Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 65 (1924)
- Issue
- Heft 1 (3.1.1924)
- Date
- 1924-01-03
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Israelit Nr. 1 Seite 5 3. Januar 1924 war es nur ein winzig kleiner Kreis, der an dem gleichen Sium teilnehmen konnte, heute wurde das Ereignis unter Teilnahme der ganzen orthodoren Gemeinde festlich begangen, wozu ein groher Teil durch regelmäßiges Mitlernen sich die besondere Berechtigung erworben hat. Die äußere politische Lage der Juden läßt nichts zu wünschen übrig. Vor kurzem ist ein Jude zum Lord- Mayor von Johannisburg gewählt worden und auch ins Parlament Hai Johannisburg einen jüdischen Abgeordneten entsendet. Türkei. »je Zusrnveire in <ler CörKcf. Konstantinopel, 20. Dez. lieber die für den Kenner der ottomanischen Geschichte geradezu niederschmetternd wirkenden antisemitischen Regierungsmaßnahmen der letzten Zeit, die sich Lllerdiugs in gleicher Weise auch gegen Griechen und Armenier richten, ist in den letzten Nummern dieses Blattes bereits berichtet worden. Was aber für die zukünftige Entwicklung des nationalen und konfessionellen Friedens in der Türkei die schlimmsten Befürchtungen auskommen läßt, ist die geradezu zügellose Judenhetze, die sich z. Zt. in den Spalten einer großen Zahl türkischer Zeitungen in Konstantinopel, Adriauopel, Brussa und anderen Orten der europäischen und kleinasiatischen Türkei auslobt. Es ist, als ob plötzlich ein Geist haßerfüllten Wahnwitzes aus geheimen, bisher unerkannten Quellen über diese türkischen Volkserzieher gekommen wäre. Man spricht von einer „jüdischen Gefahr", erzählt völlig aus der Luft gegriffene Schauermärchen über von Juden veranstaltete Türkenverfolgungen (!) in dem oder jenem entfernt liegenden Orte und nährt nach deutsch-antisemitischem Muster in den urteilslosen Volksschichten den gefährlichen Wahn, die Juden hätten sich während der Zeiten der Not „auf Kosten der Türken" bereichert. Daneben werden einzelne Vorkommnisse aus den Jahren der griechischen Besetzung Adrianopels, bei denen angeblich die Juden sich besonders griechenfreundlich gezeigt haben sollen, durch handgreifliche Uebertreibungen, zum Teil durch reine Erfindungen zu Hetzzwecken benutzt. Welches Unheil angesichts des naturgemäß hochgesteigerten Selbstbewußtseins der türkischen Sieger aus dieser Gistsaat für die Juden erblühen kann, ist kaum auszudenken. Es müßte von jüdischer Seite, ehe es zu spät ist, alles versucht werden, um nicht durch zwecklose Verschärfung der Polemik, sondern vielmehr durch geeignete Schritte bei den politischen und religiösen Autoritäten auf die drohende Gefahr hinzuweisen und von dieser Seite eine entsprechende Einwirkung auf die Presse durchzusetzen. (Kunstnachrichten.) Frau Rahe! Ruth Sinasohn, Berlin (Kunst-Sina) zeigt an, daß sie im Logenhaus Berlin, Kleiststr. 10—12 eine Ausstellung kunstgewerblicher Schmuckgegenstände für das jüdische Heim veranstaltet, die bis 6. Januar geöffnet ist. (Das Lebensalter Rabbas.) In der Nr. 51 unter „Kleine Notizen" ist eine Bemerkung des Herrn Berlrnger aus Breslau enthalten, worin er eine Berichtigung in Kotteks „Geschichte der Juden" betreffs des Lebensalters Rabbas bringt. Er behauptet, daß derselbe nur 40 Jahre alt geworden sei, statt, wie dort angegeben, 60. Dazu ist zu bemerken: Kottek hat, wie bekannt, seine „Geschichte der Juden" ganz nach den Forschungen des unvergeßlichen Rabbiner H a l e v i abgefaßt und dieser hat ln seinem tparcwin fli-m 2. Teil. Rap. 49 usw. unwiderleglich nachgewiesen, daß die Angabe in der mm sicher ein Schreibfehler ist, und statt 40 die Zahl 60 unbedingt bestehen bleiben muß. M. I. Personalien. Frankfurt a. M., 27. Dez. Der vom Vorstande der hiesigen Israelitischen Gemeinde geschaffene Lehrstuhl für jüdische Religionswissenschaft an der Frankfurter Universität, für den ursprünglich Rabbiner Dr. Nobel s. A. ausersehen war, ist Dr. Martin Buber übertragen worden. Berlin, 27. Dez. Der langjährige Vorsitzende des Zentralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, Eeheimrat Eugen Fuchs, ist in hohem Alter gestorben. Persönlich auf entschieden liberalem Standpunkt stehend, hat Fuchs seine hervorragende geistige Begabung, die er im Dienste jüdischer Bestrebungen gerne betätigte, vor allem dazu benutzt, um den Zentralverein, soweit wie irgend möglich sowohl der Orthodorie als dem Zionismus als gemeinsames Organ mundgerecht zu machen. Gelingen konnte ihm das zwar nur im beschränkten Maße, aber die Reinheit seiner Absichten und seine Liebe für alles Jüdische verdienen dankbare Anerkennung. Auch die Gegner werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. London, 22. Dez. Vorige Woche ist einer der bedeutendsten Talmide Ehachomim Londons, Rabbiner S. I. Bloch, plötzlich gestorben. Aus Kurland stammend, hat der Heimgegangene 30 Jahre lang, zuerst in Sunderland und B i r in i n g h a m, alsdann in London für Thauro und Jiroh gewirkt und auch dem von Dr. Jung s. A. gegründeten „Rabbinischen Komitee angehört. Die Agudas Jisroel-Bewegung fand in ihm einen treuen Anhänger und eifrigen Propagandisten. An seiner Bahre hielten unter anderen die Rabbiner Ferber, Zimmer und Dr. Schönfeld warm empfundene Nachrufe. Jerusalem, 14. Dez. Am Montag ist eine der ausgezeichnetsten Persönlichkeiten Jerusalems, Malisj a h u Elbe, gestorben. In Jerusalem geboren, hat der Heimgegangene tiefe Gottesfurcht und glühenden Eifer für Thora und Mizwaus mit praktischem Verständnis für die wirtschaftlichen Bedürfnisse des heiligen Landes zu vereinen gewußt und sich sein ganzes Leben lang — er ist nur 57 Jahre alt geworden — um die Einführung neuer Erwerbszweige auf industriellem Gebiete in Palästina bemüht. Dem Schmerze des zahlreichen Trauergefolges gaben eine Reihe von Hespedim, darunter auch derjenige von Oberrabbiner Sonnenfeld, lauten Ausdruck. Briefkasten. M. K. in S. Betrag nichtig erhalten. K. B. in Strbg. Fr. 80 erhalten. Tierarzt Dr. B. in Berlin. 29. August 1883 gleich 26. Av. 10. Dezember 1888 gleich 6. Tewet. 9. August 1913 gleich 6. Av. A. G. in Pforzheim. Fünf Rentenmark erhalten, besten Dank für Bemühungen, erbitten Fortsetzung Ihrer Tätigkeit. M. S. in Buttenwiesen. Betrag erhalten, Abonnement bis 1. 4. 24 ausgeglichen. frankfurter Berichte. Verein Weiror Khajiw. Am Sonntag den 6. Januar findet, wie schon angekündigt, die diesjährige Generalversammlung statt, zu der nochmals auf diese Weise die Mitglieder zur zahlreichen Teilnahme aufgefordert werden. Auf der Tagesordnung .stehen: Berichterstattung, Anträge und Wahlen. Die Versammlung findet um 3 Uhr nachmittags im Vereinslokal statt. Wochenkalender. 5.—12. Januar 1924 | 28. Teweth bis 6. Schewath 5684 Samstag Jan. 5 msi 28 ra 0 Rosch-Thodesch-Bensche» Sonntag 6 29 Jom kippur kotoir Montag 7 1 V2D Rosch-Chodefch. Beginn d. Winter-Tekufo Drenstaq 8 2 (Neumond: Samstag nacht Mittwoch 9 3 12 Uhr 28'/, Min.) Donnerstag 10 4 Freitag 11 5 Samstag 12 Kl 6 Vereinskalender. Werein Weüor tzyajlm. Freitagabend nach Schul „Mikrrovortrag" Herr Max Michel. Samstag vorm, nach Schluß der Synagoge im Hörsale „Dinim"; Herr Rektor Falk. - nachm. */a4 Uhr npyi py im Vereinslokale: Herr Red. S. Schachnowitz. Sonntag vorm. 9 Uhr und Dienstag abend 6 Uhr im Vereinslokale ,Gemoro", Herr R. A. G. Posen. — abends 6 Uhr im Dereinslokale Langestraße 18, Vortrag des Herrn Rabbiner Dr. Josef Breuer aus „Jecheskel". Montag und Mittwoch abend7Uhr„Gemoro". Herr Rabb. Dr. Jos. Breuer. Donnerstag abend 7 Uhr im Vereinslokale .Mischna": Herr Rektor Falk. AÜmorgendlich nach Schul Mischnalernen bezw. Dinim im Hörsale. Allabendlich 8»U Uhr im Dereinslokale o"V-Lernen, Herr H. Halpern. Jahrzeit Stiftungen: Freitag. 4. Januar. (27. Tewes) Rabb. S. R. Hirsch, Sally Goldschmidt, Jsaac Eschwege. Mittwoch, 9. Jan. (3. Schwat), Benny Benjamin Stiftung. Agudas Iisrael-Kugendgruppe. Freitagabend nach Schul „Sidravortrag" für Herren und Damen, Herr Louis Kahn. — abends 8 Uhr, Langestratze 18, gemütliches Beisammensein. — 8—9 laufende Sidroh mit Raschi, Herr M. Nowak. Vormittag, 972—ü narrp" «T03 Herr Dr. I. Posen, Am Tiergarten 42. 3. — Vorm. 7*11-7,12 Herr Dr. Hof mann. Eschenheimeranlage 1 pt. — (Vorm. 7*11—7,12 Kizzur. Schulchan Aruch, Herr Louis K a h n. — 11-12 ro* ipTD, Hermann Frankenthal. — 12—1 □•»PIDD *01 für Fortgeschr., Herr Halpern. — 12—1 Uhr v'Bn, Herr Lehrer Hirschberg. — 7r2—3 Uhr nachm., Raschi, (laufende Sidroh) Herr M. Nowak, — 3—4 Uhr Nachm, cna vin (Hilchaus Schabbos), Herr Nowak, anschließend Pirm - 3-4 D^riDD 'Dl Herr Dr. Rothschild. — pa Herr Dr. Hosmann. Sonntag. 8—9 Vorm. — min bv wi Herr Leopold Oppenheimer. — 87<—97« Vorm. Gemoro Herr Michael Kohn. — 2—3 nchm. nvtfttto Dira, Herr Dr. Rothschild. Montag 8-9 abends, Hegelstratze 13 n. n:iyD für Fortgeschrittene, Herr Hermann Hirschberg. — 1I$—V2I0 abends din v»n. Herr Dr. R 0 thschild. 9—10 abends y"ty nsp, Herr Hauptlehrer E s chwege. Dienstag 7*9—^'/210 abends Gemoro, Herr Michael Kohn.— 7s9—7-10 abends?cop iyift ‘dd, Herr Dr. Hofmann.— Besonders günstiges Angebot unserer Seidenstoff-Abteilung Sabbat-Anfang und -Ausgang. Ort: Anfang D 0 rtum Ausg. Uhr Min. 1924 5684 Uhr Min. Frankfurt a. M. 4 15 5. 28. 5 30 Berlin .... 4 10 Jan. Tebet 4 56 München . . . 4 30 5 20 Köln. 4 30 5 30 Stuttgart . . . 4 30 5 28 Breslau.... 4 15 4 50 Nürnberg . . . 4 14 5 17 Hamburg . . . 4 10 5 10 Beachten Sie unsere Schaufenster mimiitmmmiummmiiuiimiiiiitiiiiimummiimiiiimimumiiimimiiiiimmtimiituiuiiiiimiiimumumm Ein Posten Crepe de cfaiate erstklassige Qualität, für Blusen und Kleider in apartem Farbensortiment . p. Meter Mk. ROBINSOHN