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Der Israelit · 1924-01-31 · Heft 5 (31.1.1924) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
65 (1924)
Issue
Heft 5 (31.1.1924)
Date
1924-01-31
Page
– (sequence 14)
Language
German
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!j Seile 14 Nr 5 und Mückles „Judentum und abendländische Kultur" vervollständigen den reichen Inhalt des Heftes. Der hebräi'che Teil bringt u. a. aus der Feder Kaplans den Nachweis von Jrrtümern und Oberflächlichkeiten in G.ilaks '22i?n vrwan '2iv', wobei man mit Bedauern eme grundsih'iche Klärung der heute besonders wichtigen methodischen und prozessualen Fragen bei der Anwendung des jüdischen Rechtes im modernen Staate vermiet, sowie den Schluß von M. Schlesingers gründl'chen Untersuchungen über awasrn jra. Der Verfasser macht am Ende daraus aufmerksam, daß man cnainV (v B. bei ni"v und bei naiv ni>2p) vivaNN pa etwa eine halbe Stunde vor der in den nimi> angegebenen Zeit von mar nraia rechnen müsse. Hatoren. ' Die von Rüben Brainin in Newyork herausgegebene hebräische Monatsschrift p/m (Saf - ruth Publishing To.-Newyork) betätigt sich zu einem guten Teil auf dem Gebiete der Wiedergabe wissenschaftlicher, vor allem philosophischer Eedankengänge nichtjüdischer moderner Geistesgrößen in hebräischer Sprache,' doch weist sie regelmäßig auch gute Originalartilel jüdifch-wi'senschaftl'ch'n und politischen Charakters auf. Das vorliegende Tijchri-Heft wird mit Gedankensplittern von Jacob K l a tz k i n unter dem Titel niin marn eingeleitet, die, dem Grundsätze nach mit der religiösen Lehre des Judentums unvereinbar, doch im einzelnen manche feine Bemerkung enthalten, namentlich bei der Charakterisierung jüdischer und christlicher Anschauungen. Dr. Jacob F r o m e r sucht sich durch den Abdruck der Einleitung fernes nächsten Werkes („Der Talmud, seine Geschichte, sein Wesen und seine Zukunft,,) zu rehabilitieren. Sehr wertvoll ist eine Abhandlung I d e l s o h n s über den „Chason in Israel", die fortgesetzt wird. Eine Untersuchung von Prof. Krauß, sowie feuitletonistisches und literarisches Material in ziemlichem Umfang vervollständigen den Inhalt. Jewish Quarterly Review. Das Oktober-Heft der Jewifh Quarterly Revrew (Newyork, Edited by Cyrus Adler) bringt eine gelehrte, in gut konservativem Sinne gehaltene Abhandlung von Dr. Jacob -Dortmund über den Dekalog, eine Fortsetzung des genauen Katalogs der Genizah-Fragmente, die sich jetzt in Philadelphia befinden und ausführliche Besprechungen von Neubauers Werk über das biblisch-talmudische Eherecht (Epstein-Boston) sowie über eine jüdische Literaturgeschichte der englischen Society for promoting christian kuowledge (Macr-Newyork). De Vrydagaoond. Oberrabbiner Tal-Utrecht und Jzak Prins-Amsterdam geben seit Anfang Januar eine illustrierte jüdische Wochensch.ift in holländischer Sprache: „Der Freitagabend" heraus, deren erste Nummer, die uns vorliegt, einen recht sympathischen Eindruck macht. Wenn dre folgenden Nummern halten, was dieses erste Heft verspricht, wird das gediegene und vornehme Blatt, das Belehrung und Unterhaltung verbindet, in den holländischen Familien sicherlich viel Anklang finden. Apirjon. Eine agadische Monatsschrift unter dein Namen p'isrr gibt Samuel Müller in Ponkers (bei Newyork) feit Tischri d. I. heraus, deren vier erste Hefte uns vorliegen. Das Blatt enthält reiche Anregung für alle Freunde des arm und wird manchem Lehrer und Prediger willkommen sein. Es ist in leichtem flüssigen Hebräisch geschrieben und kostet einen Dollar halbjährlich. Bedauerlich sind die kindlichen Ausfälle gegen „Agudas Jrsroel", die in eine derartige Zeitschrift gewiß nicht hineingehören,' der Verfasser sollte etwas mehr pH tvt vor den {»mar 'irna haben, die die Führer der rm« sind. Der Jude. Das Dezemberheft von Bubers Zeitschrift „Der Jude" bespricht Arloforoffs Finanzierungspläne für Palästina, bringt eine historisch-psychologische Skizze des Königs Saul von Julius Levinfohn sowie eine Lebensslizze des sonderbaren elsässischen „Propheten" Alexander Weill. Joseph Prager sucht Freud'sche Gedankengänge auf die jüdische Seele und ihre unbewußte Bindung an das historisch Jüdische anzuwenden. Eingehendere Besprechung verdiente eine Studie von Hugo Rosenthal über den Sabbat; hier zeigt sich sehr viel guter Wille, Geist und ehrliches religiöses Sehnen mit Mangel an Wissen und an Ehrfurcht vor der Tradition. Es ist schade, daß diese jungen Leute einfach zu stolz sind, um sich ohne gekünstelte Vorbehalte den ganzen Sabbat mit all feinen „Kleinlichkeiten" zu erobern. Auf der andern Seite hat auch das quasi „religiöse" Verständnis für den „tephillinlrgenden Wucherer" keinerlei Berechtigung vor dem Forum des gesetzestreuen Judentums. Die „Umschau" bringt mancherlei interessante Notizen. KM Der Israelit Von den drei Staatsräten Pharaos. Von Rabbiner I. Horovicz (Jerusalem) Frankfurt a. M. Die von Fr. aufgeworfene Schwierigkeit hinsichtlich des Alter Bileams, der bei Beginn der ägyptischen Knechtschaft das unwahrscheinlich hohe Alter von 210 Jahren erreicht haben sollte, besteht auch bei den anderen zwei Räten, Jjob und Jithro. Die einschlägigen Berichte finden sich übrigens im Talmud Babli Sota, San* hedrin, im Jerufchalmi und Midraschim. Bekanntlich haben sowohl Jithro als auch Jjob zu Zeiten Moses gelebt. Laut Talmud Sota wurde Jjob, der in zweiter Ehe, Dinah die Tochter von Jakob geheiratet, gerade als die Kundschafter in Kanaan waren, mit großen Ehren zu Grabe getragen. Indessen werden im Talmud auch noch spätere Epochen mit dem Zeitalter Jjobs in Zusammenhang gebracht. In Wirklichkeit handelt es sich um eine ganze Reihe agadischer Ueberlieferungen, dis verschiedentlich ineinander greifen. Nach einer tälmudischen Ueberlieferung soll Beor, der Vater Bileams, etwa 500 Jahre gelebt haben, um -2is?2 uin oan | •■»nasn pV um ,a\*]S?E?2 pm Wenn sein Sohn Bileam nur 33 Jahre gelebt hat, inüßle nach dieser Ueberlieferung Beor bei der Geburt seines Sohnes Bileam über 400 Jahre alt gewesen sein. Im Rabba, niar? wird berichtet, daß auch Amalek an dem Kronrat Pharaos gegen das Volk Israel teilgenommen hatte. Bileam war wohl der schärfste Wortführer, denn auch Amalek wandte sich später an ihn mit der Bitte: Rate mir, du bist doch ein bewährter Ratgeber zum Bösen. Im alten Schrifttum werden noch weitere Vergleiche zwischen 0^2 und pi>as? gemacht. Eine Ausstellung dieser Buchstaben untereinander tu? i>2 ergibt, daß beide Namen von oben nach ns? von rechts nach links gleichzeitig gelesen werden. Im Rate Pharaos hatte auch Jithro mit Bileam gestimmt. Als er aber später von der Vernichtung Amaleks gehört, habe er seine Tat bereut und sich dem jüdischen Volke angeschlossen. «21 s?aa? pVas? nnnVn Als Bileam nachher die feste Ansiedlung seines ehemaligen Gesinnungsgenossen, des Keniten (Jithro) in der Mitte Israels wahrgenommen, rief er ganz erstaunt: tdVij? ’srr’K Vsk *]2’t?sn ’ö?nss? nrvua iaas? mm sV »Tp Auch das passive Verhalten Jjobs erfährt im Sohar zu «2 '8 eine ergänzende, sehr charakteristische Darstellung. Darnach habe Jjob beschwichtigend geraten: Nicht umbringen, nur ihr Vermögen konfiszieren und ihre Leiber durch Schwerarbeit beherrschen. Jjob hatte damit sein eigenes Urteil besiegelt. Es ereilte ihn die Strafe: M7?2 Vki iöss? S?31 yp K3 nW oVik- Nach dem leitenden Grundsatz in der Agada, i>pVipa2 n^pn ns hat die Tradition der Persönlichkeit Bileams, ganz besonders als einer typischen Bezeichnung des Israel-Feindes, auch in seiner etymologischen Bedeutung für alle Zeiten schärfsten Ausdruck verliehen. t>s? ni>2«? Er war ein Volksoerderber, ’W? i>rrnr?' uw rv> s?*>2öiv ein Volksverschlinger. ds? rri>2 os?-ia Er war ein Bolksfremder, nicht einmal seinem eigenen Stammvolke zugehörig, alrsrrt p imnr?' ns nseiV map an?2 p. Er wollte Israel von der Welt verschwinden lassen. Und als ein Minäer an Rabbi Chanina die Frage richtete, ob er nicht wisse, wie alt Bileam gewesen sei, antwortete dieser: Geschrieben stehts nicht. Wenn aber König David sagt: „Blutschuldige, tückische Menschen erleben nicht die Hälfte ihrer Tage," kann er höchstens 33 oder 34 Jahre alt geworden fein. Darauf antwortete der Minäer: „Du magst recht haben. Ich habe selbst ein Buch über Bileam gesehen, "bs?22i '■»opao.» in welchem geschrieben steht: Der hinkende Bileam war 33 Jahre alt, als ihn der Hauptmann Pinchas getötet hatte. Dieser Bericht schließt mit einer Mahnung von Mar, dem Sohne Rawinas, an seinen Sohn: Bei Allen (in der tälmudischen Abhandlung über .aivi'ini d^ö angeführten Namen) sollst du suchen nichts Nachteiliges abzuleiten, außer bei s?a?an cs??2. Sammle die aus seinem Hasse gegen Israel sich ergebenden Lehren, wie viel du kannst, so weit deine Kraft reicht. Es tut daher den verschiedentlichen historischen Ueberlieferungen keinen Abbruch, wenn in den agadischen Auslegungen, auch durch Heranziehung verschiedener Epochen, ein unerschöpflicher Quell von Wahrheiten uns erschlossen wird. Chiskuni kann mit Recht auch von einem zweiten Bileam sprechen. Es mutz nicht einmal ein direkter Sohn Bileams gewesen sein. Nach Seder Hadoroth war dieser von Pinchas getötete Bileam ein Urenkel von Bileam l. Dieser Bileam war längst tot und ist durch Wiederbelebung seines Geistes in einem ferner Nachkommen neu erstanden, altneu, in einer späteren Epoche, wo ihn auch fein altes Verhängnis erreichte, a-npn rrvnv' na iaaa rrivai- Nochmals „siitc mißverstandene Talmudstelle". Ich wollte mir nur eine erklärende Bemerkung zur Sache erlauben. Aus welchem inneren Grunde hat 9t Samuel bar Nachmeni (im Namen 3t Jonathans, wie gewöhnlich) die Königin von Saba nicht bei Salomon sehen wollen? Warum sollte es nur die Vertretung des Staat es sein? Der Schluß NSW irx muß uns auf andere ähnliche Aussprüche leiten. Die finden wir ivabbat 55 b» ebenst. Januar 1924 falls von 9t Samuel bar Nachmeni im Slamen V. Jonathan's. Bekanntlich wollen diese Agadot biblische Personen von Vorwürfen reinigen; wer ihnen solche gemacht, n$nt> k^»k im So will er hier in Badabathra in der Hiob-Agada Salomo von der Gemeinschaft mit der sabäischen Königin befreien, die ihm nicht angemessen erscheint. Dadurch erlangt der Ausspruch denselben höheren Sinn, den die übrige« Agadot N. Samuel bar Nachamenis i. N. 2t Jonathan in Sabbat haben. Uedrigens geht auch dortssv Samuel bar Nachmeni - Jonathan auf eine Entlastung aus. Noch ersichtlicher wird die Sache, wenn wir den mit Recht als Ausgangspunkt betrachteten Satz R. Nathans, daß Hiob zur Zeit der Sabäerin gelebt habe, annehmen. Solche Anknüpfungen find im gesamten Talmud nichts Merkwürdiges. Auch i« Sa b bat bezieht sich ja R. S. b. N. auf R. Nathan. Dieser stellt die Frage '-o rupT ns?*? im Gegensatz von riy 33V3. um wie R. Samuel zu deuten: David glich Salomo nicht, aber so sehr gesündigt, wie man glaubt, hat er nicht. So bezieht sich hier wie dort jedenfalls R. Samuel auf 9t Nathan. Und daß wir beiden Stellen Rettungen biblischer Personen zuschreiben, liegt darin, daß Samuel bar Nachmeni - Jonathan hier auch für biblische Bücher eintritt. Die Hiobagada, soweit sie selbständig aus d« Beurteilung der biblischen Kanonordnung heraus- Lritt, beginnt mit dem Satze rp»p> pm» ronn aw nw 33 'Y7 etc. Dies doppelte stellt dem Betreffenden kein großes Ehrenzengnis aus, da es gewöhnlich absprechend gebraucht wird. (S. Sabbat 22 a und öfter. Samuel bar Nachmeni tritt dem Betreffenden (wir wissen aus Sota Jerufchalmi Ende v, daß die hier widerlegte Ansicht Resch Lakisch angehdrt) zu Gunsten des Buches Hiob entgegen. So scheint dieser Agadateil von ihm eingelührt zu sein, und so steht der betreffende Satz nicht in der Sabbatreihe, sondern da wo der Ausgangspunkt, der Satz R. Nathans über das Zeitalter Hiobs sich findet, hier in Baba batra. Jemehr wir auf's Ganze des Talmuds blicke«, desto weniger wird uns ein Satz inhaltslos und desto weniger wird uns die Ordnung des Talmuds verwirrt erscheinen. Ich schließe mich deshalb hier wie überall gern den Verteidigern des vorliegenden Talmudtextes und auch seiner Ordnung an, wie sie in diesen Fragen bisher sich schon hier betätigt haben, rrin.pp 331 $*? '3, und wenn es Euch doch so erscheint, ist es nicht die Schuld der Thora, sondern es stammt B3». Berlin. Rabb. Dr. L. A. R 0 f e n t h a l. Bücherbesprechnngen. ll'N-i'w avsrip ö’nrm masrn N12 penn p>n "ntP»? rDV??/r k>s? TiaVn ’*»2 nva*?an i»s?i onbar-m ^22 D’naVnn •>:«? *m »a :rrwn "rri2 n a? d ökö -N2i»n (pns pa? /vmaonn •1K2aypKV Das so betitelte Erstlingswerk entstammt der Feder eures großen '"3 p«a der Tschecho-Slovakei, welcher kn seiner Bescheidenheit seinem Namen keine nähere Bezeichnung zusügt. Wer in der Tschecho-Slovaker bekannt ist, wird trotzdem, sobald er das Werk zu Gesicht bekommt, den Verfasser erraten und mit großem Respekt an das Werk herantreten. Weiß man doch von ihm. daß er schon viele Male i-ina psra ganz o"g? durchgelerm hat. Das vorliegende Werk — das übrigens sran «irm» ist — soll, wie der Verfasser in seiner mnpn sagt, eine Auslese der Gedankensplitter sein, die sich ihm beim „oberflächlichen" 2202 v"e?-Lernen ergeben haben. Ern 2vv das sich auf das ganze -naimn cp »o« 01222 bis pxpisr erstreckt, ist schwer zu besprechen und kann eigentlich nur von dem richtig gewürdigt werdm, der selbst in ganz »a^m 'k-22 d"b? bewandert ist. Wir unterlassen es, auf einzelne Stellen hinzuweisen — wer immer das Werk zur Hand nimmt, wirb Freude daran haben und zwar sowohl an dem geraden „Lernen", als auch an den vielen Anregungen, die es gewährt, namentlich auch da, wo nvvip nur aufgeworfen werden, um unbeantwortet .zu bleiben. . Druck und Ausstattung des Werkes sind schön und durchaus angemessen. Im Interesse der Allgemeinhsit kann man sich "dem Wunsche, den der Autor in seiner nanpn ausführt, daß es ihm vergönnt fein möge, auch feine übrigen bereits druckreifen Werke, so z. B. einige große Werke auf einzelne 010200 so auch aus 100 nvaie itt D"s? und auch ni3ia?ni aiVs«? dem Druck übergeben zu können, nur voll und ganz anschließen. .n2'2«n^in2in^2ani' Festnunrmer zum Ordenstage. Großloge für Deutschland. VII!.. U. O. B. B. Oktober 1923. Das vorliegende Heft stellt eine Art Propagandaschrift für die jüdischen Künstler innerhalb der Bne Brith-Logen dar und ist wohl durch die materielle Not der Schaffenden veranlaßt. Die Beiträge der Maler, Bildhauer, Musiker, Radierer sind naturgemäß von recht ungleichartigem Werte. Am gediegensten ist eine Arbeit von Benno E l k a n über die Grundlage des Kunstgenusses. Der Versuch, eine jüdische Note in die Wertung des Kunstschönen hineinzubringen, wird garnicht unternommen, wenn auch einige der beigegebene» Bilder jüdischem Stoffgebiete angehören.

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