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Der Israelit · 1923-08-02 · Heft 31 (2.8.1923) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
64 (1923)
Issue
Heft 31 (2.8.1923)
Date
1923-08-02
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Nr. 31 Seite 7 L, August 1923 7 Das hochherzige Angebot entspricht ganz der bewußt judenfreundlichen Haltung, die Spanien in den letzten Jahrzehnten betätigt und durch die es die Katastrophe von 1492 in edelster Form zu sühnen bemüht ist. R»tiiräiri«i«. QtttuindeKämple. Czernowih, 25. Juli. Nachdem der von dem weltberühmten Gaon, Rabbi Benjamin Weiß s. A. besetzte Rabbinatsstuhl unsrer Kehilla (der eigentliche gelehrte Rabbiner führt allerdings den Namen zweiter Rabbiner, während ein „Doktor" das sogenannte Oberrabbinat versieht) mehr als zehn Jahre unbesetzt war, hat der Regierungskommissar Dr. Straucher plötzlich eine Rabbinerwahl auf den 19. August. anberaumt. Vorgeschlagen sind drei Kandidaten, von denen wohl nur einer, Rabbiner Venzion Katz aus B ö r c z o w , ernsthafte Aussichten hat. Es herrscht aber große Erbitterung, weil der Regierungskommissar in einer für das Wohl und Wehe der Gemeinde so tieseinschneidenden Frage die Initiative ergriffen und aus eigener Machtvollkommenheit Kandidaten ernannt hat. Ob die Wahl zustande kommt, ist daher fraglich. Der alte Kurs in Ungarn. Budapest, 25. Juli. Die medizinische Fakultät der hiesigen Universität ist vom Minister verpflichtet worden, die Zahl der zum Studium im bevorstehenden llnterrichtsjahr zuzulassenden jüdischen Studenten aus 5 % der Gesamtzahl zu begrenzen. Man scheut sich also nicht, das verfaffungs- und völkerrechtswidrige Verfahren der Judenentrechiung fortzusetzen. Auch die rohere Form der Judenhetze, die mit Faust und Revolver arbeitet, hat noch nicht ganz aufgehört. So fanden jüngst in Erlau zwei Tage lang Erzesse statt, bei denen eine ganze Reihe jüdischer Einwohner verwundet wurden. Die Ercedenten drangen in ein Kaffeehaus ein, um die jüdischen Besucher zu mißhandeln. Sfmevif <*. D«r Koioiicaef Rebb< 5>"sr. New-Pork, 20. Juli. Der gefeierte Chassidimrabbi Wolf Singer, der „Kolomeaer Rebbe", der hier wie in der Heimat mitten in einem großen Kreise glühender Verehrer Lehrer und Mittelpunkt war, verstarb nach längerem Leiden. An der Bestattung beteiligten sich Zehntausende. Der Rabbi, der erst vor zwei Jahren nach Amerika kam und hier gleich von einem tückischen Leiden ergriffen wurde, erreichte ein Alter von nur 38 Jahren. Er starb just zur Zeit, da seine Familie aus Kolomea sich auf dem Meere befand, um sich mit Gatten und Vater zu vereinigen. Für die Witwe und ihre sechs Kinder, die kurz nach der Beerdigung des Rabbi hier eintrafen, wird von dessen Anhängern bestens gesorgt. Zwischen Scylla «nS gbarybdis. New-P ork, 15. Juli. Im „Vorwärts" veröffentlicht Karl K a u t s k y einen längeren Aufsatz über die Lage und Zukunft Sowjet-Rußlands, worin er breite Ausführungen den russischen Juden widmet. Diese seien für den Fall des unvermeidlichen Sturzes der Sowjetherrschaft und einer Ablösung dieser Herrschaft durch' die reaktionären Elemente aus der Zarenzeit dem sicheren Untergang preisgegeben, weil man sie zum Sündenbock für alles Vorgefallene machen werde. Im Interesse der Selbsterhaltung sollten die russischen Juden daher allen ihren Einfluß aufbieten, um die langsame Umwandlung des Sowjetregimes in ein sozial-demokratisches Regierungssystem durchzusetzen. Leider verrät Kautsky nicht, wie die Juden das anfangen sollen, ohne sich der Rache der doch nun einmal vorläufig im Besitze der Macht befindlichen Bolschewisten auszusetzen. Palatina. Die evaiurim-Irage. Jaffa, 10. Juli. Eine stark besuchte Konferenz, an der sich Vertreter der größten Städte und Kolonien sowie des D e r I s r a e l i tm „Waad häleumi" beteiligten, beschäftigte sich mit der immer brennender werdenden Frage dex Versorgung und Beschäftigung der Chaluzim. Es wurde die Gründung einer Zentralkommission für Ehaluzim-Hilfe beschlossen, die vor allem intensive Stellenoermittl u ng betreiben und die Kolonisten für eine stärkere Beschäftigung von jüdischen Chaluzim gewinnen soll. Hier stößt man nicht nur auf wirtschaftliche Schwierigkeiten, da der jüdische Arbeiter unmöglich mit dem bedürfnislosen Araber konkurrieren kann, sondern auch aus psychologische. Die Kolonisten in ihrer kleinbürgerlichen und — in Judäa wenigstens — meist auch religiösen Einstellung stehen den einwandernden, meist radikal freigeistigen Elementen natürlich nicht mit besonderer Sympathie gegenüber. Die Mittel für ihre Arbeiten will die Kommission sowohl privat als durch die verschiedenen Hilfsorganisationen beschaffen. Vermischtes. Hessen.. Wir teilen den Mitgliedern unseres Vereins Folgendes mit: Auf Dorstandsbeschluß hin beträgt der Vereinsbeitrag eines Mitgliedes vom 1. Januar bis 1. Juli ds. Js. 1000 2E; vom 1. Juli an wird pro Monat das jeweilige Porto eines Fernbriefes als monatlicher Beitrag berechnet. Die Beiträge sind in halbjährigen Raten unserem Rechner, Herrn Kollegen Sulzbacher-Groß-Bieberau einzusenden. Ferner fordern wir hiermit unsere Mitglieder auf, eisrigst für die Zwecke unserer Hilsskasse tätig zu sein. Bei Anfragen an den Vorstand ist stets Rückporto beizulegen. Der Vorstand des „Unabhängigen Vereins israel. Lehrer in Hessen". München, 28. Juli. Herr Fritz Naumburg er- München hat seiner Vaterstadt Fürth (Bayern) eine größere Summe für Wohlfahrtszwecke gespendet. Die Israel. Waisenanstalt, das Israel. Krankenhaus, sowie die Mar- und Mina Naumburger-Stistung, welche der gleiche Spender früher zum Andenken an seine verstorbenen Eltern errichtet hat, erhielten Beträge. Snbotica, 3. Juni. Am zweiten Tag Schawuoth veranstaltete der Selbstbildungsverein konservativer Richtung der Suboticaer Jugend einen Kulturnachmittag, der sich zu einer imposanten, echt-jüdischen Feier gestaltete. Erschienen waren außer der Jugend zahlreiche. Mitglieder der orthodoren Gemeinde mit ihrem Vorstande an der Spitze. Der durch die Herren Eugen Kohn und Julius Glied geleitete Chor eröffnete die Feier mit einem schönen hebräischen Gesang, worauf die Eröffnungsrede des Vereinspräses Siegmund Guttmann folgte. Eine Vorlesung des Herrn Eduard Mayer über die Gestalt des königlichen Psalmsängers fand großen Beifall. Herr Arpad Holländer deklamierte ein Gedicht von Morris Rofenfeld und Herr Aladar Stern sprach über „Megillath Ruth". Es folgten nun Rezitationen des Herrn Ladislaus Berger. — Die schon gehobene. Stimmung der Zuhörer wurde noch durch andere Chorgesänge gesteigert. Nach einem Vortrage des Herrn, Scmmel Ei n g o l d ergriff der Vizepräses, Herr Samuel Deutsch, das Wort zu einer mit Diwre Thora gewürzte Schlußrede. Briefkasten. B. S. in Strzyzow. Brief mit Inhalt eingegangen. S. M. in H. Wir können die Notiz aus hier nicht zu erörternden Gründen nicht bringen. Lehrer Erleb ach er, Oberhof. Ihre Nummer ist bei der Post als Daueranmeldung eingewiesen und nie zurückgezogen worden; die Unordnung der Post schreit zum Himmel. Reklamieren Sie kräftig bei Ihrem Postamt. Lehrer N. in M. Trotz allem und allem erscheint es uns nicht jüdisch, zur Flucht aus dem Lehrerberufe zu mahnen. Arbeiten wir .auf Besserung hin und hoffen wir, daß sich endlich Vernunft und Gerechtigkeit durchsetzen. Idealisten, die in dieser Erwartung ausharren, dürfen wir die Hoffnung und den Mut nicht nehmen. M. K. aus Lu ck, z. Zt. M ari en b a d. Zurückziehung abonnierter Exemplare auf wenige Wochen ist heutzutage technisch nicht möglich; es muß das kleine Opfer des Doppelbezugs während der Badereise schon gebracht werden. I. K. in L a d en b u r g. Natürlich ein Druckfehler, der auch bereits in unserem Blatte berichtigt wurde; Iomkippur Koton ist Donnerstag. Frankfurter Berichte. Iran Aöraßam Iürtij r\“V- Vor Kurzem verstarb hier die hochgeschätzte und verehrte Frau Abraham Fürth, deren Mann in der hiesigen Religions-Gesellschaft hohe Aemter versah. Ihre edle Frömmigkeit schmückte sie noch mit der lautersten Gemüts- und Herzensbildung. Sie leistete viel für die Armen, zeigte sich niemals müde, wenn sie ihr von ihren Geschicken berichteten, und verstand es auch, sie mit trostreichen Worten auszumuniern. In den hiesigen isr. Frauenvereinen für Krankenpflege und Totenbestattung gehörte sie zu den ersten, die jederzeit bereit sind,, die edlen jüdischen Pflichten mit aufopferndster Hingabe auszusühren. Sie konnte mit dem tröstlichen Bewußtsein aus dieser Welt scheiden, Söhne und Töchter wie Enkelkinder zu hinterlassen, die den vorbildlichen Lebensweg ihrer sel. Eltern nachzuahmen bestrebt sind. Bereinskalender. Werein Wekor Hyajim. Samstag, nach Schul: „Dinim": Herr Rektor Falk, — nachm. 41/* Uhr. im Vereinslokale: „Mikro"; Herr Moritz Prager. — abends 81!* Uhr, im Hörsaal „Midrasch", (Schlußvortrag); Herr Red. S. S.ch achnowitz. Sonntag vorm. und Dienstag 1 Stunde vor Minchoh, „Gemoro". Herr R. A. G. Posen. Montag und Mittwoch abends 7 Uhr. „Gemoro". Herr Rabb. Dr. Jos. Breuer. Donnerstag: 1 Stunde vor Mincho „Mischna"; Herr Rektor Falk. Allmorgendlich Mischnalernen, allabendlich Schaßlernen, Herr H. Halpern. Iahrzeit Stiftungs-Lernen: Samstag: Caroline Dannenberg-Stiftung. Sonntag: Nesanael Heß-Stiftung. Samuel Speier-Stistung. Abraham Stein-Stiftung. Dienstag: Leopold Lob-Stiftung. Agudas Zisroet-Jugendgruppe. Sonntag,7—8Vorm, ni&b, HerrDr.Rothschild. — min bv *»En für Anfänger, Herr Leopold Oppenheimer. Sonntag bis einschließl. Freitag, alltäglich S—’/slO Ufyfctbenbs ®emevot) „Brochaus" im n"2 Schwanenstr. 8. Herr M. Nowak. Montag bis einschließlich Freitag, alltäglich 3U7—1I$ Vorm. pmroD tfiM, Herr Dr. S. Ehrmann. Montag bis einschließlich Freitag, alltäglich 3U7—*I& Uhr Vorm, nn> Herr Gerson S chnerb. Montag, 8-9 Uhr abends. Mischnah für Fortgeschrittene, Herr Hermann Hirsch b erg. * Dienstag, 1/29-1hlO abends, Kizzur Schulchan Aruch für Anfänger, Herr L. Frank. — */*9—*/210 Uhr abends, Gemoroh Maued Koton, Herr Dr. W. Hofmann. Mittwoch, 3/49—10 Abends, üirtDD für Anfänger, Herr Dr. Roths child. — l/89—‘/slO Abends Bücherausgabe. — 9—10 Abends Bürostunde. Donnerstag, 8—9 Abends, filtsft) für Fortgeschrittene, Herr Herm. Hirschberg. — 9-10 ° Abends, 19 Briefe von S. R. Hirsch, Herr Dr. S. Ehrmann. VOW ‘/slO—11 Vorm. nmD rnvl für Fortgeschrittene. Herr Dr. I. Posen, Am Tiergarten 42. — Vsll—V42 Uhr, Kizzur Schulchan Aruch, Herr Louis Kahn. - ‘/all—1/*12 Vorm. Tenach, Herr Dr. W. Hofmann, Eschenheimeranlage 1 pt. — 12—1 Vorm. OisiOO 'Ql für Fortgeschr., Herr Halpern. — 12—1 Vorm, n&n, Herr Lehrer Hirschberg. — ^3—4 Nachm. DinDQ 'Dl für Anfänger, Herr Dr. Rothschild. — 4—5 Uhr, Gemoroh Maued Koton, Herr Dr. W. Hofmann. - V-2-3 Uhr nachm., ma nn (Hilchaus Schabbos), 3—V«5 Uhr nachm., Pirke Owaus, l/s5—V*7 Uhr nachm., Rafchi, Herr M. Nowak, anschließend Minchoh.' Agudas Aisroek-Wäbchengruppe. Montag, 9—10 Abends, Herr S. Unna. Kl. Obermainstratze 30. Dienstag, 9—10 Abds., D'ii'H, Herr Dr. Weger. Mittwoch, */29— V2IO Abends. Lese- und Ausstrache-Abend. Frau Oberl. Munk. Leerbachstraße 4. — 1/29—1/^»10 Abends, Bücherausgabe. — 9—10 Abends, Bürostunde. Donnerstag, 9—10 Abends, 19 Briese von S. R. Hirsch, Herr Dr. S. Ehrmann. Heöetzeiten. npy nnw Freitag abend 7.15. Samstag morgen 7.45. Samstag nachmittag 5.—. Samstag ab end 9.—. Mochengottesdienst: Morgens 6.15. Nachmittags 7.15. Tefilin-Leg en am Morgen 3.45.

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