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Der Israelit · 1923-12-20 · Heft 51 (20.12.1923) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
64 (1923)
Issue
Heft 51 (20.12.1923)
Date
1923-12-20
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 Nr. 51 Der Israelit 20. Dezember 1923 Vom 1. Januar an beträgt die Abonnementsgebühr im deutschen Jnlande l Mk. monatlich. Wir erheben die Gebühr für das erste Vierteljahr 192 4 — um im beiderseitigen Interesse die häufigen Nachnahmen fortan ru ersparen — zusammen mit dem Dezember-Abonnement, einschl. 30 Pfg. Nachnahmespesen, zus. also 3.80 Mk. vom 22. Dezember an. Abonnenten. die monatliche Zahlung vorziehen und keine Vierteljahrsnachnahme wünschen, wollen uns dies unverzüglich Mitteilen. Rabbiner, Lehrer und Kultusbeamte genießen 50 % Ermäßigung. Die ausländischen Abonnementsgebühren werden ab 1. Januar die inländischen lediglich um den Betrag der Bersandspesen von 8 Goldpfennigen für die Nummer übersteigen: die sich ergebenden Beträge in ausländischer Währung sind am Kopfe der letzten Dezember-Nummer ersichtlich. Der Jnseratpreis beträgt ab 1. Jan. wie im Frieden für In- und Ausland 30 Pfg. für die einspaltige Zeile. Verlag des „Israelit" G. m.b.A. Frankfurt a. M. Unnütze Kämpfe. In den letzten Wochen haben, wie uns zuverlässige Berichterstatter melden, an verschiedenen Orten Deutschlands auf Betreiben eines bekannten Führers der Berliner Gemeinde - Orthodoxie vertrauliche Besprechungen stattgefunden, die zum Zwecke haben, unter dem Namen „Achdus" — lueus a non lucendo — eine neue, gemeindeorthodor orientierte „Freie Vereinigung" neben der seit 40 Jahren wirtenden Schöpfung S. R. Hirschs V'xt und sicherlich nicht zu ihrer Unterstützung ins Leben zu rufen. Wir halten es für unsre publizistische Pflicht, die Oeffentlichteit von diesen Vorgängen zu unterrichten und die Frage kurz zu beleuchten, inwieweit die Neuschöpfung Existenzberechtigung hat. Daß innerhalb der deutschen Orthodoxie zwei Gedankenrichtungen vorhanden sind, deren Vertreter auf dem Gebiete der Gemeindewie der Volkspolitik gegensätzliche Anschauungen ver- Das Inhaltsverzeichnis befindet stch am Schluffe des redaktionellen Teiles. fechten, ist eine Tatsache, mit der sich wohl jeder an öffentlichen Dingen Interessierte heute mehr oder minder abgefunden hat. Bisher waren diese gegensätzlichen Anschauungen aber nur insoweit gegensätzlich im Großen organisiert, als es sich um die Volks Politik handelte: Agudas Jisroel und Misrachi. In diesen beiden Organisationen stehen sich die beiden Grundgedanken: die Thora als souveräner Herrscher der Volksgesellschaft oder als Programm einer mindestens vorläufig zum Fraktionsdasein verurteilten Gruppe in voller Klarheit gegenüber. Der gemeindepolitische Gegensatz wirkte sich dagegen bisher erfreulicherweise nur lokal aus und nur dort, wo die Orthodoxie es .zur selbständigen Gemeindebildung neben einer religiös neutralen oder neologen Gemeinde gebracht hat. Für alle gemeinsamen Angelegenheiten hat die gesamte deutsche Orthodoxie seit 1906 in der „Freien Vereinigung" ihr einheitliches Organ, denn bis auf verschwindende Ausnahmen gehörten seitdem alle prominenten Führer der Gemeind eorthodorie der Leitung der „Freien Vereinigung" an. Die „Freie Vereinigung" Hai dann im Kriege, um auch jenen wenigen Außenstehenden sowie dem begreiflichen Ehrgeiz der Eroßgemeinden Rechnung zu tragen, eine ganze Reihe von Tochter-Organisationen geschaffen: die „Zentrale für Mazzosversorgung", die „Ein fuhr st eile für Esrogim und Palmen", die „Zentrale für rituelle Lebensmittel", die in freundschaftlichem Zusammenwirken der beiden Richtungen der Orthodoxie Ersprießliches leisteten und den Beweis lieferten, daß bei gutem Willen — unbeschadet des gemeindepolitischen Gegensatzes — für die Förderung von Thora und Mizwos praktisch sehr wohl eine organisatorische Gemeinsamkeit der im.Grunde religiös Gleichgesinnten möglich ist. Jetzt plötzlich wird erklärt, die Gemeinde- Orthodorie müsse sich als Landesverband über-kommunal organisieren, um der intransigenten „separatistischen" Freien Vereinigung ein Gegengewicht zu schaffen! Den erstaunten Hörern wird die seltsame These durch die Behauptung klar gemacht, die Freie Vereinigung sei identisch mit der — „Agudas Iisr oel", und diese habe in Wien in 8 4 ihrer Satzung Misrachisten aus ihrer obersten Leitung ausgeschlossen, ja sogar einen hervorragenden Führer der Berliner Ghmeindeorthodorie, der dem Provisorischen Komitee angehörte, nicht in den Zentralrat der internationalen Agudas Jisroel gewählt. Diese ganze Argumentation ist völlig abwegig und anscheinend — sicherlich unbewußt — von persönlichen Verstimmungen eingegeben. Die „Freie Vereinigung" hat mit der Agudas Jisroel nicht nur formell nichts zu schaffen, sondern sie ist auch ihrer inneren geistigen Struktur nach ganz anders geartet. In der Agudas Jisroel regiert der Osten mit seiner erdrückenden Mehrheit, und wenn das Loos des Nichtgewähltwerdens leider auch eine Berliner Persönlichkeit gemeinde - orthodoxer Gesinnung traf, so lag das zunächst an der Notwendigkeit, eine recht große Zahl der ehemaligen deutschen Mitglieder des Prov. Komitees durch Personen aus anderen Ländern zu ersetzen. Daß die deutsche Gemeinde-Orthodoxie außerdem von den chassidischen Kreisen des Ostens, von der Tschecho-Slowakei, Ungarn und weiteren ungarisch orientierten Gruppen nicht gerade bevorzugt wird, dafür ist weder die „Freie Vereinigung" verantwortlich, noch die der Gemeindeorthodorie nahestehenden deutschen Mitglieder der engeren Agudaleitung. Jnr deutschen Gruppenverband der Agstda steht der Rabbiner einer Einheitsgemeinde an der Spitze, und im deutschen rabbinischen Landes rat der „Agudas Jisroel" sitzen neben dem rabbinischen Führer der selbständigen Orthodoxie zwei hervorragende Rabbinen, die an Einheitsgemeinden wirken und wegen ihrer gemeindepolitischen Konzilianz allgemein bekannt sind. Wo in aller Welt — so fragen wir — steckt also die Notwendigkeit, in einem Augenblicke, in dem doch wahrlich ernstlichere Sorgen als der Wunsch nach neuen gehässigen Kämpfen die Gemüter erfüllen sollte, durch die geplante „Achdus"- Organisation d en Rest von Achdus in der deutschen Orthodoxie ^kurzsichtig zu zerstören und ohne jeden praktischen Nutzen den Kampf der Prinzipien auch gemeindepolitisch bis zur Siedehitze zu steigern? Wir scheuen diesen Kampf wahrlich nicht; aber wir beklagen, daß man — unter sorgfältiger Ausschaltung derjenigen Persönlichkeiten, die früher in ähnlicher Konstellation immer zu vermitteln pflegten — im Geheimen für ein Unternehmen wirbt, an dem kein Segen sein kann, weil es den Frieden nutzlos opfert. Mögen sich diejenigen vorsehen, die sich in gutem Glauben in den Dienst dieser im Endergebnis rein negativen Bestrebungen stellen: wer es dergerissen. (Siehe auch Sohar zu Jesajanischem Satze nbx x-a '» ixm ca'3'y mnv ist? D. Red.) Als Jakob daher mit seinem prophetischen Auge die genannten Nachkommen von Menasse und Esraim sah. ries er entsetzt aus: n^x ■>»! Ich sehe hier den göttlichen Namen wj^x geteilt; wie soll ich sie nun segnen?! Vgl. '"En z. St. u, No-Q pw isdV nmpn. Joseph aber antwortete: nm D’pVx 'i> ^nauvx nn 'aa. Für meine Kinder gegenwärtig ist o'p^rr noch ganz und ungeteilt. So willigte Jakob ein und begann seinen Segen mit w^nnn nvx D’pVxn ntfi'tra*. Einige Bemerkungen zum Wochenabschnitt. Von Rabbiner Dr. Winkler in Kopenhagen. xa «jot5 ^a nan nvx'i tpi — ni>in i'ax nan *jDvi> nvx'i ♦nenn Vy av'i Vxnty pmm In diesem Schriftwort, meint der Wilnaer Gaon, sei angedeutet, was unsere Lehrer, v>"b tama sagen, daß der Krankenbesuch durch eine sympatische Person eine Erleichterung der Krankheit um einen sechzigsten Teil zur Folge habe. Jakob war ganz krank gewesen nan ni>in 1'2» — nan hat den Zahlwert '60. Nach Josephs Ankunft fühlte sich Jakob etwas besser pmv'i und das Leiden sank bis auf nvvn gleich 59. ml-x'» ittx’i tjoi» ’aa nx Vx-ie?’ xti Durch das verhängnisvolle Wort ni>xi, in -xnv' -pp^x n^xi mit dem beim goldenen Kalb, der später durch Jerobeam, Ahab, Jahu und dessen Söhne um sich gegriffene Abfall einsehte, wurde die Integrität des heiligen göttlichen Namens verletzt, wp^x wurde in nVx und ’» auseinan- Kleines Feuilleton. Ein Hildesheimer-Denkmal. Zum fünfzigjährigen Bestehen des Rabbinerseminars zu Berlin hat Dr. Meier Hildesheimer im Verlage Hermon A.-G. Rabbiner Dr. Israel Hildesheimers Gesammelte Aufsätze herausgebracht, gewiß zur nicht geringen Freude aller Hildesheimer- Verehrer, aber auch zum Nutzen des Judentums und zur Bereicherung seiner religiösen Literatur. Das schön aus^^ftattete Buch enthält zwölf Aufsätze aus der Feder Israel Hildesheimers über die verschiedensten Gebiete der jüdischen Lehre und des Geseheslebens, dazu noch einige Nachträge und Ergänzungen von Dr. S. Klein in Nove Zamky. Aus der eingehenden und sehr lesenswerten Einführung des Herausgebers, die in gedrängter Kürze auch eine Biographie des Meisters enthält und Einblick in die Eeisteskämpfe seiner Zeit gewährt, sei hier der Schlutzteil, der von der Liebe Hildesheimers zum heiligen Lande berichtet, wiedergegeben: Die Liebe zum heiligen Lande war ferner einer der hervorragenden Charakterzüge Hildesheimers. „Ein strahlendes Bild Jerusalems schwebt meinen Gesinnungsgenossen und mir als Ideal vor, das durch menschliches Tun realisiert werden kann, noch bevor es dem himmlischen Vater gefallen wird, mit der Erfüllung der messianischen Verheißung das eigentliche ideale Jeruscholajim erstehen zu lassen".— Schon zu einer Zeit, wo nur wenige an eine Kolonisierung des heiligen Landes dachten, tritt er warm für sie ein und sucht auch widerstrebende Kreise für sie zu gewinnen, wie z. B. > die „Russenkomitees". Freilich warnt er vor „Kolonisationsstürmern", vor jenen „verhängnisvollen Schwärmereien, die sich in die nüchterne Behandlung der Frage eindrängen"; nicht minder aber warnt er vor einer Überschätzung des zu erstrebenden Zieles: „Freilich habe ich nur das Prinzip der Kolonisierung, niemals das der Besitzergreifung Palästinas im Auge... In ruhiger Weise, nach menschlichem Können, die Wege der messianischen Zukunft anzubahnen, ist jüdische Pflicht; jenseits dieser Grenze beginnt der an Verbrechen streifende Leichtsinn." In diesem Sinne sucht er sich auch mit dem Bestehenden abzufinden: die „Ehaluka" ist ihm eine vorläufig zwar unvermeidliche Einrichtung, aber, wo er nur kann, ist er bestrebt, Verbesserungen herbeizuführen, vor allem will er die Abhängigkeit von Geldspenden durch Selbsthilfe ersetzen. Ebenso arbeitet er fortgesetzt an einer Modernisierung des palästinensischen Schulwesens, wofür er in Wort und Schrift, mit Rat und Tat eintritt. Zahlreiche segensreiche Neuschöpfungen verdanken ihm ihren Ursprung, so die „Armen- und Pilgerwohnungen", der' Verein „Esrath Hannidachim" u. v. a. Ein Zeugnis seiner Propaganda für Erez Israel ist sein hier

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