Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 64 (1923)
- Issue
- Heft 26 (28.6.1923)
- Date
- 1923-06-28
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 26 Seite 7 26. guttt 1923. Sbigc|ühg dft Höheren Sähe des Steuertatiss von z o/y bis auf 10 o/o, sowie aus Erhebung von hohen Zuschlägen bei verspäteter Steuer- und Gebührenzahlung hervorheben. Einen breiten Raum nahm die oft ins Kleinliche und Persönliche sich verlierende Abwehr-, aktion der Metzger gegen die ihn angesonnene Umsatzsteuer in der Diskussion ein. Auf ein höheres Niveau gelangte die Debatte erst wieder, als Herr Dr. N. E. Weil!- namens des Finanzausschusses die Ausführungen des Vorstandsvertreters ergänzte. Er wies namentlich darauf hin, daß es sich bei den scheinbar wesentlichen Erhöhungen, die das dritte Vierteljahr an Steuern und Gebühren bringe, für den objektiven Beurteiler überhaupt nicht um Erhöhungen, sondern lediglich um eine selbstverständliche rechnerische Anpassung an den Geldwert handelt. Trotzdem sei er weit davon entfernt, . den Ernst der Lage zu verkennen. Er glaube im Gegenteil, daß die größten Schwierigkeiten für die Aufrechterhaltung der Gemeindeinstitutionen noch bevorständen. Die eigentliche Gefahr beginne erst, wenn bei stabilisiertem oder steigendem Markwert und stagnierendem Eeschästsleben die Angleichustg der Inlandspreise an den Weltmarkt sich vollziehe. Er glaube, daß in diesem Falle der Gemeinde nur durch die Einführung einer Finanzdiktatur geholfen werden könne, die aktionsfähiger sei als der jetzt oft mit großen Reibungen arbeitende Verwaltungsapparat. Die vürgeschlagene Aenderung der Steuerordnung wurde von der Versammlung einstimmig genehmigt. Agudas Iisroel-Iugendgruppe. Der Vorstand der Agudas Iisroel-Iugendgruppe schreibt uns: Mit Rücksicht auf den Beginn unserer jüdisch-nationalen Trauerzeit, die in erster Linie uns zur Selbstprüfung mahnt, beginnen am kommenden Sonntag, den 1. Juli NQN2 'iVfV abends 6 Uhr in unseren Lokalitäten Hanauerlandstraße 17 unter Leitung des Herrn Rabbiner Mosche Schneider eine> Reihe von Vorträgen, die sich vornehmlich auf dem Gebiete des „Mussar" bewegen sollen. In Anbetracht der Tatsache, daß diese ein ganz neues Feld unserer Tätigkeit darstellen, bitten wir unsere verehrl. Mitglieder, recht zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Gästewillkommen. Wüööitrer-Kinfüßrung in der Synagoge Wörnepkaß. Der auf den Posten des verstorbenen Rabbiner Dr. Nobel s. A. berufene Rabbiner Dr. Jacob H off - mann, bisher Oberrabbiner in Radautz, Bukowina, wurde am letzten Sabbat in der Synagoge Börnep l a tz in sein Amt eingeführt. Einer schlichten Feier nach dem Schacharisgebet mit Chorgesang und Begrüßung folgte nach dem Einheben die Antritts-- predigt des Herrn Rabbiners, die eine Fülle schöner Gedanken in großer Beredsamkeit entwickelte und aus die das Gotteshaus füllende Gemeinde einen starken Eindruck machte. Judentum und Individualismus. Man mußte den „Zeire Emune Jisroel" danken, daß sie in Verbindung mit ihrem Delegiertentage uns Gelegenheit gaben, Dr. Nathan Birnbaum wieder einmal in einem öffentlichen Vortrag zu hören. Der große Saal der Frankfurt-Loge war letzten Sonntag abend voll gefüllt. Dr. Birnbaum sprach über obiges Thema und zeigte in der ihm eigenen logisch scharfen Durchführung und lapidaren Sprache, wie aus der Irrung der materialistischen Weltanschauung, die den Menschen bis zum Affen zurückführt, sich die ungeheure Arrogcknz des Staat, Volk und Gesellschaft negierenden und alles auf das eigene Ich stellenden Individuums erhebt. Auch das Judentum gehe von der Demut aus, von der demutsvollen Erkenntnis der Nichtigkeil alles Menschlichen, führe aber zu dem Stolze auf das gottähnliche, höhere Menschsein, der nicht identisch ist mit Hochmut. Judentum könne daher die Staatsidee nicht negieren noch entbehren, Materialismus dagegen setzt zuweilen anstelle des Staates die Masse. Diesen Ideengängen dienten Vergleiche, Beispiele und Einzelschilderungen der Auswirkungen beider Richtungen (Materialismus und Idealismus), die, drastisch und anschaulich, ihre Wirkung nicht verfehlten. Einige kräftige Sätze, mit denen der Redner seiner Erbitterung über die Jugend von heute, die das reife Alter zu verdrängen suche, Ausdruck gab, erregten Unwillen und Widerspruch, die sich in vereinzelten Zwischenrufen Luft machten. Eine Diskussion konnte, wie der Vorsitzende, Herr B o r n - stein, mitteilte, infolge Zeitmangels nicht eröffnet werden. ZZerrrfsjttöikäum. Herr Michael Eisemann beging dieser Tage das fünfzigjährige Geschäftsjubiläum der,von ihm - gegründeten Getreidefirma M. E i s e m a n n bo h n , die heute zu den bedeutendsten der, Branche gehört und durch ihre Solidität und Rechtlichkeit wie durch die gewissenhafte Wahrung des Sabbats ein halbes Jahrhundert hindurch dem jüdischen Namen Ehre geinacht hat. Farmliemrachrichten. Bar m i % tö o h.- Leo, Sohn der Ww. Klein aus Warschau bei Herrn Professor Fink, Psingstweidstratze 10, Synagoge Friedberger Anlage. Der Isra e l i t. Snhattrüverstcht. 1. Leitartikel: Bon I. Weinberg in Gießen: Verständigung. — 2. Wochenrund schau: Ein Jahr nach dem Rathenaumorde. — Der arabisch-englische Vertrag. — Die Schechite in Polen. — 3. tzomiletrk: Bon Rabb. Dr. B. Cohen in Berlin: Aktuelles aus Jesaja. — 4. Kleines Feuilleton: Von Artur Rundt: Der Tag der drei Feste. — 5. Aufsätze: Von Oberrabbiner Dr. Adolf Altmannin Trier: Das Gute und Vj)se in philosophischer und reli-giöser Beleuchtung. — 8. Korrespondenzen u. Nachrichten: Berlin (Jüdische Not). — Berlin (Abänderung des kurhessischen Iudengesetzes). — München (Bayrische Hakenkreuzler an der Arbeit). — München. München. — Berlin. — Halle (Tagung des Mitteldeutschen Rabbinerverbandes). — Warschau (Der Numerus clausus). — Warschau (Numerus clausus angenommen). — Warschau (Amnestie). — Warschau (Eine Scyuldebatte). — ' Warschau (Die Judenmisfion schreit nach dem Staatsanwalt). — Jerusalem (Brief aus Palästina). — .7. Personalien. — 8. Vermischtes. — 9. Briefkasten. — 10. Frankfurter Berichte: Gemeindeversammlung der Synagogengemeinde Israel. Religionsyesellschaft. — Agudas Iisroel-Iugendgruppe. — Rabbiner-Einführung in der Synagoge Börneplatz. — Judentum und Individualismus. — Berufsjubiläum.-11. Aereinskalender. — 12. Gebetzeiten. —• 13. Feuilleton-Beilage: Von Nathan Dreyfuß in Mülhausen (Elsaß): Eine moderne Ehe. — Von Chajim Bloch: Aus der Welt der Chassidim. — 14. Ktnderecke: Zu Chrskijas und Jesajas Zeiten. — 13. Blätterbeilage. Vereiuskaleuder. Derer« Wekor Hhajim. Samstag, nach Schul: „Dinim"; Herr Rektor Falk, — nachm.4Le Uhr, im Vereinslokale: „Mikro"; Herr Max Michel — abends 1 Stunde vor Nacht im Hörsaale Friedberger Anlage, Midrasch; Herr Gustav Kaufmann. Sonntag vorm. 91/* und Dienstag 1 Stunde vor. Minchoh, „Gemoro". Herr R. A. G. Posen. Montag und Mittwoch abends 7 Uhr. „Gemoro". Herr Radb. Dr. Jof. Breuer. Donnerstag: 1 Stunde vor Mincho „Mifchna"; Herr Rektor Falk. Allmorgendlich Mifchnalernen, allabendlich Schatzlernen, Herr H. Halpern. Jahrzeit Stiftungs-Lernen. Samstag, Max Munk-Stiftung. Sonntag, Lehmann Weil-Stiftung. Montag, Josef Kösterich-Stiftung. Dienstag, Loeb Schwab-Stiftung. Freitag, David Helo-Stiftung. Agudas Aisroet-Kugendgruppe. Sonntag, 7—8 Vorm. iwd, Herr Dr.Rothfchild. — bv ''ttn für Anfänger, Herr Leopold Oppenheimer. M o n t a g bis einschließlich Freitag,alltäglich 3/47—1/28 Vorm. nnruD iHM. Herr Dr. S. Ehrmann. Mittwoch, ^9—10 Adends, npnDB für Anfänger, Herr Dr. Rothschild. — 2/a9—'/«10 Abends Bücherausgabe. — 9—10 Abends Bürostunde. Donnerstag. 8-9 Abends. m^D für Fortgeschrittene, Herr Herm. Hirschberg. — 9—10 Abends, 19 Briefe von S. R. Hirsch, Herr Dr. S. Ehrmann. naw 1/210—11 Vorm. iiD'iD tt^DI für Fortgeschrittene. Herr Dr. I. Posen, Am Tiergarten 42. — r/r 11—r/r 12 Vorm. Tenach, Herr Dr. W. Hosmann, Eschenheimeranlage 1 pt. — 12—1 Vorm. DiriDD ‘Dl für Fortgeschr., Herr H a l p e r n. — 12—1 Vorm. ->tin, Herr Lehrer Hirschberg. — ^3—4 Nachm. D^riDD ‘Dl für Anfänger, Herr Dr. Rothschild. — 4—5 Nachm, rap iz?iD ‘Dl Herr Dr. Hosmann. Agudas Aisroet-Wadchengruppe. Montag. 9—10 Abends, cpn'OI» Herr S. Unna. Kl. Obermainstraße 30. Dienst« g» 9—lO.Abds., D'D'H, Herr Dr. Weger. Mittwoch, 1l&—1I*10 Abends, Lese- und Ausfprache-Abend, Frau Oberl. Munk, Leerbachstratze 4. — 1l29—1hl0 Abends, Bücherausgabe. — 9—10 Abends, Bürostunde. Donnerstag, 9—10 Abends. 19 Briese von S. R. Hirsch, Herr Dr. S.' Eyrmann. row, 1/212-1|2l -35orni., D^nn, Herr Louis Kahn. — 4—5 Nachm., min, Herr A. Hirfchberg. — 3U Stunde vor Nacht, rTDN p"®, Herr Dr. S. Ehr mann. ZSeshamidrasch, chstendstraße 18. Samstagl Stunde vor Nacht: Vorttag des Herrn B. Rachelfohn.^ Sonntag vorm, von 8—1/210 Uhr, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag abends von 1/*9— 10 Uhr: „Gemoro" j*Dp Herr Rechtsanwalt Dr. Breuer. Alltäglich zwischen nniD und mJJD DIN‘Pi: Herr Rofenzweig. O"V-Derein. Alltäglich von Sonntag bis Donnerstag abends */27 Uhr: *qd und S amstag 4 Uhr nachm.; Herr Rabbiner S. Weber. Zeire Hmnne Iisroet. Samstag 5l/2: itqn *>p"i£\ Rabb. Benzion Bermann. — 6 Uhr Dortrag des Herrn Red. Schachnowitz über „Jüdische Sekten." Sonntag 81/*—91/*: D’0)&*nri mm Montag und Mittwoch 8lh—9lk: piniD Dienstag 8'/s—9'/ü: mm Donnerstag 8lh~9lh: ‘Hfl Hatwud-Hyora-Derein. Vereinslokal: Hörsaal Gemeinde- Synagoge Börneplatz. Samstag, 11—12 Uhr: „Schnlchan-Aruch"; Herr S. Unna. — 3aU Uhr: „Rafchi zum Wochenabfchn.": Herr Rabb.-Aff. Lipinskv. — SU Stunden vor Nacht: „Mikro"; Herr S. U n n a. Sonntag, vorm. 9 Uhr: „Schulchan Aruch"; Herr Rabb.-Aff. Lipinsky. — 9lh Uhr: „Gemoro"; Herr S. Unna. Montag» 6x/< Uhr abends: „Ein Jakaun"; Herr S. Unna. Dienstag, 8X/2 Uhr abends: „Nwiim"; Herr S. Unna. Mittwoch, 6x/4 Uhr abends: „Msilas Jefchorim"; Herr Dr. Braun. Donnerstag, 8‘/2 Uhr abends: „Gemoro"; Herr S. Unna. Don Sonntag bis Freitag vorm, nach Schul: „Mifchna"; Herr Oberkantor E. Groß bezw. „Schulchan Aruch"; Herr S. Unna. Fortbildungsunterricht für junge Leute und Knaben. Täglich mehrere Stunden in kleinen Abteilungen. Anmeldungen und Anfragen an Herrn. Ad. D o r f z a u n, Am Tiergarten 52, II. (H. 4878). Schiurim in der Synagoge Hermesweg' Don Montag bis Freitag vorm, nach Schul: „Mifchna; Herr Herm. Hirschberg bezw. „Schulchan Aruch"; Herr Emil Gottlieb. Synagoge Unterlindau. Samstag, ^Stunden vor Nacht: „Sidra-Dortrag^; Herr Dr. Fried mann. D. Z. A. Arankfurt a. W. Samstag, den 23. d. M. 8 Uhr 15 nachm, gemütliches Beisammensein, verbunden mit Referat und Aussprache bei A. H. Bbr. S. Schachno w i tz, Windeckstratze 60. Bbr. 93., die in letzter Zeit nach längerem Aufenthalte hier eingetroffen sind, sowie solche, die ihre Wohnung gewechselt haben, wollen ihre Adresse zwecks Vervollständigung bezw. Berichtigung der Mitgliederliste an Bbr. F. Kulp, stud. .rer. pol. Sternftt. 6 mitteilen. Heöetzeiten. p^ nnt? - F reitag abend 7.45. Samstag morgen 7.45. Samstag nachmittag 5.—. Samstag abend 9.40. lvochengottesdienst: Sonntag Nachmittag 8.15. Morgens 6.15. Nachmittags 7.15. Tefilin-Legen am Morgen 2.40. Es ist ausschließlich Sache der Leser, die im Inseratenteil enthaltenen Empfehlungen ritueller Waren oder sonstige Angaben religionsgesetzlichen Charakters auf ihre Zuverlässigkeit zu prüfen. Zuwe ndungen für den Lubawitzer i"} "Q”) und seine 3 mmij?1 *n Russland und Palästina nimmt entgegen Philipp Wolff, Frankfurt a. M. Schwanenstrasse 6 Postscheck-Konto 55043. Schumann-ühcafcr 77- Uhr Das wunderbare 77- Uhr Iuli-§peziatitüten-Tkogvamm Sonntag Nachmittag, 3 Uhr: Große Familienvorstellung. _— Kleine Preise — Ganzes Programm —_?L° Svoß^rantefurf^1 WEINKLAUSE [ Heinz Krüger, der beste sächs. Komiker, Lilli Berg, Frank | Günther, Mar Wonderwald und die übrigen Attraktronen. TANZPALAIS « Täglich — außer Montag und Feiertag — geöffnet lPalais-Orchester und Leitung von Helmuth Seraphini Einlaß 8 Uhr — Abendanzug erbeten. WIENER-KAFFEE Täglich Konzert — — — — Eigene Konditorei. 3T7Ca Verantwortlich kur den allgemeinen Teil und das Feuilleton: S. Sch ach n ow itz; Agnda-Beilage: Dr. S. Ehrmann: Inserate i. V.: S. Schachnowitz, sämtlich in Frankfurt a. M>: Pädagogische Beilage: Lehrer I. Spiro in Fulda. — Verlag „Israelit", G. m. b. H., Frankfurt a. M. Druck: Hermon Verlags-Aktiengesellschaft, Frankfurt *. M.