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Der Israelit · 1923-08-16 · Heft 33 (16.8.1923) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
64 (1923)
Issue
Heft 33 (16.8.1923)
Date
1923-08-16
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
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Nr. 33 Seite 9 16. August 1923 __' hinunter ins Tal oder in die Schlucht. Aber die kleinen braunen Schafe der Beduinen kennen schon die Wagen, die ohne Pferde dahinsausen, gleich dem leibhaftigen Satan. In Amman ist kühles Abendleben. Die Bazare offen und erleuchtet. Viel Besuch beim Apotheker, der vor allem Eis und kalte Limonade verkauft. Ein Bach fließt durch die Stadt und die letzten Herden trinken noch. Hier und dort Reste römischer Ruinen. Im milden, silbernen Mondschein sitzen wir vor dem Zelt, das Dr. R za bewohnt. Ob ich glaube, daß Omar Khayyam in Persien bekannt sei. Man kennt ihn kaum. Auch andere haben Awartrenne geschrieben, oft genau so schön. Man kann nicht der Frage nachgehen, warum die Zeit einen Dichter bevorzugt und den anderen nicht. Auch griechische Dichter haben Awartreime geschrieben. Einige findet man wörtlich bei Omar wieder. Nachfolge? Einfluß? Oder allgemein-menschliches? Änd Zeit und Ewigkeit nicht immer und überall gleich? Und Todesangst? Und die Liebe des Vaiers für die Söhne? — Sidna Abdulla und Talal und Naif. Mein kleiner schwarzer Mohammed bringt das späte Abendbrot. Datteln und Feigen. Ich gehe ins Zelt schlafen und der kleine Mohammed schläft vor dem Eingang. Der Wind spielt artig mit dem feinen, seidenen Kafie. In Emirs Kleidern. Uinderecke. WWW Hillel und der Gast. von Michael Sachs. Hillel, jener fromme, sanfte Weise, Wenn er nach den Stunden ernster Lehre Heim ging, scharten rings um ihn im Kreise Sich die Jünger. Denn zu hoher Ehre Rechnets jeder sich, den zu geleiten. Der nur Liebe strebte zu verbreiten. Waren sie ans Ende dann gekommen. Fragten sie, eh' Abschied ward genommen: „Rabbi, sag' uns, wohin geht dein Weg?" „Ja", so sprach er, „eilends muß ich gehen Heim,- nach meinem armen Gast zu sehen!" — Und so oft sie ihn also gefragt, Stets dasselbe Wort er wieder sagt. — „Rabbi, sieh, du hast uns wohl zum besten, Daß du täglich sprichst von deinen Gästen?" „Wollt ihr meinen Worten denn nicht trauen, Daß ich täglich meinen Gast muß schauen? — Ist denn diese Seele nicht ein Gast, Die noch heute nimmt im Leibe Rast, Die noch heute ruhig in mir weilt, Morgen — weiß ichs, ob sie nicht enteilt?" Personalien. Professor Ir. Aeikchenfeld y^. Fürth i. B., 1. Aug. Am 15. Juli starb in Berlin, wo er zur Erholung bei seinen Kindern weilte, nach längerem Leiden, aber dennoch unerwartet schnell, der in weiten Kreisen mit Recht hochgeschätzte und angesehene Direktor der hiesigen israelitischen Realschule, Prof. Dr. Alfred Feilchenfeld. Seine irdische Hülle wurde am 17. Juli in Berlin unter namhafter Beteiligung der verschiedensten Kreise, zu denen die Trauerkunde gelangt war, beigesetzt. Das Kuratorium, das Lehrerkollegium, der Verein ehemaliger Schüler der israelitischen Realschule Fürth und viele andere Vereine haben dem Heimgegangenen die letzte Ehre erwiesen und seinen Verdiensten würdigende Nachrufe gewidmet. In Fürth selbst werden anerkennende Trauerkundgebungen zu Schulbeginn folgen. Der Entschlafene, in Düsseldorf geboren, ist nicht ganz 63 Jahre alt geworden, lange nicht so alt wie sein sek. Vater, der berühmte Dr. Wolf Feilchenfeld y^, der hochbetagt als Oberrabbiner von Posen das Zeitliche gesegnet. Aber der Inhalt Der Israelit von Mfred Feilchenfelds Leben, das er hauptsächlich dem Schulfache und der Heranbildung der Jugend in religiösem und vaterländischem Geiste gewidmet hat, war gleichwohl reich an ersprießlicher Arbeit und schönsten Erfolgen. Nachdem der nunmehr Verewigte viereinhalb Jahre an der Real- und höheren Töchterschule der Israelitischen Neligionsgesellschaft zu Frtznkfurt a. M. und 11 Jahre als Lehrer der Talmud Thora-Schule zu Hamburg gewirkt hatte, trat er, durch umfassende Studien und reiches Fachwissen wohl vorbereitet, im September 1900 die Direktorstelle an der Israelitischen Realschule zu Fürth i. B. an als würdiger Nachfolger der [ei. Dr. Dessau und Dr. Auerbach y'jjT* 23 Jahre hat der nun Heimgegangene die Israelitische Realschule hier mit Kraft, Umsicht, Geschicklichkeit, unermüdlichem Fleiß und vornehmen: Takt geleitet und den guten Ruf derselben gefestigt und vermehrt. Einen Höhepunkt darin erlebte der Verewigte, als im Jahre 1912 die Schule das Jubiläum ihres 50 jährigen Bestehens feiern konnte, bei welcher Gelegenheit er eine wertvolle Festschrift über die Geschichte der Anstalt veröffentlichte. Eine geschätzte literarische Leistung bildet auch die von ihm veranstaltete Ausgabe der Memoiren der Glücke! von Hameln, wie er auch sonst gediegene Beiträge zur klassischen, schöngeistigen und religionsgeschichtlichen Literatur lieferte. Trotz seines mühevollen Lehrerberufs stand Prof. Dr. Feilchenfeld ^mit in vorderster Reihe, wo es galt, für die heiligen Aufgaben und Ziele der israelitischen Bekennerschaft zu wirken, und die Ehre des Judentums zu wahren. Auch bei allen charitativen Bestrebungen wirkte er mit. Es ist ein Bild hoher Vollendung und schönster Menschlichkeit, das er im Andenken aller zurückläßt. Es wird seinen Freunden und Schülern niemals entschwinden! frankfurter Berichte. Iie Werfassungsfeier. Am Sabbat den 11. August fand in der Synagoge der Israelitischen Religionsgesell sch aft, Friedberger Anlage, aus Anlaß des Verfassungstages eine würdige Feier vor rp'lö statt. Nach stimmmungsvollen Gesängen des Synagogenchores hielt Herr R. A. G. Posen in Vertretung des abwesenden Herrn Rabbiners eine eindringliche Rede, die Bedeutung des Tages schildernd und zur strikten Pflichterfüllung gegen den Staat mahnend, dessen Gesetz zur Aufrechterhaltung der gesellschaftlichen Ordnung ein gottgeheiligies ist. Mit Psalmgesängen des Herrn Oberkantor Peissachowitsch und des Chores schloß die Feier. Die Schulfeiern in der Realschule Am Tiergarten und in der israel. Volksschule fanden in ebenso würdiger Weise am Sonntag Vormittag statt. Auch in allen anderen Synagogen Frankfurts wurden am Samstag feierliche Akte zu Ehren des Verfassungstages eingelegt. Werufsöeratung. Die Geschäftsstelle des Vereins Berufsberatung und Arbeitsnachweis für Juden E. V., Börnestr. 54/56, wurde nach Langestraße 30 verlegt. Die Sprechstunden sind vormittags von 10—12 Uhr und nachmittags von 4—5 Uhr. Samstag und Sonntag geschlossen. — Telefon Hansa 3728. (Bei brieflichen Anfragen Rückporto erbeten.) Vereinskalender. Worein Welror Ghajim. Samstag, nach Schul: „Dinim"; Herr Rektor Falk, — nachm. 4*/-> Uhr, im Vereinslokale: „Mikro"; Herr Dr. Rothschild. Sonntag vorm. 9lU und Dienstag 1 Stunde vor Minchoh, „Gemoro". Herr R. A. G. Posen. M on ta g und M ittw o ch abends 7 Uhr. „Gemoro". Herr Rabb. Dr. Jos. Breuer. Donnerstag: 1 Stunde vor Mincho „Mischna"; Herr Rektor Falk. Allmorgendlich Mischnalernenj allabendlich Schatzlernen. Herr H. Halpern. Fahrzeit Stiftungs-Lernen: . Sonntag: Isidor Heller-Stiftung. Mendel Apelt-Stiftung. Freitag: Aron Wolf-Stiftung. Agndas Aisroel-Augendgruppe. Sonntag, 7—8 Vorm, n^ö, Herr Dr. Rothschild. — mm bv iran für Anfänger, Herr Leopold Oppen h eim er Sonntag bis einschlietzl. Freitag, alltäglich 8—l/sl0 Uhr abends Gemoroh „Brochaus" im Schwanenftr. 8, Herr M. Nowak. Montag bis einschließlich Freitag, alltäglich 3U1—1/28 Vorm. iv-nrDD Herr Dr. S. Ehrmann. Montag bis einschlietzlich Freitag, alltäglich au7—k8 Uhr Vorm, d-jn m Herr Gerson S chnerb. Montag, 8—9 Uhr abends, Mischnah für Fortgeschrittene, Herr Hermann Hirschberg. Dienstag, 1/a9—V*10 abends, Kizzur Schulchan Aruch für Anfänger, Herr L. Frank. — V29—1/210 Uhr abends, Gemoroh Maued Kolon, Herr Dr. W. H o f m a n n. Mittwoch, 3/49—10 Abends, DmDD für Anfänger, Herr Dr. R o t h f ch i l d. — Va9—ValO Abends Bücherausgabe. — 9-10- Abends Bürostunde. Donnerstag. 8-9 Abends, rnttfö für Fortgeschrittene, Herr Herm. Hirschberg. — 9-10 Abends, 19 Briese von S. R. Hirsch, Herr Dr. S. Ehrmann. rav V2IO—11 Dorm, ddid nim für Fortgeschrittene. Herr Dr. I. Posen, Am Tiergarten 42. — i/all—V42 Uhr, Kizzur Schulchan Aruch, Herr Louis Kahn. — */* 11—1/212 Vorm. Tenach, Herr Dr. W. H 0 fmann, Eschenheimeranlage 1 pt. — 12—1 Vorm. pmcD ‘öl für Fortgeschr., Herr Halpern. — 12—1 Vorm. Herr Lehrer Hirschberg. — 3IS—4 Nachm. cnnDD ‘öl für Anfänger, Herr Dr. Rothschild. — 4—6 Uhr, Gemoroh Maued Koton, Herr Dr. W. Hofmann. — */«2—3 Uhr nachm., m# v>n (Hilchaus Schabbos), 3—^5 Uhr nachm., Pirke Owaus, Uhr nachm., Raschi, Herr M. Nowak, anschließend Minchoh. Agudas Aisroet-Mädchengruppe. Montag, 9—10 Abends, □WM, Herr S. Unna. Kl. Obermainstratze 30. Dienstag, 9—10' Abds., nmi, Herr Dr. W eger. Mittw 0 ch , l/«9—ValO Abends. Lese- und Aussprache-Abend. Frau Oberl. Munk. Leerbachstratze 4. — 1IS—‘/«10 Abends, Bücherausgabe. — 9—10 Abends. Bürostunde. Donnerstag, 9—10 Abends, 19 Briese von S. R. Hirsch, Herr Dr. S. Ehrmann. n^, 1hl2—Val Vorm., D^nn, Herr Louis Kahn. — 4—5 Nachm., mm, Herr A. Hirschberg. ZZesyamidrasch, Hsteudstraßc 18. S amsta g 1 Stunde vor Nacht: Vortrag des Herrn B. Ra ch elfohn. Sonntag vorm, von 8—'/s10 Uhr, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag abends von '/r9-10 Uhr: „Gemoto" ndd am; Herr Rechtsanwalt Dr. Breuer. Alltäglich zwischen nmD und pnyö: DIN‘n Herr Rosenzweig. Aeire Emune Iisroel» Samstag 5l/s: nois' yiD, Rabb. Benzion Derma nn. Sonntag 8V2—9V2: nvrri. Montag und Mittwoch 8'/-—9*/a: imrWD Dienstag 8V2—91/*: □ö’H Donnerstag 8’/*—9lh: -naw nn Lirvjalh tzhen-Derein. Samstag nachm, nach „Minchah" im Hörsaale FriedbergerAnlage, Herr Prof. Dr. Sulzb ach. Halmud-Hhora-Werein. Vereinslokal: Hörsaal Gemeinde- Synagoge Börneplatz. Samstag, 11—12 Uhr: „Schulchan-Aruch"; Herr S. Unna. — 3l/4 Uhr: „Raschi z. Wochenabschnitt"; Herr Rabb.-Ass. Lipinsky. — 3U Stunden vor Nacht: „Mikro"; Herr S. Unna. Sonntag, 9l/s Uhr vorm.: „Gemoro"; Herr S. Unna. Montag. 6V4 Uhr abends: „Ein Iakauw"; Herr S. Unna. Dienstag, 8*/< Uhr abends: „Nwiim"; Herr S. Unna. Mittwoch. 6V4 Uhr abends: „Mfilas Jeschorim"; Herr Dr. Braun. Donnerstag, 8lh Uhr abends: „Gemoro"; Herr S. Unna. Von Sonntag bis Freitag vorm, nach Schul: „Mischna"; Herr Oberkantor E. Groß bezw. „Schülchan Aruch"; Herr S. Unna. Fortbildungs-Schiurim von Herrn Rabb. Dr. Jakob Hoffmann. Wochentags jeden Abend S1/* Uhr: „Gemoro". Fortbildungsunterricht für ju.nge Leute und Knaben. Täglich mehrere Stunden in kleinen Abteilungen. Anmeldungen und Anfragen an Herrn Ad. D 0 r f z a u n, Am Tiergarten 62, II. (H. 4878). Schiurim in der Synagoge Hermesweg. Von Montag bis Freitag vorm, nach Schul: „Mischna"; Herr Herm. Hirschberg bezw. „Schulchan Aruch"; Herr Emil G 0 t t l i e b. Gevetzeilen. v'vsV nn£> H reitag abend 6.5». Samstag morgen 7.45. Samstag nachniittag 5.—. Samstag abend 8.80. Wochengottesdienst: Morgens 6.15. Nachmittags 7.—7. Tefilin-Legen am Morgen 4.—. Z uwe 11 d ix 11 g e ix für den Lubawitzer und seine 3 niMly in Russland und Palästina nimmt entgegen Philipp Wolff, Frankfurt a. M. Schwanenstrasse 6 Postscheck-Konto 55043.

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