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Der Israelit · 1924-04-03 · Heft 14 (3.4.1924) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
65 (1924)
Issue
Heft 14 (3.4.1924)
Date
1924-04-03
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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65. Jahrgang Frankfurt a. M., den Nr. 14 (i Der Israel!!) Ein Centralorgan lör das orthodoxe Judentum Begründet von Dr. Lehmann in Mainz. Abonnement ab Januar 1824: Deutschland 1 Goldmark monatlich; Ausland: Vterreltahrpreise (entsprechend dem deutschen Inlandspreis zuzüglich Kosten des Streifband-Versandes) Deutsch-Österreich: 60000 Kronen; Amerika 1 Dollar; England 4 sh.; Frankreich 16 Fr.; Belgien 15 Fr.; Holland2 fl.; Italien 20 Lire; Jugoslawien 70 Din.; Litauen 7.80 Sit; Rumänien 100 Lei; Polen 4 deutsche Goldmark zum Tageskurs; Schweiz 6 Fr.; Tschecho-Clowakei 28 Kronen; Ungarn 15000 Kronen; Dänemark 6 Kronen; Norwegen 6 Kronen; Schweden 8.60 Kronen. . -Einzelnummer dreißig Goldpfennige. Der Israelit erjchernl reden Donnerstag. Inserate 30 Goldpfennige, für Stellensuchende 20 Goldpf., für die kiebengespaltene Nonpareille-Zeile. Die 76 mm breite Reklamezeile: letzte Textseite 1.20 Mk., vorletzte Texrsette 2.— Mk.; Ehiffregebühr in Kühe eines doppelten Fernbrtefportos. Rabatt nach Tarif. Bet laufenden Inseratauftragen tarifm. Preiserhöhung jederzeit Vorbehalten. Jnferatenannahme durch den Verlag des Israelit G. m. b. Frankfurt a. M.. Gr. Eschenheimer Straße 23, Tel Hansa 6842 sowie durch sämtl. Annoncen-Exped. des In- und Auslands Alleinige Jnferatenannahme für Frankfurter Gescbäftsanzeigen: Jul. Schmidt. Langestraße 8. Platzoorschrtften ohne Verbindlichkeit. Zahlungen direkt an den Verlag auf Postscheckkonto Frankfurt (Main) Nr. 19802. — Außerdem an: Postsparkasse Wien Nr. 78808 — Postsp Zürich Nr. VIII 7234 — Postscheckamt Amsterdam Nr. 24869 — Böhmische Unionbank in Prag — Banca Marmarosch, Blank & Co. in Bukares jenamt Budapest Ar. 18484 — Postscheckamt Filiale des Wiener Bankvereins in Agram. Sucher für 3srae(if>Slbonnenfen: Statt: Abonnenten: Hirsch, Pentateuch 8 Bde geb. ..... 35.- Hirsch, Gebete.9.- (nur noch wenige Exemplare) Lehmann, Samuel Ha-nagid Schachnowitz, Merelaika „ Luftmenschen „ Jenseits „ Dm Judenstaat der Chafaren „ Salomo» -er 30.- 7.- i. brosch. 2.— geb. 2.60 Dudaus, Baalschem von chelstadt Lieferung gegen vorherige Einsendung des Betrages zuzüglich Versand-Porto oder gegen Nachnahme. Frankfurt a. M. Verlag des Israelit G. m. b. H. Worte des Friedens und der Wahrheit. Wir sind nunmehr in der Lage, den Wortlaut der schiedsgerichtlichen Erklärung zu veröffentlichen, die von seiten der Herren Rabbiner Morgenstern und Lewin im Einvernehmen mit dem Gerer Rebbe in Jerusalem abgegeben wurde. Sie lautet: Groß sind die Meinungsverschiedenheiten und inneren Gegensätze unter den Gesetzestreuen der heiligen Stadt, wobei jeder im Namen Gottes und kraft der Thora öffentlich laut seine Stimme erhebt, um den Gegner zu beschimpfen, sodaß der Widerhall dieser Kämpfe aus den Thoren Judas die ganze Diaspora erfüllt und die Frage sich erhebt, wie es möglich ist, daß das Feuer des Hasses und des schärfsten Bruderkrieges unter Gleichgesinnten in so furchtbarer Weise hochkommen konnte. Das ganze Herz Israels erbebt über die Herabsetzung der Weisen und über die Gefahr, die daraus herporgeht, daß auch in der Diaspora die Ehre der Talitzidei Chachomim herabgewürdigt werden könnte und unsere gemeinsamen Gegner, die Freidenker, die Oberhand-'^gewinnen können. Auch in Jerusalem selbst richtet Der stampf unter den Gesetzestreuen furchtbares Unheil Än. sodaß die Volksverführer ihr Haupt erheben, die LeiHlng der Gemeindeangelegenheiten für sich erobern, aus Mangel einer einheitlichen Front unter den Gesetzestreuen. Das jüdische Herz stöhnt allüberall unter dieser Lage. Auf der Kenessio Gedaulo, die im Elul 5683 in Wien stattfand,' bei der sich alle Großen und Heiligen Israels aus allen Enden der Erde versammelten, denen alles Jüdische teuer ist, hat man mit blutendem Herzen über diesen Zusammenbruch Beraten, überden Kampf in Jerusalem, der dem jüdischen Volk bis an die Seele geht. Man beschloß, eine Delegation von bekannten Persönlichkeiten nach Jerusalem zu entsenden, um die Lage gründlich zu studieren, den Stein des Anstoßes womöglich zu entfernen und Frieden zu stiften, wie es uns geboten ist: „Suchet den Frieden der Stadt und den Frieden Jerusalems". Und diese Kenessio hat uns. den Unterzeichneten, die Pflicht auferlegt, nach Jerusalem zu kommen und die Vorgänge zu erforschen, den Ursachen nachzugehen, die zu dem Meinungsstreit geführt haben. Nachdem wir jetzt in Jerusalem sind und gründlich untersucht und erforscht, beide Parteien gehört und mit ihnen wochenlang verhandelt haben, sind wir zu der klaren Ueberzeugung gekommen, daß viele Dinge ungeheuerlich übertrieben worden sind, daß falsche Anklagen vorgebracht worden sind, die nur aus den Quellen des Neides, der Streitsucht, des Interesses fließen, die man nicht niederschreiben kann. Sehr viel Persönliches, das zu Angriffen auf die Ehre einzelner Individuen geführt hat, entgegen dem klaren Wortlaut der Thora und der Gesetze der Ethik spielt mit, deshalb hoffen wir, daß, wenn diese Dinge beseitigt werden, die Herzen sich einander annähern, ein Friede herbeigesührt werden kann. In dieser Hinsicht äußern wir unsere Meinung wie folgt: 1. Presseorgane. Das „Geschrei" muß aushören, d. h. der „Kaul Jaakauv", der feurige Blitze schleudert und mit Dolchstößen Woche für Woche in der ungeheuerlichsten Weise Anklagen verbreitet, wird unter Zensur gestellt und zwar unter die Aussicht der Herren Wolf Schocher und Wolf Münzberg, die schriftlich zu zeichnen haben, was gedruckt werden darf. Ebenso darf das gegnerische Blatt „Kaul Jisroel", nichts eher drucken, bevor es von den Herren Sorach Bravermann und M. D. Lewin unterzeichnet ist. Den Zensoren legen wir die ernste Verantwortlichkeit auf dafür, daß nichts mehr zum Druck zugelassen wird, woraus eine Herabsetzung der Ehre von Talmidei Chachomim entsteht und noch viel weniger Dinge, die unwahr sind und Verleumdungen gegen Privatpersonen, durch welche die Ehre der gesehestreuen Gemeinschaft in Jerusalem heruntergeseht wird. 2. Organisation der Kommission für die Schechita. Die Kommission für die Schechita in Jerusalem wird wie folgt neu organisiert: Das Bes Din der Chassidim und Peruschim unter der Leitung von Oberrabbiner Kuck wählt sechs gelehrte, anerkannt gottesfürchtkge Männer und zwar drei Chassidim und drei Peruschim und das Bes Din unter Leitung Don Oberrabbiner Sonnenfeld wählt ebenfaNs drei Chassidim und drei Peruschim, von welch letzteren je einer zur ungarischen Gemeinde gehören kann. Diese 12 Leute zusammen mit den 3 Bothe Dinim bilden die Kommission für die Schechita in Jerusalem. Jedoch ist diese Kommission allein nur in finanziellen Angelegenheiten zuständig, sowie in Bezug auf die Anstellung der .Beamten, ihre Honorierung, die Einziehung vör Gebühren usw. Auch die Gebühren der Rabbonini,-. welche Einnahmen aus der Schechita ziehen, werden durch diele Kommission in gleichmäßiger Weise nach der Seelenzayl geregelt. Hinsichtlich des Kaschrus jedoch wird alles durch die drei Bothe Dinim der zwei Parteien in vollkommener Gleichberechtigung und Gemeinsamkeit geregelt. Die Kommission hat sich in dieser Hinsicht vollkommen den Anordnungen der Bothe Dinim unterzuordnen. Die Vorsitzenden der Kommission sind Oberrabbiner Sonnenfeld und Oberrabbiner Kuck. Die Kommission ist verpflichtet, in religiöser Hinsicht die Erschwerungen beider Vorsitzender und ihrer Bothe Dinim zu beobachten, auch wenn einer von ihnen oder ein Bes Din zum Leichteren entscheidet, sei es nun, daß es sich um eine sachliche Zweifelsfrage oder um die Anstellung weiterer Schächter usw. handelt oder auch um die Entlassung solcher Beamten aus religiösen Gründen. In all diesen Fällen genügt die Ansicht eines der Bothe Dinim jeder der beiden Parteien. 3. Der Friede in Jerusalem. Erez Jisroel im allgemeinen und die heilige Stadt Jerusalem im besondereil, aus deren Mauern bis zum heutigen Tag die Schechina nicht gewichen ist, müßten sich in ihrer inneren Ordnung und Heiligkeit vor allen Stätten der Diaspora auszeichnen. Wenn in der Diaspora jüdische Gemeinden existieren, in denen Reformer, Freidenker aufgetreten sind, die die Führung der Gemeinden an sich gerissen, das Heilige zerstört und den Weinberg Gottes durch neue Erziehungsgrundsätze verwüstet, die Herde von ihrem Hirten getrennt haben und wenn dort nach den geltenden Staatsgesehen, die Gesehestreuen gezwungen sind, in den öffentlichen Angelegenheiten mit ihnen zusammenzuarbeiten, weil sie nicht die Macht hatten, sich von ihnen zu trennen, so hat doch die Erfahrung zur Genüge gezeigt, daß die Gemeinschaft mit den Freien zur schweren Beeinträchtigung alles dessen, was uns an Wertvollem und Heiligem überliefert ist, geführt hat. Denn diese Freien stehen immer aus der Warte, die Gemeinden zu erobern, das heilige Bild der überlieferten jüdischen Gemeindeverfassung zu trüben und die Erziehung der Söhne und Töchter in' die Hand zu bekommen. Darum stehen alle orthodoxen Gemeinden in den Städten der Diaspora wie eine feste Mauer zusammen, über ihre Zukunft zu wachen, in keiner öffentlichen Angelegenheit mit den Freidenkern zusammenzugehen, sich nie von ihnen beeinflussen zu lassen und keinerlei Kompromisse mit ihnen zu schließen, denn die geschichtliche Erfahrung hat sie bereits gelehrt, daß, wenn die Freidenker zuerst eine gewisse Milde und Brüderlichkeit gegenüber den Orthodoxen zeigen, sie in ihrem Inneren doch den geeigneten Zeitpunkt abwarten, um ihre Prinzipien zu vertreten, ohne vor jemanden zurückzuweichen. In allen Ländern, wo Orthodoxe leben, haben sie sich wie ein Mann mit aller Kraft gegen die Schaffung eines über allen Rabbonim des Landes stehenden Oberrabbinats ausgesprochen, das von der Regierung anerkannt wird, weil sie sehen, daß ein derartiges Oberrabbinat gezwungen ist, mit den Freidenkern zusammenzugehen und sich von ihnen beeinflussen zu lassen. In wieviel höherem Maße treffen diese Bedenken auf das heilige Land, besonders aber auf den das ganze orthodoxe Judentum beeinflussenden religiösen Mittelpunkt des Judentums, die Stadt Jerusalem, zu. Hier ist jeder, der sich orthodox fühlt, verpflichtet. sich in einer selbständigen orthodoxen Gemeinde zu organisieren, die unabhängig dasteht, unbeeinflußt von den Freien sowohl hinsichtlich der Organisation der Gemeinde als der Organisation des Rabbinates. Mit unseren Augen haben wir gesehen und uns davon überzeugt, daß alle, die die Thora beobachten in Jerusalem, und zwar sowohl diejenigen, die dem Waad hoir hoaschkenasi angeschlossen sind, als auch diejenigen, die sich zu dem Bes Din der Chassidim und Peruschim unter der Leitung von Oberrabbiner Kuck bekennen. die sich noch nicht in einen Waad

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