Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 64 (1923)
- Issue
- Heft 20-21 (17.5.1923)
- Date
- 1923-05-17
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Veite 18 Nr. 30 u. 21, _ und sofort öffnete sich eine Türe, durch die zwei schwarzverhüllte Männer in den Raum traten. Sie packten wortlos den Jungen an .beiden Armen und führten, ja trugen ihn fast, ins Sterbezimmer. l Forts, folgt.) Salomo «l- Knade. Sa Kinderecke WM König David war einst sehr traurig. Er hatte Psalmen gedichtet, die überflossen von Vertrauen auf die göttliche Wnnder-Walturrg, er hatte seiner Harfe die süßesten, rührendsten Töne entlockt, aber all dies war diesmal nicht im Stande, seine Schwermut zu bannen. Da begegnete ihm fein „Hofjuwelier." „Lemuel", redete, er diesen an, „verfertige utir einen Ring, bei dessen Anblick, meine Schwermut gebannt, mein trüber Sinn verfliegeil und mein Gemüt wieder heiter wird, wie das eines, sechszehnjährigen Jünglings. Wehe Dir aber, weinr es. Dir nicht gelingen, sollte, mir ein derartiges Kleinod herzustellen, meine Yi'ngnnbc ans Lebenszeit ist Dir gewiß." Jin höchsten Grade niedergedrückt schlich sich Lemuel, der Hofjuwetter, von darmen, wie sollte ihm ein derartiges Wunderwerk gelingen? Wohl hatte er schon die kostbarsten goldenen und silbernen Gefäße für ben königlichen Hof hergestellr, aber einen Schmuck zu verfertigen, dem die vom Könige verlangte Zauberkraft rnnewohnr, das ging über fein Können. In seinem Schmerze lies er vor die Tore der heiligen Stadt, an dem Turme Davids setzte er sich nieder und begann laut zu weinen. In der Nähe spielten einige Knaben, die. herbeieilten, um den Mann zu fragen, was ihn bedrücke. Und er erzählte ihnen, was sich ihm, ereignet hatte. Da trat einer der Knaben vor. Er zeichnete "sich durch hervorragende Schönheit von den übrigen Knaben aus, seine Bewegungen verrieten große Körperkraft und seine, Augen tiefen Geist. „Gräme Dich nicht, mein Freund," i redete er den Goldschmied an, „komm, ich will Dir raten, was Du tun nmßt, und Deine Seele ‘ wird leben vor dein. Könige. Du wirst einen . j Ring aus getriebenem Golde verfertigen und; wirbst hineingraben nach der. .Arbeit der Ciseleurs , die folgenden drei Buchstaben, die ich Dir jetztj sagen werde, und das sind die drei Buchstabe^: '' i Und als der Mann dies 'vernahm, da be- . ruhigte sich sein Sinn und er tat nad) ben Morren des Knaben. z * * * '! Und es war, da König David auf ieinenr Throne saß, und er betrübt war gar sehr und Niemand im Stande war, die Wolken von der Stirne des Gebieters zu scheuchen. Da nahte sich ehrfurchtsvoll Lenruel, der Goldschmied des Königs und bückte sich zweimal zur Erde. Da wandte der König sein Antlitz zu ihm und sprach: „Heute sollst Dn mir sagen, ob Du meinen Befehl erfüllt hast oder nicht. Denn so wahr Gott lebt, wenn Tn ihn nicht erfüllt hast, so sollst Du nicht ferner mein Antlitz ickanen, sondern ferne von der Königsüadt verbringen alte Tage Deines Lebens." Da bückte iich Lemuel znm zweiten Male , zur Erde und er zog aus seinem Busen den? goldenen Ring, auf dem die drei Buchstaben ein-- j gezeichnet waren und er überreichte ihn dem Könige und sprach: „Hier ist das Kleinod, das - mein'König von mir verlangt hat. Oeffne Deine; Der JSraelit. t Augen und siehe, ob es nicht den Anforderungen entspricht, die mein Herr und König an mich zu stellen die Gnade hatte." Und der König betrachtete den Ring von allen Seiten und er sah auch die drei Buchstaben, die eingegraben waren, einer neben dem anderen. „W!as bedeuten die drei Buchstabeil!" rief er dem Goldschmied zu. Doch dieser stand da und tvußte nicht, was er antworten sollte. „Wenn Du nicht sofort die Deutung uns gibst, so bist Du ein Mann des Todes." Und der Goldschmied Hub an und sprach: „Mein Herr und König, das weiß ich selbst nicht. In meiner Herzensangst lies ich bis ßn dem Turm meines Herrn und dort war ein ' Knabe von hoher Gestalt und gar lieblich anzuschanen. Er scherzte mit noch, anderen Knaben und er hieß mich so zu tun, i wie ich getan."' Und es sprach der König: „Wahrlich, kein anderer als mein Sohn Salomo war dieser Knabe, rufet ihn herbei, damit er uns verkünde, was diese drei Zeichen, ' eingegraben auf dem Ringe, bedeuten."! Und der junge Salomo erschien vor dem Throne seines Vaters. Seine Augen leuchteten, ' als er seinen Vater erblickte. „Mein Vater und König," sprach er, „Du hast den Wünsch ausgesprochen, ein Kleinod zu besitzen, das Dir Deine trüben Gedanken verscheuche. Wahrlich, kein Kleinod, und wenn es auch das kostbarste sei, ist im Stande, dies so gut zu tim, wie der Gedanke an die Vergänglichkeit alles Irdischen. Bedenke, daß, auch die schlimmsten Zeiten einmal vorüber gehen werden und Du wirst Deine Seelenruhe wiedergewinnen. Deshalb ließ ich auf den Ring schreiben:1 das heißt “Dir 17 cl, auch dres wird vorübergehen." Und David meinte, umarmte und küßte seimn Sohn. Das Volk aber bewunderte die Weisheit, die Gott bereits dem jungen Salomo verliehen und es sprach einer zu dem andern: „Wenn dieser 'einmal König wird an Stelle seines Vaters Tavhd und er wird wandeln in den Gesetzen des Herrn, dann wird Israel nicht verlassen sein." - rrrn 2.1^ »Tfito PK Ip’-D» ’JÖÖ ,2m vs b2 mn' w» DVT »2 AK rr« .nnpnvv - .v'21 sirw pos" 'b:“b ’trsn cxi .’Jksöa tenp. vn vN p ,npi '22 ,np^Di rro nmi ws — .n;;Ti ni'N2 vm »rwiöi '«122 Kreuznach. V. Agulnik. Vermischtes. Vier Jahre „Etama" Zürich, 12. Mai. Der Hilisverein für jüdische Lungenkcanks in der Schweiz blickt auf eine sechsjährige Tätigkeit des HOfsoereinS zurück. Mit der Errichtung der Etania wurde eine große und herrliche Idee für die Judenheit verwirklicht. Im Juni 1823 werben es 4 Jahre seit der Eröffnung der Etania. Bis heute, April 1S2S. hat sie 820 Patienten zu ktner längeren erfolgreichen Kur verholfen. Die Heilerfolge waren nach den bei gedruckten ärztlichen Berichten recht erfreuliche. Die Eranta leistet also in hervorragendem Matze das, was man von ihr verlangen kann. Der Hilfsoeretr: hat sich das Wohlergehen der Patienten stets sehr an gelegen sein lassen und war immer dafür besorgt, ihnen .den Aufenthalt in der Etania s« angenehm als möglich zu machen. Die Patienten erfreuen sich der besten Verpflegung und Behandlung und fühlen sich wie Glieder einer Familie. Dies allein schon ist alS ein psychisches Heilmittel zu werten. Ueber die Leitsätze für die Aufnahme von Patienten teilt der Bericht folgendes mit: Es wurden tatsächlich alle in der Schweiz für die Etania in Betracht kommenden Fälle berücküchrtgt. Den aus dem Aus lande kommenden zahlreichen Gesuchen steh:: der Verein machtlos aegenüber, weil ihm leider dis hierzu nötigen Drittel fehlen. Jedoch soll auch diesen Leidenden nach Möglichkeit geholfen werden. Es ist fiir den Hilfsverein selbst, l verständlich, daß jeder Am vorliegende Fall auf daS 17. Mai iSSg sorgfältigste geprüft werden mutz, da seine Fürsorgrtätigkeit sich nicht nur auf eine einmalige Unterstützung erstreckt. Die Patienten werden oft sechs bis zehn Monate, viele sogar noch länger in der Etania behalten, bis sie wieder hergestellt , sind, und das erfordert große materielle Opfer. Man kann auch mit Genugtuung feftftellen, daß unzählige Familien vor dem Ruin bewahrt wurden, nachdem ihre Ernährer nach einem Aufenthalt in der Etania wieder hergesteüt zu Frau und Kind heimkehren konnten^ Und nicht zuletzt sei noch der Kinder erwähnt, die von der Tuberkulose befallen, durch den Aufenthalt in der Etania ihr junges Leben retten konnten. Der Hilfsve-ein zählt 1086 zahlende Mitglieder. Die Ausgaben sind so enorm, daß die Rechnung mit einem großen Defizit schließt. Große Aufwendungen sind nötig, um die Zukunft der Anstalt zu sichern und sie werden, mit Hinblick auf den unermeßlichen Segen, den sie andauernd spendet, so hoffen wir, auch aufgebracht werden. Frankfurt a. M., 14. Mai. Bon Pinsk aus werden wir gebeten, alle, die über den Aufenthalt des Leib Pelger oder Putzer aus Lukatsch bei Ludmir in Wolhynien etwas wissen, dies an die Adresse Jüdische orthodoxe Organisation in Pinsk (Polen) Dominikanska 33 mttzureilen. Der Gesuchte, dessen in Pinsk eine junge Frau und eiy Töchterchen harren, wurde bet Kriegsausbruch zum russischen Militär eingezogen und kam nicht wieder. Sein letzter Brief stammte aus einem Gefangenenlager in Frankfurt a. d Oder. Er ist 38 Jahre alt, von mittlerer Siaiur, schwarzem Haare und mit einer Rarbe an einer Wange. Er war Strickmacher von Beruf. Wer der Frau mit Angaben dienen kann, vollbringt eine gute Tat nwp A:j5A?. Darrnftadt, 13. Mai. Die „Arbeitsgemeinschaft der tsr. Lehrer.»ereine im BolkSstaat Hessen" sch eibt uns: „Die Vorstände der Israel. Skeligionsgemeinden Hungen und Ulrichstetn in OSerheffen haben der Unterzeichneten Arbeitsgemeinschaft der israei. Lehrerveretne tm Volksstaare Hessen die schriftliche Erklärung abgegeben, ihre neu anzvstellenden Lehrer in Gruppe 7 etnzureiden. Wir heben deshalb die Sperre über beide Gemeinden auf. Wir weisen noch darauf hin, daß etwaige Verträge mit den Gemeinden nur nach dem hessischen Nor matvertrag zu erfolgen haben, der bet uns anzufordern und vor der Unterzeichnung durch den Kollegen wieder vorzulegen ist. — Wien, 3. Mai. Das Rothschildspita l der Wiener israelitischen Kultusgemeinde hat in diesen Tagen das Jubiläum seines 60jährigen Bestehens gefeiert. Im Jahre 1869 teilte bet Baron Avfelm Rothschild der KuUusgemetvde mit, daß er ein großes, allen modernen Anforderungen entsprechendes jüdisches Krankenhaus auf den Namen seines Vaters Baron Ferdinand von Rothschild als Geschenk für die tsraeltttsche Kultusgemeinde errichten lasse« will. Am 10. April 1878 war das Spital vollendet. Sriestasten. S- Sin Mannheim. Fehlende Nummern nachgefandr. Verantwortlich ist allein das Postamt, bei dem wir reklamieren. Künftige Reklamaitonen wollen Sie an den Briefträger richten. S. B- D. Geld eingegangen. L. Bl. in H. Was für Oel meinen Sie denn eigentlich? E. A. in Kr. Der Brauch bet Namen aufzurufen, ist in der Satzung des Schulchän Aruch begründet, wonach „keiner zur Thora hinaufgehe, ohne daß er erst hinaufgerufen werde." Es »st daher gute Tradition aller von der Reform nicht angefressenerr Gemeinden, mit Ausnahme des 'p'2N bei Namen aufzurufen. Ob es in Ihrem Falle richtig sei, den namenlosen Aufruf unbeachtet zu lassen, möchten wir, vorausgesetzt, daß sonst der Gottesdienst und das „Lelenen" in traditioneller Weise vor sich gehen, bezweifeln. Sie werden gut tun, sich mit dem gesetzestreuen Rabbiner der nächsten Gemeinde darüber zu besprechen. E Ne«h. in H. Den Namen des Autors können wir Ihnen nicht angeben. Wer den Artikel ohne Voreingenommenheit und überreizte Empfindlichkeit lieft, mutz heraussinden, dätz er gar nicht so hos gemeint war. Gerade im Interesse der Lehrer und ihrer gerechten, von unS in allen Phasen verfochtenen Sache glauben wir. auch dem Vertreter einer Gemeinde zu einer sachlichen, völlig leidenschaftslosen Meinultgsüntzerung das Wort geben zu dürfen. Lh. Hbg. Sie schulden uns für Abonnement bis tnkl. Mai Mk. 2300. ZMiliennachrlchte«. Goldene Hochzeit. Moies Nothan und Fron, geb. Wertyetm, Schenklengsfeld, feiern 3 Tage vor SchorvuuuS in voller geistiger und körperlicher Frische die goldene Hochzeit.; . rKestordeK Josef Achsseer P u h n in Salm.ti,' Litauen, 76 Jahre alt.