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Der Israelit · 1924-01-24 · Heft 4 (24.1.1924) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
65 (1924)
Issue
Heft 4 (24.1.1924)
Date
1924-01-24
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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24. Januar 1924 Nr. 4 Seite 7 Berlin, 10. Jan. Im Alter von 66 Jahren starb in Berlin der jüdische Journalist Albert äq|. Ratz stammte aus dem Osten, wirkte in jungen Jahren als Lehrer und Prediger und ging dann zur Schriftstellers!, vornehmlich Publizistik über. Er schrieb mehrere Bücher und gründete mehrere literarische Unternehmen, . die aber nicht von Dauer waren. Lange Jahre arbeitete er an der Seite Ludwig Geigers an der „Allgemeinen Zeitung des Judentums" mit und leitete die Zeitung nach dem Tode Geigers bis zu ihrem Eingänge. Straßburg, 19. Jan. Auf der letzten Konsistoriumswahl für den Oberrhein wurden die Herren Emile Lentz aus Mühlhausen, Bloch und Wormser aus Colmar wiedergewählt. Emden, 20. Jan. (Unlieb verspätet.) Am 1. Jan. ds. Js. konnte Herr Jakob S. P e l s auf den Tag zurückblicken, an dem er vor 50 Jahren in den Ehrendienst der Gemeinde trat. 9 Jahre war er Repräsentant und 41 Jahre ihr erster Vorsteher. . Wenn er cruch einer größeren Feier wegen der traurigen Zeitverhältnisse und auch wegen seiner Bescheidenheit aus dem Wege zu gehen versuchte, so ließ die Gemeinde es sich doch nicht nehmen, ihm ihre Liebe in bescheidenen Grenzen zu bezeugen. Am Abend des 5. Januar hatten sich in der „Delfthalle" zahlreiche Gemeindemitglieder eingefunden, um gemeinsam mit eingeladenen Gästen aus den Nachbargemeinden und aus der Stadt, unter denen sich unser Stadtoberhaupt befand, das Amtsjubiläum des Herrn Pels festlich zu begehen. Das Motiv, des Abends war Dank für ein Leben voller Arbeit.^ In allen Reden wurden die Verdienste des Jubilars um Gemeinde, Stadt und Gesamtjudentum hervorgehoben. ■ " Auch die Anerkennung seiner übrigen Mitbürger wurde ihm zuteil. Mehr als 30 Jahre hindurch hat er das Amt eines Bürgervorstehers inne, und in dieser Zeit hat er redlich an dem Aufstieg unserer Stadt mitgewirkt, Projette durchzusühren verstanden, die für sie von großer Bedeutung waren. Der Herr Oberbürgermeister Dr. Mützelburg führte in seiner Ansprache aus, daß er sich freue, heute abend neben dem Jubilar zu sitzen; denn es gelte nicht nur den treuen Gemeindevorsteher zu ehren, sondern auch gleichzeitig Gelegenheit zu geben; einend treuen Bürger der Stadt für seine ehrenamtliche Tätigkeit zu danken. Lange habe er an lotender Stelle des Bürgervorsteherkollegiums gestanden. An den großen Errungenschaften habe er mitgewickt und in der Kriegszeit sein Bestes zum Wohle der Allgemeinheit hergegeben. Herr. Pels dankte allen Redllern für die freundlichen Worte und für alle ihm zuteil gewordenen Ehrungen und Aufmerksamkeiten und bat seine treuen Mitarbeiter, um weitere Unterstützung. Von nah und fern waren zahlreiche Glückwunsch- . telegramme und -Schreiben eingegangen. Möge der Jubilar, der in so weiten Kreisen Liebe, Verehrung und Anerkennung gefunden, noch lange in körperlicher und geistiger Frische in seinen verantwortungsvollen Aemtern tätig sein. w T*18’ 'n 6. St. in Bafel. Ohne genauere Angabe, in welchen Jahrgängen die Feuilletons erschienen find, ist uns eine Auskunft unmöglich. E. R. in M. Abonnement bis 1. Juli 1824 bezahlt.' „Achduth". Mannheim, 6. Jan. 1924. An die Redaktion des „Israelit" Frankfurt a. M. Ich darf wohl annehmen, daß Sie einem alteil Mitarbeiter gegenüber den Angriffen, die gegen ihn "gerichtet worden sind, auch das Wort zur Abwehr llnd Rechtfertigung geben werden. Der Grundsatz pa vw«? awnu wird, denke ich, auch für den Israelit noch in Geltung sein, und unsere Eigenschaft als Brüder werden wir durch die Gründung der Achduth doch auch nicht verloren haben. Vor allem ist es unrichtig, wenn voll einer Kampfstellung der Achduth nach rechts gesprochen wird; denn die Achduth ist nichts weniger als eine Kampforganisation. Was mich persönlich betrifft, so werden mir wohl auch die Gegner das Zeugnis nicht versagen, daß ich inich während der letzten Jahre stets bemüht habe, innerhalb der gesetzestreuen Verbände versöhnend und ausgleichend zu wirken; daß ich damit sonderlich viel Erfolg hatte, kann ich allerdings nicht behaupten. Die Achduth will vor allem praktische Arbeit leisten; wenn aber von einess allgemeinen Tendenz bei ihr gesprochen werden kann, so ist es die der Selbstbehauptung. Denn man wird doch wohl nicht in Abrede stellen können, daß in den orthodoxen Verbänden während der letzten Jahre die Tendenz dahin ging, Misrachisten und Gemeindeorthodoxe als Gesetzestreue minderer Ordnung zu betrachten. Das kann durch Aeußerungen und Handlungen prominenter Persönlichkeiten der Freien Vereinigung einwandfrei bewiesen werden. Und was die Agudas Jisroel betrifft, so haben die Beschlüsse der Kenessio Gedaulo, Misrachisten von den höheren Verwaltungsämtern au^uschlietzen ilnd den Landesorganisationen den vollkommenen Ausschluß Der Israelit von Misrachisten und Gemeindeorthodoxen (f. Ungarn!) freizugeben, diese Tendenz für alle offenkundig gemacht. Diesen Beschluß haben, nebenbei bemerkt, auch einige Frankfurter Herren bei der Gründungsversammlung der Achduth zmn Muster genommen; sie wollten, analog jenen Bestimmungen, Separatisten von der Verwaltung, nicht, wie der „Israelit" irrtümlich berichtete, von der Mitgliedschaft ausschließen. Cs ist ihnen aber klar gemacht worden, daß bei Annahme ihres Antrages die Vereinigung für diejenigen, die sich hauptsächlich um ihr Zustandekommen, bemüht hatten, erledigt wäre; denn das Bestreben der Achduth ist nicht neue Trennung und Zerklüftung, sondern Vereinigung aller, die auf dem Boden der Thora stehen, mögen sie Gemeindeorthodoxe, Misrachisten oder Separatisten sein, weil wir diesen Unterschieden eine grundlegende Bedeutung nicht zuerkennen können. Jene Tendenz aber, den Austrittsgedanken als die Voraussetzung für die wahre Orthodoxie hinzustellen, erscheint uns als eine Gefahr für die zukünftige Entwicklung des orthodoxen Judentums. Denn sie hat zum Austritt vieler Mitglieder aus den orthodoxen Verbänden geführt und hält sehr viele, namentlich aus den Kreisen der Jugend, von ihnen fern, weil sie sich mit jener Tendenz nicht befteunden können. Diese brachliegenden Kräfte für das Judentum nutzbar zu! machen, ist eine Hauptaufgabe der Achduth. — In meinem Referat bei der Gründungsversammlung habe ich versucht — und der Versuch wird wohl nicht strafbar sein — die Berechtigung des Standpunktes der „Einheit der jüdischen Gemeinschaft" halachisch nachzuweisen. Ich habe dabei der Hoffnung Ausdruck gegeben, die Entwicklung werde zur loyalen Anerkennung des gegnerischen Standpunktes auf beiden Seiten führen, fodaß, wie bei dem Streit zwischen v"a und?ra trotz aller Meinungsverschiedenheiten unter allen Gesehestreuen nanu nismi oite ninrri Liebe und Eintracht, Frieden und Freundschaft herrschen werden, und daß dann auch keine getrennten Verbände mehr nötig sein werden. Daß dieser Zeitpunkt bald kommen möge, ist mein innigster Wunsch. Die Vorbedingung dafür ist allerdings, daß die notwendigen Auseinandersetzungen mit ehrlicher Gesinnung und in anständigen Formen unter Achtung der Ueberzeugung des Gegners geführt werden. An uns soll es in dieser Beziehung nicht fehlen. Hochachtungsvoll Rabb. Dr. Unna. (Eine weitere Auseinandersetzung mit dem Herrn Einsender scheint uns nach allem, was wir über den Gegenstand bereits geschrieben haben, kaum vonnöten. Daß der „Achduth" auf dem Gebiete der praktischen Arbeit überflüssig ist, kann kein Vernünftiger bezweifeln; er dient also vornehmlich der „Selbstbehauptung" derjenigen Kreise, die unter dem vieldeutigen Begriff der „Einheit der jüdischen Gemeinschaft" die organisatorische Gleichberechtigung der Neologie mit der Orthodoxie verstehen. Daß diese Parole als Stichblatt einer Organisation eine Parole des Kampfes gegen rechts ist, scheint uns — unabhängig von dem Willen aller Beteiligten — eine innere Notwendigkeit. Wir neiden daher niemanden das Verdienst, diesen neuen Feuerbrand in die Reihen der Gesetzestreuen geschleudert zu haben. Red.). Bad Kissingen, 13. Jan. 24. Verehr!. Redaktion! Zur Sache „Achdus" als solcher will ich mich nicht äußern. Sie haben das Erforderliche in Ihrer Wochenrundschau und namentlich in Ihrer Erwiderung in Punkt 3 und 4 eingehend dargeleat. Ich möchte nur auf eine Bemerkung in Ihrer Wochenrundschau Hinweisen. Sie fragen dort, ob „demjenigen, der das Wort vom „Entpolitisieren" niederschrieb, die Feder nicht gezittert hat, als er es unternahm, solchergestalt den Schein zu erwecken, als habe es zur Entpolitisierung von Mazzos usw. erst der „Achdus"-Gründung bedurft." Diese Frage kann ich natürlich nicht beantworten. Allein als sicher möchte ich annehmen, daß derjenige, der das Wort niederkchrieb, nicht Feldzugsteilnehmer war. daß er nicht selbst erfahren hat, welchen unvergleichliche,!! Segen die „Freie Vereinigung" uns Feldzugsteilnehmern durch ihre unvergeßliche Fürsorge während des Krieges gestiftet hat. Auf diese Fürsorge haben Sie in der Wochenrundschau nicht hingewiesen und ich fühle inich verpflichtet, dies nachzuholen. Betreffender, der das, Wort „Entpolitisieren" niederschrieb, weiß bestimmt nicht, wre wir draußen, wenn wir Standort, Truppenteil oder sonstwie die Adresse wechselten, sorgenvoll dachten, ob die „Freie Vereinigung" wohl rechtzeitig unsere diesbezügl. Nachricht erhalte, damit, bevor die letzte Konserve aufgebraucht, wieder neue Sendung eintreffe, oder ob man, um ona ’m man zu erfüllen, zu nimvn mVaRo greifen müsse. Allein auf die „Freie Vereinigung" konnten wir rechnen, in kürzester Frist war die Verbindung wieder hergestellt, die Sendungen nahmen ihren Fortgang. Welch innige, wahrhafte Freude, die stets in uns nachwirken wird, dadurch hervorgerufen wurde, weiß nur derjenige zu ermessen, der diese Lagen auskosten mußte. Und wie pünktlich kam mit dem Mein für den mo der Becher und die nun nnd in welch rührender Weise zeigte sich sonst noch die Fürsorge. Wahrlich, wenn die „Freie Vereinigung" nichts als diese Kriegsfürsorge für die Heeresangehörigen geleistet hätte, ihr Verdienst wäre unvergänglich für alle Zeiten. Darum möge die „Freie Vereinigung" nicht zagen und nicht fürchten. Neben dem von Ihnen bereits erwähnten rvar wird ihr das eigene mor, das sie i sich durch solche Leistungen für tew bo erwerben, znr Seite stehen, die Reihen ihrer Anhänger werden sich umso fester schließen und es wird sich an ihr erfüllen das Wort: -o'>'>pnr& r.sio rviw utfr umv rroio Va ' H. A. * * * Der jüdische Name. (Bemerkung zu dem gleichnamigen Artikel in Nr. 2 des „Israelit"). Es ist außerordentlich zu begrüßen, wenn endlich auch die Angelegenheit des jüdischen Namens in der Oesfentlichkeit behandelt wird. Die Ausführungen des geschätzten Artikelschreibers sind so umfassend, daß wohl nichts hinzuzufügen ist. Da es aber nicht allgemein bekannt sein dürfte, daß sich die bei der Kenessio Eedaulo versammelte Aguda-Jugend mit dieser Frage beschäftigt hat, so sei bei dieser Gelegenheit bemerkt, daß im Rahmen der gleichzeitig stattgefundenen Jugendtagung — die Vertreter der deutschen Jugendgruppen halten sich hierfür besonders eingesetzt — der Beschluß gefaßt wurde, dir jugendlichen Agudisten zu verpflichten, sich im jüdischen Leben des jüdischen Namens zu bedienen und so die Allgemeinheit zum Gebrauche des jüdischen Namens anzuregen, doch scheint dieser Beschluß bis jetzt kaum zur Verwirklichung gelangt zu sein. Vielleicht werden diese Zeilen die Aguda-Jugendgruppen zur Durchführung dieser Aufgabe anregen. B. R. Barmizwo: Manfted, Sohn des Herrn Benno Seckbach» Würzburg. Goldene Hochzeit: Am 28. Januar feiem Solomon Waldbott uno Frau Jeanette geb. Lehmann in voller Rüstigkeit die goldene Hochzeit. Der Jubilar, der 40 Jahre Hauptlehrer in der Pfalz war. begeht gleichzeitig feinen 78. Geburtstag. frankfurter Berichte. Wortrag in der A. I. Ortsgruppe. Der für Mittwoch den 16. ds. angesetzte Vortrag über „Schlechte Zeiten, eine historische Studie für die Gegenwart", der aus unvorhergesehenen Gründen ausfallen mußte, findet diesen Dienstag, den 29. Januar, abends 6.15 Uhr in der Aula der Realschule Am Tiergarten statt. Anschließend an den Vortrag findet eine Mitgliederversammlung statt, mit der Tagesordnung: a) Statuten; b) Wahlen der Delegierten zum Deiegiertentag des Gruppenverbandes in Halberstadt am 11. Februar. Alle Mitglieder der Orts-, Jugend- und Müdchengruppe sowie Gäste, Damen und Herren, sind zum Vorttage bestens eingeladen. Derei« Wekor Hijajim. Freitagabend nach Schul „Mikrovortrag" Herr Leopold Oppenheimer. Samstag vorm, nach Schluß der Synagoge im Hörfale „Dinim*; Herr Rektor, Falk. — nachm. 7s4 Uhr spy jvy im Vereinslokale: Herr Red. S. Schachnomitz. Sonntag vorm. 9 Uhr und Dienstag abend 6 Uhr im Dereinslokale „Gemoro", Herr R. A. G. Posen. — abends 6 Uhr im Vereinslokale Langestratze 18, Dortrag des Herrn Rabb. Dr. Jonas Dondi, Mainz über „Rabbi Eliefer ben Afarjah». Montag und Mittwoch abend7Uhr „Gemoro*. Herr Rabb. Dr. Jos. Breuer. Donnerstag abend 7 Uhr im Vereinslokale „Mifchna"; Herr Rektor Falk. Allmorgendlich nach Schul Mifchnalernen bezw. Dinim im Hörfale. Allabendlich 874 Uhr im Vereinslokale O"V-Lernen, Herr H. Halpern. Jahrzeit Stiftungen: Samstag, den 19. Januar. Berta Löwenstein- Stiftung. Donnerstag, 31. Januar. Simon Altmann- Stiftung. Freitag, den 1. Februar. David Frankenthal- Stiftung. Agudas Aisroet-Augensgruppe. - Freitagabend nach Schul „Sidravortrag" für Herren und Damen. — abends 8 Uhr. Langestraße 18, gemütliches Beisammensein. — 8—9 laufende Sidroh mit Rasch!, Herr M. Nowak, row Vormittag, 9‘/2—11 nidi Herr Dr. I. Pose n, Am Tiergarten 42, 3. — Vorm. 7211-742 •""in. Herr Dr. Hof mann, Eschenheimeranlage 1 pt. — (Vorm. 741—742 Ktzzur, Schnlchan Aruch, Herr Louis K a h n. — 11-12 ’>pTD, Hermann Frankenthal. — 12—1 cmDD ‘Dl für Fortgefchr.. Herr Halpern. — 12—1 Uhr V'eh, Herr Lehrer Hirschberg. — 7-2-3 Uhr nachm., Raschi, (lausende Sidroh)

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