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Der Israelit · 1924-02-28 · Heft 9 (28.2.1924) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
65 (1924)
Issue
Heft 9 (28.2.1924)
Date
1924-02-28
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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28 Februar 1924 Rr. 9 Sette 5 Der Israelit protzen Feschiwoh. Ms ihm telegraphisch vom Ableben des Rabbi Mitteilung gemacht wurde, depeschierte er, man möge mit der Levajoh beginnen, er komme! Und wirklich kam ermit Ertrazug von Lublin an, da sich die Trauergemeinde mit dem j’hh gerade in der Synagoge befand. Er hielt einen ergreifenden Hesped und ernannte gleich den Sohn des Verstorbenen zum Nachfolger des Vaters. Kraft seiner Energie und seines Einflusses hatte es Rabbi Schapiro auf telefonischem Wege bei der Lemberger Eisenbahndirektion durchgesetzt, daß ihm, da es regelmäßige Verbindung nicht mehr gab, ein Ertrazug zu diesem Zwecke gestellt wurde. £ii«men. Die Sonntagsruhefraae in Litauen. KowNo, 20. Febr. Die Regierung hat die Vorlage über die strenge Sontagsruhe in Litauen aus der Sejmkänzlei zurückgefordert und beabsichtigt, gewisse Aenderungen vorzunehmen, bevor sie zum Gesetz erhoben wird. Der Minister für jüdische Angelegenheiten Dr. Rosenbaum bereitet Aenderungsanträge vor, die die Sabbatruhe garantieren sollen. <3. T. A.). heit und in seinem jüdischen Grundwesen zu zeigen, war A h r o n Marcus, der deutsche Jude, der sich auf seiner Suche nach Wissen, Halt und Vertiefung zum Chassidismus gefunden hat. Zum Chassidismus mit all seinen Konsequenzen für Lehre und Leben und nicht allein zur Legende des Chassidismus, wie es die Neuerer bequemerweise taten und daher bei dem Nebel von Worten und verschwommenen Bildern doch an der Oberfläche hasten blieben. Wir würden das heute nicht noch einmal feststellen. Wer das Werk von Ahron Marcus: „Der Chassidismus, eine Kulturgeschichte" mit den chassidischen Legendenbüchern von Martin Buber und anderen seiner Schule vergleicht und die Kraft hat, über schöne Worte und für den Moment zündende Gedankenfunken aus das Ganze und Wesentliche zu sehen, dem drängt es sich förmlich auf, wo er Wahrheit und Klarheit über den Chassidismus zu suchen hat. Was uns zu dieser Feststellung heute veranlaßt, ist ein längerer Artikel von Prof. Dr. Meier V a l a b a n über den Chassidismus in der hebräischen Vlertcljahresschrist „Hatkusa", Band 18 (Verlag A. 3- I- Stybel, Warschau). Eine unliebenswürdige Aeußerung über Ahron Marcus und sein Werk ist darin enthalten, die mit Entrüstung zurückgewiesen werden muß. Wenn hier abfällig von Marcus erzählt wird, daß er, obwohl Westjude, vom Chassidismus so angezogen wurde, baß er in jungen 3ahren von Hamburg nach Galizien auswanderte, um sich dort vollständig dem chassidischen Kreise anzuschließen, so wiederholen wir, daß darin die Hauptkrast und die Größe Marcus's liegt und daß es grade das ist, was Marcus turmhoch über die neuchassidischen Romantiker erhebt: der Umstand, daß er mit ganzer Seele und mit ganzem Herzen sich der Idee anschloß, in der er, mit Recht oder Unrecht, das allein ^haltende Element im Judentum erkannt hatte; daß er ^ucht über den Dingen stehend mit lächelnder Ueberlegenhaben bei dem bulgarischen Minister in London dieserhalb interveniert und es wurde auch ein Brief an den Außenminister in Sofia gesandt. Ferner teilte Herr d'Avigdor Goldschmid mit, daß die Evakuierung der rumänischen Flüchtlinge zufriedenstellend vonstatten geht. Aus Polen lagen zwei Angelegenheiten vor. Die eine betrifft eine schädigende Verfügung der polnischen Regierung in bezug auf die Verwaltung der jüdischen Gemeinden, die andere einen Aufruf der. polnisch-jüdischen Studentenorganisation für Selbsthilfe an die jüdischen Studentenverbindungen, in welchem erzählt wird, daß die jüdische Studenten-Hilssorganisation an den seitens der polnischen Regierung polnischen Studenten-Organisationen geleisteten Zuschüssen niemals Teil hat. Offizieller Bericht über die Verhandlungen mit der jüdischen Delegation. Jerusalem, 20. Febr. Das offizielle Organ der transjordanischen Regierung veröffentlicht den folgenden Bericht über den Beheit und beifälligem Verstehen über die Dinge urteilte, sondern mittendrin, von all den Dingen beseelt und tief durchdrungen, aus der Fülle seines inneren und äußeren Erlebens schöpfte. Das ist es, was ihm die Kraft gab, ein Buch über Chassidismus zu schreiben, das in der Form vielleicht weniger strahlend und methodisch geordnet, dafür aber echt, tief und wahr ist, ein Buch, das heute am Fahrzeitstage allen, die sich für Chassidismus interessieren, besonders warm zur Lektüre empfohlen wird. Familiennachrichten. Gestorben: Abraham Neu in Oberklingen. Odenwald, verstorben. Sabbat-Anfang und -Ausgang. * bnp') mw Ort: f| mg Min. Wc 1924 iturn 5684 ÜÜL Uhr sg. Min. Frankfurt a. M. 5 40 1. 25. 6 55 Berlin .... 5 40 März Adar I 6 26 München . . . 5 45 6 37 Köln. 5 40 6 55 Stuttgart . . . 5 47 6 47 Breslau.... 5 45 6 15 Nürnberg . . . 5 30 6 37 Hamburg . . . 5 50 6 44 die amerikanische Fudenheit an dem Aufbau Palästina» tätig teilnehme. 3n der darauffolgenden Diskussion sprach sich die Mehrzahl der Redner für die Vorschläge aus. Es wurden zwei Komitees zur Durchberatung der Vorschläge eingesetzt. Das erste Komitee soll die Einzelheiten für die Investment-Bank ausarbeiten. Man hofft, daß alle für den gleichen Zweck arbeitenden Körperschaften sich ihm anschließen werden, sodaß die neue Bank das Haupt-Finanzorgan für den Handel und die Industrie Palästinas werden wird. Das zweite Kommitee erhielt die Aufgabe, die Frage der Teilnahme der amerikanischen Fudenheit an der Jewish Agency zu studieren. Beide Komitees werden ihre Ergebnisse einer binnen kurzem wieder stattfindenden Konferenz vorlegen. (3.T.A.) Personalien. Rabb. Dr. Moses Löb Bamberger Frankfurt a. M., 20. Febr. Heber das Ableben des Rabbiners M. L. B a m - berger aus Schönlanke haben wir bereits unter den: Eindruck des ersten Schmerzes kurz berichtet. Bamberger war ein würdiger Sproß der bekannten Würzburger Rabbinerfamilie, Sohn des langjährigen Aschaffenburger Rabbiners, Rabbi Simchoh Bamberger V"xt, des ältesten Sohnes des weltberühmten alten „Würzburger Raw". Aber M. L. Bamberger hatte darüber hinaus einen Eigenwert, der ihn bekannt und beliebt machte und seinen Namen über die engen Grenzen der Heimat hinaustrug. 3« jungen 3ahren wörtlich niinn »m bv großgezogen und von großen Männern zum Rabbiner autorisiert, begann er, ein vortrefflicher van tvsVn und peinlicher mxna pip-m, eifrig und tatenfroh seine Wirksamkeit als Klausrabbiner in Karlsruhe und dann als Religionslehrer am Lehrerseminar zu Würzburg. 3» erster Ehe war er mit einer Tochter Meier Ettlingers in Karlsruhe, einer Enkelin des Rabbi Fokeb Ettlinger, des bekannten Oberrabbiner von Altona, verbunden. Nachdem ihm die Lebensgefährtin entrissen worden war, wurde ihm eine Tochter des verdienten Lehrers Nußbaum in Hersfeld bei Fulda zur treuen Begleiterin seines ferneren Lebensweges und zur liebevollen Mutter seiner Kinder. Seine langjährige Wirksamkeit in S ch ö n l a n k e beschränkte sich nicht allein auf seine engen rabbinischen Funktionen, sondern sie umfaßte alle ihm erreichbaren sozialen Gebiete, besonders in den Fahren des Krieges, da so große Not über die deutschen Gemeinden hereinbrach. Unvergänglich bleibt sein Werk zur M azzobeschasfung für einen großen Teil der deutschen Gemeinden, zu welchen Zwecken er unter beträchtlichen Opfern eine große Mazzofabrik ins Leben rief, die bis zuletzt unter seiner Aufsicht und Leitung stand. Auch trug er sich ernstlich mit dem Gedanken einer großzügigen Waisenhausgründung und beschäftigten auch andere soziale Probleme und Pläne seinen Geist beständig. Seine Bescheidenheit ließ immer seine Person hinter das Werk zurücktreten. Selbst für die von ihm angeregten und geschaffenen Institutionen in seiner Gemeinde schrieb er das Verdienst stets dem Vorstände zu. Dabei blieb ihm auch noch Zeit für wissenschaftliches und literarisches Arbeiten. Eine ganze Reihe von Schriften Rabbr Josef Nachmias, eines Schülers des „Rofch", gab er heraus, worüber im Fahrbuch der Füdischliterarischen Gesellschaft, Band X, (1912) ausführlich zu lesen ist. Er schrieb auch Manches zur Geschichte der jüdischen Bücherzensur. Seine höchste Freude fand er im Erforschen eines „Minhag" und seiner tieferen Gründe. Und was er erkannte und erforschte, teilte er mit echter Lehrfreude anderen mit. Ein überaus liebenswürdiger Mensch, voll sprühenden Humors, voller Güte und Hilfsbereitschaft, war er echter Führer seiner Gemeinde, Freund und Berater und unermüdlicher Helfer allen, die seiner Hand bedurften. So weinen mit der hartbetroffenen Familie, mit der verwaisten (Semeinbe aide um bett trefflichen Mann, der uns zu früh und so jäh entrissen wurde. n'asin* Briefkasten. S. M. in D. Zur Erfüllung Ihres Wunsches mangelt es uns beim besten Willen an Zeit. M. I. W. in Sch. Ihre Zuschrift ist zu allgemein gehalten, um irgend ihren Zweck zu erfüllen. Besten Dank. Wochenkalender. 1.-8. März 1921 / 28. Adar I bis 2. Adar II. 8884 Samstag März 1 25 YTX Rosch-Chaudesch-Bensche« o'i>p«7 fl«n& Sonntag 2 26 K Montag 3 27 Dienstag 4 28 (Mauled Mittwoch nacht Mittwoch 5 29 1 Uhr 56“/« Mt«.) Jaum-Kippur Koto« Donnerstag 6 30 YIK 1. Rosch-Chaudesch-Tag Freitag 7 1 3 2. Rosch-Lha«desch-Tag Samstag 8 ’TlpS 2 RrrHl«ird. Bon der Lage der Juden in Rußland. Moskau, 20. Febr. Fm Hinblick auf die geplante Einstellung der Hilfsarbeit des Foint Distribution Committee in Rußland hat 1>er hiesige F. T. A.-Vertreter Erkundigungen über die jetzige Lage der Fuden in Rußland angestellt. Aus durchaus.autoritativen Quellen erfährt er nun. daß es in Rußland zur Zeit 27 823 jüdische Waisenkinder, etwa 3000 ' Altersinvaliden und 50 000 andere notleidende jüdische Kinder gibt, die, wenn ihnen nicht eine systematische Hilfe zuteil wird, dem äußersten Elend preisgegeben find. Die wirtschaftliche Lage der russischen Fuden ist. von Ausnahmen abgesehen noch immer verzweifelt. Allgemein herrscht die Ansicht vor, daß das Hilfswerk des Foint Distribution Komitee in dem jetzigen Zeitpunkt nicht eingestellt werden darf. Sitzung des Board of Deputies. London, 20. Febr. Eine Sitzung des Bord of Deputies der britischen Fuden wurde am 17. Februar unter dem Vorsitz des Herrn H. S. Q. Henriques in London abgehalten. Herr O. E. d'Avigdor Goldsmid berichtete im Namen des Joint Foreign Committees über das Erpressungssystem des mazedonischen Revolutionskomitees gegenüber den bulgarischen Fuden. Die Präsidenten des Board such der jüdischen Delegation in Amman: Eine Delegation der zionistischen Erekutive unter Führung von Colonel Kisch wurde von Sr. Majestät, dem großen Befreier, empfangen. Colonel Kisch hielt eine Begrüßungsrede und berührte darin die Verwandtschaft zwischen den semitischen Völkern. Der König, der große Befreier, bewies in seiner Antwort, wie sehr er an der Forderung auf die absoluten Rechte der arabischen Nation auf Freiheit und Unabhängigkeit festhält. Er verwarf alle Vorschläge, die seiner Politik entgegenstehen, und gab seinem Wunsche nach der Pflege guter Beziehungen gemäß den lauteren arabischen Prinzipien Ausdruck. (F. T. A.) Die Sitzung der 150 prominenten amerikanischen Juden. N e w y o r k, 22. Febr: Am 17. Februar fand die von Louis Marshall, Dr. Cyrus Adler, Colonel Herbert Lehman und Richter Stern einberufene Konferenz von 150 prominenten amerikanischen Juden zwecks Beratung über die Teilnahme der amerikanischen Fudenheit an der Fewish Agency und die Schaffung einer Investierungs-Körperschaft für palästinensischen Handel und Industrie statt. Ort der Sitzung war das Hotel Astor; Herr Louis Marshall wurde zum Vorsitzenden gewählt. Dr. Ch. Weizmann berichtete über die Lage in Palästina und ersuchte die Führer der amerikanischen Fudenheit um ihre Mitarbeit in allen politischen und wirtschaftlichen Angelegenheiten, die auf den Aufbau Palästinas. Bezug haben. Herr Louis Marshall unterstützte Dr. Weizmanns Vorschlag und erklärte, es sei die Zeit gekommen, daß

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