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Der Israelit · 1924-01-10 · Heft 2 (10.1.1924) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
65 (1924)
Issue
Heft 2 (10.1.1924)
Date
1924-01-10
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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10. Januar 1924 Seite 6 Nr. 2 Der Israelit Bestimmungen bei der Ausnahme von Mitgliedern zu treffen, verdankt, wie wir aus genauester Kenntnis d er Tatsachen versichern können, dem Wunsche dreier östlicher Landesorganisationen seine Entstehung. Polen will aus religiösen Gründen 712!? »Wna grundsätzlich ausschließen und andrerseits einer misrachistischen Überrumpelung einzelner Ortsaruppen Vorbeugen können; Litauen hält ebenfalls an dem Ausschluß von nnr mVn» fest und die Tschecho-Slovakei macht, weil sie ihre staatlich anerkannte Organisation nicht zerstören will, die Zugehörigkeit zu dieser Organisation zur Vorbedingung für die Mitgliedschaft. An die deutsche Gemeindeorthodoxie hat dabei kein Mensch gedacht. 8. Bereitwillig geben wir Herrn Loeb zu, daß der durch Polen und dieTschecho-Slovakei bestimmte Gesamtgeist der „Agudas Iisroel" im Gr offen denTendenzen derdeutschenGemeindekonservativen heute durchaus entgegengesetzt ist. Inwieweit die min Litauens und Polens heute den Austritts-?--» Hirschs und Hildesheimers als Ha lach s unterschreiben würden, wenn sie sich in völliger Klarheit über die Verhältnisse in Deutschland befänden, kann und soll hier ganz unerörtert bl-iben. Aber ni ch t n ur in der Ts ch e cho - S la° vakei, sondern im höchsten Maße auch inPol en, ja bis zu einem gewissen Grade selbst in Litauen empfindet man instinktiv die religiösen Gefahren, die dem orthodoxen Judentum aus der Theorie und Praxis der „Gleichberechtigung der Richtungen^, wie sie der Gemeindekonservativismus vertritt, überall erwachsen, und die Abneigung gegen den Misrachismus greift natürlich ebenfalls leicht auf die ähnlich orientierte Gemeindeorthodoxie über. 4. Das alles aber hätte die Gemeindeorthoxie, die doch auch in den liberalen Großgemeinden geduldig um ihreAnerkennung zu ringen pflegt, nicht veranlassen dürfen, sich der „Agudas Jisrol" gegenüber zu separieren, statt allein innerhalb der Weltorthodoxie sich Geltung und Einfluß zu erringen. Der Toleranz nach links hätte zum mindesten auch ein gewisses Matz von Duldsamkeit und organisatoricher Einordnung nach rechts entsprechen müssen. Die äußerste Rechte in der «Agudas Jisroe!" wird sich der Achduth-Gründung freuen, weil sie zur prinzipiellen Klärung und Scheidung der Geister führt und der lästigen Rücksichtnahme aus die Gemeindeorthodoxie enthebt; trauernd aber stehn an der Wiege dieses Kindes diejenigen, denen der Begriff der Einheit aller durch Thora und M izwos Verbundenen noch immer ein Heiligtum ist. Red.) frankfurter Berichte. Synagogengemeiude „Israelitische AeligionsgeselkschafL". Der dem Gemernderat demnächst zugehende Voranschlag sür das erste Vierteljahr 1924 weist einen durch Steuern, Sesselmieten und Schulgeld auszubringenden 2 a l d o b e d a r f des Eemeindehaushalts von etwa 60.600 Goldmark auf. Aus sozialen Gründen haben Vorstand und Gememderat beschlossen, ungeachtet der Steigerung der personalen und sachlichen Ausgaben nur etwa ein Drittel der geuauuiru Bedarfszisfer durch Gebühren (Schulgeld und Sessclmiete), zwei Drittel aus dem Steuerweg. aufzubri.lgeu. Infolgedessen erreicht das für das neue Kalendervierteljahr festgesetzte Schulgeld 15 G. M. sür Miiglieder, 29 G. M. für Nichtmitglieder, kaum ein Drittel der Durchschni.tssähe des S ch ul gelbes i m Frieden. Die erhöhten Sesselmieten des neuen Vierteljahres machen 40 o/o der i m Frieden erhobene n 2 ä tz e aus. .Hinsichtlich des Schulgeldes ist noch zu bemerken, daß die von der Gemeinde erhobenen 15 Mt. die städtischen bezw. staatlichen Schulgeldsätze nicht erreichen, obgleich der gesamte kostspielige hebräische Unterricht bei der staatlichen Schulgeldgeüühr naturgemäß nicht einkalkuliert ist. Obgleich die Gemeinde hiernach sür jedes Schulkind rund 80 Mk. bezw. 100 Mk. jährlich über den Betrag des Schulgeldes hinaus aus allgemeinen Gsiueu'demitteln zulegt, konnten sich die, Gemeindeorgane vorläufig nicht en-schließen, das Schulgeld für Nichtmitmitglieder höher als 20 Mk. vierteljährlich zu greifen, weil man aus religiösen Gründen auch weiteren, der Gemeinde nicht angehörenden Kreisen die Wohltaten einer "eligiösen Erziehung im Geiste des überlieferten Judentums j-icht vorenihalten möchte. Was die Steuern betrifft, so werden die sür die Selbsteiuschätzung in diesem Jahre maßgebenden Grundsätze, die sich naturgemäß den veränderten Verhältnissen anpassen müssen, erst im Laufe der nächsten Wochen 'festgesetzt und veröffentlicht werden. Einstweilen hat der Steuerausschuß den Nettobedarf auf die Gemcindemitglieder im Verhältnis der für das letzte Vierteljahr 1923 veranlagten Goldmarksteuern umgelegt, unter Berücksichtigung des prozentualen Mehrbedarfs, sowie der individuelle! wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Mitglieds. Obgleich somit die jetzt einzuziehende Umlage lediglich als vorläufige Vorauszahlung auf die später fest zu st eilende endgültige Jahres st euer a n z u f e l> e n ist, steht den Mitgliedern das Recht zu, gegen die Höhe der Umlage beinr Berufungsausschutz binnen 8 Tagen nach Empfang der Steueraufsocderung Berufung einzulegen. Die Berufung kann sich jedoch sinngemäß nur darauf stützen, daß die Entrichtung der vorläufigen Umlage die derzeitige wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Mitgliedes übersteigt, nicht aber auf Einkommen- oder Bilanzziffern des Jahres 1923. Der Anspruch auf Ermäßigung der Schulgeld- und Sesselmietegebühren bleibt in der bisher geltenden Form aufrecht. Er ist ebenfalls unter Beibringung der Belege beim Berufungsausschuß geltend zu ncachen. ArrgestMerrarrsschuß der Agudas Iisroel-Iugendgruppe. Bei dem Angestelltenausschuß der Agudas Jisroel- Jugendgruppe (Hanauerlandstr. 17, p.) haben sich in den letzten Tagen zahlreiche Arbeitslose gemeldet. Hierdurch bitten wir alle Firmen, die Aushilfsarbeiter oder Angestellten engagieren wollen, um sofortige Aufgabe ihrer Adresse. Es sei noch daraus hingewiesen, daß der Angestelltcuausschuß jeden Sonntag von 11—12 Uhr vorm. Sprechstunde abhält; dort erhalten Angestellte jegliche Auskunft. Agudas Iisroel Iugeudgruppe. j Die Generalversammlung findet Donners-! tag, 24. Januar (18. (2d)eöat), abenbs halb 9 Uhr statt. Auf der Tagesordnung stehen: 1. Geschäftsbericht, 2. Debatte, 3. Anträge, 4. Eventualia, 5. Neuwahlen. Anträge müssen bis Montag, 21. Jan., spätestens an den Vorsitzenden, Herrn Gerson Schnerb, Ostendstr. 18, eingercrcht werden. Wir machen unsere Mitglieder schon heute darauf aufmerksam (da wir Einzeleinladung nicht versenden) und bitten am genannten Termin pünktlich zu erscheinen. Aer „große Sizum". Am Donnerstag feierte der -Verein den „großen Sijun:" auf ganz d" kn der Liederhalle Langestraße. In etwas engerem Rahmen wie sonst, war doch das Fest eine wirksame Manifestation für das Thoralernen, wie es der -Verein fördert und im Kreise des Beshamidrasch, wo auch die Schneidersche Jeschiwoh ihren Sitz hat und wo der Gedanke der v"e?-Verteilung seinerzeit entstanden ist, jahrein, jahraus gepflegt wird. Der Festsaal war von Mitgliedern und Freunden voll besetzt. Rabbi Benzron B e e r m a n n eröfsnete den Abend mit einem überaus geistvollen „Hadran", der in prächtige Druschworte ausklang über die Wandlung der Zeiten seit Geiger, wobei er auch der aus diesen Abend fallenden Jahrzeit von Samson R. Hirsch Erwähnung tat. Es sprach dann Herr Jacob Rosen he im für die Jsr. Religionsgesellschaft und. die Agudas Iisroel, und Herr Emanuel Kaufmann, als Vorsitzender des Vereins, begrüßte die Versammlung, aus die Notwendigkeit des intensiven Lernens hinweisend. Es sprachen noch die Herren Rektor Falk, Rabbi Mosche Schneider, A. Safra, Josef Diamant und S. Solomon, die affe kräftige Worte für die Wichtigkeit von Limud Tauro fanden. Herr Verwalter lau dankte Herrn I. Becker für die von ihm in der Waifenanstalt in der liebevollsten Weise ausgeübte Lehrtätigkeit, Herr M. K o h n gab Thoraworte des anwesenden Rabbi Engel maier wieder und Herr Lehrer Zuckermann, Pfungstadt betonte die Notwendigkeit, mehr für die Verbreitung des Thoralernens in den Landgemeinden zu tun. Auch der Dank an Herrn Rabbiner Salm an Weber, den uneigennützigen Leiter des laufenden v^2>- Schiur des Vereins, kam zum Ausdruck. Bei guter Bewirtung blieb man in festlich animierter Stimmung bis zur späten Nachtstunde beisammen. Es war ein Fest zu Ehren und zur Stärkung der Tauro. H?orträge in der Agndas Iisroel Hrtsgrirppe. Die Agudas Jisroel-Ortsgruppe hat diesen Winter eine Reihe von Vortragsabenden in ihrem Programm vorgesehen, auf die au dieser Stelle noch besonders hingewiesen wird. Den ersten Vortrag hielt am Donnerstag, den 27. Dezember, Herr Professor Dr. Schüler über „Moderne pädagogische Bestrebungen im Lichte des Judentums". Heber die interessanten und überaus lehrreichen Ausführungen soll noch berichtet werden. Nächsten Mittwoch, 16. Januar, abends 8.30 Uhr, spricht in der Aula der Realschule Am Tiergarten Herr Redakteur S. Schachnowitz über „Schlechte Zeiten, eine historische Studie für die Gegenwart". Alle Mitglieder der Orts- und Iugeudgruppe, sowie Gäste, Damen und Herren, sind hiermit eingeladen. Beremskalender. Merein Mekor Ehajim. Freitagabend nach Schul „Mikrovortrag" Herr Herz Ha lp ern. Samstag vorm, nach Schluß der Synagoge im Hörsale „Dinim"; Herr Rektor Falk, -- nachm. ^4 Uhr 2pVi ]'V im Vereinslokale; Herr Red. S. Schachnowitz. Sonntag vorm. 9 Uhr und Dienstag abend 6 Uhr im Vereinslokale „Gemoro", Herr R. A. G. Posen. — abends 6 Uhr im Vereinslokale Langestraße 18, Vortrag des Herrn Emil Goldfchmidt über „Aus einem Kaddifch". Montag und Mittwoch abend7Uhr„Gemoro". Herr Rabb. Dr. Jos. Breuer. Donnerstag abend 7 Uhr im Vereinslokale „Mischna"; Herr Rektor Falk. Allmorgendlich nach Schul Mifchnalernen bezw. Dinim im Hörfale. Allabendlich 83/4 Uhr im Vereinslokale O"V-Lernen» Herr H. Halpern. ■ Jahrzeit Stiftungen: Montag, 8. Schwat, Wally Prager-Stiftung. „ „ Benj. Kallmann-Stiftung. Donnerstag, 11. Schwat, Anna Efchwege, geb. Schleffinger-Stiftung. Agudas Iisroet-Angendgrupps. Freitagabend nach Schul „Sidravortrag" für Herren und Damen. Herr Josef Rosenbaum. — abends 8 Uhr, Langestratze 18, gemütliches Beisammensein. — 8—9 lausende Sidroh mit Raschi, Herr M. Nowak. j row Vormittag, 9'k—it JOD1 Herr Dr. I. Posen, Am Tiergarten 42, 3. - Vorm. Vsll—742 -"jn, Herr Dr. Hofmann, Eschen-! heimeraniage 1 pt. - (Vorm, ^ll—742 Kizzur, Schulchin Aruch, Herr Loutb K a h n. — 11-12 rVQK ■'piD, Hermann Frankenthal. — 12—1 □TlCD ',21 sür Fortgeschr., Herr Halpern. — 12—1 Uhr i"En, Herr Lehrer Hirschberg. — 1/s2—3 Uhr nachm., Raschi, (laufende Sidroh) Herr M. Nowak, — 3—4 Uhr Nachm, din *>'n (Hilchaus Schabbos), Herr N 0 w a k, anschließend nnüD. — 3-4 □’inc-D ‘Dl Herr Dr. N 0 thschild. — pp iyiD Herr Dr. Hofmann. Sonntag, 8—9 Vorm. — min bv HJH Herr Leopold Opvenh eim er. — &U—9lU Vorm. Gemoro Herr Michael Kohn. — 2-3 nchm. rimMD rüfD, Herr Dr. Rothschild. Montag 8-9 abends, Hegelstraße 13 n. nJWD für Fortgeschrittene, Herr Hermann Hirschberg. — Vß—l/4ö abends chn v»n, Herr Dr. Rothschild. 9—10 abends pp“, Herr Hauptlehrer Eschwege. Dienstag 1/29—‘/ßlO abends Gemoro, Herr Michael Kohn.— 729—’/slo abends pp pyp ‘dd, Herr Dr. Hofma n n.— Mittwoch l/„9—i/zio abends cnN 'p, Herr Mich. Kohn.— - Vi'lO abends dyjdö 'DB, Herr Dr. R 0 tschild. — abends 87« Uhr Vortrag der Ortsgruppe in der Aula der Realschule, Am Tiergarten. Donnerstag 8—9 abends, Hegelstraße l3n. fiVDtPD für Fortgeschr. Herr Herrmann Hirsch» b erg. Agudas Iisrsek-Wädchengruppe. Freitagabend nach Schul Sidrohvortrag, Herr Josef Rofenbaum. 11—12 niDN irr®. Herr Hermann Franken» t h a l. — 742—74 Herr Louis Kahn. — 4-5 v'^n tfpnn, Herr Lehrer Hirschberg. Sonntagabend npOO, Zirkel sür Anfänger und Fortgeschrittene von 7a9—74°, Herr Lehrer H irschb erg. Montag 9—10 abends Herr S. U n n a. Kl. Obermainftr. 30. Dienstag civp"i Herr Dr. Weger. (Arbeitsgemeinschaft) von x\ß - IO1)4 abends. Mittw och abends 87s Uhr, Vortrag der Ortsgruppe in der Aula der Realschule, Am Tiergarten. „Schlechte Zeiten"; Herr Redakteur S. Schachnowitz. Donnerstag l!ß—10 Handarbeitsabend. LirvjatH Göen-Berein. Samstag nachm, nach „LUinchahim Hörsaale Friedberger Anlage „Midrasch"; Herr Redakteur S. Schachnowitz. Mesyamidrasch, Hffeudklraße 18. Samstag ^/«Stunde vor Nacht halachischer Vortrag; Herr B. R a ch e lso hn. Sonntag vorm, von 8—'/slO Uhr, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag abends von OzO-lO Uhr: „Gemoro" Herr Rechtsanwalt Dr. Breuer. Alltäglich zwischen dpdd und any»: diu ‘rr und am Sabbat 12 Uhr mittag Ehumisch mit Raschi, Herr Rosenzweig. Alltäglich von Sonntag bis Donnerstag abends 7*7 Uhr: riD*D 'dd; Herr Rabbiner S. Weber. Wund jüdischer Akademiker (Stellenvermittlung.) Stellengesuch. Gut ausgebildeter Kinderarzt sucht Älnftellung zur weiteren Fortbildung, übernimmt auch Vertretung. Tatmud-Hyora-Wereiu. Vereinslokal: Gemeinde-Synagoge Börneplatz. Freitag abend: Vortrag, Herr Direktor Gans^

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