Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1923-05-17 · Heft 20-21 (17.5.1923) · page 9

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
64 (1923)
Issue
Heft 20-21 (17.5.1923)
Date
1923-05-17
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2446951-2450238-2450256--70524-2527793
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

17, MaiE Geschäftsbetriebe, die ihre Erhaltung und Ausdehnung der Tatsache verdanken, daß sie unter Aufsicht der Gemeinde stehen, müßten unbedingt diejenigen Ausgaben decken, oie der Gemeinde aus ihren Leistungen für diese Betriebe erwachsen. Beiläufig erwähnte der Referent noch, daß die Selbstkosten der Jahreslichter jetzt auf Ml. 120.000 angewachsen sind, eine Ziffer, die unbedingt durch Erhebung entsprechender "Gebühren gedeckt werden mMe. Die Ausgaben für Kohlen seien das s ch w e r st e Kapitel: gegenüber einem Bedarf von knapp 8000 im Jahr 1913, Mk. 2.650.000 im Jahr 1922, werde der Bedarf im laufenden Jahre voraussichtlich die Summe von 200 Millionen überst eigen. r Der Referent schloß mit einem warmen Appell an das Ehrgefühl der Vtitglieder, die, wenn sie außerhalb Frankfurts stets mit Stolz von ihrer Gemeinde undderen Institutionen sprechen, die Verpflichtung in sich fühlen müssen, auch nach dem vollen Maß ihrer Leistungsfähigkeit zu der Erhaltung dieser Institutionen beizutragen. Mit dem Dank an den Referenten verband der Vorsitzende die Mitteilung, daß der Vorstand beschlossen habe, in Abänderung der Steuerordnung den Steuerausschuß, der zu klein sei, durch Mitglieder des Gemeinderats und des Finanzausschusses zu erweitern; zur Genehmigung dieser Aenderung werde demnächst eine außerordentliche Generalversammlung einberufen werden müssen. Die Generaldebatte leitet Herr Dr. Ehrmann ein mit der Begründung einer Interpellation über den Stand der Er uw angelegenheit. Vom Vorstandstische erwidert Herr Emil G o l d s ch m i d t, daß es nach jahrelangen mühevollen Vorbereitungen endlich gelungen sei, die technischen Vorbedingungen zur Herstellung eines den Anforderungen des Rabbinats entsprechenden Eruws zu schaffen. Da aber in einer Stadt nicht zwei Eruwin nebeneinander bestehen könnten, habe man mit den Rechtsträgern des bestehenden Eruws Verhandlungen angeknüpft, die jedoch — trotz weitestgehendem Entgegenkommen des Rabbinats — zu einer Verständigung nicht geführt hätten. Der Vorstand sei außerstande, in der Angelegenheit Weiteres zu unternehmen, zumal inzwischen auch die Kosten der Herstellung ins Unbegrenzte gewachsen sind. Herr L. Sänger bemängelt, daß die Generalversammlung zu spät einberufen worden sei. Zum Finanzberichte findet er, daß der Mittelstand und besonders die Festbesoldeten zu Gunsten der Kapitalkräftigen durch Tarif und Steueranweisung benachteiligt seien. Für Nicht Mitglieder, besonders für Ausländer, verlangt er die Ansetzung eines weit höheren, bei letzteren etwa ihrer Wahrung entsprechenden Schulgeldes. Im Namen des Vorstandes antwortet Herr R o s e n h e i m. Der neue Steuertaris wirke noch wesentlich sozialer als der frichere, da er die etwa 1000 Mitglieder umfassende unterste Einkommenzruppe mit nur lJ/2°/o des Gesamtaufkommens belaste. Ueber Io/o tarifmäßig hinauszugehen, verbiete sich, weil da-- durch die Versuchung zu allzugeringer Deklaration wachse, während die Anpassung an den Bedarf auf dem Wege oer Jndexzuschläge — die eventuell auch abgestust werden könnten — in wirksamerer Weise möglich sei. Im übrigen müsse die Verwaltung den - begüterten Gemeindemitgliedern das nobile officium auferlegen, die Ko st e n d e r Ko hl e n b escha s f ung in freier ^Opferwilligkeit zu über nehmen. Eine Sammlung zu diesem Zwecke werde unmittelbar nach der Gemeindeversammlung eingeleitet wer - d e u. Noch auf lauge Zeit hinaus werde die Gemeinde ihr Finanzsystcm auf einer Kombination von Steuerzwang und Freiwilligkeit ausbauen müssen, und es sei darum garnicht angebracht, einen furor gegen den „Kapitalismus" zu entfesseln. — Die Schulgelder für Nichtmit - g lieber wollte man — abgesehen von Ausländern, die jetzt ungefähr die Selbstkosten zahlen sollen — nicht allzustark über die Mitgliedergebühr' erhöhen, weil die Schule eine Art werbender Missionstätigkcit in dem Kreise der noch ferner Stehenden zu vollbringen habe, die ein finanzielles Opfer vonseiten der Gemeinde lohne. — Die Steuerfestsetzung für tarifmäßig Besoldete (fünffaches Dezembergehalt 1922) sei technisch bereits vom' Finanzreferenten begründet worden; sie sei frei von jeder Härte, da ja die Gehälter 1923 das 150 fache derjenigen des Jabres 1921 betragen, während wir einschließlich oer Jndexzuschläge nur auf das 60 fache der Ziffer des Jahres 1921 kommen, Für alle Steuerzahler sei es wichtig, sich vor Augen zu halten, daß die Gemeinde facto das laufende Einkommen, also das des Jahres 1923, besteuern wolle und müsse — denn nur für dieses stellt ja das entwertete Geld von 1923 ein steuerliches Aequivalent dar —; sie erreich? dies durch die Jude xzu sch lüge auf die nach dem Stande von 1922 errechnete Grundsteuer. Vergegenwärtige man sich dies, so werde man die Jnderzuschläae zur Zeit äußerst mäßig finden. Herr Moritz Felsen st ein vom Vorstande spricht sich zur Frage des Schul seid es aus und unterstreicht die Auffassung, daß die Schule über den Der J-raeNt.* Nr. 20 u. 21 &etst 9 materiellen Sorgen die idealen Rücksichten wicht vergessen dürfe. Vom Gemeinderat spricht Herr Dr. Isaak Breuer. Es habe den Gememoerat große Uebermindung gekoster, oer Erhöhung der indrrekren Stenern zuzusnmmen. Die direkten Steuern müßten durch scharfe Prüfung der Steuererklärungen auf die tragfähigcren Schultern abgewälzt werden. Er hält aber auch die Sreuererklärrrngen der Minderbemittelten in vielen Fällen für absolut ungenügend, weshalb der Gemeinderat beim Ausschuß auf Nachprüfung der Angaben dringen werde. Die <Ähule müßte bei allem Idealismus doch bei der Preisansetzung für Mchtnntglieder und Ausländer auch ihre materiellen Interessen wahren. Letzten Endes sei es eine religionsgesetzliche Frage, ob und inwieweit die Wlitglieder verpflichtet seien, für Nichtmitglieder die Schule zu erhalten. Redner bringt noch zur Sprache, daß einer Reihe von ausschließlichen Mitgliedern der Religionsgejellschaft Ste Herausforderungen von der Israelitischen Gemeinde erhalten hätten. Er sieht darin den Versuch eines Mitgliederfanges- und fordert .die so Bedachten auf, Verwahrung dagegen einzulegen. Herr Sänger rechtfertigt noch einmal seine Ansicht in der Steuerfrage. Herr Paul Aron stimmt Dr. Breuer zu, eine Nachprüfung der Angaben zu veranlassen und beschwert sich in scharfen Worten ebenfalls über die Steuerzustellungen der Israelitischen Gemeinde. Herr Nosenheim erklärt, daß die sonderbaren Zahlungsaufforderungen der Israelitischen Gemeinde gemäß Auskunft des Gemeindebüros durch einen Beamten des Finanzamtes verschuldet seien, der offenbar von der Existenz zweier Gemeinden in Frankfurt keine Kenntnis hatte. Der Fehler sei allerdings unentschuldbar, aber sicherlich nicht auf böse Absichten zurückzuführen. Im übrigen verweist er auf den Anschlag im Vorraum der Synagoge in dieser Angelegenheit. — Herr Dr. Isaak Breuer ist jedoch der Meinung, daß der Jsr. Gemeinde mindestens zur Last gelegt werden müsse, daß sie den Beamten nicht genügend instruiert hätte. Herr Siegfried Salomon bringt die Angelegenheit der M e tz g e r zur Sprache, deren Interessen die Gemeinde zu wenig Rechnung trage. Herr Josef Bamberger wünscht eine Staffelung der Schulgelder auch bei den Mitgliedern, um kinderreiche Familien aus dem Mittelstände ein wenig zu entlasten. Die Steuerschraube nach oben dürfte ruhig über 3«/o hinausgehen. — Herr David Schächter appelliert an die Gemeinde, die alte Synagoge in der Schützenstrahe zurückzukaufen und stellt ein Viertel des Betrages im Namen seiner Freunde dafür in Aussicht. Herr Max Hackenbroch wünscht, daß die Er uw frage dem Rabbinischen Rate bei der nächsten Kenessio Gedaulo vorgelegt werde, woraus ihm vom Vorstande bedeutet wird, daß für interne religiöse Fragen der Gemeinde satzungsgemäß das Rabbinat allein zuständig und höchste Instanz sei. Nachdem noch Herr Dr. N. E. Weil l wiederholt sachliche Aufklärungen zu nt Finanzbericht gegeben hatte und noch einige Redner zu persönlichen Bemerkungen und zur Geschäftsordnung zu Worte gekommen waren, wird die Debatte geschlossen. Die nach Schluß der Versammlung vorgeuom-- menen Wahlen ergaben folgende Resultate: In den Vorstand wieder gewählt sind die Herren: Dr. Bamberger und Jacob Rosenheim mit je 159 Stimmen. Für den Gemeinderat sind wieder gewählt die Herren: Leopold Schwab (149 Stimmen) und Simon Bock (136 Stimmen). Von den Kommissionen haben in den Gemeinderat die Jeschiwa-Kommission Herrn Dr. I. Breuer, die Kaschrus-Ko mmission Herrn Emil S. Lehmann wieder- und die Jsr. Volksschule Herrn Albert Mainz neugewählt. Ägttda Westerrb. - Samstag nachm. öVs Uhr: Bortrag des Herrn I. Rabinowitz über „Schlosches jeme hagboloh" im Volksbildungsheim, Saal 5. Agudas Iisroek-Jugendgruppe. Unseren Mitgliedern teilen wir hierdurch mit, daß wir nächste Woche mit der Einziehung der Mitglteds- Belträge beginnen. Laut Vorstandsbeschluß find die Mindest-Beiträge folgendermaßen festgesetzt: für daS ganze Jahr 6683 Mk. 8000.-, f«r das letzte Halbjahr 5683 Mk. 8000.—. Jeschtwohhörer, Studenten, Lehrlinge re. zahle« die Hälfte. Trotz dieser Erhöhung haben wir noch ein Defizit von über zwei Millionen zu decken und bitten wir dringend, dementsprechend die Beiträge weit über die Mindestsätze zu bemefien. Spenden erbitten wir auf unser Postscheckkonto „AzudaS JiSroel-Jugendgruppe Frankfurt 428 2". Zekre Kmurre Aksroet. An« Donnerstag, oen ä.7. weihte der Agudaoerein „Zetre Emune JiSroel" feine neuen Räume in der Schützen ft raße No. 3 ei». Das Bereinslokal, in dem alle orthodoxen Zeitungen und Zeitschriften in hebräischer, jiddischer und deutscher Sprache aufliegen, ist für Mitglieder und Freunde geöffnet täglich von 6 bis 10 Uhr abends, Sabbat und Sonntag den ganzen Lag. Je am SamSrag nachm. ’/,6 Uhr findet ein Gchtur über ni3K w» statt. Sonntag nacht wird ein SchowuauSlernen, am Dienstag, zweitem Festtag 5 Uhr nachm, gemütliches Beisammensein veranstaltet. ßyervras Schäumer ZRizwoH Vergangenen Sonntag nachmittag versammelte sich die neugegründete Chewro im Hörsaal der Synagoge Friedberger-Anlage, um aus dem Munde des Herrn Dajon Posen die v'in zu hören, die sie in Ausübung ihrer Ehewro-Pflichten bei nv.n m*cp zu beachten hat. Herr Posen dankte den Mitgliedern für die Opferfreude und Bereitwilligkeit, mit der sie diese Mizwoh aus sich genommen, die so groß ist, daß vor ihr alle anderen zurücktreten. Die Ehewro hat bereits ihre Tätigkeit ausgenommen. Diejenigen, die in ihrem Rahmen bereits bet B'nv gewacht haben, werden schon die reinigende, tiefe Wirkung auf Herz und Gemüt gespürt haben, die gerade die Beschäftigung mit dieser Mizwo dem Ausübenden gewährt. Schon deswegen ist es wünschenswert, daß eine recht große Anzahl von Mitgliedern der Chewro zuströmt. Besonders erwünscht find neben Angestellten, die sich bereits in stattlicher Zahl gemeldet haben, und vornehmlich für Nachtwachen in Frage kommen, selbständige Kaufleute und Gewerbetreibende, Akademiker und Studierende, die auch während des Tages sich einige Stunden für Wachen zur Verfügung stellen können. Anmeldungen erbeten an Herrn Siegfried Strauß, Hanauerlandstraße 27. Vereinskalender. Verein Mekor Chajim. Samstag, nach Schul: „Dinirn"; Herr Rektor Falk, — nachm. 4Va Uhr, im Bereinslokale: „Mikro"; Herr Louis Kahn. — abends 1 Stunde vor Nacht im Hörsaale Frieoberger Anlage, Midrasch; Herr Rektor Falk. Sonntag nacht IO1/* Uhr im Vereinslokale: Schwu aus lernen. Montag, 1. Schwuaustag 1 Stunde vor Nacht: Schwuausgedanken; Herr Gustav Kaufmann. Mittwoch abend 7 Uhr: „Gemoro"; Herr Rabb. Dr. Josef Breuer. Donnerstag: Salomon Sender-Stiftung. Freitag: Carl Mayer-Stiftung. Agudas Jisroel - Jugendgruppe. Sonntag, 7—8 Vorm. NdtpB, Herr Dr. Rothschild. — mm 'tsn für Anfänger, Herr Leopold Op penheimer. Montag bis einschließlich Freitag, alltäglich */47—V*8 Vorm. pTOD mw, Herr Dr. S. Eyrmann. Dienstag, 3. SchwuanStag, */»6 Uhr: Bortrag in den Agudaräumen. Mittwoch, '/.S—10 Abends, B'NLB für Anfänger, Herr Dr. R 01 h s ch i l d. - */8010 Abends ■ Bücherausgabe — 0—10 AbendS Bürostunde. Donnerstag, 8-9 Abends, n»o für Fortgeschrittene, Herr Herm. Hirschberg. — 9—10 Abends, 19 Briefe von S. R. Hirsch, Herr Dr. S. Ehrmann. TDP V« 10—11 Vorm. .13® tnoa für Fortgefchr., Herr Dr. I. P 0 s e n, Am Tiergarten 42. — ^ll—*/,12 Borm. Tenach, Herr Dr. W. H 0 s m a n n, Eschenheimeranlage Ipt. — 13—1 Vorm. 'öJ btibb für Fortgefchr., Herr Halpern. — 12—1 Vorm. 'VN, Herr Lehrer Hirsch der g. — */43—4 Nachm. B'nvv 'Di fär Anfänger, Herr Dr. Rothschild. — 4-7 ö Nachm, svp npw 'ds Herr Dr. Hof mann. — Nachm. Vortrag des Herrn Rabinowitz im VolksbtldungShetm. — V* Stunde vor Nacht, ms« 'piß Herr Dr. S. Ehrmann. AgndaS Jisroel* Mädchengrrrppe. Montag, 9—10 Abends, b'K'JM, Herr S. Unna, Kl. Obermainstr. 30. Dienstag, 9—iO Abends, B'dn, Herr Dr. Weger. Mittwoch, */,9—7,16 Abends, Lese- und AuSsprache- Abend, Frau Oberl. Munk, Leerbachstratze 4. — l/a0—‘1*10 Abends, BücherauSgabe. — 8—10 Abends, Büroslunde, Fischerseldstraße 4. Donnerstag, 8—10 AbendS, 19 Briese von S. R. Hirsch, Herr Dr. S. Ehrmann. r»3V, Vorm., B'bnn, Herr Louis Kahn. — 4-5 Nachm., min, Herr A. Hirschberg. — */,8 Uhr. Westendvortrag. — vfl/4 Stunde vor Nacht, ni3« '»1B, Herr Dr. S. Ebrmann. Beshamivrasch, Ostanvstraße 18. SamStag 1 Stunde vor Nacht: Bortraa des Herrn B. Rachelsohn. __ Für meine Tochter, 21 Jahresuche ich 10157 zwecks Heirat gebildet., soliden, jüdisch. Herr«. Gut möbl. Mietwohnung in Frankfurt vorhanden. Mitgift 2 Million und Aussteuer. Gefl. Angeb. unt. 10457 an die Exp. Herren! Für rel. Damen mit großen Mitgiften Herren in guter Existenz gesucht. Anfragen nur mit Rückporto an Erich Heu, Berlin-Pankow, Mühlenstr. 44. Angestellte, Dienstboten and Lehrlinge finde» durch ein Inserat im JSraelit* rascheste Stellung Hebf. u. Relig.-Le&rer str. relig., 26 I. alt, Ausl., seit 1314 in Deutsch!., s. s. relig. geb. Dame zwecks Heirat kennen zu lernen. Einheirat bev. Br. gleich. Diskret. Ehrensache. Znschr. nnt. 13439 an die Sxped. d. Bl.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.