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Der Israelit · 1923-12-06 · Heft 49 (6.12.1923) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
64 (1923)
Issue
Heft 49 (6.12.1923)
Date
1923-12-06
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Der Israelit Nr. 49 Sette S 6. Dezember 1923 gen von je ca. 100 Zentner an eine gröbere Provinzstation. 3. Die Zahlungen sind wie folgt zu leisten: a) 50 °fo in wertbeständigen Zahlungsmitteln (Devisen, Goldanleihe, Dollarschatz, Rentenmark) spätestens bis zum 12. Dezember 1923. b) 20 % bis zum 20. Januar 1924, c) 30 % bis zum 5. März 1924. Die beiden letzten Raten sollen nach Möglichkeit in wertbeständiger Form, dürfen aber auch im Notfälle in Papiermark gezahlt werden. Die Umrechnung in Goldmark erfolgt in diesem Falle nach dem amtlichen Kurse des Tages nach dem Zahlungseingang bei der Bäckerei. Bestellungen müssen bis spätestens 8. Dezember ds. Js. und die erste Rate der Zahlungen bis spätestens 12. Dezember in unserem Besitz sein. Wegen der beschränkten uns zur Verfügung stehenden Quantität behalten wir uns vor, bis zum 20. Dezember zu entscheiden, ob und wieviel Mazzaus den Gruppen zugeteilt werden. Die Mazzaus sind zunächst für unsere minderbemittelten Mitglieder und deren Familien bestimmt, eventuell werden auch andere Bedürftige berücksichtigt. Um jede Art von Beschämung zu verj meiden, ersuchen wir die Gruppenvorsitzenden, | uns lediglich den Gesamtbedarf ihrer Gruppenj anzumelden. j Unsere Abrechnung erfolgt mit dem Vorstand der Gruppen. Der Vorstand der Gruppe haftet für den Eingang der Zahlungen. Außerdem sind wir in der Lage, besonders Bedürftigen den Preis noch um 5 °/o zu ermäßigen. Auch hierzu erbitten wir Anmeldungen entsprechend den obigen Bedingungen. Die Vorstände mögen sich bemerken, daß sie die Grenze der Bedürftigkeit nicht eng zu ziehen brauchen. Der O. V. der A.J.J.O. L e o M u n k ' Dr. Schwarz. Briefad resse: Leo Munk, Köln, Händelstratze 19. Aus der Bewegung. Leipzig. Am 18. d. M. fand im überfüllten Saale des Künstlerhauses eine von der hiesigen Orts- und Jugendgruppe der A. I. einberufene Versammlung statt, in der Herr Dr. Nathan Birnbaum, Homburg, über die Lage der Judenheit und die Orthodoxie einen großzügig angelegten Vortrag hielt, der die Aufmerksamkeit sämtlicher Hörer durchaus fesselte. An der darauffolgenden, recht lebhaften Diskussion beteiligten sich Angehörige der verschiedensten Richtungen. Die üblichen Angriffe eines Vertreters der Poale Zion gegen -omias pn wurden allseitig in schärfster Weise zurückgewiesen. Nicht zuletzt der umsichtigen Leitung des Herrn Direktor Dr. Neuhaus ist es zu verdanken, daß dieser Abend unserer Sache zahlreiche neue Freunde zugeführt hat. Es sind von den Anwesenden sehr erhebliche Beträge für den Ankauf von Grundeigentum in ->"s und für nvvvri z-v? gezeichnet worden, auch haben wir viele Anmeldungen neuer Mitglieder zu verzeichnen. Ueberhaupt herrscht hier zur Zeit ein reges Agudoleben. Besonders in der JugeHgruppe. Wir haben einen jungen n''n als VereinsfeNetär und Lehrer gewonnen, der allabendlich cp'rr'P abhält. Die Kurse sind sowohl für den Anfänger wie auch für Vorgeschrittene bestimmt. Selbstverständlich wird auch der niy»? gelernt. Für gesellige Zusammenkünfte an den Freitagabenden ist gleichfalls Sorge getragen und darf, da auch die Frauen- und Mädchengruppe auf sozialem Gebiet eine besonders rege Tätigkeit entfaltet, mit einem Aufblühen der Agudo auch in unserer Großgemeinde bestimmt gerechnet werden. Wien. (A. I. P. B.) Die Vorbereitungsarbeiten Tür den von der Kenessio Gedaulo geschaffenen Keren Hatauroh sind beendet. Das vom G. A. der Agudas Jisroel gewählte Komitee (Rabb. I. Vaumgarten, Rabb. B. Friedmann, und Dr. Deutschländer) beabsichtigt während der Chanukatage eine große Aktion zu Gunsten des Keren Hatauroh zu veranstalten. Wien. (A. I. P. B.) Die Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel hat zur Prüfung der Rentabilität des Ruttenbergschen Elektrifizierungsprojektes und sonstigen Möglichkeiten der Ausnützung der Wasserkräfte in Erez Jisroel eine fachmännische Kraft nach Erez Jisroel entsandt. Newyork. (A. I. P. V.) Die älteste und erste Organisation der ungarischen Orthodoxie in Amerika ..Oyoro Zedek" feiert in der Woche vom 2.—9. Dez. ihr 50 jähriges Jubiläum. „ Newyork. (A. I. P. B.) Die amerikanische Expositur der Agudas Jisroel hat sich konstituiert. Derselben gehören an die Herren: Oberrabb. Dr. Hillel Philipp Klein, Rabb. Dr. Rosenberg, Rabb. N. Garfunkel, Rabb. Dr. Leo Jung, Dr. Jonas Simon, Mr. Abraham Goldstein und Mr. Abraham Lunzer. Newyork. (A. I. P. B.) Unter Vorsitz des Herrn Oberrabb. Dr. Klein, fand hier eine Beratung der Agudaführer betreffs der Erez Jisroel-Arbeit in Amerika statt, in welcher beschlossen wurde, sich in großzügiger Weise für den Crez Jisroel-Fonds (Keren Erez Jisroel) einzusetzen und ihn in der amerikanischen Judenheit zu propagieren. Wien. (A. I. P. B.) Die Mitglieder des G. A. der Agudas Jisroel, die Herren Rabb. Dr. Pinchas Kohn und Kalman Pappenheim, Wien, haben sich zur Behandlung einer Reihe wichtiger Angelegenheiten innerhalb der polnischen Lanesorganisation nach Warschau begeben. Die Mitglieder des Frankfurter G. A., die Herren Leo Wreschner und H. Eisemann weilen beide zur Zeit in Wien, um an den Beratungen des G. A. teilzunehmen. die Korrespondenzen « ßaebriebfen Deutsche» Reich. Dervand födiseßer Sfudenfenoercine. Berlin, 20. Nov. Der obengenannte Verband wendet sich an jüdische Öffentlichkeit mit folgendem Aufrufe: Der Einwanderungsprozeß der ostjüdischen Studenten schaft nach Westeuropa hält schon seit der ersten Aufklärungszeit — der Haskalah — an und umfaßt bereits einige abgeschlossene Entwicklungsabschnitte. Dieser Prozeß führte an verschiedenen Orten von Westeuropa zur Gründung von jüdischen Studentenkolonien. Die Tätigkeit, welche in diesen Kolonien entfaltet wurde — die geistige Vertiefung der verschiedensten jüdischen Probleme — brachte jene Männer hervor, welche jetzt an der Spitze des jüdischen Lebens stehen. Die dort abgehaltenen Versammlungen, Diskussionen, Konferenzen usw. spiegelten deutlich alle Strömungen des damaligen jüdischen Lebens ab und wirkten auf diesem Wege als wichtiger Faktor in der Geschichte der jüdischen Gesellschaft. Die eigenartigen Verhältnisse solcher Studentenkolonien und die Ereignisse der letzten Jahre brachten es mit sich, daß diese lebendigen Karten aus der jüdischen Geschichte bisher nicht ihren Sammler gefunden haben. Mit dem Kriegsausbruch gingen die jüdischen Studentenkolonien in der Schwe.iz, Deutschland, Frankreich, Belgien ein und mit ihrer Zerstörung wurden diese Dokumente in Keller, Dachkammern und Privatwohnungen verschleppt, von wo aus sie ans Tageslicht gebracht werden müssen. Der Verband jüdischer Studentenvereine in Deutschland hat sich zur Aufgabe gemacht, diese Dokumente zu sammeln und ein „Archiv" der ostjüdischen Studentenschaft zu gründen. An Euch, jüdische Akademiker und an die ganze jüdische Gesellschaft ergeht nun unser Ruf. Sehet die Wichtigkeit dieser Aufgabe ein und leistet uns tatkräftige Unterstützung. Helft uns, die Materialien ausfindig zu machen, sie zu ordnen und auf diese Weise das Archiv der jüdischen Studentenschaft zu gründen. Mdslttren gegen den Judenhass. München, 20. Nov. Zu einer Kundgebung des Zentralkomitees der Katholiken Münchens, die sich gegen die Verunglimpfung und Beschimpfung der katholischen Kirche und insbesondere des Kardinals Faulhaber wendet, veröffentlicht der Vorsitzende des Zentralkomitees, der katholische Reichstagsabgeordnete, Stadtrat Rauch, unter der Ueberschrift: „Unerfreuliche Begleiterscheinungen der Vaterländischen Bewegung" in den „Münchener Neuesten Nachrichten" eine Erklärung, aus welcher folgende Stelle hervorgehoben werden soll: „Die Katholiken wollen nicht einstimmen in den allgemeinen unterschiedslosen Haßgesang gegen jeden, dem nichts weiter zur Last gelegt werden kann, als daß er als Kind jüdischer Eltern auf der Erde geboren. Das ginge gegen das Gebot unseres Heilands, der wohl strenge Gerechtigkeit gegen alle Uebeltäter, nicht aber Hatz gegen Andersgläubige und Andersgesinnte gepredigt hat." KJoHrattßatmit. München, 3. Dez. Wie uns aus München berichtet wird, sei die antisemitische Welle in München und Umgebung vollständig vorüber und könne die Sicherheit der Kinder, die ins Landheim nach Wolfratshausen kommen, vollkommen gewährleistet werden. Gcftcwcictz Numerus clausus mit der Faust. Wien, 30. Nov. Infolge neuerlicher Gewalttätigkeiten derhakenkreuzlerischen Studenten, die erwiesenermaßen Zuzug aus Bayern erhalten haben, mußte die Universität wieder gesperrt werden. Die völkischen Studenten erklärten in Maueranschlägen, jedem, auch den Sozialdemokraten, den Eintritt in die Universitätsräume gestatten zu wollen, den Juden aber diesen grundsätzlich zu v er wehren. Leider ist an maßgebender Stelle vom ernsten Willen, den Ausschreitungen, die Unterstützung gewisser politischer Kreise einen derartigen Umfang angenommen haben, daß dadurch der Studienbetrieb ernstlich gefährdet wird, ein Ende zu machen, wenig zu merken. p«ten. Die Lage in Polen, Warschau, 26. Nov. Das in Polen seit ungefähr zwei Jahren bestehende Gesetz der strengen Sonntagsruhe auch für jüdische Gewerbe und Geschäfte war bis jetzt in einigen, meist von Juden bewohnten Gegenden Ostpolens, nicht in voller Wirksamkeit. Nunmehr hat der Arbeitsminister eine Verordnung erlassen, daß das Gesetz auch in den Städten Polens. Wolhyniens, und eines Teiles der Vialystocker Gebietes, wo die Juden 90 Prozent der städtischen Bevölkerung ausmachen, mit aller Strenge durchgeführt werden soll. Im Zusammenhang mit einer Bombenexplosion in Warschau werden fortwährend unter der jüdischen Bevölkerung Arretierungen vorgenommen. In der letzten Woche wurde unter anderen Rabbiner Maier Lerner aus Lubow arretiert. Rabbiner Lerner hatte bis jetzt das Asylrecht des polnischen Staates genossen, da er seinerzeit aus Rußland vor Verfolgungen geflohen ist. Auch die Ausweisungen aus Wilna werden mit der Explosion in Verbindung gebracht. Dort hat die Polizei in der letzten Woche allen denjenigen Juden, die aus Sowjetrußland geflüchtet sind und bisnun die Aufenthaltsbewilligung gehabt haben, die Bewilligung abgenommen und sie aus Polen ausgewiesen. Wiederaulvau in Polen. Warschau, 6. Nov. Wie das „Korrespondenzblatt des Zentralbüros für jüdische Auswanderungsangelegenheiten des Hilfsvereins der deutschen Juden" mitteilt, hat die „JEA" (Jewish Colonisation Association) ihre Rekonstruktionsarbeit in Polen wieder ausgenommen. Sie beschäftigt sich schon seit Monaten damit, ihre ehemalige Organisation auf den Gebieten des Ackerbau-, Kreditgenossenschafts- und professionellen Schulwesens wiederherzustellen. Wichtige Unterhandlungen sind notwendig gewesen, um von den Landesbehörden das Recht zu erlangen, der hartgeprüften Bevölkerung die Mittel zur Wiederaufnahme der Arbeit zu liefern. So hat die JEA auf landwirtschaftlichem Gebiete in Zusammenarbeit mit dem Joint Distribution Committee die Arbeit für die Kolonien wieder ausgenommen und Spar- und Leihkassen von neuem errichtet, welche außer den direkten Diensten, die sie leisten können, auch als Mittelpunkt für die Gruppierung der jüdischen Bevölkerung nützlich sind. Ferner ist die JEA dabei, die Wiederaufnahme des professionellen Unterrichts zu sichern. Sie subventioniert die Schulen, denen das IDE das erste Installationsmaterial liefert. Im einzelnen sei folgendes über Schöpfungen und Unternehmungen auf dem Gebiete der Rekonstruktionsarbeit angeführt. Leihkassen: In den verschiedenen Teilen Polens (ehemaliges Königreich, Galizien, Wilnaer Gebiet, Ostprovinzen) werden gegenwärtig 235 Leihkassen von der JEA subventioniert, die ungefähr

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