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Der Israelit · 1923-03-29 · Heft 13-14 (29.3.1923) · page 15

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Journal
Der Israelit
Volume
64 (1923)
Issue
Heft 13-14 (29.3.1923)
Date
1923-03-29
Page
– (sequence 15)
Language
German
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>_;_ Misch» Öuflenb hoffen, wenn die öltem die Gefahren für ihre Binder als Gefahren erkennen und sich bemühen, in .ihren. Häusern wieder reiches jüoffches iielnut im Geiste der Lhaurv erblühen zu lassen. ' Aus Antrag des Herrn Lehrer Oppenheim zirkuliert eine Xiifte zur Eintragung üuit sreiwtlligen Beiträgen für die A. I. J.-O., üoer M0.000 Mart wurden gezeichnet. Am Abeno fand ein öffentlicher Bortrag de» Herrn Dr. Max Cohen-Köln Wer „Die Kenessii gedaulo und ihre Bedeutung" statt. Der Redner gab zunächst einen historischen Ueüerblick über die Agudo seit der Konferenz in Kattowitz und erwähnte die durch den Kriegsausbruch verhinderte Veranstaltung der Kenessio gedaulo. Dann ging er dazu über, die verheerende und zersplitternde Wirkung des Weltkrieges aus die Agudo varzustellen. Zwischen Volk und Kolk wurden hohe Mauern errichtet, und die Juden saßen auch hinter diesen Mauern, die sich um ihre Wittsvölker erhoben harren. Wo früher der Wille zur gemeinsamen Tat geherrscht harte, da vollzog sich jetzt scharfe Trennung. Dazu beraubte uns der Krug wertvoller Persönlichkeiten und die Nachkriegszeit mit ihren schlimmen wirtschaftlichen Erscyeimmgen hat auch aus die Agudo stark hemmend gewirkt. Allmählich tritt die Erholung ein und vor altem ml Osten hat sich die Agudo schon jetzt zu einer mächtigen Organisation entwickelt; auch in andern Ländern, wie z. B. Amerika sind kräftige Ansätze zum Aufschwung zu konstatieren. .Wir brauchen nur Männer für »die Leitung der Agudo, die vom Vertrauen der Massen getragen sind. Zu diesem Zwecke ist die Kenessio gedaulo erforderlich. Sie wird sich aus Vertretern aller Länder zusammensetzen, die zu allen Problemen der jüdischen Gesamtheit Stellung nehmen sollen, so zum Wiederaufbau des Thauro- Geiftes, zum Aufbau Erez-Jisroels, zur 5,Konsolidierung des jüdischen Volkes, das auf dem Erdball durcheinandergeworsen ist, damit alle in gleichem schritt marschieren auf dem Wege zur Lösung aller dieser Fragen. Dann werden wir wieder das Glück haben zu schauen, wie ein geschlossenes Ganzes in Einigkeit pen - Weg schreitet hin zu seineni Ziele. Dr. Herz dankt den: Redner für seine interessante Darstellung und richtet an die Zuhörer oen Appell, daß sie sich ihrer Pflicht zu diesen großen jüdischen Ausgaben bewußt werden und daß sie den Willen zu zielbewußter, energischer Arbeit als Niederschlag des aus dem Bezirkstag Vernommenen, zu ihren Gruppen hinaustragen. Den Fuldaer Familien, die die auswärtigen Gäste liebevoll in Verpflegung und Quartier genommen hatten, spricht der Vorsitzende herzlich 2 " aus. --, : I Neleglertentas der lettischen Zngenddrganlsatton der A-udas Zlsroel. Sonntag, den 9. War, -fand die stark besuchte Landeskonferenz der lettischen Laudesorganisation in Riga statt. Herr Wittenberg (Riga) bezeichnete in seiner Eröffnungsrede als Hauptzweck des Delegiertentages die Mobilisierung der lettischen Orthodoxie für die Kenessio Gedaulo. Demgemäß nahmen Organisation und Pvopagandafragen einen großen Raum in den Besprechungen ein, nachdem die Herren Rosenberg (Twinsk), Herr Stuhl (Libau), Herr Rabinowitz (Kreuzburg), Herr Feinberg Zabeln), Herr Ruß (Riga), über die einzelnen Gruppen berichtet hatten. Ein weiterer Teil der Beratung war der Palästina-Arbeit gewidmet und hierbei bei der Besprechung der politischen Palästina-Furage einmütig die Beschlüsse der Zentralratssitzung inbezug aus die Agency gutgeheiheu. Wirtschaftliche Palästina-Arbeit soll durch Beteiligung an Bajis Wnachaloh und Binjan Hoorez geleistet werden. Es wurde ferner die Erhebung eines Shillings Zür Palästina- Arbeit pro Jahr jedem Agudisten zur Pflicht gemacht. Die Erhebung soll im Monat Isar stattfinden. , \ Eine Geschichte der Mischen Reform. Bon Harry Abt. (Schluß). Dieser Satz, der sein höchstes Lob aussprechen kann, ist nach Seligmann seine Schwäche, denn wie kann bei einem „wissenschaftlichen" Menschen das' System erst das Sekundäre sein? Umgekehrt!! Erst das System, dann die praktische Folge für die Lebensführung!! Mläjter." s Es ist dieses' der Punkt, mr dem am klarsten sich die Geister scheiden und jede Auseinandersetzung wird in der Dal zu einem Auseinander- Setzen, ' das - niemals wieder zusammenführt. Tenn damit ist das .Verlassen des Din sanktioniert und zum Grundprinzip» geworden, das zwar später, nach Vollendung des Systems, wohlwollend die Rückkehr zu einzelnen „Fornren gemütlicher Natur" gestattet. Und trotz dieser prinzipiellen Scheidung, deren Bedeutung auch Seligmann ermißt, ergeht er Zieh in Jaminern und Klagen über die durch das .Austritts'-gesetz vom Jahre 1876 ermöglichte Bildung von Separatgemeinden,'. die schon .früher irr Frankfurt Tatsache geworden war: „Das heilige Gut der Einheit des Judentums dahin!!" Wer was hat es dem: mit dieser zur Phrase gewordenen Einheit des Judentums für eine Bewandtrris?? . Hat sie wiälich jemals existiert, so mrr zu der Zeit, als nicht das Austrittsprinzip, sondein das AusscheiduistgsPrinzips noch allgemeine .Geltung hatte, als die jüdische Kehilloh noch soviel Autorität besaß, ein Glied aus zu schließen, M noch nicht Holdheim fein Buch über „die Autorität der Rabbiner" in Pas Judentum als Feuerbrand hineingeworfen hatte. Demnach versteht und begreift man, wie sehr Seligmann in Elegien sich ausläßp darüber, daß an den Rabbinerversammlungen um die Mitte des vorigen Jahrhunderts die Orthodoxie sich nicht beteiligte. Ten Ruf nach „allgemeinen", nicht etwa reformistischen Konferenzen ließ die Reform erschallen, um gewissermaßen ihr eigenes Verhalten sanktioniert zu sehen. Aber diese Konferenzen stehen in der Geschichte, eben wegen' der einmütigen Ablehnung seitens der Jereim, immer noch als Konferenzen der Reformrabbiner da. Man begreift, wie Seligmann und seine Getreuen jammern. — — Aber wahrhaft herzerfrischend wirkt es, wenn er über die Jahre 1876—1912 schreibt: „Die ganze zweite Hälfte des 19. Jahrfjitnbert§ trägt das Gepräge einer Friedenspolitik, die als Symptom des religiösen Niederganges anzusehen ist, weil sie — — das Ergebnis der äußeren Politik war.' Denn wem kam diese Politik zugute? Nicht der Orthodoxie und nicht Mn Liberalismus. Dir Liberalismus verlor du.ch feine schmähliche Nachgiebigkeit gegen alle Forderungen der Orthodoxie --den Heroismus des Glaubens an sich." — — Ist eine, schärfere Kritik an den neutralen Großgemeinden überhaupt möglich?? Und etwas bissig könnte man fragen: Warum denn tritt Seligmann nicht aus und gründet eine reformierte Separatgemeinde? Aber siehe, ein cisux ox machina greift rettend ein, die Vereinigung für das liberale Judentum mit ihren berüchtigten Richtlinien. Ziemlich unvermittelt konrmt das, aber schließlich: A horse, a horse, a horse — — — „Die Richtlinien stehen an ' der Schwelle einer werdenden Zeit und mögen als solche hier ihre Stelle finden." Mit dem Abdruck dieser Richtlinien schließt das Buch, und der Leser mag Mm Ausgangspunkt dieser Ausführungen zurückkehren: Ist die Schwelle heute schon überschritten? — Unnütze Frage! Sie kann nicht überschritten werden, denn die neue Zeit schreitet sieghaft über den Liberalismus hinweg. Aber all denen, die den Atem dieser neuen Zeit noch nicht im Innersten verspüren, möge diese Anseinandersetzung mit dein Seligmann'-, schen Buche dartun, daß sie ein Sich-Anseinander-Setzen bedeutet, über das hinweg es keine Brücke mehr gibt. Avder Bewegung. Frankfurt a. M. Herr Rabbiner I. Horowicz, Mitglied der Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel 'Wird als Leiter der Agudareise am 13. Äpril die 20, mm WM. Fahrt nach.Palästina antreten, um sich dort voraussichtlich vis zur Kenessio gedaulo auszuhalten. Ebenso gedenkt der Leiter des „Binjan Hoorez", Mitglied der polnischen Palästina-Zentrale, Herr I. Bialer-Lodz, zwecks weiteren Ausvaus der Tätigkeit des „Binjan Hoorez" nach Palästina zu reisen. Hamburg. - In einer auch von Nichtagudiften zahlreich besuchten Versammlung der Zeire ,Enume Jsroel hielt am Sonnrag den 16. Ador Herr M. Knoblewrtz ein großzügiges Referat über die Beziehungen zwischen den Zeire Emune Jsroet und der Gesamtorganisation der Aguda. Nach einer lebhaften Diskussion und dem Beschluß erweiterter Vereinstätigkeit der Zeire Emune Jsroel schlossen sich letzterem eine Reihe neuer Mitglieder aus den Kreisen der hiesigen osteuropäischen jungen Leute an. Wien. Soeben ist die neueste Nummer des „Haderech" erschienen, welche merttvürdigerwei.se weder einen Bericht über die Breslauer Tagung, noch auch die Wahlordnung der Kenessio gedauto enthält. GS ist zu hoffen, daß die arn Schlüsse angekündigte Sondernummer, welche den Breslauer Bericht bringen soll, in aller Bälde erscheint. Bei der Fülle der Gegenwattsproblome, welche die Aguda beschäftigt, dürsten die an sich wettvollen literarischen Beiträge im „Haderech" wohl besser auf spätere Nummern verschoben werden. Warschau. Durch die polnische Landesorganisation wurde bekanntlich in Warschau eine Mesifta (Talmud-Hochschule) gegründet, deren erstmalige öffentliche Abgangsprüfung am' Rausch - Chaudesch Nissan dieses Jahres stattfand. In Anwesenheit des Radsiner Rabbi sowie von Vettrerern des Warschauer Rabbinates und hervorragender Rabbinen aus der Provinz wurden diejenigen 10 Besucher der Anstatt geprüft, welche bereits alle 5 Abteilungen der Hochschule mit Erfolg absolviert hatten. Der Verlauf der Prüfung war außerordentlich befriedigend. Den jungen- Talmudgelehrten wurde die Autottsation zur Bekleidung eines Rabbinates verliehen. Lodz. Dank der Energie, mit welcher der neugewählte Vorstand der hiesigen Agudagruppe sich den Aufgaben unterzog, welche vom rabbinischen Rat der polnischen Landesorganisation als dttngendste bezeichnet wurde, ist es gelungen, diese Woche eine Mikwah zu eröffnen, welche unter Leitung der Aguda steheno, sowohl in religionsgesetzlicher als auch hygienischer Beziehung allen Anforderungen entspricht. Für Minderbemittelte ist die Benützung der Mikwah kostenlos. Auch in Chenzin ist von der dortigen Agud« eine Mikwah eröffnet worden. Jaffa. Einem längst gehegten Bedürfnisse der palästinensischen Landesorganisation ist durch die Gründung eines Jnformations- und Korrespondenzbüros der palästinensischen Aguda in Jaffa entsprochen worden. Die Adresse dieses insbesondere für wirtschaftliche Angelegenheiten zuständigen Bürolautet: Information-Bureau of Agndath Jsroel Jaffa Palesttne. Jerusalem. Folgende Kandidaten der AgudaS Zisroel wurden bei den Urwahlen zur gesetzgebenden Körperschaft Palästinas gewählt: Rabbiner M. Bernstein. 5. Judleloitz, Siw, Ben Raum, I. Ornstein, R-iömner G. Horowitz, S. Soloweizik. NkZkLiNNNKkZkLWNiZiZNCWrZ Frankfurter Messe 15.—21. April 1923. Ägubijlen treffen sich allabendlich im Agudcheim, Hanauerlandstr. 17. Schlurlm-VortrSse /Twan rr-ro Lernräume / Llubzimmer / Leseu. Schreibraume. lZNNNAkZlZDkZrZNlZGrZNNrZ Me paI<ifti»a«Sentrale der Agiidad-Wroel wünscht ihrem Mitgliede Sr. Ehrwrd. Herr Rabb. H o r o v i tz herzlichst Maffeltov zur Hochzeit seiner Tochter. für einen simgen Mann, am liebsten im Umkreis von Kassel. Göttingen, Hannover oder Paderborn. Lederbranche bevorzugt. Angebote an die Agudas Jisroel Jugendorganisation, Köln, Händelstraße 19. Lehrstelle gesucht

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