Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 64 (1923)
- Issue
- Heft 13-14 (29.3.1923)
- Date
- 1923-03-29
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2446951-2450238-2450250--70433-2527682- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Sette 8 Nr. 18 u. 14' Der Israelit. 39. MLrz 1923. stellung unter Aufsicht eines orthodoxen Rabbiners ge. schiehtl Zum Schluß möchte ich noch bemerken, daß das Pfund Mazzen mit Fracht, Rollgeld, Provision auf 1102 M. sich stellt! Mit Frachtbrief kann ich meine Aussagen belegen. Louis Engel, Butzbach. Zu den Mazzothpreisen. Auf die Fragen 1, 2 unb 3 zu antworten, fyält der Verband für unter seiner Würde. Auf die, wenigstens sachlich gehaltene, Frage 4 erwidert der Verband Folgendes: Die Anzahlungen waren erforderlich, um den Bäckereien überhaupt die Aufnahme des Betriebes zu ermöglichen. Daß die Anzahlungen nur den Zweck haben sollten, das erforderliche Mehl zu beschaffen, ist eine durchaus irrige Auffassung des Einsenders. Die für Kohlen, Löhne, Frachten, Packmaterial usw. erforderlichen Beträge übersteigen den Kapitalbedarf für die Meykbeschaffung ganz erheblich. Aber selbst angenommen, daß dre zum Kaufe des Mehles nötigen Summen durch die Anzahlung verfügbar gewesen wären, hätte es doch keine Möglichkeit gegeben, den ganzen Mehlbeoarf zu decken, da die Mühlen sich mit Weizen nicht versorgen konnten und daher Mehlverkäufe nur auf ganz kurze Fristen tätigen konnten. Die Bäckereien waren daher gezwungen, sich fortlaufend zu den ständig steigenden Tagespreisen einzudecken. Sollte es dem Linsender denn garnicht bekannt sein, daß die Brotpreise behördlicherseits seit November v. I. mehrfach und bedeutend erhöht wurden? Weiß der Einsender gavnicht, daß seit Monaten die Kohlenpreise allmonatlich erhöht wurden, daß die Frachten unb Portokosten fortlaufend erheblich gestiegen sind und daß Löhne und Gehälter den Verhältnissen entsprechend ebenfalls gesteigert werden'mußten? Kaufmännischfachmännische Nachprüfung unserer Herstellungskosten und Verkaufspreise sind uns durchaus willkommen. Im Vertrauen auf unser gutes Recht sehen wir auch allen Schritten, die gegen die Bäckereien und ihre Geschäftsweise, von wem es auch sei, in aller Ruhe entgegen. Verband der Mazzosbäckereien Deutschlands E. V. Frankfurter Berichte. Lermarm KaHrr sv'j n//ai verschied hier im Krankenhaus der tsr. Gemeinde als fast 80 jähriger Greis Hermann Sahn. Sr wohnte erst wenige Jahre hier und war hier von nur wenigen gekannt. Im Kriege hatte den alleinstehenden alten Herrn von seinem früheren Wohnort Köln aus ein edler Wohltäter, der sich ihm von Dezennien her verpflichtet hielt, hierher übersiedeln lassen und hatte ihn in sein Haus ausgenommen. Sr war ein viel geprüfter, merkwürdiger Mann, der viel Leid erlebte, aber auch großen Segen stiftete. In Neuwied war er einem Kreise entstammt, in dem man dem Judentum höchstens noch fünfundzwanzig Lebensjahre gab, dann würde es an Altersschwäche zusammcnsinken und zu Grabe getragen werden. Geschäftliche Reisen führten ihn nach Berlin. Dort lag in einem jüdischen Restaurant — an einem Pefsach war eS — ein Heft des Jeschurun auf dem Tisch. Rabbiner HirschS Feuer spräche und unerbittliche Logik ergriffen den jungen Mann — und er war gerettet. Ein langer Aufenthalt in Rußland brachte ihn später mit allen Größen des jüdischen Ostens zusammen und ließ ihn sein Licht und seinen Schatten gründlich kennen lernen. In Berlin verkehrte er mit den damals noch studierenden Söhnen Rabbiner Hirfchs. Ihn selbst wollte er nie besuchen, um an dem Manne, den er mit tiefer Ehrfurcht verehrte, keine irgendwie geartetemenschliche Schwäche wahrnehmen zu müssen, die das Bild, das er sich von ihm bewahren wollte, trüben könnte. In Köln gehörte er zu den Schülern von Rabbi W o l f V'StT, den er wie einen Vater liebte. Hier sollte Hermann Cahn seinen Lebenszweck erfüllen. Seine Belesenheit in den Schriften Rabbiner Htrschs, denen er selbst seine geistige Wiedergeburt verdankte, in Verbindung mit dem praktischen und wissenschaftlichen Leben, gaben ihm die Fähigkeit, junge Leute für das Judentum zu ge» winnen. Lange Jahre bildete er den Mittelpunkt derjenigen Jugend, die heute als Männer die Kölner leiten und ausmachen. Im „Hirsch-Verein", den er gründete, führte er die damalige Jugend in den Geist der Schriften von Rabb. Hirsch ein und ließ die jungen Leute durch Reserate fich völlig in Hirfchs Gedanken einleben. Er war es, der Hirsch in Köln populär machte, nicht ohne anfänglich manchen Kampf deswegen zu bestehen. Pflicht der Dankbarkeit ist es, der Wahrheit die Ehre zu geben: viele der heutigen jüdischen Häuser der AdaS Jeschurun danken Hermann Cahn ihr jüdisches Fundament. So möge seinem Namen das segensreiche Andenken gesichert sein, das in den Worten zum Ausdruck kommt: „Wirken und Namen ist besser denn Söhne und Töchter." n"am ■ Schtußfeier der ItnterrichLsansiatte« der Israelitischen Wettgionsgesellschaft. Während in früherer Zeit — etwa brS 1900 — der Abschluß des ischuljahreS eine'ganze Woche lang durch öffentliche Prüfungen einen festlichen Charakter erhielt, und das Jneinanderleben von Schule und Gemeinde dadurch mächtig gefördert wurde, hat man seit zwei Jahrzehnten auf Grund der inzwischen verärrderten päoagogischen Ansichten der Behörden diese große Frühlingsparade der Schuljugend abgeschafst und schließlich auch die noch übrig gebliebene kärgliche Schlußfeier immer mehr beschränkt, bis lediglich eine ganz interne Entlassungsfeier für die abgehenden Schüler und Schülerinnen übrig geblieben war. Auf Anregung des Schulrates ist man nun in diesem Jahre erstmals wieder dazu übergegangen, einen Schlußakt in größerem Nahmen zu veranstalten, der viele Hunderte von Vätern und Müttern, Freunden und Freundinnen des öffentlichen Jugendunterrichtes in der Aula der Realschule am Sonntag versammelte, sodaß der Raum dre Menge der Erschienenen kaum zu fassen vermochte. Nack eindrucksvollen Begrüßungsworten des Vertreters des Schulrates, Dr. Klau, traten die Kleinsten der Kleinen mit zwei reizenden Singspielen in Aktion mit ihrem Gezwitscher, die Frühlingssonne draußen, in die wieder jungwerdenden Herzen der Hörer hineinzaubernd. Von eindringendem Verständnis und beträchtlicher künstlerischer Darstellungsgabe zeugte der Vortrag mehrerer Szenen aus Grillparzers „Medea" durch Schülerinnen der ersten Klasse. Auch die sonstigen deklamatorischen Darbietungen, um die fick» Frl. Stuhrmann und Prof. Dr. Bondi gemühr hatten, legten für die gute ästhetische Durchbildung der Schüler Zeugnis ab. lÄne kleine Sensation war die formvollendete Rede einer abgehenden Schülerin, die sich hinter dem Rednerpult offenbar bereits so behaglich fühlte, als sei die - öffentliche Rede ihr täglicher Beruf. Mit großer Fälsche und Lebendigkeit wurden unter Leitung des 'Herrn Gesangslehrer Reich die verschiedenen Chöre, nicht minder auch eine Solopartie vor'getragen. In Vertretung des wegen Unpäßlichkeit verhinderten Direktors ergriff Herr Professor Dr. Caro das Wort zur Schlußrede, die zum Teil an die Schulgemeinde gerichtet, zum Teil für die abgehenden Schüler und Schülerinnen bestimmt war. Mit Genugtuung erfuhr mau, daß der größte Teil der die Schule verlassenden Primaner in die Thoralehranftalt „Jefchiwa" Übertritt, um sich dort mindestens ein Jahr dem Lernen zu widmen. Wenn wir einen- Wunsch 'für die Zukunft äußern dürften, so wäre es der, daß bei den öffentlichen Veranstaltungen der Schule neben der ästhetischen Note anch die religiös-jüdische etwas stärker in Erscheinung trete. Uns dünkt, daß diese Betonung der Eigenart selber die erste Grundforderung eines gereinigten ästhetischen Empfindens darsteM. Im übrigen wird der wohlgelungene Verlauf der Veranstaltung die Schulleitung hoffentlich veranlassen, auf dem .betretenen Wege fortzuschreiten und die letzten Wochen jedes Schuljahres zu einer Festzeit der Verjüngung für die ganze Gemeinde zu gestalten. Ale Aranüsurter „Mücherflelden". Der Plan der Frankfurter Bliicherhelden, am 3. März, am Pmimfeste, die vollgefüllte Synagoge, Königsteinerstraße, mit Hilfe der Franzosen in die Luft zu sprengen, beruhte, abgesehen von der falschen Einschätzung der Franzosen, ans dreifachem Irrtum: Erstens fiel Purim nicht auf den dritten, sondern auf Freitag den zweiten März. Zweitens sind die Herren fo schlecht im „Schulchan Aruch" der Richtlinien bewandert, daß sie glauben, am Purim sei die Synagoge KönigsteinerStraße vonJehudim angefüllt, die inScharen dahinströmen, um die Megilloh zu hören. Drittens sind die Blücher-Leute auch schlechte Kenner des Alten Testamentes. Sie hätten sonst wiffen müssen, daß die Wahl gerade dieses Datums zu einem Anschlag auf die Juden ihrem Urvater, dem Haman von damals, schon sehr übel bekommen ist. Unterstufen der Ieschirvost Schüler sämtlicher Altersstufen, von Vorschulklasse bis Prima, namentlich Anfänger vom 7. Lebensjahre an, können in die Unterabteilungen der hiesigen Thoralehranstalt Jeschiwoh ausgenommen werden. Anmeldungen müssen baldigst erfolgen bei Herrn Rabbiner Dr. Joseph Breuer, Rückertstratze. Agudas Iisroel Äugend- und Mädchengruppe. Wie alljährlich finden auch in diesem Jahre während der Sefirahzeit eine halbe Stunde vor Nacht jeden Abend Vorträge statt. Redner und Themata werden noch durch Anschlag im Vereinslokal, Hanauerlandstr. 17, bekanntgegeben. Beginn am 1. Tag Chvnl hamaued. Um einem dringenden Bedürfnis abzuhelsen, läßt die Soziale Kommission der AgudaS Iisroel in, den Räumen der Jugenogruppe an den Chaul hamaued- Tagen (Dienstag—Freitag) allmorgendlich von % 8 bis 8 Uhr Kaffee verabreichen. Dadurch soll namentlich denjenigen, die bei Nichtjuden wohnen und daher hde sonst keinen Morgenkaffee erhalten können, Gelegenheit gegeben werden, Kaffee zu bekommen. Die genannte Ausgabezeit wolle man möglichst genau eiuhalten. * Aguda-Iugeudgruppe im Westend Der nächste Vortrag findet SamStag, am 7. Pesfachtage, nachm, halb 6 Uhr im Volksbildungs- Heim für Damen und Herren statt. Thema: „Schir 'i haschirim" j Redner wird noch bekanntgegeben. Fernere Veröffentlichungen erfolgen im Vereinskalender. Der Wessach-Leflrpkan des MeÜor ßyaZirn. Für die Peffachwoche hat der Mekor Chajim einen Lehrplan zusammengestellt, der buchstäblich jede freie Minute für min -uv'd ausnutzt und eine so reiche Auswahl bietet, daß jedem Gelegenheit gegeben ist, nach-seinem Geschmacke in den Tagen der Festesruhe die ihm passenden Stunden dem Thorastudium zu weihen. Neben den Nachmitt a g s s ch i u r i m am Samstag nvs 21p, an den beiden ersten Festtagen und am nvQ bv Trat? «fit die bewährte Redner gewonnen sind, finden am ries atv rot? und am Sonntag nnei % ebenso am nsv-l r>av» je eine Stunde vor Nacht im Hörfaale Friedberger Anlage Vorträge über „Hagada-fchel-Pessach", oezw. „Schix haschirim" statt Alles Nähere im BerainSkalender. . Der Sommerlehrplan ist fertiggesteltt und an die Mitglieder verschickt. VerelMalender. Berel« Mekor «hati«. SamStag, 13»/. Uhr: „Dinim"; Herr Rektor Falk- — nachm. 4 Uhr, im Vereinslokale-. „Mikro" '» Herr Dr. W. Hofmann (Betrachtungen über nvv SamStag hob aip und Sonntag roEH'«6'/. Uhr, im Hörsaale, Friedberger Anlage: „Hagadah- Vortrag"; Herr Red. Schachnowitz. Montag nvv 'a nachm. 4 Uhr im Vereinslokale: „Peffachgedanken"; Herr Gustav Kaufmann. Dienstag abend 6 Uhr und Sonntag früh 9»/. Uhr: „Gemoro",- Herr R. A. G. Posen. Donnerstag abend 7 Uhr: „Mischnah"; Herr Rektor Falk. nos bw w rar?, nachm. 4 Uhr: (Langestr. 18). „Haftora"; Herr Hermann Fjrankenthal. — nachm. 7 Uhr, im Hörsale: „Schir haschirim"; . Herr Michael Kahn. JahrzettstiftungS lernen. Donnerstag, 8. April: Auguste Bier'Stiftung. Freitag, 8. April: Iba Wetl-Sltftung. Montag, 9. April: Gretchen Wallerstein und Rabb. Dr. Julius Lorsch-Stiftung. Mittwoch, 11. April: Adelheid Schwad-Stiftung. Do'nnerStag, 13. April: Josef Wallach-Stiftung. Freitag, 13. April: Abraham Sender-Stiftung. AgndaS JiSroei-JuseudgnrKps. Freitag, 8—10 Uhr: „Thumifch mit Rafchi"; Herr M. Novack. SamStag vorm. »/,12—1 Uhr: „Gemoro"; Herr Halpern. — 1(,1G Uhr: „Gemoroschiur" der Ortsgruppe. — °/.10—11 Uhr: „Gemoroh Sukkoth": Herr Dr. I. Posen, Am Tier« garten 43. - »/,11 Uhrr „Chaje Odom-Schiur"; Herr Dr. W. Hofmann, Eschenheimer Anläge 1. — 13—1 Uhr: „Thaurob mit. Raschid- Herr Lehrer Hirschberg. 2—4 Uyr: „Chumisch mit Raschi". — °/«3-'/.L Uhr: „Gemoroh Psochim": Herr Dr. R o t h s.ch i l d. — 4-5 Uhr: „Chaje Odom, „Htlchos SchabboS"; Herr M. fftovctä. — nachm. 3-4 Uhr: „Gemoro"; Herr Dr.W. Hofmann. — Uhr: Vortrag von Dr. E h r m a n n: „Aus der Hagadah für Pesach" (Fm Volksbildungsheim). — 1 Stunde vor Nacht: „Gemoroh Sanhedrtn" - Herr Dr. Ehr mann. DtenStag abend »/,S—»/, 10 Uh?: „Gemoro" - Herr j h, uhr. Schumann-Theater 7'/. vdr. IO Spezialitäten IO von Internationalem Ruf Jeden Sonntag Nachm. 3 Uhr bei klein. Preisen: Grosse Familienvorstelliin£. f uahrg Groß-Frankfurt s"u7r? Weinklause Irina v. Körfy, Ilse Petersen, Dr. Allos und das große Märzprogramm. Tanzpaiais Tanzvorführuflgen, Palaisballorchester Donnerstag,Samstag,Sonnt. Einlaß 7 Uhr. Wipnpr Kaffpp Original ungarische Zigeuner- Wiener Ikdirec kapeue GyaUay Perl. - jg»U 89 ggf. Hansa «78 »dmeemamxj Londitorei Max Hellmann Inhaber Oscar Heymann Nürnberg, JahobsiraBe 61, Telefon 2674. | Zu Pesach; Sclalemmkreide Natron i unpariiim. Seife | Apotheker Schneemann Für Pefsach empfehle meine be» kannten Ia Spezialitäten: Makrone«, Makronenkonfekt, Bisquit-Zwieback, Löffelbis. quit, Makronentorten, GUsenlevknchen nsw. Hergestellt uKer Aufsicht der AoaS Israel- Gemeinde, Nürnberg. SSSS