Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 64 (1923)
- Issue
- Heft 23 (7.6.1923)
- Date
- 1923-06-07
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 Nr. 23 Der Israelit. 7. Juni 1923. halte ich es, sachlich beurteilt, für eine Schande, daß Juden, die selbst ohne Sorgen, ja teilweise im Ueberflutz leben, ihrem Lehrer, Chasen und Schochet, der bereits 15 Jahre am Platze ist, einen derartigen Schandwhn geben. Wie ich »rientiert bin, steht der Lehrer momentan mit der Gemeinde m Unterhandlungen, sein Gehalt von Mk. 300000 aus Mk. 600 000 erhöht zu bekommen. Natürlich gerade diejenigen, die es am besten könnten, stehen dem ablehnend gegenüber. b. w. Briefkasten. Leser aus Zoppot. Wir verweisen Sie aus unsere Erklärung, daß wir für den Inseratenteil nicht verantwortlich sind. Fl. Sie schulden noch Mk. 725 bis 1. Juli 23. K. R. in Reu Hof. Betrag erhalten. R. L. A. Ihr Konto ist durch Ihre Zahlung ausgeglichen. I. H. in I. Die Verse können unter Milderung 'der allzustarken persönlichen Note erscheinen. Besten Dank. D r. A. M ch. Besten Dank für die Aufmerksamkeit. Ihre sehr interessanten Bemerkungen vermögen uns aber nicht darüber zu belehren, daß wir mit unserer Formulierung der Talmudftelle von dieser Grundanschauung abgewichen wären. Es entlastet des Bösen Wollen nicht das Gute, das daraus znweilen entsteht. Auch die Talmudstelle n^Dl pW lilDm didw dürste sich wohl nur aus die dort genannten Cinzelsälle beziehen. Cantor A. D. Rasta b. Wir danken Ihnen für die Bemerkung, daß es in der Aufschrift m DJ (nicht it) heißen muß. S. S. 28. Aus Ihre Anfrage wird uns »om Verlage folgendes mitgeteilt: Die in den früheren Ausgaben der Rödelheimer Tesillaus enthaltene Alef-Beth-Tabelle und die grammatischen Hinweise sind in den neuen Ausgaben auf Veranlassung von maßgebenden Rabbinern und Lehrern weggesallen. Sollte der Wunsch nach Wiedereinsügung der Hinweise und der Alef-Beth-Tabelle ganz allgemein aus den maßgebenden Kreisen gestellt werden, so ließe sich diesem Wunsche bei einer Neuauflage wohl Nachkommen, wobei freilich eine kleine Umsangvermehrung und dadurch verteuerter Druck nicht zu vermeiden sein wird. Hirsch. Derartige Anklagen müssen erst begründet und bewiesen werden. P. A. Wie uns die Witwe des Dr. Seliger Jerusalem mitteilt, befinden sich die hebräischen Manuskripte aus dem Nachlaß des Gelehrten in ihrer Hand. Manuskripte in deuischer Sprache sind nicht vorhanden. Außer einzelnen von ihm in deutschen Zeitschriften erschienenen wissenschaftlichen Arbeiten verfaßte er eine philosophische Dissertation unter dem Titel „Das soziale Verhalten des menschlichen Individuum zur menschlichen Gattung", die im Buchhandel mcht mehr zu haben ist, sich aber in der Universitätsbibliothek in Bern befinden dürste. L. N. Bettag erhalten und wunschgemäß verwendet. Vermischtes. Bingen, 1. Juni. Der in Bingen als Polizeiwachtmeister tätig gewesene frühere Kultusbe»mle Max Wolf, wurde dor kurzem von der franzö. fischen Behörde fest genommen und nach Verbüßung einer Gefängnisstrafe aus dem besetzten Gebiet ausgewiesen. Wolf ist ein äußerst aufrechter Mann gut deutscher Gesinnung und hat daraus nie ein Hehl gemacht, was er, ein SechSzigjähriger, mit Ausweisung und 30 Tagen Gefängnis zu büßen hatte. Er hat sich nach Hirschhorn begeben, um sich dort von der erlittenen Pein zu erholen. Berlin, 35. Mat. Am Montag, den 23. v. MtS. erSffnete der „Verein gesetzestreuer jüdischer Lehrer Berlins" unter reger Beteiligung seiner Mitglieder seine Sommertätigkeit. Das Mitglied der Bereinigung, Herr Dr. B. Cohen, referierte über das Thema' „Zur Geschichte und Zukunft der aschkenasischen Aussprache des Hebräischen." Redner bewies an Hand mannigfaltigen histo. rischen Materials, daß alle Aussprachen des Oebrä. Ischen, insbesondere alle Zweige der aschkenasischem Aussprache, einander gleichwertig und gleich alt find. Für die heutige Pflege hebräischen Sprechens soll man stch der erfolgten Einführung des Sefardtschen nicht wtdersetzen. Die sogenannte „korrekte" Aussprache in Deutschland sei eine BUschung auS aschkenasischen Stammsilbenbetonungsprinzip mit sefardischem Vota, lisationssystem und sei in der Reformkampfzeit entstanden. In Wirklichkeit sei in jeder organisch entstandenen Aussprache die Betonung der Anlaß zur Rokalisationsform. Die „korrekte" Aussprache fei für liturgische Zwecke allein brauchbar. — In der Diskussion berichtete Herr Dozent Dr. Auerbach aus seiner reichen Erfahrung in Palästina und widersprach einzelnen Thesen des Referates. Lebhaft beteiligten sich Inhaltsübersicht. 1. Leitartikel: Nationale Erziehung. — 2. Wochenrundschau: Die arabische Föderation.— Tel Awiw und der Sabbat. — 3. H orniletik: Von Rabb. Dr. B. Cohen in Berlin: Aktuelles aus Jesaja. — 4. Kleines Feuilleton: Die Juden in Tripolis: — 5. Aufsätze: Von Rabb. Dr. S. Kaatz in tindenburg O.-S.rDer Predigtaottesdienst. — Von Oberrabb. r. Adolf AltmanN in Trier: Das Gute und Böse in philosophischer und religiöser Beleuchtung. — 8. Korrespondenzen u. Nachrichten: Würzburg (IsraelitischerLehrerverein Bayern). — Breslau (Wahlsorgen der Breslauer Gemeinde). — Leipzig (Die Ausschreitungen in Leipzig). — Wien (Die Hetze in Oesterreich). — Budapest Wahlrecht und Judenentrechtung). — Warschau (Der jüdische Religionsunterricht). — Warschau (Das neue Ministerium). — Kowno (Die Chedarnn in Litauen). — Moskau (Aus Rußland). — Riga (Von der Sowjet- Inquisition). — Riga (Notlage der Krimjuden). — London (Die Annullierung der Wahlen zum gesetzgebenden Rate). — London (Ein Protest gegen die russischen Reliaionsverfolgunaen). — London (Die Religionsverfolgungen in Rußland). Bukarest (Rumänische Hoffnungen). — Triest (Ausländer an italienischen Hochschulen). — New-Iork (Emigrationsfragen). — New-Aork Antisemitische Ku Klux Klan-Studenten in Washington). — New-Iork (Die polnischen Emigranten in Amerika). — Jaffa (Ein Oberrabbiner nn Jaffa). — 7. Personalien. — 8. Sprechsaal. — 9. Briefkasten. — 10. Vermischtes. — 11. Familiennachrichten. — 12. Frankfurter Berichte. — 13. Vereinskalender. — 14. Gebetzeiten. — 15. Feuilleton-Beilage: Von A. Schoer: Enrika. -- 16. Kinderecke: Von Jakob Höxter, Jesberg: Zwei Gedichte aus mutterlosem Hau>e. «n der Diskussion ferner Herr Oberbibliothekar Dr. Stern und sämtliche Kollegen. M. D. Wertin, 3. Juni. Von der Welthilfskonferenz wurde in Verbindung mit dem Jüdischen Frauenbund vor etwa einem halben Jahre ein Ost jüdisches Studentenheim in der Friedrichstraße errichtet. Demselben wurde auch eine Handbibliothek angegliedert, in der viele Zeitungen aufliegen. Der Preis für die Mahlzeiten ist ziemlich niedrig angesetzt. Kiek, 27. Mai. Am awi 'B DüW fand im Beth- Hamidräsch die Abschiedsfeier für Herrn Rabbiner Dr. Breslauer statt. Alle Mitglieder waren erschienen Erst nahm Herr Rabbiner Dr. Breslauer das Wort zu einer Predigt, in der er einen Rückblick auf seine Tätigkeit am hiesigen Orte gab und die Gemeinde eindringlichst ermahnte, auch in Zukunst die Traditionen einer jüdischen Kehiloh hoch zu halten. Alsdann sprach namens des Kuratoriums der Talmud-Thora Herr Dr. Berthenthal herzliche Dankesworte für die aufopfernde Hingabe, mit der Herr Rabbiner Dr. Breslauer die Talmud-Thora leitete. Zum Schluß rief Herr M. Mali na als Vertreter des Israelitischen Gemeindevereins dem scheidenden Rabbiner Abschiedsgrüße zu und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Saat, die er hier gesät, fruchtbringend von seinem Nachfolger sortgepflanzt werden möge. Barmizwoh. Hermann, Sohn des Herrn Paul Lehmann. Halle an der Saale, am Sabbat den 16. Juni. frankfurter Berichte. Irau Aküma Rothschild Jnr Alter von fast 75 Jahren ist die in weitesten Kreisen der deutschen Judenheit bekannte Frau Blüma Rothschild geb. Eschwege am enp raw ■ »wno nsx nsne hinübergeschlummert. In hingebender Treue bewährte sie stch neben ihrem Gatten — Metr Rothschild?"an - dem sie verständnisvolle Lebensgefährtin gewesen, als rp-ns. Und als der unerbittliche Tod ihr den Teueren geraubt hatte, da übertrug sie die Liebe, nachdem Kindersegen ihr versagt geblieben war, auf Dürftige, Notleidende, Stellenlose. „Ihre fraitb reichte sie dem Müden und mit Liebestat ächtete sie auf den Gebeugten." Ihr Wohltun wurzelte in wahrster Frömmigkeit und kannte keine Grenzen. Nie fragte sie nach der Art und Gesinnung des Nächsten, sondern nur nach seiner Not. Sie war Mitglied der städtischen und jüdischen Wohlfakrtspflege, des Vorstandes der Kleidersammlung für Arme „Peah" und zahlreicher anderer Wohltätigkeitsanstalten. Während des Feldzuges 1870/71 pflegte sie mit größter Sorgfalt Kriegsverwundete und -Kranke. Von höchster Stelle wurden ihr zahlreiche Ordensauszeichnungen zuteil, u. a. Eisernes Kreuz für Krankenpflege, Kriegsdenkmünze und andere Verdienstorden. Einfachheit der Sitte, Schlichtheit der Lebensführung, Bescheidenheit und Anspruchslosigkeit, seltene Zufriedenheit und Friedfertigkeit, Anhänglichkeit zu ihren Verwandten, wie Zuvorkommenheit und Freundlichkeit gegen jedermann' waren ihrem Wesen ausgeprägt. Wenn Stürme des Lebens die teuere Verklärte umtosten, so blieb sie fest, „weilte sie im Finstern, war Gott ihr Licht". Der Ruf des Allmächtigen zur Heimkehr ist an sie ergangen. Er, der ihr im Leben Stab und Stühe war, "führe sie ein in sein Himmelreich. Vor ihr ziehen einher Guttaten. n"23rr> Kirre Srumfeier in der K. I. Jugendgrnppe. Eine große Zahl von Teilnehmern und geladenen Gästen fand sich Sonntag nachmittag von# 6 Uhr ab bis in die tiefen Nachtstunden hinein in den Näumen der Jugendgrnppe mit Vorstand und Dozenten zu einer echten Thorafeier zusammen. Herr Dr. Willy Hof mann hatte mit feinen Schülem im Rahmen eines Agudafchiur in einer Reihe von Jahren Tr. nuro aus gelernt, und so war wirklicher Anlaß zur Freude gegeben. Bei guter Bewirtung und herrlichen Reden verstrich die Zeit in raschem Tempo. Nach einem geistvollen, tief in die Materie eindringenden Hadran des Dozenten, Herrn Dr. Hofmann, sprachen die Herren H. Halpern. Rabbi Mosche Schneider, Rabbi Penzion B eermann, Lehrer Hirschberg, Redakteur Schachnowitz, Leopold Oppenheim er im Namen der Ortsgruppe und Paul Aron. Es wechselten tiefernste halachische Exkursionen mit leichtflüssigen agadischen Deutungen und auch launigen Wendungen; man lauschte und lachte und kam nicht aus der Stimmung. Vom Vorstände der Jugendgrnppe sprach Herr Leo Schnerb und begrüßte die Versammlung und den Dozenten. Aus dem Kreise der Teilnehmer am Schiur dankte Herr Hermann. Mayer Herrn Dr. Hofm«nn in herzlichen Worten. Zwischendurch ertönten Gesänge im Chore. Die Versteigerung des Benschen brachte eine verhältnismäßige große Summe ein. Möge das im internen Kreise und bescheidenen Rahmen, aber sinnig und innig ausgestattete Thorafest weitere Thorafreude und Liebe zur jüdischen Arbeit überall in der Jugend wecken. Kgudas IrsroeKIngendgruppe. Wie im Vorjahre, finden auch jetzt wieder die wöchentlichen Ausflüge der-Agudas Iisroel-Iugendgruppe statt. Kommenden Sonntag, den 10. Juni, treffen stch die Mitglieder der Jugend-Gruppe um Vs 7 Uhr am Ostbshnhof zur 1. Wanderung in den Taunus. Die Ausflugsroute der Mädchengruppe wird um TU Uhr am Schauspielhause noch bekannt gegeben. Mitglieder der Gruppen, kommt zahlreich und vergesset eure Pässe nicht. Wernfsöeratung. Der Verein „Berufsberatung und Arbeitsnachweis für Juden E. V." hat feine Geschäftsstelle von der Börnestraße nach L an g e st r a tz e 30 pari, verlegt und ist unter der Telefonnummer Hansa 3728 telefonisch zu erreichen. Bei dieser Gelegenheit sei auf die Benutzung dieser außerordentlich zweck-' mäßigen Institutton hingewiesen, die gerade in der schweren wirtschaftlichen Lage der Gegenwart in vielen Fällen ihre wertvollen Erfahrungen beim Arbeitsnachweis und der Berufsberatung zur Verfügung stellen kann. Kgudaß-West. Samstag, den 9. Juni. 5l/s Uhr, Volksbildungsheim, Saal 6. Vortrag des Herrn Dr. Rothschild: „Unberücksichtigte Thorastellen". Bereinskalender. Werein Wekor Hyajiur. Samstag, nach Schul: „Dinim"; -Herr. Rektor Falk, — nachm. 4 Vs Uhr, irrt Vereinslokale: „Mikro"; Herr Gabriel Plaut, — abends 1 Stunde vor Nacht im Hörsaale Friedberger Anlage, Midrasch; Herr Dr. Sal. E h r m a n n. Sonntag vorm. 9lU und Dienstag 1 Stunde vor Minchoh, „Gemoro", Herr R. A. G. Posen. Montag und Mittwoch abends 7 Uhr. „Ge- . moro". Herr Rabb. Dr. Jos. Breuer. D o tt n ej s t a g: 1 Stunde vor Mincho „Mischna": Herr Rektor Falk. Allmorgendlich Mischnalernen, allabendlich Schaßlernen, Herr H. Halpern. Iahrzeit Stiftungs-Lernen. Sonntag, Susanne Marburger. Dienstag, Liebmann Stern. Donnerstag, Ietta Kallmann. Agudas Aisroet-Jugendgruppe. Sonntag, 7—8 Vorm. mwD, Herr Dr.Rothfch 11 d. — min bv *»an für Anfänger, Herr Leopold Oppenheimer. M o nt a g bis einschließlich Freitag,alltäglich ^Ul—'IS Vorm. pin/SD Herr Dr. S. E h r m a n n. Mittw o ch, V49-10 Abends, LMOO für Anfänger. Herr Dr. Rothschild. — V*9—V*10 Abends Bücherausgabe. — 9—10 Abends Bürostunde, onnerstag, 8—9 Abends, pßWö für Fortgeschrittene, Herr Herm. Hirschberg. — 9—10 Abends. 19 Briese von S. R. Hirsch, Herr Dr. S. Ehrmann. iw VslO—11 Vorm. rDID für Fortgeschrittene. Herr Dr. I. P o s e n, Am Tiergarten 42. — Vs 11—V* 12 Vorm. Tenach, Herr Dr. W. Hssmann, Eschenheimeranlage 1 pt. — 12—1 Vorm. üTiDQ ‘DJ für Fortgeschr., Herr H a l p e r n. — 12—1 Vorm, Herr Lehrer Hirschberg. - V.3-4 Nachm. cnnDD 'di für Anfänger, Herr Dr. Rothschild. — 4—5 Nachm. -ßn& ‘d: Herr Dr. Hof-