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Der Israelit · 1923-07-19 · Heft 29 (19.7.1923) · page 13

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
64 (1923)
Issue
Heft 29 (19.7.1923)
Date
1923-07-19
Page
– (sequence 13)
Language
German
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H. Ab 5688 19. Juli 1923 9. Jahrgang Nummer 14 herausgegeben vom Gruppenverband, der Palästina-Zentrale und der Jugend-Organisation der Agudas-Jisroel für Deutschland. Siguda ■■ OTiifg licder und Interestenten, die der Kenessto Gedaulo i« Wien nicht beiwohnen, doch ein genaues Mild der Kongreßtagung, offizielle Stenogramme, Sitzungsberichte, Stimmungsbilder, Interviews u. dergl., kurz, ein vis in die kleinsten Ginzel» heiten genaues Wild zu erlangen wünschen, können die durch drei Wochen erscheinende tägliche Zeitung in jiddischer und'deutscher Sprache beziehen. — Are große Verbreitung der Zeitung bringt es. mit stch, daß ste stch für Inserate besonders eignen wird. Der Inferatenraum ist indes beschränkt, weshalb baldigste Bestellung stch empfiehlt. — Der Bezugspreis (er ist unter den Selbstkosten) ist für Deutschland 30000 Mk. Bestellungen beim Büro des Hruppenverbandes in Kalberstadt. Zahlungen auf desten Postscheck-Konto 18901 Berti». Mitteilungen des § vuppenllevkandes dev ügudas Jisroef in deutfcßland zur lieneffw Sedaufo. Halberstadt, 8. Juli 1923. Sitzung der deutschen Landsmannschaft- Mittwoch, den 15. August, vormittags 19 Uhr, treten in Wien die anwesenden Vertreter der „Agudas Jisroel" aus Deutschland zu einer Vorbesprechung zusammen. Zutritt haben die Mitglieder des Gefchäftsausschufses, die Abgeordneten aus Deutschland und ihre Stellvertreter, sowie die in Deutschland wohnenden Mitglieder des Zentralrats und die Aguda-Gäste aus Deutschland. Persönliche Einladungen ergehen nicht. Waß-Wisa. Deutsche Staatsangehörige brauchen ihre Pässe zur Erlangung des österreichischen Visums lediglich dem zuständigen österreichischen Konsulat einzureichen und ' erhalten dann das Visiim ohne weitere Förmlichkeit. — Man versäume nicht,^sich die Ausreisegenehmigung des zuständigen Finanzamts in den Patz stempeln zu lassen! Dampferfahrt Kassau-Wien. Die Dienstag, den 14. August in der Frühe in Passau cintrefsenden Teilnehmer der Kenessio Gedaulo fahren mit einem Dampfer der Donaudampfschiffahrtsgesellschaft gemeinsam nach Wien weiter. Erhebliche Verbilligung, landschaftliche Genüsse, angenehme Fahrt und Gesellschaft sind die Vorteile. Frühzeitige Anmeldung an das Büro des Gruppenverbands in Halberstadt ist «rforderlich. Gruppenverband der Agudas Jisroel in Deutschland. Abfahrtszeiten zur Kenessto chedauko. Montag, den 13. August 1923 (Ohne Gewähr). ab Berlin. 900 abends Breslau. 322 Nm. Emden . ... . 1244 Nm. Frankfurt a. ITC. 236 Nm. Fulda. 327 Nm. Halberstadt. 904 abends Hamburg Hbf.. 423 Nm. Hannover. 608 Nm. Heidelberg. 920 Nm. Karlsruhe . 1030 Nm. Königsberg .. 927 Nm. Leipzig . 1155 Nachts Lübeck.418 Nm. Mannheim .. 843 Nm. Memel.. . - 604 Dm. Regensburg Dienstag. 705 Nm. an j)affau am Dienstag. 900 Nm. ab H>astan Dampferfahrt nach Wien. Würzburger, Fürther, Ansbacher, Bamberger, Nürnberger, Münchner, die mit dem Agudadampfer fahren wollen, müßten von Montag zu Dienstag in Regensburg (oder jDaffau). übernachten. Die Teilnehmer wollen sich schnell melden bei Herrn Dr. Meier Hildesheimer, Berlin N. 24, Linienstraße 111, und mitteilen, ob sie auf Schlafwagen oder gewöhnlichen Wagen III. Klasse reflektieren. Vorberatung der Palästina-Zentralen anläßlich der Kenessto Gedaulo. Zur Vorberatung derjenigen Fragekomplere, die mit Erez Jisroel Zusammenhängen und auf der Kenessio Gedaulo voraussichtlich einen sehr breiten Raum ein- 'nehmen werden, findet bereits am Dienstag den 3. Elul (14. Au§ust) in Wien eine Vorbesprechung von Vertretern aller Palästina- Zentralen der einzelnen Landesorganisationen statt. Außer Erez Jisroel selbst und Deutschland haben bereits Litauen, Amerika, Polen, Ostgalizien, Norwegen und Dänemark ihre Vertreter nominiert. Noch vor Jahresfrist war es nötig, festzustellen, daß die in der Äguda geeinte Orthodoxie es als ihre heiligste Pflicht empfindet, neben den Diaspora-Aufgaben die Konsequenzen daraus zu ziehen, daß die politische Lage es heute gestattet, Mizwas Jischuw Erez Jisroel in weit ausgedehnterem Maße zu erfüllen, als wie es in den letzten 2000, Jahren der Fall gewesen. Es wurde anläßlich der Zenträlratssitzung in Wien sowie in Preßburg von der Leitung der Aguda klar ausgesprochen, daß, wenn nach Ansicht der Aguda andere Organisationen Mizwas Jischuw Erez Jisroel dadurch entwerten, daß sie die Erfüllung' dieser Mizwa mit einem areligiösen Nationalismus verquicken, daß es dann doppelte Pflicht der Aguda ist, das Ideal des Gottesvolkes in Erez Jisroel mit Aufbietung aller ihrer Kräfte zu fördern und jedem einzelnen ihrer Mitglieder das Gewissen hierfür zu schärfen, daß es nicht angeht mit Schwarzseherei und Pessimismus sich der Verpflichtung zu entschlagen, sein Teil dazu beizutragen, um die materiellen und ideellen Voraussetzungen dafür zu schaffen, daß die neugeänderte politische Lage sich als ein Instrument des altjüdischen Erez Jisroel-Eedankens erweise. ‘ Die theoretische Voraussetzung für uufcrc Arbeit in Erez Jisroel ist zur Selbstverständlichkeit geworden. Es gilt nunmehr, eine Fülle von einzelnen Fragen kultureller, wirtschaftlicher und organisatorischer Natur als Vorbereitung für die Kenessio Gedaulo zu erledigen. Deutsche Agudisten, welche an der Vorbesprechung teilzunehmen wünschen, werden gebeten, dieses der Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel, Frankfurt a. M. mitzuteilen. Der Oberkommissar und die Jerusalemer Gemeinde. I e r u s a l e m, 6. Juli. Am Sonntag, den 3. Tamus, wurde eine Deputation der .„Agudas Jisroel" und des a s ch k e - nasischen Waad hair vom Oberkommissar Herbert Samuel in Audienz empfangen. Herr Rabbiner Horowicz ging dach der freundlichen Begrüßung auf die Zustände in der Gemeinde über und bewies an Hand der Unstimmigkeiten zwischen dem nationalen Waad hair und der Rabbinatverwaltung und auch sonst an vielen Beispielen, die von einer großen Gärung zeugen, wie wenig Autorität und Vertrauen dieser „Waad hair" auch in den Kreisen der eigenen Gesinnungsgenossen besitze. Es gelang dem „Waad hair" nicht einmal, die ausgeschriebenen Wahlen durchzuführen und er konnte auch keinen' Grund für deren Verlegung angeben. Unter diesen Umständen gehe es doch noch viel weniger an, die Machtbefugnisse des „Waad hair" auch auf den Wayd der A s ch k e n a s i m, der den elfteren Waad niemals anerkannte, zu erstrecken. Der Friede, der auch der Gesetzestreuen höchstes Ideal ist, könne nur auf dem Wege eines ruhigen Nebeneinander gewahrt werden, nicht aber durch Versuche, die Gesetzestreuen zu vergewaltigen. Der Vorsitzende des Waad-ha-Aschkenasim, Rabbi M. L. B e r n st e i n, betonte, daß die Weltorganisation der Agudas Jisroel, die viele Millionen umfaßt, die Forderung der Aschkenafim wärmstens unterstütze. Als Ehrensekretär des Waad wies Rabbi R. S. I u n g r e i s auf die Gefahren hin, die daraus entstehen können, wenn dem nationalen Waad das Recht zuerkannt werde, auch die im anderen Waad organisierten Aschkenafim zu besteuern. „Wir wünschen keine Vorrechte, aber das Recht, unsere religiösen Angelegenheiten nach unserer heiligen Ueberzeugung ordnen zu können, ohne von anderer Seite behindert zu werden." Im Uebrigen bestätigt er die Angaben des Rabbiner Horowitz über die Uneinigkeiten und Unstimmigkeiten im Kreise des nationalen Waad selbst. Der Ehrensekretär der Aguda betonte, daß die Kehillasrage in' Jerusalem keine lokale Sache sei, sondern eine Angelegenheit des gesamten Israel. Auch in den europäischen Ländern seien, wo es die Verhältnisse rechtfertigen, von den Negierungen die autonomen Gemeinderechte beider Richtungen im Judentum anerkannt. Professor Dr. I. I.'de Haan sagte, das friedliche Zusammenarbeiten, wie dies von den Orthodoxen gewünscht werde, könne erst dann in die Wege geleitet werden, wenn der Orthodoixe' bie ihr zugedachte Zwangsjacke der einheitlichen Gemeindeorganisation erspart bleibe. Der Oberkommissar erwiderte, daß die Verhandlungen noch nicht abgeschlossen seien und er selbst sich noch keinem gegenüber abschließend über die Regelung der Gemeindeangelegenheiten geäußert hätte. Bei seiner bevorstehen- .den Anwesenheit in London werde er auch dieser Frage seines Aufmerksamkeit schenken und selbstverständlich auch die Forderungen des Waad-ha-Aschkenasim in Betracht ziehen. Was die Steuern betrifft, so müßte seines Erachtens die Sache systematisch geregelt werden, freilich aus die Art, daß Ausnahmen für Mitglieder des aschkenasischen Waad ermöglicht werden. Die Deputation überreichte dem Oberkommissar ein Memorandum und verabschiedete sich von ihm, mit dem Wunsche einer guten Reise, die auch von bestem Erfolge für das jüdische Volk sein möge. Der ,Oberkommissar beauftragte noch Rabbiner Horowicz, der bevorstehenden Kenessio Gedaulo seine Grüße zu übermitteln. Die Audienz dauerte eine volle Stunde. Ans Anlaß des öevorstetzenden Hischo-6cav .richten wir an alte Mitglieder unserer Hrts- und Jugendgruppe« die Bitte, mindestens den Geldöetrag, welcher dem Werte eines Mittagsmahles entspricht, unserem zufiießen zu lasten. Ist ja die Vernachlässigung des Schmittagesetzes einer der Gründe, die die Zerstörung unseres Keikigtums und die Vernichtung unserer staatlichen Selöständigkeit verursachten; jede Spende für den Schmittafond vedeutet ein Gelöbnis, das Zlnsrige dazu zu tun, um das Gottesland wieder den Gottesgesehen zu unterstelle« und so dazu Seizutragen, daß die „Hrauertage des 4. und 5. Wonats wieder in Ireude und Iuöet umgewandelt werden". fttfaftina-Cenfcafe dev Agudas Zisroet Krankfnrt a. M. — Wostscheärnummer 53900.

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