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Der Israelit · 1924-02-14 · Heft 7 (14.2.1924) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
65 (1924)
Issue
Heft 7 (14.2.1924)
Date
1924-02-14
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 7 Seite 13 ÄV Februrrs1924 ÄirrMuckar Jisroel in vemrchlaml. Delegiertentag bm Agudas Jisroel-Ortsgruppen in Deutschland. h .J'i Halverstadt, 10. Febr. ' Die'Versammlung ist stark besucht. Der Vorsitzende des. Gruppenverbands, Herr Rabbiner Dr. Auerbachs verweist auf . den nachhaltigen Volleindruck der Kenessio Gedaulo, unter dem alle Amvesenden sich heute zusammenf.nden. Die fei.dem verstrichene Zeit ist noch zu kurz, als daß - mam schon die Frage beantworten könnte,! welchh.'gkeifbaren- Erfolge die Kenessio Gedaulo gebrecht hat. Das aber haben wir als Erlebnis mitgenommen-: die wie selbstverständliche Zusammenarbeit der Rechaukim, das schnelle ErnandLrvetstehen, das man nie zu erhoffen gewagt hat, derer, die diemin als gemeinsamen Boden Haben. Das ist ein erkennbarer Fort- :-schritt. Das ist eine Tatsache von großer Mccht, die auch.außerhalb unserer kreise und äußerhalb des Judentums anerkannt wurde, als .Macht, der Wahrheit. Gottes Segen hat die Kenessio zu diesem großen Erfolge geführt. Gleich unseren Schwesterverbänden in den anderen Landern gehen nun auch wir im deutschen Gruppenuerband daran, das P.ovisorium abzuldgen und das Haus zu bauen, in dem ein iöder 'Eintritt finden kann und, wenn es nach unsgeht, auch finden soll, der der Tauro ihre Wiedereinsetzung' an ihre frühere Stelle wünscht; alle Krauwim und alle Rechaukim sehnen wir herbei. — Vor zehn Jahren wurde hier der deutsche Gruppenverband konstituiert. Manche vpn ihnen, die damals mitgearbeitet haben, fehlen in unserem- Kreise; das Grau des Alters senkte sich auf manches Haupt, und Jugendliche, die! Mir immer gern schauen, sind zu Männern gereift. Die Lücken sind ausgefüllt, die Jugendlichen. arbeiten mit uns. Eine große Heerschar für Milchamaus Haschem ist hier vertreten, und viele Abwesende schauen zu uns hin. Das alte, .liebe. Programm' der- Agudas Jisroel fordert die Lösung der Eegenwartsaufgaben im Geiste der Thora. Zu jeder Stunde,, an jedem Tage treten'solche Fragen an uns heran. Daß verschiedene Meinungen je nach Anschauungen und . Milieu, denen der Einzelne entstammt, verschieden sind, ist jüdischer Erfahrung nichts Fremdes. /MM tr*iK L-i-y cppoiyw mi n« Wo es sich um grundlegende Fragen handelt, da, muß: 'die Ehrlichkeit der Meinungen auf- ' einaüderplatzen. Gehen sie, Vater und Sohn, Lehrer und Schüler, auseinander, HMM v^n n dann lieben sie einander per- .7sÄnlich umsomehr. Das ist die Größe bernpVn» Sowollen wir unsere Verhandlungen Ä ernster; bewegter Stunde. So begrüßen w r die / illustren Vertreter des Geschäftsausschusses .der- Eesamt-Aguda, unsere Kollegen vom Verbandsvorstand, die Herren. Delegierten, danken ihntzn für die Mühe, die Bereitschaft, mit der W'M.VMr ‘3di' besonderer Not und gehäufter jj Arbeit in ' unserem Lande in großer Zahl den:We^ hierhergenommen haben. Werde das ' Werk ausgeführt, werde unser Haus fest gefügt. i '.M -.NVMS2rwrw NIVKV m*v '.1' . wjnrpbx 'n an vn (Beifall.) : ... v Zü Vorsitzenden der Versammlung werden RaMiner Dr. Auerbach, Julius Holländer und h M MMr iHIldesheimer gewählt. — Das erste -tW§evat hält namens des G. A. der Eefamt- / ägUda Rabbiner Dr. Pinchas Kohn, mi. tMästdeklatschen begrüßt. Er betrachtet es als HOeföWrs änöenehme Ehrenpflicht, dem Dele- '>-ÄWüas'HBercht / über die bisherigen Früchte der-Kenessio Gedaulo zu erstatten. Außer einer iFülle-Heher Aufgaben ist kaum „Neues" zu 'betdchM.- Denn daß in der Tauroh-Veranke- Der Israelit -rung man einander sucht und zueinander strebt, ist nicht neu: neu ist auch nicht, daß man einander gefunden hat. Auf der Kenessio Gedaulo ist es allen sonnenk.ar geworden, daß die Agudas Jisroel nicht nur für uns, die in der Tauroh das A und O ihres Lebens sehen, geschaffen wurde; sondern Agudas Jisroel hat die Aufgabe für alle zu leisten und den Tag herbeizuführen, an dem Israel darin geeint ist. Das Ziel ist weit gesteckt. Im einzelnen kann nachgewiesen werden, daß dem Ziel etappenweise zugestrebt ist und daß einzelne Etappen erreicht sind. — Das Büro in Wien ist erweitert; hauptamtlich sind mehrere Herren angestellt. Mit Recht ist uns früher vorgeworfen worden, daß wir die Mitglieder zu wenig auf dem Laufenden halten. Wir hielten es stets für gut, von werdenden Dingen möglichst wenig zu sagen und uns der erreichten Dinge wenig zu rühmen rD^wxn. Durch Dr. Ehrmanns Verdienst ist ein Presseblatt, A. I. P.-Z. en standen. MitGenugiuung kann festgestellt werden, daß ein großer Teil der jüdischen Presse, teils mit, tei.s ohne Quellenangabe, unsere Mitteilung abdruckt. Cs geht ferner von uns ein -Monatsbericht aus, und vertraulich an lebende Persönlichkeiten wird auch über werdende Dinge berichtet. Wir haben die wichtigen Resolutionen der Kenessio Eedaulo dahin lanciert, an deren Adresse sie gerichtet waren und wo die Agudo das Anrecht hat. gehört zu werden. Wir kamen damit nach Amerika, nach Genf und Paris und werden auch nun in London sehen, was unter den veränderten politischen Verhältnissen zu tun oder zu lassen ist. — Unser Kreis hat sich durch Dr. Ehrmann auf Sephardim erweitert,, deren Oberhaupt den ihm nahestehenden Bereich für uns gewonnen hat. Weiter wird versucht, eine Sichtung der leider zerrissenen Verhältnisse in Erez Jisroel vorzunehmen, und der jüngsten Delegation nach Erez Jisroel, nämlich dem Gerrer, dem Sokolower Rebbe und dem Bendiner Raw offiziell die formelle Bitte vorgetragen, die Differenzen möglichst zum Austrag zu bringen. Unterredungen haben bereits darüber in Jerusalem stattgefunden, deren Resultat abzuwarten ist. Der Keren Hatauro hat sich konstituiert. In Wien ist die Zentralstelle, die Vertrauen verdient. Dr. Deutschländer wird noch berichten. Der Keren Hatauro wird, so hoffen wir, die Stelle sein, an der sich alles unter die Fahne der Tauro^stellt. Politisch sei zweierlei erwähnt: die in Wien waren, wissen, daß Einstimmigkeit darüber herrscht, einen Kampf nach rechts kann es für uns nicht geben. Das heiße Werben um die Kreise, die noch nicht zu uns gehören, ist fortgesetzt worden, und von verschwindenden Ausnahmen' abgesehen, gibt es kein „Rechts" mehr von uns; und hinsichtlich dieser Ausnahmen können wir nicht locker lassen, denn sie alle, die rechts noch stehen, tragen mit uns die Verantwortung. Ungarn ist formal und korporativ angeschloffen. Das ist ein Schiit von weitgehender Bedeutung, er muß mit dezentem Takt fortgesetzt werden. In Ungarn gab es noch bis vor 14 Tagen dieferhalb Schwierigkeiten; sie sind ausgeglichen. Wer die Entwicklung der letzten zwölf Jahre kennt, weiß dieses Resultat zu würdigen. — Ferner sei als Symp'om das Folgende erwähnt: Unsere Freunde in Polen, die an Zahl und starkem Wollen und als festgefügte Organisation am stärksten sind, haben auf ihrer jüngst abgehaltenen Delegierten- Versammlung das religionszenirischs Wollen auch inbezug auf die Pokitik be'aht. Man weiß in Polen, es gibt einen großen Kreis, der zur Welt nur spricht im Namen Gottes und unserer eiligen Tauroh.' Die Wirkung dieser Feststellung war packend; Greise und Jünglinge 'mben geweint in höchster Freude über das G'chus. dessen die polnische Orthodoxie tcilhaft wurde. So hoffen wir, überall den Weg zu sonniger Klarheit zu finden. (Beifall.) Rosenheim: Rabbiner Dr. Kohn vergaß, weil er seinem. Ursprung gemäß se.ber 311 Deutschland gehört, Ihnen den Gruß der Eesamtaguda zu bringen. Wir hatten das Empfinden, daß die deutsche Landesdelegation nicht, immer ganz zufrieden war mit der Rolle, die sie auf der Kenessio Gedaulo gehabt. Es war dies nicht nur ein Empfinden, sondern wir erhielten darüber auch ein Schriftstück, das der Unzufriedenheit in liebenswürdiger, verbindlich-parlamentarischer Form Ausdruck gab. Die Stellung der deutschen Aguda ist charakteristisch; sie ist ein Veilchen, das im Verborgenen blüht und dessen Duft das Ganze einhüllt. So war es möglich, daß Deutschland zurücktrat vor der Fülle der Tauroh-Jntelligenz und der Fülle von Vertretern des Ostens. Aber es ist zu konstatieren, daß die führenden Männer im Osten ein ganz anderes Verständnis für die eigenartige Stellung der deutschen Orthodo.rie einnimmt als früher. Der wohlgepflegte Bart und der kurze Rock begegnen zwar noch einem gewissen Mißtrauen: aber die Gedaulim des Ostens haben un-. endlich oft in und nach der Kenessio Gedaulo einen gewaltigen Respekt vor der deutschen Orthodoxie geäußert, die, von Wasserfluten umgeben, die ganze Glut von Jiras Schomajim bewahrt und erhalten hat. Einer der Größten Polens hat bei Anwesenheit in einer deutschen Kehillo das große Wort ausgerufen: Wo nimmt man ein San Eden her für Samson Raphael Hirsch! Die Würdigung, die die deutsche Orthodoxie im Osten errungen hat, kann uns stolz machen. Aber Noblesse oblige. Auch wir müssen ein noch größeres Verständnis gewinnen für die seelische Struktur des Ostens, müssen noch vielfach kämpfen gegen die Reste von Assimilation bei uns, kämpfen um das, was jedem Kinde des Ostens schon in die Wiege gelegt wird. Und inmitten der Agudas Jisroel müssen wir die Brücke bilden zwischen Osten und Westen, und Mar selbst mit Opfern, die dem einen oderandern von uns zu weitgehend erscheinen. — Daß auch dieser DelegierLentag sich bewußt ist. ein Glied im großen Organismus zu sein, an dessen Spitze der Mauazes Chachme hatauro steht, das ist der Wunsch, mit dem ich dem deutschen Delegiertentag namens des G. A. den Gruß zurufe. (Anhaltender Beifall.) Namens des Vororts des Gruppenverbands berichtet der Vorsitzende. Cr sieht davon ab, die in den verflossenen zwei Jahren - erledigte Fülle von Kleinarbeit aufzuzählen, die naturgemäß sich in einer Landeszentrale sammelt. Vergeblich waren bisher die Bemühungen, für längere Zeitdauer einen hauptamtlichen Generalsekretär zu gewinnen. Wohl haben vorübergehend nacheinander drei Herren, teilweise mit recht erfreulichem Erfolg, den Ortsgruppenbesuch ausgenommen, und besonders Herr Rabbiner Dr. Baßfreund hat in den Monaten vor der Kenessio Gedaulo die gründliche Reorganisierung einer Anzahl von Gruppen mit dankenswerter Hingabe und Mühe erreicht, bis er sein neues Rabbinat übernahm. An Aktionen aus dem letz len Jahr wurde das große Hilfswerk für unsere Hungernden in Sowjet-Rußland und der Akraine erwähnt und die Vermittlungsarbeiten zwecks Durchführung des wunderbaren, großen Liebeswerkes der Wiener Aguda, die mehr als 200 Kinder aus Deutschland sechs bis acht Wochen lang zuerst in Familien in Wien, im Burgenlande und an der Adria unterbrachte, dann in einem Kinderheim zu Baden bet Wien, und die rund achtzigtausend Lebensmittelpakeie an diejenigen Adressen in Deutschland sandte, welche in der Hauptsache von uns zusammengestellt waren unter bereitwilliger Mithilfe einer großen Zahl deutscher Rabbiner und Lehrer. Das schon historisch gewordene innige Verhältnis des Gruppenverbands mit der Freren Vereinigung und dem mit uns durch Personalunion verbundenen Bunde gesetzestreuer Gemeinden besteht in gleicher Vrüderlichkcit fort und hat sich jüngst erst in einer Frankfurter Konferenz praktisch wieder ausgeroirkt. Die Arbeitsteilung ist erneut verabredet worden. Und wenn wir der Notwendigkeit enthoben sind, uns um die eigentlichen Kehillo-Institutionen in Deutschland

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