über der Präsidenten Stellung za jüdischen Fragen. — Die Erforschung des Absalorn-Grabes. — Einst und jetzt. — <Sott>tnc Worte de, Zedaza tzapenini. — 8. Au fsätze. von Dr. Raphael Möller in Hamburg: Bildungrideale der ..Bunde» jüdischer Akademiker. — 6. Korrespondenzen und Nachrichten. — 7. Aur aller Welt. — 8. Personalien. — 9. vermischtes.—10. Briefkasten. — ll. Zamiliennachrichten,— 12. Frankfurter Berichte. — 13. Vereinskalender. — Gebetzeitrn. — 15. Feuilleton-Beilage: wenn er schreiben und lesen könnte. —von D. Rieder: Die Geschichte der Baron von £j . , . . — Bücherbesprechungen. — Literarische Notizen. — Rinderecke. — BlStterbeilage. Der Kampf um die Schechita in England. Frankfurt a. M., 25. März. Im November vorigen Jahres fanden in Birmingham vor 200 Sanitäts- und Veterinär-Beamten Demonstrationen mit wissenschaftlichen Untersuchungen über die Schlachtmethoden vom sanitären und humanitären Standpunkte aus statt. Der offizielle Bericht über das Ergebnis ist nunmehr im „Lancet" veröffentlicht. Die Berichte stammen von dem Direktor des physiologischen Instituts, Dr. Leonhard Hill, dem Veterinär Prof. I. Mac Queen und dem Schlachthof-Oberinspektor Brenan de Vine und stimmen inr günstigsten Ergebnis für die Schechita überein. Aus dem Berichte von Dr. Leonhard Hill seien nach der „Allg. Fleischer-Zeitung" Nr. 70 folgende Stellen wiedergegeben: Ich komme nun nus den Standpunkt zu sprechen, daß das Fleisch von geschossenen Tieren feuchter sei und mehr Blut enthalte. Das war auch deutlich zu sehen bei den Versuchen in Birmingham. Hälften der ausgewählten und auf jede Weife getöteten Tiere waren in einem verschlossenen Raume ausbewahrt und wurden eine Woche später begutachtet. Als man die Tierkörper zerlegte und das Fleisch der geschossenen Ochsen mit dem nach jüdischem Ritus getöteten ___ittr. 14 Sette 5 verglich, war es klar, daß das Fleische von der letzten Schlachtart fester, trockener und von Blut frei war. Das Fleisch der geschossenen Tiere war mfjt mir feuchter und weicher, sondern es zeigte sich auch $> ' - den Blutgefäßen. Professor Hill schreibt dann weitem. \ Tatsachen wurden zweifellos festgelegt: Das D». schneiden der Kehle wird von den Tieren im Monu L des Messeranfetzens nicht gefühlt» das Durchschneid«ki>, der dicken Arterien der Kehle verhindert sofort die Blutzirkillation im großen Gehirn und bewirkt Bewuhtlosig. keil. Die Schlächtermeister und Fleischwarensabrikante» haben deshalb mit ihrer Ansicht recht, und sie sollen nicht daran gehindert werden, ihre alten Schlachtmethoden weiter anzuwenden, weil die Humanität nicht darunter leidet und auch die Volkswirtschaft Anlaß hat, ihrem Standpunkt Rechnung zu tragen. Ans aller Welt. Deutschland. Hier wurde eine internationale Gesellschaft für Statistik und Wirtschaftskunde der Juden ins Leben gerufen (Bruhkus, Goslar, Segall, Hirsch). — Am 30. April soll in Antwerpen ein Weltkongreß der jüdischen Studentenschaft stattfinden. Rumänien. Die rumänische Regierung protestiert auf diplomatischem Wege in Washington gegen die Herabsetzung der Einwanderungsquote. Briefkasten. Ph. F. in Strahburg. 30 Frs. für Abonnement eingegangen. Familiemiachrichten. Gestorben: Frau Johanna Stern geb. Stem in Gelnhausen. Verantwortlich für den allgemeinen Teil und dar Feuilleton: S. Sd)ttd)tt0 0^ö;3nfetatet. B.: 6. Schachnowitz, sämtlich in Franlfurt a. M.; Pädagogische Beilage: Lehrer I. Spiro in Fulda. — Verlag «Israelit", ffl. m. b. Frankfurt a. M. Druck: Hermon Verlags-Aktiengesellschaft, Frankfurt a. M. Die föefigionsfcftrer-, Vorbefev' und Schochef-Sfedc in hiesiger Gemeinde ist per sofort, spätestens per 1. Juni zu besetzen. Garantiertes Mindesteinkommen M. 3000.— inkl. Nebenverdienste. Hierzu kommt noch schöne, freie, mod. Dienstwohung. Reflektiert wird auf repräsentable, seminaristisch gebildete Persönlichkeit, guten Vorbeter mit angenehmer Stimme, der zugleich den Synaaogen- Chor (Männerchor) zu leiten hat. nVaj? von gesetzestreuem Rabbiner ist beizubringen. Bewerbungen sind unter Beifügung von Zeugnisabschriften an die Unterzeichnete Stelle zu richten. Beaigfts-Siiimgoge 8aikingen, Baden, Die Hiesige Gemeinde sucht einen jüngeren fefirei? u. Kantor. Offerten nebst Gehaltsansprüchen erbittet M. Moses, Braünfels a. d. Lahn. der an selbständiges Arbeiten gewöhnt, perfekt in Buchhaltung und Korrespondenz sucht Stellung auf Büro Lager (Lagerist oder Expedient) oder Reise. Gest. Zuschriften unter 13039 an die Erp, d. Bl. Junger Mann, aus gutem Hause (18 I.) gelernter z. Zt. in einer Hamburger Großbank tätig wünscht sich per sei. zu verändern, wo Schabbos u. Jomtow geschloffen. Derselbe ist an selbständiges Arbeiten gewöhnt. Ausführl. 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