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Der Israelit · 1923-07-12 · Heft 28 (12.7.1923) · page 16

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Journal
Der Israelit
Volume
64 (1923)
Issue
Heft 28 (12.7.1923)
Date
1923-07-12
Page
– (sequence 16)
Language
German
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! : r!-; i I WWWUWWWWW» Seite 4 Nr. 13 Blätter 12. Juli 1923 zionistischen Organisation nur als kühne Träume von künftigen misrachistischen Siegestrophäen gelten können, im Rahmen unserer Organisation agudistische Selbstverständlichkeiten sind. (Fortsetzung folgt.) Die erste Konferenz der Zeire Emune Jisroel in Deutschland. (Allgemeiner Bericht.) Die lebhafte Bewegung unter der religiösen ostjüdischen Jugend in Deutschland für den Agudagedanten fand ihren stärksten und eindringlichsten Niederschlag auf. der ersten Konferenz der Zeire Emune Jisroel, die am 10. Tamus in Frankfurta. M. stattfand. Aus allen Teilen Deutschlands, wo nurirgendwie eine größere Ansiedlung von Ostjuden existiert, waren gewählte Vertreter der Zeire Emune Jisroel-Vereinigungen erschienen. Sostellten sich zur rechten Zeit ein ' Vertreter aus:. Altona, Berlin, Leipzig, Hamburgs Halberstadt, Karlsruhe und Breslau, sowie verschiedene Gäste von größeren und kleineren Gemeinden aus der näheren Umgebung.. Die Konferenz wurde um 10 Uhr vormittags vor einem vollem Hörraum von Delegierten und Gästen eröffnet. Aus der tiefernsten Stimmung, mit der man dre Tagung eröffnete, konnte man schon den Verlauf und Erfolg derselben ahnen. Eine sachliche, ernste, von tiefem Verantwortungsgefühl durchdrungene Behandlung aller Fragen, die auf der Tagesordnung standen, das war das herrschende Moment aller Beratungen. Herr I. Grüngras eröffnete die Konferenz im Namen des zeitweiligen Merkas mit einer begeisternden Rede und erteilte das Wort Herrn Jacob Rosenh'eim, dem Vertreter des Geschäftsausschusses der allweltlichen Agudas Jisroel, der die Versammlung mit einer zum Zusammenhalt- und zur Einheit mit der Gesamtorganisation mahnenden Ansprache begrüßte. Die erste Vormittagsitzung verlief unter Anhören der Berichte aller Gruppen, Begrüßungen und mit der Bildung eines Permanenzausfchuffes. In der Arbeitspause besprachen die einzelnen Gruppen gesondert alle Fragen, die auf der Tagesordnung standen. Schon gleich in der Nachmittagssitzung konnte man das bedeutende Interesse wahrnehmen, das alle Teilnehmer besonders dem Kardinalpunkte der Besprechungen zuwandten, nämlich der Notwendigkeit einer selbständigen Organisierung der Z. E. I. in Deutschland. Eine merkwürdige Tatsache blieb dem zeitweiligen Merkas zu verzeichnen Vorbehalten und zw'ar gerade bei der Behandlung der obengenannten Frage, die die religiöse Ostjugend in ihrem innersten Kern berührt. Der Merkas glaubte, daß diese Frage, die in gewissen Kreisen einer bestimmten Antipathie und der Furcht vor einer scheinbaren Spaltung begegnete, sicher den Gegenstand stürmischer Auseinandersetzungen und Meinungsverschiedenheiten bilden würde. Wie erstaunt war man aber bei der Beobachtung, daß die Notwendigkeit einer solchen Organisierung bei allen Delegierten als beinahe selbstverständlich empfunden wurde. Das Leben allein, der mächtigste Faktor einer jeden Bewegung, habe diese Frage schon längst gelöst, so hieß es allgemein, und die gegenwärtige Tagung selbständiger Z. E. J.-Gruppen sei ein sprechender Beweis für diese Lösung. Doch rief das Referat von Chawer I. La n d au, der diese Frage vom prinzipiellen, erzieherischen und gesellschaftlichen Standpunkte beleuchtete, starken Beifall bei allen Delegierten hervor. Herr Landau verstand es, die Frage in ein ganz anderes Licht zu stellen in ihrer Bedeutung für das historische Judentum. Er sieht in der Bewegung der Z. E. I. in Deutschland eine geschichtliche Mission, welche die im Beth-Hamidraschgeiste erzogene religiöse Jugend aus dem Osten unter den Westjuden zu erfüllen hat. Die Herwanderung dieser Jugend erscheint keineswegs als ein Zufall in der Geschichte, sondern als eine Bestimmung der rO'Pt’y nrnt^n; sie hat der allgemeinen Agudabewegung in Deutschland mitzuhelfen bei der hohen Aufgabe, dem westeuropäischen Judentum seine reiche Vergangenheit, seine Seele wiederzugeben, die ihm durch die Reform des letzten Jahrhunderts entrissen wurde. Als im Osten geborene und erzogene Jugend, die in den Kreis des. Westjudentums eingestellt wurde, hat die Z. E. I. die wichtige Ausgabe, alle gefährlichen Mißverständnisse, die einer wahrhaften, harmonischen Vereinigung zwischen Ost und West im Wege stehen, zu bekämpfen und zu beseitigen. Um diese Rolle zu spielen, muß sie notgedrungen ihre ostjüdische Eigenart beibehalten, ihre streng religiöse Erziehung und ihr Hitlahabut für Thora und Jüdischkeit bewahren. Alle diese Umstände erfordern gebieterisch die Verselbständigung der Z. E. I. als Organisation. Auch die geistreichen Ausführungen des Korreferenten, Herrn K n o b l o w i tz - Hamburg» bewegten sich in derselben Gedankensphäre und in diesem Sinne kam auch ein Beschluß zustande. Darauf wurde das vom Merkas ausgearbeitete Aktionsprogramm vorgelesen ind Punkt für Punkt zur Diskussion gestellt, worauf mit geringfügigen Aendcrungen eine einstimmige Annahme erfolgte. Das Programm umfaßt die Grundlinien der organisatorischen, geistig-kulturellen, sozialen und Erez-Jisroel-Arbeit. der Z. E. I. in Deutschland. Von den organisatorischen Fragen ging die Konferenz zu der Frage praktischer Erez-Jisroel-Arbeit über. Es wurden in dieser Hinsicht wichtige Beschlüsse angenommen, so die Gründung einer "ppt "i* i^y=<Sruppe bei jeöer Z. E. I., mit der Bestimmung allen agudistischen Chawerim, die sich als Chaluzim ausbilden und nach Erez Jisroel übersiedeln, wollen, hje^u Mittel und Wege zu verschaffen. Ferner soll an die Kenessio Gedaulo herangetreten werden mit dem Ersuchen, den längstgefaßten Plan der Gründung der „Schoschanas Jakob"-Kolonie baldmöglichst zu verwirklichen. Auch der Beschluß der Konferenz, eine jiddisch-hebräische Zeitung herauszugeben, ist von nicht zu unterschätzender Bedeutung für die Entwicklung des jüdischen Lebens in Deutschland, besonders da noch überall, wo es sich um jüdische Gesamtheitsinteressen handelt, ein rechter Mangel an nötiger Initiative zu bemerken - ist. Da die Z. E. I. in Deutschland der Kenessio Gedaulo wichtige Punkte, die die Aguda im Ganzen berühren, zu unterbreiten hat, wurde beschlossen, sich inbezug auf die Vertretung der ersteren bei der Kenessio Gedaulo in einem ausführlichen Memorandum an den Zentralrat zu wenden, lieber Finanzierung des. Merkas und der geplanten Zeitung referierte Herr I.. M. Fürstenberg- Berlin, der eine Reihe von praktischen, zum größten Teil genehmigten Vorschlägen machte. Am Schlüsse der Konferenz 'fand eine allgemeine. Aussprache über die Arbeit des Merkas statt, an der sich u. a. Herr Ch. I. Jakub o w i tz - Frankfurt beteiligte. Gemäß dem allgemeinen Wunsche der Mitglieder verblieb das Zentralbüro des Merkas weiter tu Frankfurt und 5 Vertreter der Frankfurter Gruppe im Merkas bilden den Arbeitsausschuß, der die Beschlüsse der Konferenz und aller Plenarsitzungen äuszusühren hat. Der Merkas hat sich folgendermaßen konstituiert: Jakob Landau, .M. Speiser, I. Grün-» gras, A. Born st ein, A. Sachs, sämtlich in Frankfurt a. M., I. M. Fürstenberg, S. Postmann-Berlin, H. Merkin, I. Baumgarten- Leipzig, H. Kn o b lo w itz- Hamburg, I. Semler- Halberstadt, A. Ostersetzer- Altona, E. N. Rosenb l u m - Karlsruhe, I. A. Kwiatkowski - Breslau. Mit feurigen Schlußworten einiger Chawerim wurde die Konferenz in gehobener Stimmung geschlossen. S. Arukuy. Aus der Bewegung. Werkin. Die hiesige Jugendgruppe der Agudas Jisroel hat seit einiger Zeit mit gutem Erfolge kleine Arbeitsgemeinschaften eingerichtet, in welchen im Anschlüsse an den Schiur Tagesfragen vom agudiftischen Standpunkt aus besprochen werden. Interessenten werden gebeten, zwecks Teilnahme sich an den Leiter, Herrn Dr. Markus Birnbaum, Berlin NW. 87, Hansa-Ufer 4 zu wenden. Jerusalem. Bei den hiesigen Wahlen für die Kenessio Gedaulo wurden als Delegierte gewählt die Herren: Moses Blau, I. L. Chagis, Rabbiner I. Horovics, Raphael Katzenellenbogen und Rabbiner Rubin. London. Als Delegierte aus London für die Kenessio Gedaulo sind gewählt die Herren: Harry Goodmann, I. Weil, W. Schiff und P. Landau. Kowno. Als Delegierte sind gewählt die Herren: Rabbiner Heller, David Lewin, Salomon Tragnitzki. Zürich. Don der schweizerischen Landesorganisation sind bis jetzt folgende Delegierte gewählt: Rabbiner Löwenstein-Zürich, Botschko-Montreux, Sternbruch-Basel, Josef Erlanger-Lnzern. Amsterdam, 2. Juli. Aus Veranlassung der hiesigen Agudas Jisroel Jügendgruppe wird die Gründung eines allgemein jüdischen Komitees geplant, welches die Ausgabe hat, für den Schemittasünds zur Unterstützung derjenigen Kolonisten in Palästina zu sammeln, die im kommenden Jahre durch , das Schemittagesetz genötigt sind, ihre Felder brach liegen zu lassen. Köln, 2. Juni. Die Jugend-Organisation. Köln (Händelstr. l9) schreibt: „Jugendgruppen- Mitglieder, die beabsichtigen, zur Kenessio Gedaulo nach Wien zu gehen, werden aufgefordert, sich sofort mit uns in Verbindung zu setzen zwecks Beschaffung unentgeltlicher oder bedeutend ermäßigter Gastkarten zur Kenessio Gebaut»." Spendenlisten. Schmittafond. Burgpreppach: Dr. Michalski 3000. Frankfurt a. M.: Westheim 20.000. Hamburg: Michel Jacobsen 100.000, S. Aron 25.000, Dr. L. Schlesinger 50.000. Köln: Rbb. Dr. Wolf 20.000, M. L. Munk 300.000. Karlsruhe: NN. 20.000. Mannheim: Jac. Dreifuß 5000. Kriegswaisenfonds. Aschaffenburg: Nathan Mayer 13.000. Bechhofen: David Steindecker 10.000. Bens heim: I. Knoller 25.000. Berlin: dch. Samuel Munk 125.522, Bruno Ga- " lcwsky 10.000, Meyer i. Fa. „Comindo" 250.000, Ungenannt 30.000. Biebrich: Sammlung Lehrer Sulzbacher 20.000. Buchelsdorf: Paul Hamburger 10.000. Cassel: NN. 10.000. Chemnitz: Sammlung 122.500. , (TSIn: Gerson Rothschild 10.000. Elbingen: NN. 20.000. Frankfurt a. M.: Nathan Adler und Frau 10.000, Oskar Aumann 10-000, Frau' Caroline Aumann 10.000, Meyer Eisemann 50.000, Siegfried u. Ros» Wreschner, Arnold Wreschner, anläßlich der Jahrzett ihrer geliebten Mütter 200.000. Freiburg: S. Epstein 100.000. Fulda: Rabbiner Dr. L. Cahn 10.000. Halle: Oskar Weinreb 10.000, Heilbronner i. Fa. Oelschläger 10.000, Sammlung 25.000. Hersfeld: Josef Bacharach 15,000. Kopenhagen: Skandinavisk Bureau der Agudas Jisroel 500.000. Ladenburg: Gebrüder Kaufmann 50.000. L e i p z i g: A. Glückin 10.000, Boris Burawoy 20.000, M. Kaplan u. Co. 10.000, Gebrüder Kugler 10.000, Siegelberg u. Koch 10.000, Louis Cohn Nachf. 10.000, Arno Weinstein 10.000, Gebrüder Felsenstein 50.000, Jsaac Heppner 10.000, Jacob Kohn 10.000, D. Rubin 10.000, I. I. Gottftied.u. Sohn 10.000, L. Merkin 10.000, H. B. Gottfried 10.000, Semmi Eoldstaub 50.000, Tobias Braude 50.000, Ferdinand Salm 15.000, Robert Ehrmann 20.000, Gebrüder Gerson 10.000, Hermann Menasche 10.000, L. Bernstein u. Sohn 10.000, Rosner u. Braun 10.000, Silbermann u. Co. 20.000, Bernhard Schild 20.000, M. Laudan u. Co. 10.000, David Dormann 10.000, Paul, Gelb erg 10.000, I. S. Wydra 10.000, Leopold Schild 10.000, Esra Salomon 10.000, I. Leikind 10.000, Sammlung 119.000, Marburg: NN. 10.000, NN. 10.000. ' Mrltenberg: Wwe .Willy Grünstem 10.000. Nürnberg: Jacob Goldberger 20.000. N.: NN. dch. Gruppenverband der Agudas Jisroel Halberstadt 20.000. Offenburg: Adolf Kahn 25.000, Paris: Moritz Schuster 50.000. Pfungstadt: Moritz Mainzer 150.000. Neichensachsen: NN. dch. H. Bacharach 25.000. Rheine: Sammlung S. Trautmann 12.000. Schweinsurt: Sammlung Distrittsrabbiner Dr. Stein 20.000. Wallertheim: Sammlung Karl Jsäac I 12.500. Kenessio Gedaulo der Agudas Jisroel. Berlin: Ortsgruppe 1.200.000. C ö l n: Ortsgruppe 150.000. E s ch w e g e: Julius Löwenthal 500.000. Frankfurt a. M.: Ortsgruppe 730.000, dieselbe 805.000, dieselbe 667.000, dieseelbe 598.000, Jugendgruppe 428.000, Samuel Weil 20.000, NN. 10.009, Leop. Goldschmidt 5000, Fritz Eisenmann 4000, I. Sellmann 1000. Hamburg: W. S. I. als Honorar für eine Rosenblattkopie in Oberhof 1.Ü00.000, NN., 250.000. Haupt-Fond. Abterode: NN. 20.000, N. 20.000. Berlichingen: Jugend gruppe 15.000. Berlin: Orts- und Jugendgruppe 720.000. Cassel: Jugendgruppe 116.000, dieselbe 19.000, durch dieselbe 97.000. Düsseldorf: I. Mogendorff 5000. Emden: Ortsgruppe 8000.- Frankfurt a. M.: Westheim 20.000. Fulda: E. Eschwege u. Friedmann 50.000, Dr. Herz 20.000. Gersfel!>: Jugendgruppe 23.000. G u r h a g e n: Jsäac Katzenberg 5000. H a l b e r st a d t: Dr. Feuchtwanger 10.000, F. 100.000. Marburg: Jugendgruppe 44.000. München: dch. M. Schaffer 106.200, davon 105.000 gesammelt auf Hochzeit Krautz-Äusübel. N i e d e r a u l a: Jügendgruppe 10.000. Norden: Jugendgruppe 9000, Lehrer Klein 3000. 9t ürnb e r g: Sally Stahl-Neuwied 66.000. Rastenburg: Arnold Cohn 7000. Wiesbaden: Dr. Martin Sulzberger 10.000. Marken-Erlös. Emden: Ortsgruppe 27.500. F u l d a: Meinhold Nutzbaum 37.500, Dr. Herz, 1250. Halberstadt: Senta Seckbach 50.000. , Sammelbüchsen. Berlin: Alfred Casper 2000. Emden: Jacob v. d. Walde 2500. Halberstadt: 537. Hann. Münden: Lehrer Wertheim 3000. Für unsere Hungernden in Sowjet-Rußland. Ukraine. Cassel: B. Grünebaum 10.000, NN. 5000, durch Jügendgruppe B. Grünebaum 10.000. Chemnitz: Arthur Pohl 100.000, Rysundsky 25.000, Adolf u. Norbert Kramer 25.000, Steinhard und Pakulla 25.000, Leo Kutner 25.000, Mar Frank 20.000, Leo 'Leder 20.000, Moses Märgulies 20.000, O. Nußberg 20.000, A. Kutner 20.000, Mar Heppner 15.000. Fürth: dch. Lazarus Farntrog 10.000. Hamburg: Büchse d. Synagoge Heinrich Barthstratze 52.850. Leipzig: Selma Steinmarder 10.000. LudwigsHasen: Woldenberg dch. Jsr. Wilder 5000. Regensburg: I. Kahn 3000. Verantwortliche Redaktion: Dr. S. Ehrmann. Druck: Hermon Verlags-Aktiengesellschaft Frankfurt a. M. ,

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