Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 64 (1923)
- Issue
- Heft 32 (9.8.1923)
- Date
- 1923-08-09
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 4 Nr. 17 Nl älter 9. August 1923 Wanderer „Lischkas haolim" sorgt für die religiösen Chaluzim, ebenso läßt sich die Aguda angelegen sein, für die Notleidenden in der Ukraine usw. Unterstützungsgelder zu sammeln. Unter den aufgebrachten 1000 ägyptischen Pfund stammen 150 aus Bagdad. Es wurden Gesellschaften ins Leben gerufen mit dem Zwecke, Baugrund für jüdische Ansiedlungen zu erwerben. Manche Schule und Jeschiwa, die vor dem Zusammenbruch standen, konnte aufgerichtet werden. Auch für die M ä d - chenerziehüng wurde Sorge getragen. Von großer Bedeutung erwies sich die Schaffung des eigenen Organes „Kol Jsroel". Bei Anlatz der Wahlen in den Gesetzgebenden Rat griff die Aguda aktiv ein und verhinderte es, daß in gutjüdischen Vierteln Jünglinge von radikaler Gesinnung als Kandidaten ausgestellt wurden, wie sie auch sonst dem nationalen Waad die Möglichkeit nahm, im Namen des ganzen jüdischen Volkes zu sprechen. Es ergibt sich von selbst, datz die »Leiter der Aguda Hand in Hand mit den Führern der orthodoxen Gemeinde und den Vertretern des' Waad Hoaschkenafim zur Wahrung der gemeinsamen Interessen gehen. Gemeinsames Ziel ist: Selbständigmachung der Orthodoxie auf der ganzen Linie. Außerdem konnte er ditz Mitteilung machen, datz die Palästinazentrale in Frankfurt a. M. einen ansehnlichen Betrag geschickt hat, um mit dem Bodenankauf in Erez Jisroel einen Anfang zu machen, und ist zu hoffen, daß diese Anfänge zu guten zukunftverheitzenden Erfolgen führen. Die amerikanischen Delegierten znr Kenessio Gedaulo. New-Pork, 20. Juli. In einer großen Wahlversammlung hielt der Präsident der Newyorker Aguda, Rabbiner N. Gorfinkel, eine grotzangelegte Rede, in der er Ziel und Zweck der Aguda, wie Bedeutung der Kenessio erläuterte. Nach weiteren Reden werden folgende Delegierte für Wien gewählt: die Rabbiner Dr. Klein, Dr. Jung, Rabbi Gorfinkel, Mr. Weil in Newyork und Rabbiner Dr. Rosenberg, Ponkers. Außerdem werden Mandate übertragen Rabbiner Dr. M. Hildesheimer, Dr. Nathan Birnbaum, Berlin, Dr. Ehrmann, Frankfurt a. M., Ch. I. Eis, Zürich und S. Guggenheim, Basel. Bei dieser Gelegenheit wird noch bekanntgegeben, daß sich der „Rabbinerverband für Amerika und Kanada" (Kneses Rabbonim) offiziell der Agudas Jisroel angeschlossen hat. Aus der Bewegung. Die Einstellung der amerik. Hilfsaktionen und die Thoralehranstalten. Wien. (A. I. P. B.) Es ist aus den Zeitungsberichten, die durch Aeußerungen offizieller Persönlichkeiten eine Bestätigung erfahren zu entnehmen, daß sowohl der Joint wie das Zentral Relief-Eomitee ihre Tätigkeit mit Ende des Sommers endgültig liquidieren. Da ein großer Teil der Thoralehranstalten nur dank der Unterstützung des Relief-Eomitees ihren Betrieb aufrecht erhalten konnten, sind die Leiter dieser Anstalten wie die Führer der thoratreuen Judenhett mit der ernsten Sorge für die Existenz dieser Thoralehranstalten erfüllt. Da anläßlich der Kenessio Gedaulo in Wien zahlreiche Vertreter sowohl der amerikanischen wie der europäischen thoratreuen Wohlfahrtswerke in Wien sein werden, wurde auf Anregung des Herrn Morris Engelmann aus Mew-Pork beschlossen, am Mittwoch den 15. August eine Konferenz, die sich mit dieser äußerst dringenden Frage der Wetterführung der Thoralehranstalten beschäftigen soll, abzuhallen. Vorbereitungen zur Kenessio Gedaulo getroffen.^ An den Delegiertenwahlen nahm die ganze orthodoxe Judenschaft teil. In Buenos Aires allein wurden . zwei Delegierte gewählt die sofort nach der Wähl, nach Europa abreisten. Großer Erfolg des Sammeltages in Baden. Baden. (A. I. P. B.) Der am 29. Juli stattgefundene Sammeltag für die Waisenhäuser der Agudas Jisroel hat einen sehr großen Erfolg gebracht. Trotz der versuchten Sabotierungen seitens der Antisemiten nahm die ganze Bevölkerung, auch die christliche, lebhaften Anteil am Sammeltage. Bis nun sind über 70 . Millionen Kronen eingelausen. Anschluß,von Rabbinern Amerikas und Kanadas an die Agudas Jisroel. New-Pork. (A. I. P.B.) Dieser Tage wurde eine Konferenz von Rabb. Amerikas und Kanadas eröffnet. Die Konferenz beschäftigte sich hauptsächlich mit der Frage der Verbreitung der jüdischen Religiosität unter den breiten jüdischen Massen Amerikas. Es wurde eine ganze Reihe von Resolutionen betreffend Sabbat, Kaschrus, Taharath Mischpocho usw. angenommen. Große Zufriedenheit wurde durch die Annahme der Resolution des Anschlusses der Rabbinerverbindung an die Agudas Jisroel hervorgerufen. Die Resolution fordert unter anderem die Herausgabe eines Aufrufes der amerikanischen Rabbiner an die jüdische Öffentlichkeit zum Anschluß an die Agudas Jisroel, damit ,so die Vereinigung des orth. Judentums in einer starken Organisation geschaffen werden soll. Von Setten einiger Rabbiner wurde der Antrag gestellt, daß der Anschluß an die Agudas Jisroel nur inbezug auf die Verbreitung der Thora erfolgen soll. Dagegen soll der Rabbinerverband die allgemeine Politik der Agudas Jisroel nicht unterstützen. Kraft einer großen Mehrheit jedoch wurde die Resolution angenommen, sich der Agudas Jisroel ohne jeder Einschränkung anzuschließen. Rabbiner S. Glaser-Kansas hat in einer glänzenden Rede über die Aufgaben der Rabbinervereinigung unter anderem von seiner Unterredung mit Präsident Harding über die jüdischen Emigrationsfragen,. Mitteilung gemacht, in welcher Präsident Harding sich eingehend über die religiösen Fragen der jüdischen Emigranten informieren ließ. Die Rede Rabb. S. Glasers machte auf die Anwesenden einen großen Eindruck. Propagandafilm des jüdischen Hilfswerks der Agudas Jisroel. Wien. (A. I. P. B.) Die Pressevorführung des vom jüdischen Hilfswerk der Agudas Jisroel geschaffenen Propagandaspielfilms fand bereits statt. Der Film zeigt das Martyrium einer jüdischen Mittelstandsfamilie in der Ukraine und die Flucht der geretteten Waisenkinder nach Wien. Hier werden sie von dem jüdischen Hilfswerk der Agudas Jisroel übernommen und in dessen Instituten wie Waisenhäuser, Mädchenheime, Lehrwerkstätten, Talmud Thora usw. zu produktiven jüdischen Menschen erzogen. Der Film ist künstlerisch gearbeitet und wurde bereits auf Verlangen nach Amerika geschickt. Die Agudas Jisroel und Oberrabbiner Jakob Meir. Wien. (A. I. P. B.) Zum Besuche Oberrabbiners Jakob Meir im Zentralbüro der Agudas Jisroel in Wien, der vergangene Woche gemeldet wurde, und zu den entgegengesetzten Aeußerungen Rabbiner Meirs im Interview der Wiener Morgenzeitung schreibt' die „Jüdische Presse" vom 20. ds. Mts. folgendes: „Die „Wiener Morgenzeitung" gibt in ihrer Nr. 1591 vom 16. ds. Mts. Aeußerungen von Oberrabbiner Jakob Meir inbezug auf Agudas Jisroel wieder, die für Eingeweihte etwas unglaublich klinngen. Oberrabbiner Meir besucht aus eigener Initiative das Zentralbüro der Aguda. Er konferiert mit den Wiener Führern der Aguda eineinhalb Stunden. Er macht Anstrengungen, um eine friedliche Atmosphäre zu schaffen. Beim Abschied äußert er seine Zufriedenheit über die Aussprache. Nach all dem, die mit „Tob" gefertigte Giftmischerei in der Wiener Morgenzeitung. Da von Oberrabbiner Jakob Meir so eine arge Zweideutigkeit nicht vorausgesetzt werden kann, ist es empfehlenswert, die Aeußerungen in der Wiener Morgenzeitung mit größter Vorsicht zu genießen." Die Delegierten der Agudas Harabonnim in Polen. Commern: M. Löwenstein 20.000. Danzi g: L. Nachmann 50.000. Emden: Ortsgruppe 100.000. Emden: Max de Beer 100.000, Ortsgruppe 30.000. Frankfurt a. M.: Martin Katz^ 50.000, Hugo Katz 50.000. Frankfurt a. M.: dch. Atzudas Jisroel-Jugendgr. 420.000, Dr. med. Josua Breuer 100.000, Simon Mugdan 100.000, dch. Agudas Jisroel-Jugendgr. 240.000, Dr. Ehrmann 66.000, Leo Rhein 20.00, Adolf Stern 50.000, ' Dr. Herm. Oppenheimer 50.000, Jac. Schnerb 10.000. Fulda: dch. Rabb. Dr. Leo Lahn 150.000. Hamburg: dch. Leop. Fischer 50.000, zur Ablösung eines Glückwunschtelegrammes zur Hochz. Rbb. Wolf, S. - Diamant dch. Lehrer S. David, Ziegenhain 220,220, NN. 50.000. Hamburg: NN. 100.000, Leopold Fischer 6000. Hettstedt: Herm. Adler 30.000. H e r s f e l d: R. Landsberg 4000. Horb: Rbb. Dr. Schweizer 2000. Köln: Firma Benno Hirsch 200.000, M. L. Munk 910.500 (gesammelt b. d. Hochz. Ludwig Schwab in Fürth und Golda Lipstadt, Homburg), Gebrüder Fuchs 20.000 do. Köln: NN. 100.000. Ladenburg: Fritz Hirsch 300.000 do. Leipzig: Dr. Hallemann 30.000. Malsch: Kaufmann Heß 5000. Mellrichstad t: Leopold Adler 100.000. . München: Katzenstein 30.000. Niederstetten: NN. 50.000. Oldenburg: Rabbiner Dr. Philipp de Haas 20.000. R e i n h e i m: I. Voremberg 25.000. Schönlanke: Dr. Bamberger 1000. S ch w a b a ch: dch. Rabb .Dr. S. Mannes 35.000. Stockholm: Hirsch Nissalowitsch 20.000. Wormditt: W. Simon, Lehrer 10.000, NN. 10.000. Leipzig: Gabriel Nathansen 2.000.000. Rauschchan-eschspende. Berlin: 10.000. Cottbus: 20.000. Dorndorf: 25.000. Emden: 5500. Hettstedt: 6000. Hüttenbach: 3000. Karlsruhe: 227.370. Mainz: 132.500. Nürnberg: 70.000. Erez Jisroel-Fonds. Aurich: dch. B. Wolfs 50.000. Berlin: M. Fraenkel 50.000. Brückenau: Lehrer Gundersheimer 30.000. Frankfurt a. M.: D. Hausdorff 10.000, Js. Oppen- ' heim 50.000. Frankfurt a. M.: I. Epstein 5000, Jules Oppenheimer 50.000, Wichtel Cohn 10.000. Eulrzenhausen: M. Rehfeld 10.000. Köln: NN. 50.000. Külsheim: M. Held 5000, S. Levy 5000. Hütttenbach: dch. Hauptl. Massenbacher 42.000. Schweinfurt (aus Gemeinde Niederwerrn): durch Rabb. Dr. Stein 222.630 von verschied. Stockholm: H. Nissalowitsch 100.000. Tauberrettersheim: Lehrer L. Grünfeld 10.000. Aus der Nußbaum'schen Zedokebüchse 25.000. Keren Hajischuw-Spenden. Ansbach: dch. Rabb. Dr. Brader 1000. Dorndorf: N. Ullmann 25.000, NN. 50.000. Emde n: Ortsgruppe 50.000, 105.000. Frankfurt a. M.: Meier Mayer 5000. Fürth: Ag. Jisr.-Jugendgruppe 75.000. H ä I b e r ft a d t: Dr. A. Feuchtwanger 100.000. Heldenbergen: Lehrer Bronckhorst 4000. Mainz: NN. 20.000. Niederstetten: Gemeinde 7000. Oldenburg: Rabb. Dr. Philipp de Haas 10.000. Rhina: I. Katz Hl. 10.000. Klein-Heubach: E. Sichel 10.000. Thora-Fonvs. Biebrich: dch. Lehrer Sulzbacher 50.000. Heldenbergen: Lehrer Bronckhorst 2000. Emden: Sim. Nordheimer 7000, Betty Apt 10.000, Moritz Bundheim 5000, Jul. Gottschalk 10.000. Nie d e r st e t t e n: Gemeinde 5000. Die Agudas Jisroel in Mesopotamien. Bagdad. (A. I. P. B.) Aus Mesopotamien wird das stete Anwachsen der Agudas Jisroel-Bewegung gemeldet. Die Bagdader Agudas Jisroel wählte zu ihren Delegierten für die Kenessio Gedaulo, Oberrabb. Chaim Noah und den bekannten Philantropen Nasim Nachum. Delegierter Nasim Nachum ist bereits in Wien angelangt und konferierte mit den Führern der Agudas Jisroel in Wien. Herr Nasim Nachum regte die Gründung von Abendkursen für Arbeiter und Angestellte an, in welchen gründlicher Talmudunterricht erteilt werden soll. Herr Nasim Nachum spendete bereits einen großen Betrag für die Anschaffung von Lehrmitteln und stellte die Zuwendung größerer Beträge in Aussicht. Die Delegierten Argentiniens bei der Kenessio Gedaulo. Buenos Aires. (A. I. P. B.) Unter großem Interesse seitens der jüdischen Bevölkerung werden die Warschau. (A. I. P. B.) Als Delegierte der Agudas Harabonim in Polen werden Rabbiner I. Lipschitz-Kalisch und Rabbiner Fein-Slonim an der Kenessio Gedaulo teilnehmen. Goldmark. Frankfurt a. M.: Fritz Gsemann 70.000. Kindergarten. Ansbach: Rabb. Dr. Brader 50.000. Spendenlisten. Schmittafond. Arolsen: S. Schönstadt 100.000. * Altona: Simon Lederberger 100.000, NN. 60.000, dch. Adolf Spiegel 400.000 (ges. inder Synagoge Adolfstr.), B. I. H. 100.000. Breslau: Alfred Koppenheim 50.000. Bentheim: L. Eoldstein 20.000. Burg Haslach: zur Hochzeit Hammelburger-Zentmann 201.050. Brückenau: Lehrer Gundersheimer 50.000. Jaeov Rosenheim-Kolonie. Strümpfelbrunn: dch.'Minna Israel 31.000. M'annheim: Frau Emil Mayer 10.000. Berlin: Siegfr. Brasch 10.000. Brückenau: Gundersheimer 60.000. Fulda: dch. Dr. L.-Cahn o. Herrn Kunftadt 412.500. Schönlanke: Dr. Bambergen 50.000. Horb: Rbb .Dr. Schweizer 20Ö0. Aguda Haus-Mainz. , Verantwortliche Redaktion: Dr. S. Ehrvrann. Druck: Hermon Verlags-Aktiengesellschaft Frankfurt a. M.