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Der Israelit · 1924-02-21 · Heft 8 (21.2.1924) · page 15

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Journal
Der Israelit
Volume
65 (1924)
Issue
Heft 8 (21.2.1924)
Date
1924-02-21
Page
– (sequence 15)
Language
German
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16. Adar 15684 21. Februar 1924 Blätter 10. Jahrganss Nummer 2 herausgegeben vom Gruppenverband der Agudas-Jisroel in Deutschland. Blätter **** 4er -iguSar Jisroel in Mriirevrana. Delegiertentag des Gruppenverbandes der Agudas Jisroel in Deutschland, n. Kriegswalsen-Fonds. Wenn der Kriegswa'senfonds der Agudas Jisroel heute vor diesem Forum Bericht ermattet, so ist zunächst daran zu erinnern, daß der Kriegswaisenfonds auf die Jnitia.ioe des provisorischen Komitees von dem deutschen Gruppenoerband gegründet wurde. Es sind heute beinahe auf den Tag 6 Jahre seit dieser Gründung vergangen. (Es bedarf keiner besonderen Erwähnung. daß der K. W. F. mit der Mutterorganisation stets in inniger Verbundenheit geblieben ist. Er hat es als seine Aufgabe betrachtet, die Standarte der Agudas Ilsroel hauptsächlich nn Osten zu errichten und den Wahlspruch der Agudas Jisroel armen, heimatlosen Kindern gegenüber zu verwirkl.chen. Er hat den Weg M den Herzen seiner Brüder auf der Brücke des Gemi.us Lhessed gesucht und gefunden, und er hat sich immer besonders gefreut, wenn ihm zu Ohren gekommen ist, dah man seine Tätigkeit schlechthin als diejenige der Agudas Jisroel bezeichnet hat. Eine zaylenmäß'ge Ber'chterstattung hieße in einer fremden Sprache sprechen. Nachdem wir durch die Entwertung unserer Valuta hindurchgegangen sind, konnten Sie aus Zahlen nicht mehr erkennen, ob wir v'.el oder wenig geleistet haben. Es dürfte desha.b am richtigsten sein, sich bei dieser Berichte.staltung, lediglich auf dir Leistungen des K. W. F. zu beschränken. Es sind Hauptfach ich 3 Länder, in welchen der K. W. F. seine Tätigkeit en.fallet hat: Polen einschließlich des ihm heute einverleibten Galzien, Litauen und Rußland, insbesondere die Ukraine. In Polen haben wir im Herbst des Jahres 1916 nahe der deutschen Grenze fn der Stadt Kalisch das erste Wa senhaus der Agudas Jisroel errichtet. Das Walsenhaus besteht heute nach 7 Jahren fort und beherbergt dauernd etwa 40 Kinder. Viele von ihnen sind inzwischen naturgemäß dem Waisenhaus entwachsen und den verschiedenen Berufen zugeführt worden. Auch in Deutschland befinden sich einige in Stellungen. Die zweite Schöpfung des Kr. war die Gründung des Mädchenwaisenhauses in Warschau, zu Beginn des Jahres 1917. Hier werden heute noch 23 Kinder erhalten: 9 von ihnen befinden sich irr beruflicher Ausbildung, während die übrigen die Schule besuchen. Die dritte Schöpfung galt zwei Waisenhäusern Bialystocks im f.üheren Litauen. Hier werden 110 Kinder erhalten, eine Groß lat, die nur durch die M.thilfe des Joint möglich ist. Die beiden Häuser stellen nach der Aussage von Augenzeugen Musteranstalten dar. Neben diesen Neuschöpfungen hat der K. W. F. in Polen und Litauen den verschiedensten Städten und Städtchen für die mannigfachsten Waisen-Instltutionen große Summen zugewendet. Cr hat beispielsweise das in Kowno befindliche Waisenhaus durch seine Subventionen während der Dauer mehrerer Jahre lebensfähig erhalten: er hat Kinder nach deutschen Waisenanstalten überführt, und es befinden sich in den verschiedensten deutschen Waisenhäusern Zöglinge, für welche der Krjegswaisenfonds die Erhaltungstosten trägt. Neben einer Fülle von Kleinarbeit im Dienste der Waisenfürsorge hat der K. W. F. auch große Transporte von Kleidungsstücken vermittelt — kurz überall, wo die Not von Waisen ihm bekannt geworden ist, nach Maßgabe seiner M.ttel Hilfe geleistet. In dem einstigen Galizien haben wir in den Kriegsjahren die Errichtung von Waisenhäusern in Krakau und Lemberg gep.ant. Das Ende des Krieges hat diese Gründungen, die vor ihrem Abschluß standen, zunichte gemacht. Die Fortsetzung dieser Absichten blieb dem Oesterreichlschen K. W. F., der nach unserem Muster geschaffen worden war, Vorbehalten, und dieser hat vor mehreren Jahren in Baden bei Wien eine geradezu mustergültige Anstalt geschaffen, we'che 40—50 Kinder aus Galizien beherbergt. Neben dieser Anstalt wird sich binnen kurzem eine zweite erheben, welche für die Aufnahme von 100 Waisenkindern aus der Ukraine bestimmt ist. Diese letztere wird ihr Entstehen dem Zusammenwirken des österre'chischen, des schweizerischen und unseres Kriegswaisenfonds verdanken, und es gibt kaum eine bessere Illustration für die Agudas Jisroel, als das Zusammenarbeiten von Oesterrech, Schweiz und Deutschland für Polen und Rußland. Was nun sch.ieß ich die Tätigkeit in Rußland selbst betrifft, so dürfte es noch in Ihrer Erinnerung fein, daß vor etwa zweieinhalb Jahren eine Wele der Begeisterung durch die deutsche Judenheit ging, ukrainische Waisen nach Deutschland zu bringen. Der K. W. F. hat sich seinerzeit der Ausführung dieses Planes mit aller Liebe angenommen: wenn er dennoch gescheitert ist, so war es eine Fülle von Widerständen auf politischem und Wirtschaft ihem Gebiet, die seine Verwirk ichung verhinderten. Hierzu kam noch, daß unsere Brüder in der Ukraine sich dem Herausbringen der Waisenkinder aus dem heimischen Mi.ieu in ein fremdes selbst widersetzten. Nachdem wir erkannt hatten, daß die ursprünglichen P'äne nicht zur Ausführung kommen konnten, beschränkten wir uns darauf, die seinerzeit gesammelten Gelder, die erfreulicherweise in Dollar umgewandelt wa en, auf Umwegen (denn nur so ist es möglich) durch, die Hände von Vertrauensleuten den Waisenkindern zugute kommen lassen. In diesem stillen Hilfswert wird der K. W. F. auch fortfahren. Der K. W. F. ist sich wohl bewußt, daß er das E.end der Waisen des Ostens nicht bannen kann: aber er hat dochnach besten Kräften zur Linderung dieses Elends beigetragen; er hat bei dem Blute seiner Brüder nicht geschwiegen: er hat versucht, das ungeschriebene Testament früh verstorbener jüdischer Eltern an ihren Kindern zu erfüllen: er hat in die Botschaft, welche die Agudas Jisroel ihren B.üdern sendet, die Worte „Weohawto lereacho komaucho" mit großen Lettern hineingeschrieben. (Laute Zustimmung.) PalSstinazentrale. Im Auftrag der Palästina-Zentrale berichtet Dr. Ehrmann: •vnr. rmirw vw v'vaw'? npVnna i2'8 nVwvr» Die Palästina-Zentrale für Deutschland ist zugleich die Allgemeine Palästina- Zentrale der Gesamtaguda geworden, eine Ehrenstelle, die Pflichten auferlegt. Muß man naturgemäß den Zionismus bekämpfen, so will man damit nicht Erez Jisroel mit bekämpfen. „Seid gelassen," rief uns die Kenessio Gedaulo zu, ynn ü’ain» i\t Die beste Bekämpfung des Zionismus ist starke, unablässige, praktische Arbeit in und für Erez Jisroel. Der Keren hajischuw, der bis jetzt Lstr. 2000 besitzt, hat seit der Kenessio Gedaulo 200 Dunam a 916 Quadratmeter Land in Erez Jisroel gekauft. Unsere stille, emsige Arbeit hat Erfolge daselbst gehabt, und man rechnet mit der Agudas Jisroel als einem Faktor. Wir haben ei.i Heim für orthodore Au.im in Jerusalem geschaffen und eines in Jaffa. Mit Hilfe unseres Keren Schmitto haben wir angefangen, in diesem Schmitto-2ahr, wo unsere orihodoren Landsleute in Erez Jisroel den Boden feiern lassen müssen, Häuser in Erez Jisroel zu bauen: von allen Ländern wird zum Bau der Newee Jisroel beigetragen. Land erwerben kann du.ch uns jetzt lsdes Aguda-Mitglied, auch Mmderbemil e te. Für Lstr. 1 bis 2 kann ein Dunam Boden erworben werden. Der Besuch Erez Jisroels durch den Gerer Rcbbe mit 32 Industriellen gilt nicht in letzler Reihe auch diesem Zweck. Große Grundstücke in Bene Berak sollen nach Ablauf des Schmitto-Jahres bea bei et werden. Sir Herbert Samuel f agte den Referenten nach den bisherigen Leistungen der Agudas Jisroel für Erez Jisroel. Dieser zeigte auf die jüoischen Häuser ringsum; die Erbauer würden sich, lebten sie noch, ausnahmslos zur Agudas Jisroel bekennen. Aber zersplittert, nicht gemeinsam, haben die Alten gebaut, und nun hat Agudas Jisroel die organisatorische Vercinigung der frommen, für Erez Jisroel sinnenden und wirkenden Jehudim aus der D'aspora geschaffen. Die einzige einschränkende Bedingung sei: nichts, was der Keduschas hoorez widerstrebt, da f geschehen. Für Schulen hat die Pa'ästina-Zen'.rale Lstr. 1500 ausgegeben, und in Petlach Tikwa hat sie eine kleine Schule mit 4 Klassen. Vor drei Tagen kam von einem unserer Jerusalemer rabbinischen Freunde, der alle vier Klassen in Pethach Tikwa geprüft hat, ein rückhaltlos lobender Bericht. Eine Grundaufgabe der Agudo ist die Versorgung der Kolonien in Erez Jisroel mit jüdischen Institutionen. Es gibt viele Kwuzaus ohne Schochet, ohne Bes haknefes, ohne Mikwe. Sorgt dafür nicht die Agudo — andere Organisationen tun es nicht. Erwähnt w'rd noch als rührendes Zeichen brüderlicher Gesinnung, daß Erez Jisroel aufgrund von Aufrufen im anudstschen Kaul Jisroel 160 Dollars für das H.lfswerk zugunsten Deutschlands gesammelt und gesandt hat. Dr. Ehrmann schlägt vor. nach dem Beispiel der' Slovakei so le jedes Agudomitglied ein Käufer nefesch von einer Goldmark pro Familienmitglied zu Hausbauten während des Schmittoiahres in den Keren Schm'.tto zahlen. Zum 18. März ist eine Gesellschaftsreise nach Erez Jisroel geplant und eine zweite bald nach Pesach. Je nach Zahl der Tei'nehmer w'rd bis 15«/» Ermäßigung der Reisekosten gewährt. Trotz schwieriger Verhältnisse hat die deu'sche Agudo Vorbildl'ches geleistet. Nächst Frankfurt we den die Jugendgruppen von Nürnberg, Halbe:stadt, Hamburg, Berlin, besonders rühm'ich hervorgehoben. Mit dem freudig aufgenommenen Wunsche schließt Referent: abvii' aiön run •pr? Jugendorganisation. Der Jugendorganisation, so führt alsdann Leo Munt-Eöln aus. ist es gelungen, zwei Bezirke (Sachsen und Ems^and) mit je einem Sekretär zu besehen, der Gemoro mit Meforschim lehrt und (in Emsland) sogar Religionsunterricht an lehrerlosen Orten und so das tjd nns *j*na überfefct in nivanrm pa-Man versuche, nun auch für Unterfranken einen Lehrer zu gewinnen, was auf Schwierigkeiten stoße. Eine Presse-Zentrale unter Sigmund Steins Leitung fasse kurz zusammen, was an Ereignissen zu melden ist. Der Not an Ritualien hat man abzuhelfen versucht durch Beschaffung von Arba Minim; mit der Freien Vereinigung zusammen sind Mazzos bestellt worden. Ferner hat die Jugendorganisation 2000 Tefilos angeschaft. Mit dem Osten wird verhandelt über den An-

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