Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 64 (1923)
- Issue
- Heft 28 (12.7.1923)
- Date
- 1923-07-12
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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28. Tammus 5683 12 Juli 1923 9. Jahrgang Nummer 13 herausgegeben vorn Gruppenverband, der Palästina-Zentrale und der Jugend-Organisation her Agudas-Jisroel für Deutschland. Zur Kenessio Gedaulo. Ga st karten. Der j)reis für die Gastkarten ist folgendermaßen festgesetzt worden: a) für die Dauer der ganzen, Tagung für Mitglie der der Aguda öA. 100000, für Nichtrnitglieder der Aguda öA. 150000; b) für die einzelnen Tagungen für Agudamilglieder öA. 30000, für Nichtmitglieder der Aguda öA. 50000; c) für die Eröffnungs- und Schlußsitzung für Agudamitglieder öA. 40 000, für Nichtmitglieder der Aguda öA. 70000. Die Anmeldungen für Gastkarten habe,! bei der zuständigen Landeszentrale zu erfolgen. Mit der Anmeldung muß der Betrag erlegt werden. Die Landeszentralen stellen eine ^)nterimsbestätigung aus, welche nach der Ankunft in A)ien im Bureau der Aenefsio Gedaulo gegen die definitive Gastkarte umzutauschen ist. Von dem Grundsätze der Anmeldung bei den zuständigen Landeszeniralen kann nicht abgegangen werden. Die nummerierten Plätze werden vom Bureau nach der Reihenfolge vergeben, in der die Anmeldungen seitens der Landeszentrale einlaufen. Es steht den Landeszentralen frei, für eine beschränkte Anzahl solcher Persönlichkeiten, die sich um die Aguda verdient gemacht haben, oder deren Anwesenheit seitens der Landeszentrale als wünschenswert erachtet wird, den Antrag auf Erteilung von ermäßigten oder Gratiskarten baldmöglichst an den Geschäfts führenden Ausschuß in Wien zu stellen. Die Landeszentralen werden ersucht, sich deshalb sofort auch mit den Iugend- -organisationen ihres Landes in Verbindung zu setzen. Qua rtier. Das Aenefsio Gedaulo-Bureau hat für eine Anzahl von Gästen, wobei namentlich bei den Massenquartieren an Mitglieder der Zugendgruppen .gedacht ist, freies Quartier vorgesehen. Die Anmeldungen hierfür müssen bis spätestens 20.-Juli bei dem Aenessio Gedaulo-Büreau in Wien II., Malzgasse 12a, betätigt sein. Solche Gäste, welche wünschen, daß für sie. seitens des Aenessio Gedaulo-Bureau Zimmer in Hotels reserviert werden, wollen ihre diesbezüglichen Wünsche bis spätestens 25. Juli an das Aemeffio Gedaulo-Bureau nach Wien senden und etwaige Ansprüche inbezug auf die Qualität des Hotels kundgeben. Visum. Die Fürsorge für Erteilung des österreichischen Einreisevisums kann nur dann sicher in Aussicht gestellt werden, wenn die Anmeldung bei der Verkehrsabteilung des Aenessio Gedaulo-Bureaus bis. spätestens 16. Juki erfolgt ist. Der Anmeldung anuß beiliegen: eine Bestätigung der Landeszentrale, daß die betreffende Persönlichkeit entweder als Delegierter oder als Gast der Aenessio Gedaulo beizuwohnen wünscht. Notwendig sind ferner genaue Angabe des Vor- und Zunamens, des Alters, sowie der Staatszugehörigkeit. Eine entsprechende Summe für die Auslagen (Porto, Telegramme usw.) muß der Anmeldung beiliegen. Verpflegung. Es ist vorgesehen, daß in den Nebenräumen des Tagungssaales die Mahlzeiten gemeinsam eingenommen werden, und zwar zu möglichst billigen Preisen. Diese Maßnahmen gelten zwar zunächst nur für die Delegierten, es ist aber Vorsorge getroffen worden, daß bei rechtzeitiger Anmeldung (10. August) die Gäste an den gemeinsamen Mahlzeiten teilnehmen können. Die Landeszentralen werden ersucht, wenigstens die Zahl der Personen, die aus ihrem Lande mit Wahrscheinlichkeit kommen, bis 1. Juli an das Aenessio Gedaulo-Bureau nach Wien zu melden. Abholung. Delegierte, welche ihre Ankunft in Wien rechtzeitig anmelden, werden vom Empfangskomitee des Aenessio Gedaulo-Bureaus am Bahnhofe erwartet und in ihre Wohnung geführt. SlgudO' OTtifgficdcr ttttb Interessenten, die der Kenesjio Hedauko in Wien nicht Seiwohnen, doch ein genaues ZLitd der Kongreßtagung, offiziette Stenogramme, Sitzungsberichte, Stimmnngsvikder, Interviews u. bergt., kurz, ein vis in die kleinsten Kinzettzeiten genanes Kitd zu erlangen wünsche«, können die durch drei Wochen erscheinende tägliche Zeitung in jiddischer und deutscher Sprache öeziehen. — Sie große Wervreitung &er Zeitung öriugt es mit stch, daß ste sich für Juserate öefonders eigne« wird. Der Inseratenranm ist iudeß öeschränkt, wesyalö Satdigste Bestellung stch empfiehlt. — Der Bezugspreis (er ist unter den Selöstkoße«) ist für Deutschland 30000 MK. Bestellungen Seim Büro des Hruppeuveröandes i« Kalßerstadt. Zahlungen auf deßen Bost- (check-Konto 18901 Berlin. Mitteilungen des Seuppen^VepBandes dev flgudas Sisroef in Veutjekland zur Kenefßo Sedan(o. Halberstadt, 8. Juli 1923. Sitzung der deutschen Landsmannschaft. Mittwoch, den 15. August, vormittags 10 Uhr, treten in Wien die anwesenden Vertreter der „Agudas Jisroel" aus Deutschland zu einer Vorbesprechung zusammen. Zutritt haben die Mitglieder des Geschäftsausschusses, die Abgeordneten aus Deutschland und ihre Stellvertreter, sowie die in Deutschland wohnenden Mitglieder des Zentralrats und die Aguda-Gäste aus Deutschland. Persönliche Einladungen ergehen nicht. W-ß-Ws«. Deutsche Staatsangehörige brauchen ihre Passe zur Erlangung des österreichischen Visums lediglich dem zuständigen österreichischen Konsulat einzureichen und erhalten dann das Visum ohne weitere Förmlichkeit. — Man versäume nicht, sich die Ausreisegenehmigung des zuständigen Finanzamts in den Paß stempeln zu lassen! Dampferfahrt Wassau-Men. Die Dienstag, den 14. August in der Frühe in Passau eintresfenden Teilnehmer der Kenessio Gedaulo fahren mit einem Dampfer der Donaudampfschifsahrtsgeseklfchaft gemeinsam nach Wien weiter. Erhebliche Verbilligung, landschaftliche Genüsse, angenehme Fahrt und Gesellschaft sind die Vorteile. Frühzeitige Anmeldung an das Büro des Gruppenverbands in Halberstadt ist erforderlich. Programmatisches zur Kenessio Gedaulo. Bon Rabbiner Dr. Breslauer in Fürth i: B. (Schluß.) in. Als dritte E esamtheits aufgabe möchte vielleicht der Slomplex derjenigen mSD erscheinen, welche ganz eigentlich dem gesamten Zibbur als solchem aufgelegt sind, gruppiert etwa nach: enpvki rvo (rrnay — NQ18 ms usw.), pnriiD — pH usw.) und nubo ("i^d no^ — □•»öjn Vier» usw.). Als unaktuell in ihrer Gesamtheit wird man sie nicht beiseite schieben können (R. Zwi Hirsch Kalischer y^r!).,, prinzipiell wäre für ihr Verhältnis zu Agudas Jisroel zu sagen, daß ihre Ermöglichung (soweit angängig natürlich) in das Programm der Agudas Jisroel fällt, ihre „bestimmungsmäßige" Erfüllung aber Aufgabe des Klall ist und eines jeden Einzelnen, soweit irgendeine sei. er Lebcnsspannungen tinöi weü 3b davon berührt, dazu gefordert wird. Als Idee, Prinzip der Agudas Jistoel würde sich also ergeben: der tätige Lebenswille, der lebendige Selbsterhaltungs- und Selbstversorgungswille des jüdischen Volkes zum Zweck seiner Bestimmungserfüllung. Das Fr. Pr. kommt zur Formel: Agudas Jisroel erstrebt die Bereitstellung der Nation Gottes und des Landes Gottes für ihre Wiedervereinigung unter der Herrschaft des Rechtes Gottes zum Gottesstaat (a. a. O. S. 36). Ist hierbei der Gottesstaat als unter die ni33b - Bestimmung gehörig gefaßt, dann verhalten sich beide Formulierungen im Grunde so zu einander,, daß die erste Jisroel als Volk den Völkern, die zweite als Staat den Staaten (politischen Nationen) gegenüberstellt; die erste die umfassendere ist, nämlich den 'kl TiiT», die mitwi, die Wiedervereinigung Jisroels mit, den nto r^D, als Nationalbestimmung saßt, die letztere die diesem Ende dienende gotlesstaatliche Formung Jisroels. Aber eben daß sie, die zweite, das Fr. Pr., ohne Voranstellung und Ueberordnung der ersten sich gibt, und daß sie darum in ihrem Anspruch auf Selbständigkeit — da ihr nun die Gesamtheit des Jisroel-Wesens zu weit ist, um in ihr gehörigen Halt zu finden — sich im Agudismus die eigene, adäquate Weltanschauung mit dem Substrat der (so verstandenen) Agudas Jisroel formt — macht sie abwegig.. B. Daraus folgt für Bestimmung, Richtung und Ziel des Programms: I. Nur die lebendigen, d. h. (mehr oder minder bewußt) lebenwo lenden Teile eines lebenden Organismus fördern dessen Leben und Zweck. Nur die Tauro-wollenden Juden sind Träger der Erhaltungsaufgabe, die Bestimmungsaufgabe ruht auf allen Tauro-sollenden^ d. h. von jüdischer Mutter Geborenen und dhu. II. Agudas Jisroel ist die Organisierung der Tauro-wollenden Juden. in. Es gibt keinen Agudismus im Sinne einer einheitlichen, in sich geschlossenen Weltanschauung. Es gibt feine Agudisten im Sinne der Bekenner eines wichen Agudismus. iv. Agudas Jisroel ist keine Partei. V. Zur praktischen Aufgabe von Agudas Jisroel gehört alles, was dazu dient, das mit der Jisroel-Bestimmung beladene iwvd'’ 3b des Volkes im Großen wie im Kleinen (Einzelnen) zu versorgen und zu erhalten, zu schützen und zu pflegen — immer im Hinblick auf seine