Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 65 (1924)
- Issue
- Heft 7 (14.2.1924)
- Date
- 1924-02-14
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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Seite 14 Nr 7 Der Israelit zu kümmern, wie es bei den östlichen Landesorganisa ionen erforderlich ist, also um Sch?chito, Mikwoaus, Religionöunter icht, Ritua ien, U.rtcrstützung notleidender Geme nden und Ku tusbeamten, so liegt das daran, daß unsere Schwesternorganisationen sich di sen Aufgaben widmen, wie auch der Vertretung der O thodorie bei den Regierungen. Zusammenfasscnd stellt Referent fest, daß ihn die Aufgabe der Berich'e.stattung in Verlegenheit setzen muß. weil über besondere Tä.igteitsgebiete nichts zu sagen ist. Es gelte vielmehr, Hauptamt 'che Kräfte zu gewinnen, worauf die Aufmerksamkeit sich weiter besonders zu richten habe. (Fortsetzung folgt.) Beschlüsse des HslbrrstadLer Delegi r cri ages: 1. Der G. V. V. soll unter Mithi se des Landes-Rabb. Rats an alle in Betr ch kommenden Kreise (Gemeinden, Vereine, auch evtl, einzelne) einen Fragebogen hinausgeben, ob 1. außer dem schulmäßigen Religionsunterricht Talmud Tauroh vorhanden ist: 2. wenn nicht, ob geeignete Kräfte am Or'e sind, die Talmud Tauroh - Unterricht leisten können. 3. Der Gruppenverband stellt Mite! bereit, zur Unterstützung von Talmud Tauroh. 2. Der Delegiertentag begrüßt den von der Keren Hatauro-Zentrale gemach en Vorschlag, nach weichem zu Purim eine größere Ak ion für den Keren Hatauro durchzuführen ist und fordert alle Ortsgruppen auf, sofort die Vorarbeiten zu beginnen. 3. Der Gruppenverband möge Schri te bei Regierungsstelle un ernehmen, um die b.bli ch-talmudischen Lchrp an-Teiie aufblüi,e::- der jüdischer Höhe.en Schuten siche z ste. en. 4. Die Palästina-Zentrale der A. I. beantragt zufolge der Anregung der hiesigen Iugendgruppen die Propagierung eines Käufer Refesch von 50 und für jedes Famjl.enmitglied, zwecks Beschäftigung der Landarbeiter im Schmittojahre. 5. Der Delegiertentag fordert die deutschen Agudisten auf, in jeder Ortsgruppe die Mittel zum Vodenkauf in E. I. für den Keren Hajischuw zu sammeln, und die Gründung einer agudistischen Siedlung der deutschen Landesorganisation zu ermöglichen. 6. Der Delegiertentag bedauert die G ündung des Achdus aufs tiefste, weil sie tir Eleichwertung der Reologie mit der Orthodoxie zu stärken geeignet ist: weil sie, angesichts der vorhandenen, bewähr en gesetzest euen Organisationen überflüssig ist: roei. si. scharfe Kämpfe innerhalb der deu scheu gesetzestreuen Iudenheit en fesseln und die Aussicht auf friedliche gemci.rsame A.bri. aller Gesetzestreuen auf lange Zeit zerstören kann. Der Delegiertentag ruft alle gesetzestreuen B.üder zur Einheit auf dem Dover, der Tauroh auf und streckt ihnen allen die Bruderhand entgegen, auf daß sie der. Weg zur einträchtigen Arbeit finden. 7. Der Delegier!entag stellt vor der jüdischen Oeffentlichkeit Deutsch ands mit a lem Rach druck fest, daß sowohl nach dem Zenira.- statut wie nach ' dem Landesstaiut der Agudas Iisroel allen Gesetzesireuen der Eintritt in die Agudas Iisroel wie auch der Eintritt in die leitenden Organe de. deutschen Agudo offensteht. 6. Es möge eine Kommission braus.'ragt werden, einen Organisa ionsplan für den G. V. in Deutschland auszuarbei.cn, der ganz speziell die Täiigkll der Iugendorganisa ion mit in den Nahmen der gesamten Tätigkeit, veraniwortlich heranzieht. Es möge ferner die Tätigkeit des G. V. V. dezentralisiert werden, sodaß in Habestadt die geistige Zen rale und di» Finanzverwaltung b.eibt, die einzelnen Arbci.sgebiete jedoch von den einzelnen Arbeitsgruppen bearbeitet werden. Diese Arbeitsgruppen sind durch ihren Vorsitzenden im Vo.stand des E. V. V. zu vertreten. Delegiertentag der Landesorganisation der Agudas Iisroel in der Schweiz Am 18. und 19. Schwat fand der Deleaierientag der Laudosrr anisa ion de.' Agudas Iisroel im Zen ra.Hof Baden stat'. Samt iche Or's- und I.gendg uppen hben Delegierte entsende'. Der G. A. wurde durch Dr. Ehrmann vertreten. Präses de.' Schwe zer Lundesorganisauon, Herr Rosenzweig, erösfnete die Versammlung und ersta teie den Tätigte tebe icht für das ve flossene 3a r. H erauf wurde Herr Fröhlich einstimmig zum Präsiden en der Tagung gewähl. Es folgte hernsch die Ersta tung der Be 'ch e der e nzelnen Ressorts. Herr Josef Ro sch Id referierte in seinem Kassabe.icht über die verfch ebenen Sammlungen. U.ber die Palästinazen ra e und deren versch e: ene Ressorts ber ch ete Herr Josef Erlanger-L zem. Ucbe. die Lage der Juden in der Schweiz und Palästina h ell ein ausführ iches Referat Her. Ch. I. Eiß. Urb r die allgeme ne Lage der Aguda, sowie über d e Tä igkeit der Zen rale in Wien spr ch Dr. Ehrmann. Mi gl ed des G. A. Herr Eiß gab einen Bericht über den Kr egswa senfonds der Agudas Iisroel in der Schweiz. In der sch nun en w ckrlnden General ebatte w.rde über alle Geb e e der Tätigkeit der Agudas Iisroel, besonders über d e Arbeiten der Paläst'.nazen ra'.e und des Keren Hata '.roh ausführlich beraten. Nach der Gene a debatte wurden die Der ch e unter Verdankung zur Kenntnis genommen. Die gefaß'en Beschlüsse und die genauen Festsetzungen der zukünfügen Tätigkeit zeugen von einem arbeitsreichen und sein Ziel erfüllenden Delegier entag. Bei den vorgenommenen Wahlen wurde auf allgemeinen Wunsch Herr Rosenzweig neuerdings zum Präsidenten der Landesorganisation gewählt. Die Jeschiwo-Aktion des Sanoker Raw Wie aus Lublin gemeldet wird, geht der Gedanke der in Lublin zu errichtenden Weltjeschiwo mit raschen Schritten seiner Verwirklichung entgegen. Der Jni iator des Unternehmens ist, wie schon berichtet, Oberraddiner S ch a p i r o aus Sanok und dank seiner Energie und Kraft ist die Sache bereits soweit fortgesch iiten, daß man im Frühjahr, s. G. w., mit dem Bau wird anfangen können. Das Grundstück ist ein Geschenk des Herrn Eichelbaum in Lublin und ern ande er Thorafreund, Herr Silber, lieferte eine halbe Million Bausteine als erste Zuwendung. Andere Philantropen stifteten Holz und anderes Baumaterial, vährend sich Herr Silber noch außerdem verpflichtete, 10 Jünger der Jeschiwa aus seine Rechnung zu unterhalten. An einer weiteren kräftigen Mitwirkung der oli.ifchen Orthodoxie zweifelt Rabbi Schapiro kernen Augenblick. Er ist dessen sicher, daß die ganzen Baukosten in Lublin selbst aufgebracht werden, während die on auswärts und vom Auslande kommenden Gelder rls ei'erner Fonds gelten sol en. Die Delegation nach Ame ita für diesen speziellen Zweck wird am 15. Schwat ihre Reise antre en. Die geistige Leitung der Jeschiwo ibernimmt, wir schon bekannt, der Sanoker Raw, der zu irsem Zwecke nach Lublin übersiedelt, in Gemeinschaft it dem Lubli.er Oberrabbi rer Rabbi Klatzkin. Aus der Bewegung. Wien. (A. I. P. B.) Die Einziehung der Kopsteuer für das Jahr 5634, welche laut Beschluß der Kenessio Erdaulo in der Höhe von 1 Shilling von allen Mltglirdern an die Zentralkasse abzUjühren ist, hat mit Erfolg in allen Ländern begonnen. Dan ig. (A. I. P. B.) Durch die größere Zuwanderung orthodoxer Elemente nach Danzig wurde dir Notwendigkeit der Schaffung eines orthodoxen Rablinates aktuell. Die Stelle wurde durch Rabbiner I. N. Segalouit'ch, Sohn des verstorbenen la'.gjährizen Wilnaer Rabbiner Chain Segalowit'ch besetzt. Lrdz. (A.J.P.B.) Der L dzcr K eiftch llrat hat i: Ges'che der Orgall a ionen Schlome Enu.e Iisroel und Misrachi um Konzessionen' zwecks Erö fuung von. Privatsch ulen ab gelehnt und oefchlo,sen, die jüdischen Elternkreise a fzu oroe.n, ihre Ki-roer i.r die atlgeme.'nrn Schulen zu schicken. Warschau. (A. I. P. B.) In Warschau wurde ein Verlag unter dem Titel „Agudas Iisroel" gegründet, der die Pflege und Verürei.ung der orthodoxen Li.eratur 14t FebrüK 1824 zum Ziele hat. Im genannten Verlage ist bereits „Gemara Schabbos" in einer Prachtausgabe erschienen. Warschau, 13. Jan. Das' Zentralkomitee de?° Agudas Iisroel in Polen erläßt einen flamminden Aufruf an alle Fabrikanten und sonstigen. Arbeitgeber, bei der Anst'klung von Arbri ern und Arbeitsei gedungen dir jndi'chen Arbeiter und Handwerker, die den-Sabbat nicht entweihen und darum o,t mit ihren Familien der größ'en Not ausgeseht sind, unter allen Umständen zu berücksich igen und zu beoorzugen. Wien. (A. I. P. B.) In Wien wurde eine Erpositur zur Verbreitung und Förderung der orthodoren Literatur und Presse geg üudet. Die Erpositur übernimmt Abonnene itzeich mngen ,ür säitiche orthodoxe jüdische Zeit ng n der Welt sowie Subs.riptionen auf das demnächst e.scheinende Werk des Baal Chofez Chaftm entgegen. Chifinau. (A. I. P. B.) Der Aufruf für den „Keren Hathora" hat im ganzen Lande einen lauten Wi e-hatl gefunden. Ober soll:er Senator Zicelsohn, hat sich an dir Siihe eines Komitees gestellt,- welches bereits große Erfolge, feiner Arbeit aufzuweisen hat. Colmar. (A. I. P. V.) Während der Chanuka» woche sind für den „Keren Haihora" größerer Zuwendungen gemacht wo.den. Die Vorbereitungen um ein ständiges Komitee für die Arbeit des „Keren Hathora" in ganz Frankreich zu bilden, werden unter Lci.ung des Gmndrablln W.üll, Colmar, fortgesetzt. G-oßwardein. (A.J.P.B.) Am 3. Tebeth fand hier dir Landes'ersammlung der siebenbürgifcheN orthodoxen Repräientanz unter Vorsitz des Präji^ e.ten Ooerrab.i.er U.l nann Bistitz statt. Alle Raöbirer größerer Gemcinden, sowie ca. 210 Delegierten aus dem ganzen Lande nahmen an der Versammlung teil. Die Regierung entsandte Staatssekretär Jonescu, der als ehema.izer Sek ion.chef im ungarischen Kultusmi..ifterium die Verhältnisse im Lande genau kennt. Nach der Begrüßung der Delegierten, sowie des Regierungsvertreters erstattete der Präses den Bericht über die bisherige Tä.igkeit der Landeskanzlei. Dieselbe mußte sich daraus beschränken, die Aufrechterhaltung der übernommenen orthodoxen Organifaiim zu erstreben und aus dem Gebiete der Schulverordnung diejenigen Maßnahmen durchzu,ühren, die das jüdische Schulwesen zur seine besonderen Aufgaben nötig hat. Jir letztem Belange ist vorläu,ig nichts erreicht worden und es wird die Ausgabe der neugewählten Leitung sein, die Anstrengungen in dieser R.chtung hin . fortzusetzen. l Nachdem Staatssekretär Jonescudie Anwesenden im Namen der Regierung begrüßt hatte, teilte erden Wunsch der Regierung mit, an die Stelle des Präsidenten der Landeskanzlei einen nicht amts führenden Rabbiner zu wählen, damit derselbe unbehindert die weitverzweigten Geschäfte der Kanzlei leiten können. In einer mehrtägigeil Beratung wurdei: die Aufgaben der Landeskanzlei gründlich besprochen. Rach einer Aussprache des Oberraboiners Krauß Nagy Naroly, die sich mit den Ausgaben der Orthodoxie beschäftigte und die eine große Wirkung .auf die Delegierten ausübte, wurde Oberrabliner Ull.nann neuerdings zum Präses der Landeskanzlei gewählt. Der Gewählte erklärte, fein Amt solange auszuüben, bis sich eine geergnete jüngere Kra,t gesunden haben wird, die sich ganz der Leitung der Geschä.te widmen kann. Oradea-Mare (Ruinänien). Vergangene Woche brachte ein hior seit kurzer Zeit erscheinendes Blatt die Meldung, es seien in die orthodoxe Kultusgemeinde in Oradea-Mare 70 Misrachisten gewählt worden; als ob in dieser Kehillo ernstlich 70 orthodoxe Juden wären, dis auf ihr Gewissen nähmen, sich öffentlich mit dem Religionsgesetz durch Zahlung des Schekels in Widerspruch zu setzen. * Uebrigens ist es allgemein bekannt, daß in diesem Falle eine geschlossene Wahlenthaltung sämtlicher agudistisch orientierten Juden dieser Gemeinde rorlag. Mit umso größerer Befriedigung geben wir'.der Nachricht Raum, die von einer erneuten Anspannung aller Kräfte unse.er Gefinnungszerofsen in Oradeä-Mare zu berichten weiß. Bei einer kürzlich unter dem Vorsitze des Herrn St.asser einbe:u,enen Besprechung der dorkrgen J'.igendgruppe wurden nicht weniger als 40 - neue Mitglieder ausgenommen/ eine Zahl, die sich im Lause dieser Woche durch schriftliche Anmeldungen bereits verdoppelt hat. Mehrere Schiurim wurden eingerichtet und-Herr Sternbcrg spendete 10.000 Lei für die Aguda-Kolonie in Bnei Brak. Für den 23. Schwat wurde vomder dortigen Orts- und Jugendgruppe ein. Massenmeeting emberusen, das zu den laufenden Angll'egenheiiey," wie auch zu den wichtigsten Aufgaben, dis der Agudabevorstehen, Stellung nehmen wird. Es ist. auch r psychologisch bedeutsam, daß diese fälschlich als „Misrachisten"^ bezeichneten Herren unter Bezug auf die'Beschlüsse der Kenessio Gedaulo zu einem Bankett eingeladen wurden, dessen nroralifcher Erfolg eine Palästinareise.unter.^Süh» rnng unseres Gesimungsgenossen, des allseits -verehrten Oberraboiners Fuchs irt. Großwardein sein soll. Die Herren wollen aktive Palästinaarbeit im Geiste der Thora, so wie sie von der Kenessio Eedaulo.f festgesetzt wurde, leisten, und niemand wird froher sein als; die Leitung der Aguda, diese als zielbewüßte Mitarbeiter in ihren Reihen anfnehmen zu können- Zu groß r sind ^ast die Ausgaben, die der Erfüllung durch; särntliche Agudisten der Welt harren; jedes einzelne Ressoftfr des Keren Hatauroh, des Keren Hafischuw, des Wrenf 'Erez Iisroel ufw. muß neue Kräfte heranziehen, daniit der Name Agudas Iisroel, als Verbandallerft die sich Macht ihres Gesetzes treu des Ehrentitels -Iisroelerfreuen dürfen, voll und ganz zum Ausklängll gelänge.