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Der Israelit · 1924-02-14 · Heft 7 (14.2.1924) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
65 (1924)
Issue
Heft 7 (14.2.1924)
Date
1924-02-14
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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iDKie 6 Rr. 7 Der Israelit 14. Februar 1924 sämtlich in dem Sinne ihrer Ellern herangewachsen. und sie und seine Schwieaerkinder haben wahrhaft jüdische Häuser gegründet. Wir nennen von ihnen nur das älteste der Kinder: Herrn Prof. Dr. E. Mittwoch, ordentl. Professor der oriental. Sprachen in Berlin. Der Friedhof der Adas; Jizroel hat seit langer Zeit nicht eine so stattliche Trauerversammlung gesehen, wie am nachmittag des tnv n"-i?, an dem der Heimgegangene, bis zu seinem letzten Schlafe merkwürdig Lebendige zu ewiger Ruhe bestattet wurde. Herr Rand. Dr. Munk beschränkte sich angesichts des herannahenden rrn auf wenige Worts, dir Bezug nahmen auf exegetische Bemerkungen des H:i ngegange:en. Im Hause sprach alsdann Herr Nabb. Dr. H. Weyl (Düsseldorf), der Schwager des Verstorbenen, tief ergreifende Worte der Würdigung und des Aö'chieds von dem brüderlichen Freunde, der,' obwohl im Grenzenalter verschieden, doch durch seinen jähen Heimgang eine schwer zu tragende Wunde seiner Familie, besonders der durch ein halbes Jahrhundert mit ihm verbunden gewesenen Gattin geschlagen hat. Und doch! Angesichts dieses durchnp’cunma aus seinem trauten Kreise entrück.en Frommen mag wohl manchem seiner Freunde das Wort des heionischen Sehers durch ben Sinn gezogen fein: •n‘ax3n i im»3 wins mm v'iv' mn 'vvo man Wlirzburg, 6. Febr. Einer unserer Besten ist von uns gegangen. Am Erev Rosch chodesch Adar haben wir den Lehrer a. D. Abraham Frank zu Grabe getragen. Ein echt jüdisches Lehrerleben hat damit seinen Abschluß gefunden. Hochbetagt mutzte er vor einigen Monaten das Israelitische Krankenhaus in Würzburg aufsuchen; dort ist er seinen Leiden erlegen. Die Beisetzung erfolgte aus dem uralten Zentralsriedhos in Rödelsee bei Kitzingen. In Nödelsee hatte Frank 42 Jahre lang als Lehrer amtiert. Fast als letz.er Jude verliest F.ank dis ihm liebgewordene Stätte, auf die er 1869 nach seinem Seminaraustritt berufen wurde, 1910 siedelte der Emeritierte nach Würzburg über. Wie er in Rödelsee tatsächlich nur für Thora, Abodah und Gemiluth chesed gelebt und gewirkt hatte, so setzte der Greis in Würzburg es fort. Jung und Alt scharte er um sich zum „Lernen", in der Chebrah Kadischah war er eines der eifrigsten aktiven Mitglieder; ja, selbst dem Derein-leben opferte er noch Kraft und Zeit, indem er nach dem Tode Dr. Braunschweigers k-m das verantwortungsvolle und arbeitsreiche Amt des Kassiers im „Israelitischen Lehrerverein für Bayern" übernahm. Gar vieles und schweres muhte er in Leben ertragen. Die treue Gattin wurde ihm noch in Rödelsee vom Tode weggcrafft. Ein hoffnungsvoller Sohn, Dr. med. und Augenarzt, dabei echter, frommer Jehudi, erlag vor einem Jahr einem tückischen Leiden. Aber Franks Eottoertrauen und ech'e F ömmigccit überwand alle Anfechtungeil. Mit Recht tonnte Herr Rabb. Dr. Hanover bei der Ueberführung, an der sich eiie selten grotze Zahl von Trauernden beteiligte, in gehaltvollen Trauerworten den Lebensgang des Verblichenen mit dem Geschicke Hiobs in Para leie stellen. Herr Hauxtlehrer und Schuedirekior Mandelbaum widmete Worte des Dankes und ehrenden Gedenkens im Namen des Israelitischen Lehreroereins, desgleichen Herr Moritz Riidsloof als Verciisvorstand für dir Chebrah Kadischah. Die Israelitische Lehrerbildungsanstalt Wü.zburg, zu deren ältesten Schülern Frank gehört hatte, war bei der Beerdigung in Rödelsee durch Herrn Seminaroberlehrer Stoll vertreten. Am Grabe entwarf Herr Rabb. Dr. Wohlgemuth-Kitzingen ein Bild von der Lehrertätigkeit des Entschlafenen; Generationen hat er herangebildet, die seiner in Liebe und Treue gedenken und fast alle in Treue und Liebe dem üoer.'ie,e.'ten Väterglauben dienen. Herr Lehrer Bamüerger-Kitzingcn sprach als Nachbarkollege und zeichnete am Bilde Erzvater Abrahams das Bild Abraham Franks. Kultusvorstand H. Engel- Würzburg dankte namens der Würzburger Lernvereine Ez-chajim und Ohave Emcth für die hingebungsvolle Lehrtätigkeit in Würzburg, des Verewigten Wesen und Wirken darstellend an den Geräten des Heiligtums: Schulchan, Menorah, Misbeach. Herr S iebcl-Kitzingcn sprach im Aufträge der Chebrah Kadischah der Stadt und des Bezirkes. Ileber 50 Jahre hindurch hatte Frank jährlich zweimal am Erev Rosch chodesch die Giaubensbrüder in Nödelsee zum Chebrah-Gottesdirnste zusanrmengerusen; auch im Tode noch hat er sie diesmal um sich gesammelt und sie kamen, zahlreicher als je, ihm die letzte Ehre zu erweisen. Möge er nun in lichten Höhen den wahren Lohn empfangen, möge er uns allen ein rechter Fürsprecher an Gottes Thron fein. jraxjn Berlin, 31. Jan. Dieser Tage starb hier der älteste Mauhel kn dem patriarchalischen Alter von 63 Jahren: Abr. Glattberg. Fünfzig Jahre übte der Verstorbene dieses hriiigs Amt ans. Viele Tausende von Kindern nahm er in den Bund Abrahams auf. Ausgestattet mit grotzem Wissen kam er als junger Mann aus dem Osten nach Berlin. Hier war er als Scharchet der Gemeinde 4ö Jahre täiig. Sein grotzes Wissen aus talmudifchem Gebiete, vereint mit allgemeiner Bildung, zeigte sich besonders bei Veröffentlichung zweier großer Sammelwerke über die Beschncidung. In hebräischer und deutscher Sprache behandelte er die Brschneidung von geschichtlichem, kulturgeschichtlichem und religiösem Standpunkte. Dieses Werk bildet noch heute eine Fundgrube für alles Wissenswerte über die Befchneidung. Der Verstorbene genoß, unter den jüdischen sowie nich jüdischen Gelehrten grotzes Ansehen. Gelehrte von Ruf und Äerzte von hohem Ansehen waren seine Mitarbeiter. Bis i:r bvbe Alter hinein beschäftigte er sich mir Thauro und Wi'senschast. Gr. hat das Zeitliche gesegnet, aber seine Verdienste um die jüdisch» Wissenschaft bleiben unsterblich, wie seine Eelehrtenarbeiten ewig bleiben. n"axin Briefkasten. H. R. in H. Ihr Aufsatz gelangt zur Veröffentlichung. Ihren Vorwurf wehren wir mit dem Hinweis daraus ab, dost der erste Artikel an leitender Stelle erschienen ist, der zweite aber in der literarischen Beilage, wo etymologische Auseinandersetzungen am Platze sind. ' M. H. E. Malsch. Verfasser weiß, daß Io Hann Strauß kein Jude ist. Sie nehmen übrigens das Ganze zu tragisch. Autor wollte nur in launigen Wei d mgen die Fülle der zur Zeit am Züricher Kunsthimmel leuchtenden mitteleuropäischen Sterne schildern und nannte dabei in losem Durcheinander jüdische und nichtjüdische Slawen., Der Antisemitismus hätte uns auch dann nichts anhaben können, wenn der Walzer-Strauß ja Jude wäre. M. Kin Gl. Fragliche Fischart gilt hier als koscher. Lehrer E. W. in H. wn ist nur eine b i l dlich e Uebertragung von nai T- Auch den Vers mn Ta rorn hpk ffsam übersetzt mit vn obwohl an dieser Stelle von „entblößtem Haupte" durchaus nicht die Rede fein kann, nvll T bedeutet immer gehobeneHand. d. h. mutiges Verhalten in Gutem, kühnes, freches Auftreten in Bösem. v'vviV 6. 9. gebraucht ainn auch den Ausdruck tzrn -Hz, obwohl hier nur von Thoralernen die Rede ist. Auch die Erklärung des crm na hnp dürste nur bildlich zu verstehen sein. — Sabbat 157 wurde nicht erwähnt, weil auch zahlreiche andere Stellen, die den Gegenstand behandeln, nicht berührt wurden. K. P. in M. Sie schulden bis 1. April 1924 Mk. 160. . S. G. in Straßburg. Ihre Zahlung vom September 1923 deckt Ihr Abonnement bis 1. April 24 und sind noch Frs. 2 zu Ihren Gunsten. W. Droza, London. 10 r-b. eingegangen. Dr. H. in K. Wir sind Ihrer Ansicht, daß es tiefbedauerlich ist, wenn jüdische Zeitungen Heiratsannoncen. die Mi s ch e h e n betreffen und Angestelltengesuche von Firmen, die ostentativ betonen: „Samstag geöffnet", annehmen. Sprechsaal. Partenkirchen, 3. Febr. An die verehrliche Redaktion des „Israelit" in Frankfurt a. M. Zu dem in Rr. 5 des „Israelit" erschienenen Artikel, welcher jüdische Erholungsbedürftige aufsordert, die oberbayrischen Kurplätze zu meiden, halten wir eine Aufklärung für dringend erforderlich. Die von Ihnen gebrachte Warnung verallgemeinert — uu'eres Erachtens unberechtigterweise — ohne zu unterscheiden zwischen antisemitisch verseuchten Plätzen und solchen oberbayrischen Orten, an welchen von Antisemitismus nichts zu merken ist. Während der ganzen Zeit der Jndenhetze haben insbesondere die Plätze Garmisch-Pa tenkirchrn, Tölz und Neichenhall beniesen, daß der Antisemitismus dorten keinen fruchtbaren Boden findet und tatsächlich haben es diese Städte verstanden, di: antisemitische Welle fernzuhalten. Wir, di: wijp nun seit längerer Zeit zur Erhrlmg in Ea"nn'ch-Pa '1enki:ch:n weil:n, haben weder hiersclvst, noch ii der Umgebung irgendeine antisemitische Aeutzerung gehört, ja selbst das sonst so beliebte Hakenkreuz ist hier ebensowenig zu sehen, wie antisemitische Lieder glücklicherweise hier und in der Umgebung nicht zu hören sind. Wenn wir diese Feststellungen persönlich nur in Garmisch-Partenkirchen machten, so haben wir doch das Gleiche auch von den beiden anderen, obengenannte;: Orten gehört. Anders verhält es sich allerdings mit dem Miesbachsr Bezirk, den zu meiden jedem Juden nur empfohlen werden kann. Wir resümieren: Man meide in Bayern, ebenso wie in anderen Ländern antisemitisch verseuchte Ortschaften, jeder Jude mit Ehrgefühl wird selbstverständlich Häuser boykottieren, deren Besitzer judenfeindlich sind, oder in welchen er irgendwelche Belästigungen zu befürchten hat. Man erkläre aber auch in Bayern nicht solche Ortschaften in Acht und Bann, in welchen auch jüdische Kurgäste nicht nur willkommen sind, sondern in welchen, wie in den genannten Plätzen, sie mit der gleichn Höflichkeit und Freundlichkeit von den Einheimischen ausgenommen werden, wie andersgläubige Kurgäste. (Es folgt eine Anzahl Unterschriften dort weilender Kurgäste.) Familiennachrichten. Geburten- Jacob Tayer ein Sohn geboren, Frankfurt a. M.. 30. Jan. Die Landeskanzlei lder orthodoxen Gemeinden der Slovaker ln Bratislava hat der Freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums einen Betrag von Kr. 50.000 zur Verwendung für notleidende Institutionen der deutschen Orthodoxie zur Verfügung gestellt. Breslau, 23. Jan. Der seit 5 ’ Jahren bestehende, weit über die Grenzen Breslaus bekannte Krankenverpflegungs- und Mi janrerein „Ehewratz Gmilntz Chessed Umischan Aweilim, e. B.", hat anläßlich des Ehamischo ofser be schwat seine Mitglieder und Freunde am Sonntag, den 20. Jan. zu einem Familienabend nach den Sälen der Lessingloge eingeladen. Gegen 6.30 Uhr versammelten sich di: Mitglieder und Freunde zu einer Tasse Tee und Gebäck, der von Damen der Gesellschaft gespendet und gereicht wurde. Sehr bald zeigte es sich, daß die großen Räume leider nicht ausreichten, um alle, die dieses Fest mit uns feiern wollein, aufzunehmen. Der Abend, der zu Gunsten der Peffachversorgung verschämter jüdischer Armer und Kranker veranstaltet wurde, nahm einen überaus harmonischen Verlauf und legte Zeugnis ab von der bewährten großzügigen O, ferwill'g eit unse er Breslauer Glaubensgenossen. Eine Anzahl bewährter Künstler und Künstlerinnen sorgte für ein reichhaltiges Programm durch Rezitationen, Gesang und Spiel. Den Schluß der Veranstaltung gegen 2 Uhr nachts bildete eine Tombola, die durch reiche und wertvolle Gaben von Breslauer Firmen gespendet waren. Ein jeder der Fe^tckilnehmer ging mit dem Gefühl der vollsten Befriedigung nach Haus. Mit besonderer Genugtuung und Freude konnte der Vorstand einen ansehnlichen Reinertrag verbuchen. Allen denen, die in rührendster und aufopferndster Weise mit restloser Liebe zu dem Gelingen des schönqn Abends beigetragen haben, ist der Dank vieler hundert Armer gewiß. Berlin, 39. Jan. Wie Wolffs Telegrafen-Bür» mitteilt, ist der' in Thüringen mit dem Genehmigungsstempel der dortigen Militä.strl'en erschienene Wahlaufruf der vereinigten völkischen Parteien, der bekanntlich in Text und Bildern eine wüste antisemitische Hetze betrieb, nachträglich durch den Inhaber der vollziehenden Gewalt verboten werden. Das Verbot des Hrtzvlakats ist auf eine Beschwerdeschrift der thü i.rgischen Saalsregierung an den Reichswehrminister wie an den Reichskanzler zurückzusühren. In der Veschwerdeschrift heißt es u. a.: „Wir müssen unser größtes Befremden darüber aussprcchen, daß eine militärische Stelle ihre Zustimmung zu der im Aufruf enthaltenen Herabwürdigung der Person des früheren Reichrll.menministers Preuß, der die Rcichsversassung geschaffen und damit der heurigen Staatssorm die Grundlage gegeben hat, in dieser widerwärtigen Art erteilen konnte." Berlin. (I. T. A.). In der Vortragsreihe des Zcntralrereins deutscher S'aalslürger jüdischen Glaubens über „Das völkische Schlagwort" sprach am 23. Januar der frühere, Slaatssekrelär Prof. Dr. Hirsch im Oberlich lsaai der Phi.harmonie über das Schlagwort von der „Jüdischen Finanz- und Wirtschaftsdiktatur". Der Redner, ein hervorragender Fi:anzsachoerständiger, führte aus, die wahren Nutznießer der Jnffation seien nicht die Banken, -'sondern dir Jndustriemagnaten gewesen. Leute wie Stinnes, Voegler, Klöckuer, Wolfs und Krupp, dir alle keine Juden seien und sich in einer Zeit von Deutschlands größler Not schweri.idustri.'lle Herzogtümer aufgebaut hatten, haben slch hartnäckig der Ersüllungspolikik widersetzt und einer Gesundung der Währung entgegengearbeilet. In der Industrie sind überhaupt nur ganz wenige Juden vertreten. Nach dem Tode Walther Nalhcnaus habe die Inflation begonnen, während der Regierung Cunos, der ja von der Regierung gestützt wurde, habe sie ihren Höhepunkt erreicht, und erst Hilfferding habe Vorbereitungen zur Einschränkung der Inflation cl geleitet. Die Presseorgane der Jndustricfürsten beherrschen heute die öfsent.ichr Meinung und verhindern es, daß das Volk die Wurzel des Uebels erkennt. Der Antisemitismus sei der Todfeind jedweder wirtschaftlicher Gesundung Deutschlands. Der Redner erntete starken Beifall. Berlin, 16. Jan. In der Pnoatllage des „Zentral- Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" gegen den Vorsitzenden des deutschnalionalen Bundes der Hauswirte, Apotheker Slaegemann, hat die Zweite Strafkammer des Landgerichts 1 Berlin in der Berusungsverhaudlung am 13. Januar das frcisprechende Urteil des Schöffengerichts bestätigt. Gegenstand der Anklage des Zentraloereius bildete bekanntlich der von Slaegemann in einem Artikel gebrauchte Satz: „Der Zent aloercin deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens ist die Kampforganisation der Juden gegen alles, was deutsch fühlt." Ditzingen, 12. Febrr. Die Jahrzeit des Rabbiners Menachem Adler ist Sonntag, 23. Febr. (19. Adar l), was Freunden und Schülern des Rabbi mitgeteilt sei. Flieden, 29. Dez. Der Verfasser des Artikels „Meine Erfahrungen in den Filialgemeinden" schreibt uns: In meinem Aufsätze, der in Nr. 51 erschien, wurde berichtet, der frühere Lehrer in der Gemeinde „H." habe ein Jahresgehalt von 100 Mk. bezogen. Es ist das ein Irrtum. Es sollte heißen: 700 Mark, und habe ich meines Wissens auch erwähnte Zahl kn

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