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Der Israelit · 1923-10-25 · Heft 43 (25.10.1923) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
64 (1923)
Issue
Heft 43 (25.10.1923)
Date
1923-10-25
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Nr. 43 64 Jahrgang Frankfurt a. Al., den 25. Oktober 1923 15. Marcheschwan 5684 Der IsrqeÜFl Eia Centralorgan für das orthodoxe Judentum Gegründet von Dr. Lehmann in Mainz. BtHUMltiMffl Abonnement ab 1. $cm. 1928: Deutschland ÜFÜ M.monatl. (multipl. mit der am Zahltag gültigen Schlüsselzahl d. Börsenvereins): Oktober 80 Mill. Anzahlung freibleibend; Deutsch-Lfterreich:2.Viertelt.: 6100 8.Viertelt. 12000Kronen; Polen:2.Viertelt.:8700 M.. Juli 6000 M., August860000 M., September 18Millionen, Oktober 100 Millionen. — Nur Vierteljahrs-Abonnements: Tschecho-Elowakei 18 Kronen, Ungarn 800 Kronen, Jugoslawien 28 Din.; Litauen 7.80 Lit.; Rumänien 60 Lei; Holland 1.60 fl.; Belgien 7,60 Fr.; Frankreich 8 Fr.; Schweiz 2,60 Fr.; Italien 10 Lire; Skandinavien4K.; England 2 sh. 8 p.; Amerika 0,75 Dollar. Einzelnummer 600 Millionen Mark. Der Israelit e desBuchhändle _ Nonpareille-Zeile einschl. _ Goldpf. die Zeile. Rabatt nach Tarif Sei l Vorbehalten. Jnseratenannahme durch den L_ _ , Gr. Eschenheimer Str. 23, Tel. Hansa 6842 sowie durch sämtl. Ann.-Exp.e- - Alleinige Jnseratenannahme für Frankfurter Gesch^tsanzei^en: Jul. Schmidt, Langestraße S. ^n^re?^?^en^er!ag^äü^ ^.^...^^rän?8!rt^Mäsn^!r^8^!8^^ü8erdem -..-- rrdam Nr. 24869 — BöbmischeNnionbankinPraa — Banca Marmarosch, Blank & Co. VUCU Ulk Utu WUiUM UU| W ^üri^^Slril(VIIIB7^^^JSo|^^^eöamt W5»1 Ar. - Gojttpariaüenamt Äudaveft ^r. im * - * - >, in Bukarest — Filiale des Wiener Bankvei Bankvereins^n^lgram. Oktober- und November- Abonnement. Wer Wedaktionsschluß dieser Wrrmmer steßt der Dollar auf 90 Milliarden, die Schlüsselzahl auf 13 Milliarden. Wir müßten also für Oktober, um zu öatanzieren, nach Goldmarkrechuung 11 Milliarden, nach Schtnssetzahlrechnnng 6Vs Milliarden erheben, nur 50 Pfennige zu erhalten. Wir schrecken vor dieser Belastung unserer Abonnenten zurück und erheben ab heute a) znm Ausgleich aller Kückstände für .. August, September, Oktober 2 Milliarden b) eine vorläufige Anzahlung für Wovernber V9tt 3 Milliarden zusammen 5 Milliarden durch Wachnahwe. Wir bitten Wiederholt und dringend keine Nachnahme zurückgehen zu lassen und stch zu vergegenwärtigen, daß der „Israelit" für einen ganzen Monat noch immer bedeutend welliger kostet als ein einziger Laib Wrot! Irankfvrt a. M., 24. Oktober. Wertag des „Israelit" O.m.V.K. Betrifft Spenden. Wir bitten unsere Leser, sich zur Weitergabe von Spenden an die verschiedenen Wohltätigkeitsjustitutionen unsrer Vermittlung fortan nicht mehr bedienen zu wollen. Es erwächst uns aus dieser Vermittlungstätigkeit ein so gewaltiges Matz von Arbeit und — bei der täglichen Geldentwertung — auch von Verantwortlichkeit, daß wir uns der Aufgabe nicht mehr unterziehen können. Sollten uns trotzdem Spenden zugehen, so müssen wir jede Verantwortung für den durch Verzögerung der Auszahlung entstehenden Geldentwertungsschaden ablehnen. Frankfurt a. M., 17. Oktober 1929. Verlag des „Israelit" G.m.b.K. Frankfurt a. M. Das Inhaltsverzeichnis befindet stch am Schlüge de» redaktionellen Teiles. Mittelstandshilfe. Not macht erfinderisch. So hat denn die gesteigerte Lebensmittelmisere in den Städten zu der Einrichtung der Massenspeisungen in gemeinsamen Küchen geführt, die sich mit der zunehmenden Not immer segensvoller bewährt. Selbst in kleineren Städten, die bisher von der Lage weniger berührt waren, geht man jetzt langsam daran, auf dem Wege von Mittelstandsküchen die Ernährung der von der Konjunktur weniger begünstigten Familien zu erleichtern. Man mutz sich fast wundern, datz in jüdischen Kreisen, wo man doch stets erfinderisch war im Erschließen neuer Wege der sozialen Hilfe, in dieser Beziehung noch verhältnismäßig wenig geschehen ist. Es sei gleich vorweggenommen, datz mit diesen Zeilen keiner neuen Wohltätigkeitssache das Wort geredet werden soll. Es ist eine rein vernunftmätzig zu erfassende Nützlichkeitssache aus dem Prinzipe der Gegenseitigkeit und nach dem Naturgesetz, das Menschen zusammenführt zur Ankämpfung gegen gemeinsame und jeden in gleichem Matze treffende Not. Wer sich die schwere Lage der Hausfrauen sogar im besseren Haushalte — von den Eristenzlosen garnicht zu reden — ansieht, ihre beständige Sorge von Morgen bis Abend, die Verpflegung der Familie ohne Störungen durchzuführen, kennt, für den bedarf es keiner langen Einleitungen. Der alle Zeit und Kraft absorbierende Existenzkampf des Mannes wird in den meisten Fällen von der schweren Not der Frau in den Schalten gestellt, der die Aufgabe obliegt, das knapp bemessene Geld im richtigen Momente und an richtiger Stelle so einzusetzen, datz es reicht. Wieviel häuslicher Friede, wieviel Familienglück, wieviel kostbares Zukunftsgut infolge der Ablenkung der Mutter von der Kindererziehung bei diesen Zuständen verloren gehen, lätzt sich nicht ermessen, und werden wir Juden, die wir von jeher mehr denn alle anderen in der Familie unseren Bestand und unsere Zukunft gesichert wutzten, noch in späteren Zeiten zu spüren bekommen. Gewisse Berufsstände haben schon in Friedenszeiten versucht, auf dem Wege von Konsum-Genossenschaften das Leben der Hausfrau zu erleichtern und sind im Kriege darin so weit gegangen, wie es die Verhältnisse als notig erachten Netzen. Datz jüdische Gemeinden, Gesellschaften und Vereine die Not der Zeit und das Gebot der Stunde in diesem Matze noch nicht erfatzt haben und datz es bis jetzt nur in einigen Großstädten bei kleinen Ansätzen geblieben ist, könnte man fast als beschämend betrachten. Zeit ist es aber,'datz man sich diesem Problem mit aller Kraft und Liebe, deren der jüdische Wohlfahrtssinn fähig ist, zuwendet. Vieles konnten wir in dieser Beziehung von denvNLVv'Zp'M», in erster Reihe von den Quäkern, lernen. Den in Frankfurt a. M. beispielsweise schon jahrelang bestehenden Mittelstandsbüros, die den Einkauf verbilligter Lebensmittel ermöglichen, haben sie nunmehr eine neue, glücklich erdachte Einrichtung folgen lassen, die Angehörigen des Mittelstandes die Teilnahme an einem guten, wohlfeilen Mittags tisch ermöglicht. Der Zustrom ist, nach Berichten der Tagespreise, so stark, datz die Listen sofort überzeichnet waren, und einstweilen keine weiteren Anmeldungen angenommen werden. Geplant ist, den Reflektanten einen um den anderen Tag ein kräftiges Mittagessen zu bieten. Aus welchen Kreisen sich die Gäste dieser gemeinsamen verbilligten Küchen rekrutieren, darüber lassen uns die Schilderungen der Tageszeitungen nicht im Zweifel. Das mützten auch wir fertigbringen können, und zwar auf noch mehr ausgesprochener gesellschaftlicher Basis, sodatz in der Tat Mittelwie bessere Stände ohne Spur von Bedenken davon Gebrauch machen können. In Frankfurt a. M. sind gute Ansätze dafür da. Die Mittelstandsküche Zeil 29 war von vornherein von den edlen Initiatoren und Initiatorinnen im Sinne unserer Anregung gedacht, war aber vom Publikum zu Anfang nicht in ihrer ganzen Bedeutung erfaßt worden und könnte heute bei der gesteigerten Lebensnot ihren vollen Segen zu zeigen. Sie könnte bei noch besserer Ausgestaltung zum Muster dessen werden, was wir heute so notig brauchen. Bestens bewährt hat sich auch das „Jüdische Heim" in der Schützenstratze, doch bedarf es der größten Aufopferung der an der Leitung stehenden Männer und Frauen, um in diesen kritischen Zeiten den Betrieb aufrecht zu erhalten. Es ist dieses schone Heim seiner ganzen Struktur nach vornehmlich für Alleinstehende und Auswärtige Der Nachdruck der Artikel und Korrespondenzen des Israelit ist nur unter genauer Quellenangabe und, soweit es sich um gröbere Aufsätze handelt, nur - - nach vorheriger Genehmigung gestattet. - »

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