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Der Israelit · 1923-11-01 · Heft 44 (1.11.1923) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
64 (1923)
Issue
Heft 44 (1.11.1923)
Date
1923-11-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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r «r i w» v 1. November 1923 | Ul?! CX. znv vßtl 22. Nkarcheschwan 5684 Nr. 44 64. Jahrgang Ein Centralorgan fOr das orthodoxe Judentum Begründet von Dr. Lehmann in Mainz. M Abonnement ab 1. November: Deutschland 0,50 Goldmark monatlich (multipliziert mit dem am Zahltag gültigen Goldmarkkurs (V4 Dollar); Deutsch-Österreich: 4. Vierteljahr: 20000 Kronen; Polen: 4. Vierteljahr: 2 deutsche Goldmark. — Nur Vierteljahrs-Abonnements: Tschecho-Slowakei 18 Kronen, Ungarn 600 Kronen, Jugoslawien 25 Din.; Litauen 7.50 Lit.; Rumänien 50 Lei; Holland 1.50 fl.: Belgien 7,50 Fr.; Frankreich 6 Fr.; Schweiz 2,60 Fr.; Italien 10 Lire; Skandinavien 4 «.; England 2 sh. 6 p.; Amerika 0,75 Dollar. Einzelnummer Fünfzehn Goldpfennige. Der Israelit erscheint jed. Donnerstag. Inserate 10 Goldvf., multtpl. mit dem Goldmark- - - ,. ... " tj 5 Toldpf., für die fiebenaesp. Nonpareille-Zeile einschl. : in Höhe eines Fernbriefportos. Auslandsinserate 20 * Bei lauf. Jnserataufträgen tarifm.Preiserhöhung jederz. voroeyauen. ^n,erarenannayme ourch den Verlag des Israelit G. m. b. H., Frankfurt a. M., Gr. Eschenheimer Str. 23, Tel. Hansa 6842 sowie durch sämtl. Ann.-Erp. d. Inu. Auslands. Alleinige Inseratenannahme für Frankfurter Geschäftsanzeigen: Jul. Schmidt, Lantzeftratze 3. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. 8ä^!üngen7!re?t^r^en^erkä^üs^ostsche3?önt^^ran?sür^!!tärn^sr^88W^^^lu^erdeu^ ^üriö^k^^^^^^-^^zosts^eckam^Am^^dmr^ir^AMO^^^ö^misch^cniorchank^ " mlT^östsvariasse Wen^kr^^^^^!söstspär?ässenäm^8lwNes^r^8^A^^!sö^s^e3äm^ — Banca Mamarosch, Blank feCo. ^w Bukarest —Filiale des Wiener Bankvereins in Äslram. Abonnements n. Inserate ab 1. November in ftoidmavfi. Nachdem der „Börsenverein deutscher Buchhändler" durch Bekanntmachung vom 25. Okt. die Errechnung besonderer Schlüsselzahlen für das graphische Gewerbe eingestellt und die Schlüsselzahl dem jeweiligen Dollarkurs angepatzt hat. sehen wir uns veranlaßt, im allseitigen Interesse sowohl für Abonnement als für Inserate zur reinen Goldmarkrechnung überzugehen. Moimemenk. Das Abonnement kostet wie bisher i/2 Goldmark (gleich Vs Dollar). Um zu wissen, welcher Papiermarkbetrag zum Ausgleich dieser 50 Pfennige zu zahlen ist. dividiert man den Berliner Dollarkurs des Absendungstages durch 8 und überweist den Betrag auf Postscheckkonto 19802. Sollte der Dollar zwischen dem Absenbungstag und dem Tag des Eintreffens bei uns um mehr als 10 % steigen, sodatz wir entwertetes Geld empfangen, so müssen wir uns die Nachberechnung der Differenz und Erhebung durch Nachnahme allerdings Vorbehalten. Im übrigen werden aber nach diesem System, wie wir hoffen, die lästigen Nachzahlungen vermieden bleiben können. Die als Anzahlung für November bereits durch Nachnahme erhobenen 3 Milliarden werden bei der Berechnung natürlich berücksichtigt. Abonnements für November, die bis 10. Nov. nicht voll bezahlt sind, werden vom 15. Nov. an durch Nachnahme erhoben und zum Dollarkurse des Eingangstages der Nachnahme gutgeschrieben. Inserate. Sämtliche Inserate werden in Goldpfennigen — Inland zur Zeit 10 Pfg., Ausland 20Pfg. für die Zeile — berechnet: Gutschrift der Markbeträge zum Kurse des Eingangstages. Sowohl für Abonnements als für Inserate werden Dollar-Schatzanweisungen an Zahlung genommen. Ünslaml-Wonaements. Die gewaltigen Porto - Erhöhungen für Drucksachen zwingen uns zu einer Steigerung einzelner Auslands-ASonnements-Gebühren. Es kostet mit Rückwirkung ab 1. Oktober das Vierteljahrs-Abonnement in Deutsch-Oesterreich 20000 Kronen, Polen 2 deutsche Goldmark, Rumänien 50 Lei. Frankfurt a. M., 30. Oktober 1923. Verlag des „Israelit" G.m.b.A. Frankfurt a. M. Berg und Wolke. Alte Lehrsätze für unsere Zeit. Abraham fragt auf dem Wege zum Morija seinen Sohn, was er sehe : iwp Jitfl bvn NN einen ragenden Berg sah Isak, von einer dichten Wolke umhüllt. Vater und Sohn, in höherem Streben vereint, sahen den Berg von der Ferne, die am Irdischen haftenden Jungen sahen nichts, so wenig wie der von ihnen getriebene Esel, iivnn ap- Wollte damit Midrasch den Opserweg Israels durch die Zeiten des Golus zeichnen, so .würden , wir diese Sentenz zu keiner Zeit so gut .yesstehen, wie heute. In eine Welt des Leides,. des' Kampfes und Haders eingesponnen, von Wogen des Hasses noch insbesondere umbrandet, tut sich uns eine erhebende Fernsicht auf: ein ragender Berg, eine die öde Landschaft des v'vp irr» beherrschende Höhe, an der wir, und letzten Endes alle Wegeverlorenen sich orientieren müssen. Allein der Berg ist in Wolken gehüllt, verdunkelt, verschleiert von den vielen aus dumpf brütender Ebene aufsteigenden Dünsten. Darf uns darum der Berg, die Höhe des jüdischen Lebens aus dem Auge schwinden? Nein, wer gut sieht, wer die Kraft hat, über Wolken und Nebel, Schatten und Dünste hinweg nach oben zu sehen, Vater und Sohn, sofern sie gleichen Weges gehen, der behält sich klaren Blick für das Ewiggroße und Ewighohe unseres Daseins. Wer es nicht sieht, bleibt hier, ns istv. in der Niederung des Jammerseins. wo des Kampfes und der Sorge kein Ende ist: nisnn osr mit der Eselsperspektive, die nicht weiter reicht als bis zur Krippe. Das Inhaltsverzeichnis befindet sich am Schluffe des redaktionellen Teiles. Darin bleibt der nivn sogar vor andern Trag- und Haustieren zurück. Der Ochse beispielsweise kennt seinen Herrn imip w jtp» der Esel nur den Futtersack seines Eigners vin« ii»m. Wehe, wenn wir heute des Lebens Sinn und Ziel einzig unter dem Gesichtspunkte des mehr oder weniger gefüllten Futtertroges bemessen und bewerten. Die Not unten ist groß. Dann flüchten wir uns hinauf zur Hohe, durch alle brütenden Wolken und Nebel hindurch. Aber wir sind doch einmal unten, erdenschwer und leibbehaftet und können' unser Leben nicht einfach vom Erdenjammer lösen, daß es die Schwingen frei erhält für den Höhenflug. Nicht? Konnten wir es nicht zur Zeit eines Hadrian und Domitian? Hat man zur Zeit, da die Kreuzzügler den Rhein entlang marschierten, die Synagogen zu Worms, Mainz, Köln und Speyer zu Ehren des Gesetzgebungsfestes etwa weniger geschmückt und darin keine Hallellieder gesungen? Ist am Roschhaschono 1614, da kurz davor die Frankfurter Iudengemeinde ausgetrieben wurde, in der Umgebung, in der Wetterau und im Vogelsberg, weniger inbrünstig mit Gesang und Posaunenschall Gott die Kö'nigshuldigung geworden; ist am Simchasthora des gleichen Jahres in der Verbannung das Iubellied mit der Thora in der Hand in weniger freudiger Begeisterung erklungen? Und nun sollen Fleischmangel, Vrotteuerung und Kartoffelnot uns um Freude und Vertrauen bringen, uns den Ausblick zu dem Berge durch die Wolkenbänke rauben? Das überlasse man denen, die iwnn üsr unten bleiben und nach dem Stande ihrer mehr oder weniger gefüllten Krippe Höhe oder Tiefe des Lebens bemessen. und ton»* hat heute etwas voraus vor allen anderen Völkern unserer großen Notgemeinschaft: die Erfahrung. Es ist in Leiden und Wundern grau geworden und weiß: das ist schon alles dagewesen! Wie Großvater im Ruhesessel, der wissend zu all den Tränen und kleinen Sorgen der Enkel den Kopf schüttelt: Immer das gleiche Lied: in»’ v’2li uw ö’nn Nun soll er, der vielerfahrene, gar schuld an allem sein: Nach Sündenopfer' schreit die Der Nachdruck der Artikel und Korrespondenzen der Israelit ist nur unter genauer Quellenangabe und, soweit es stch um gröbere Aufsätze handelt, nur - - «ach vorheriger Genehmigung gestattet. - »

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