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Der Israelit · 1923-07-05 · Heft 27 (5.7.1923) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
64 (1923)
Issue
Heft 27 (5.7.1923)
Date
1923-07-05
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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L Juli W3 v , , . . wurzeln, veranlaßt, den .Sabbat zu opfern. Es steht wohl den Arbeitern frei, sich der Sabbatarbeit zu enthalten, aber das neue Reglement verfügt, daß der Reihe nach einmal von sämtlichen Arbeitern an einem der drei Ruhetage gefeiert wird. Der jüdische Arbeiter hätte dann außer seinem wöchentlichen Sabbat noch jede Woche entweder am Freitag oder am Sonntag aus den Arbeitslohn zu verzichten, was viele nicht ermöglichen zu können glauben. Ein Wort der Verteidigung gibt' es für Sabbatentweihung auch unter . solchen Umständen nicht, aber die Eisenbahnverwaltung hätte doch mit den religiösen Gefühlen und Interessen der Juden besser rechnen müssen, als wie dies in Polen oder anderswo geschieht. Freilich muß gesagt werden, daß der Streit um den Sabbat in Tel Awiw so recht dazu angetan ist, die Behörden und Verwaltungen glauben zu machen, daß den Juden der Sabbat nichts anderes sei, als den.anderen Religionen ihr Ruhetag, vielleicht sogar noch etwas weniger, ein sozialer Ruhetag, den man gelegentlich mit einem anderen Tag der Ruhe auswechseln kann. Aus S i ch £ m wird berichtet, daß am verflossenen Pessachseste der Samarichner, zu dessen öffentlichen Opferveranstaltungen bekanntlich aus allen Teilen des Landes gepilgert wird, sich die Führer der samaritanischen Gemeinde an diedortigen als große Judenfeinde bekannten arabischen -Beamtem mit einem Gesuche wandten, den Zionisten den Besuch der Stadt wahrend des famarktanischen Festes zu verbieten. Die Behörden wiesen das Gesuch unter Berufung aus das altgeheiligte Gastrecht bei den Arabern zurück. In Petach Tikwah wurde das Fest der Aussöhnung zwischen Arabern und Juden mit allem von den Arabern bei solchen Gelegenheiten beliebten Pomp gefeiert. Weyn man auch leine weitgehenden Illusionen mit diesem Frieden verbinden darf, so war es doch ein schönes Bild, als sich im Gemeindehaus zu Petach Tikwah die beiden Parteien in Anwesenheit von Vertretern der Regierung in schwungvollen Reden die schönsten Komplimente machten und immer und immer wieder betonten, daß aus dem Zusammengehen beider Bevölkerungsteile das Glück für die Kolonie und für das ganze Land erblühen muß. Es handelt sich um die Araber aus den Petach'Tikwah nahegelegenen Dörfern vom Stamme de^ A b u K i s ch a k, .die in. den letzten Jahren der Kolonie viel zusetzten. Die Vertreter verpflichteten sich zu dem im Abkommen vorgesehenen Schadenersatz, und eine Abordnung aus Juden und Arabern machte sich sofort auf dön Weg nach Jerusalem, um dort beim Oberkommissar für die Freilassung des seinerzeit in Verbindung mit den Ueberfällen verhafteten Scheich Schaka Abu Kischek vorstellig zu sein. Wer optimistisch veranlagt ist, kann in diesem lokalen Frieden den Grundstock der erwünschten allgemeinen Aussöhnung sehen. Nach Einweihung des Rabbinerhauses als Wohnung für Oberrabbiner Kuk regte sich auch bei den Sephardim der erklärliche Wunsch, ein ebenso schönes Domizil für den sephardischen Oberrabbiner Rabbi Jakob Meir zu errichten. Wie man hört, ist bereits der Platz dafür erworben und soll mit den VaUärbeiten gleich begonnen werden. . .; Die Konvention 4er «meriRaniseDen Aonirte«, Newy ork, 21. Juni. Der Delegiertentag der zionistischen Organisation Amerikas hat in Baltimore stattgefunden. In Anwesenheit Dr. Weizmanns wurde die Frage der Jewish Agency gegen eine verschwindende Minderheit in dem von Weizmann gewünschten Sinne entschieden: unbeschadet weiterer Vorbereitungen für einen jüdischen Weltkongreß follen' zur Erweiterung der Jewish Agency die am Aufbau Palästinas interessierten nichtzionistischen Organisationen herangezogen werden. Weizmann erklärte, weder die Balfourerklärung noch San Remo habe die erwartete überwältigende Wirkung auf das jüdische Volk ausgeübt; ein weiteres Jahr finanziellen Elendes wie das vergangene könne die zionistische Organisation nicht überstehen. Alle politischen Erfolge scheitern an dem Hunger der Chaluzim und der unbezahlten- oder halbbezahlten Lehrer. Der Weltkongreß sei eine spätere Sorge, zumal er heute, da Rußland abgesperrt sei, doch nur einen Teil der jüdischen Gesamtheit vertreten' könne. Die Stellung der zionistischen Organisation in- D e r I s t a e I i t, nerhalb der Jewish Agency.müsse dadurch gewahrt werden, daß die Hälfte der Sitze den Zionisten verbleiben; im übrigen lade man alle ehrlichen Männer - zur Mitarbeit ein. Einen scharfen Gegner fand Dr. Weizmann in 'diesen Anschauungen an Dr. Schmarja L e w i n. der den kompromißlosen ultranationalen Standpunkt einer reinzionistischen Agency vertrat. Personalien. Basel, 28. Juni. Tiefen Schmerz und Trauen wird überall die Kunde vom Hinscheiden der in allen Kreisen als npl!» geschätzten Frau Massia Sternbuch, Mutter des Herrn N. Sternbuch, auslösen, welche Sonntag, 10. Tamus im Alter von 74 Jahren zur n*YQp kam. Tochter des durch seine hervorragende Gelehrsamkeit und Religiösität bekannten 'Rabbi Jizchak Chasid, hat sich die Verblichene schon in ihrer Heimat, in Betzarabien der armen und leidenden Menschen beispielslos angenomnren und durch ihr Mitfühlen und Mitempfinden mit den. Nächsten, ob reich oder arm, ausgezeichnet. Durch die wirren politischen Verhältnisse und besonders durch die Pogrome in Kischinew gezwungen mit ihrer Familie auszuwandern, Hat sie vor etwa zwanzig Jahren ihren Wirkungskreis nach Basel verlegt. Die herrlichen Eigenschaften, Güte, Milde, Liebe zu Gott und zst den Menschen hat sie nicht nur beibehalten, sondern in großem Maßstabe erweitert und ausgedehnt. Namentlich hat sie ihrer glühenden Liebe zu Erez Jisroel durch jahrelanges Sammeln von Geldern für die dortigen Jeschiwos und Krankenanstalten tatvollen Ausdruck verliehen. Sie scharte einen großen Kreis von Freunden und Freundinnen um, sich, denen sie ein Muster von Frömmigkeit und Tugend war und die sie in ihrem Geiste zü beeinflussen suchte.. Wer sie besuchte, fand sie stets mit einer Mizwoh beschäftigt. Für jeden hatte sie ein tröstendes, ausheiterndes Wort und eine offene Hand. Ein schweres Leiden fesselte sie Jahre lang ans Kranlenbetr im Hause ihres Sohnes, wo ihr die sorgfältigste Pflege zuteil wurde und von wo sie aber ihre segensreiche, beglückende Arbeit mit vermehrtem Willen und innerer Freude ausübte. Mit welcher Kraft der Glaube ans Judentum ihr Inneres erfüllte, wie unendlich innig sie Gott anhing, davon legten die letzten Stunden vor ihrem Wegscheiden ein mächtiges Zeugnis ab. - Zur T|^ waren von Nah und Fern eine große Anzahl Freunde erschienen, um der Hingegangenen die letzte Ehre zu erweisen. Am Grabe schilderte Herr Rabbiner Dr. Cohn in eindrucksvollen, und erhebenden Worten das Leben und Streben der Verstorbenen, deren Wirksamkeit er mit dem Wunderbrunnen der Prophetin Mirjam verglich. Herr Rabbiner Krauß aus Baden sprach von der fühlbaren Lücke, die allseits durch den Hingang dieser religiösen und philantropischen Frau entstanden ist. Im Trauerhause Hielt Herr Botschko einen ergreifenden Hesped und hob die echt jüdischen Eigenschaften der Verstorbenen hervor, wie sie durch ihr Beispiel die ganze Familie zu treuer Anhänglichkeit und Liebe zum Judentum erzog, was ihr auch mit Erfolg gelang. Die Angehörigen verlieren in ihr eine überaus würdige, treue, gütige und liebevolle Mutter und Großmutter. Freunde und Bekannte klagen um den Verlust ihrer Beraterin, die ihnen in Freud und Leid mit allen ihren Kräften beigestanden hat. Durch ihre musterhaften jüdischen.. Taten hat sie sich in aller Herzen ein dauerndes Denkmal gesetzt. n"2iJin Briefkasten. „AlterFreund". Sie beklagen sich darüber, daß jüdische Geschäfte zu wenig Unterstützung von jüdischer Seite finden und schreiben: „Es wird nicht daran gedacht, daß der gesetzestreue Kleinkaufmann auch am Sinai gestanden und den zahlreichen Gesetzen und' Verpflichtungen Nachkommen muß', die das Leben an und für sich etwas schwerer gestalten und vermehrte Auflagen bedeuten gegenüber jenen, welche nicht religiös leben oder Nichtjuden, man bedenkt nicht, daß man bestehende Existenzen zu fördern verpflichtet ist." Wir schließen uns Ihrer Anklage, falls sie, was sich unserer Prüfung entzieht, in diesem Maße zutrifft, voll an und geben sie an Interessenten zu ernstlichem Nachdenken weiter, glauben aber, daß diese bedauerliche Tatsacheimmer noch keine moralische Rechtfertigung für das Inserieren in antisemitischen Zeitungen sein kann. Lehrer I. K. in N. Wir wissen nicht, was an dieser Bewilligung Wissenswertes für das große Publikum ist. M. S. in B. Für Ihre liebenswürdige Bemerkung Dank. Doch kann der Verfasser des Artikels „Rabbinischer Humor", die ihm von Ihnen vorgeworsenen „Verstöße gegen die Geschichte"' mit gutem Humor tragen. Er weiß, daß Jonathan Eibenschütz Oberrabbiner in M e tz war, doch weiß er auch, daß er erst 1740 im Alter von 60 fahren dorthin berufen wurde, während er von jugendlichstem Alter an bis zu dieser Zeit in Prag gewirkt hat, wo er auch mit dem Bischof (wohl derselbe, dem die ■ Nr. 27 Seite 7 Abfuhr in der betreffenden Anekdote galt) enge Beziehungen pflegte. Seine Präge r Tätigkeit ist so bekannt, daß man ihn im Osten heute noch nur unter dem Namen „Ionatan Präger" kennt. — Der „Noda bijehuda" ist so allbekannt, daß der „Humorist" eine nähere Angabe seiner Personalien für überflüssig hielt. ' > Frau I. K. in Nürnberg. 4350 Mark für das 2. Vierteljahr verbucht. P. 108. Der 13. Adar 5642 fiel auf den 4. März 1882, der 13. Kislew 6619 auf den 20. November 1858. Ihnen den Schlüssel zur Berechnnng hier mitzuteilen, würde zu weit führen. Wir empfehlen Ihnen das aTiy i?*opb nnso von L. Eoyen (I. Kauffmann, Frankfurt a. M.) A. I. in H. Es ist uns nicht bekannt, Artikel oder Nachrichten von Ihnen empfangen zu haben. Ein Freiexemplar können wir keinesfalls gewähren. Abonnementermätzigung erhalten nur Kultusbeamte und Religionslehrer bis zur siebten Gehaltsklasse. F. S. in H. i. W. Aus Ihre Anfrage vom 27. v. M. teilen wir Ihnen mit, daß — ssviel uns bekannt — die Absicht besteht, von der Kenessio Gedaulo aus eine Reise nach Erez Jisroel zu veranstalten. Nähere Einzelheiten sind jedoch nicht bekannt. Wir empfehlen Ihnen, sich in der Angelegenheit an das Zentralbüro der Agudas Jisroel, Wien zu wenden. Th. W. in H.-Mü n den. Für Juli 2250Mk. — Unser Guthaben bis Ende Juni beträgt 525 Mk. G. S. in W. Betrag eingegangen und nach Angabe verwendet! Schachet in K. In den meisten Gemeinden, die nach dem Reichsbeamtentarif besolden, dürfen die Schochtim nach Gruppe 6 oder 6 besoldet werden. Nur einzelne Gemeinden, wie z. B. die beiden hiesigen Gemeinden besolden ihre Schächtbeamten nach Gruppe 7 und 8. O. E. Straß bürg. Sendung eingegangen und für Abonnement verbucht. frankfurter Berichte. Jentrake für jüdische. Wohlfahrtspflege. Die „Centrale für jüdische Wohlfahrtspflege" bittet uns mitzuteilen, daß, wie im vorigen Jahr, die Stadt wieder Braunkohlen zu ermäßigtem Preis an Mindert bemittelte und solche, die kein tarifmäßiges Einkommen haben, ausgeben wird. Einzeichnungslisten für den Bezug liegen bei der Centrale für jüdische Wohlfahrtspflege! Langestraße 30 vormittags zwischen 10—11.30 Uhr auf. Israelitische Kuranstalt Wad §odeu. Aus Bad Soden wird uns unter dem 28. Juni geschrieben: Die Not der . Zeit, die alle Wohltätigkeitsanstalten hart mitgenommen hat und ihren Bestand in Frage stellt, hat auch die hier seit über 30 Jahren segensreich wirkende Kuranstalt für arme Israeliten nicht verschont und sie schon zeitweilig gezwungen, ihre Tätigkeit einzustellen. So war es sehr zu begrüßen, daß einige Kurgäste es unternahmen, im hiesigen Erholungsheim Villa Aspira im engeren rein jüdischen Kreise ein Wohltätigkektskonzert zu veranstalten. Herr Eisner aus Berlin sang, verständnisvoll begleitet von Frl. Blankstone aus Liverpool, eine Reihe - jüdischer Volkslieder nach der Bearbeitung von Nadel und Roskin. Der innige Vortrag, unterstützt von einem gut geschulten, herrlichen Bariton, ergriff und fesselte das Auditorium. Der materielle Erfolg, war ein über Erwarten guter. Hoffen wir, daß auch sonst die. die es können, ihre Hand austun, um der Anstalt über die schwere Zeit hinwegzuhelsen. Agudas Iisroek-Iugendgruppe. Wir machen unsere Mitglieder darauf aufmerksam, daß ihnen Gelegenheit gegeben ist, sich während der drei Wochen täglich um 1 Uhr mittags am ntün in der Ieschibah, Friedberger Anlage zu beteiligen. Iserierraufenthakl. Die Ortsgruppe des jüdischenFrauenb u n d e s, Frankfurt a. M., vermittelt Adressen für einfachen Ferienaufenthalt für im Erwerb stehende Frauen und Mädchen. Interessenten wollen sich bei der Geschäftsstelle Langeftr. 30, Part., melden. Bereinskalender. Verein Weilar Htzazim. Samstag, nach Schul: „Dinim"; Herr Rektor Falk, — nachm. ilh Uhr, im Dereinslokale: „Mikro"; Herr I. Rosenbaum. — abends 1 Stunde vor Nacht im Hörsaale Friedberger Anlage, Midrasch; Herr Redakteur S. Schachnowitz. Sonntag vürm. 9*/* und Dienstag 1 Stunde vor Minchoh, „Gemoro". Herr R. A. G. Posen. Montag und Mittwoch abends 7 Uhr. „Gemoro". Herr Rabb. Dr. Jos. Breuer.

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