Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 64 (1923)
- Issue
- Heft 12 (22.3.1923)
- Date
- 1923-03-22
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 Nr. 12 Der Israelit V m W M Bereitung dieser Abteilung, deren künstlerische Leitung Prof. Gustav Wolf-Karlsruhe übernommen hat, wurde beim Oberrat der badischen Israeliten ein Ausschuß gebildet. Der Ausschuß hat die Aufgabe, im Benehmen mit der Ausstellungsleitung und dem Badischen Landesgewerbeamt für die Einrichtung der jüdischen Abteilung zu sorgen. Um ein vornehmes und würdiges Bild der jüdischen Kunst geben zu können, woran allen deutschen Juden gelegen sein mutz, ist eö notwendig, daß die Abteilung mit hervorragenden Stücken jüdischer Kunst beschickt wird. Es ist zu hoffen, daß die Gemeinden und Gemeindemttglieder, die im Besitze hochwertiger jüdischer Kunftgegenstände find, gerne bereit sein werden, diese der jüdischen Abteilung zur Verfügung zu stellen. Nähere Auskunft erteilt der Oberrat der badischen Israeliten. Bad Homburg, 12. März. Zu einer imposanten Kundgebung seiner Schüler und Freunde gestaltete sich dir Jubiläumsfeier des Herrn Kantor Herz. Der Jubilar und seine Frau wurden, als sie den Saal betraten, vom Synagogenchor unter der Leitung des Herrn Ludwig Idstein mit einem Psalm begrühr. Daraus wandte sich Herr Rabbmer Dr. Wreschner an den Jubilar, «m ihm die Glückwünsche der Religionsschule zu überbringen und ihm für seine selbstlose, aufopferungsvolle Tätigkeit zu danken. — Herr Dr. K v t t e f überreichte im Aufträge der früheren Schürer und Freunde eine Adresse und betonte besonders, wte leicht es Herrn Herz geworden sei, sich die Herzen der Jugend so zu erobern, daß sie ihm für immer Freund bleibt. Der „Talmud-Thora-Berein" ließ durch Herrn Ackermann eine von Herrn Studienrat Müller ausgesührte Zeichnung des Synagogeninnern überreichen. Frau Dr. Halber ft adt gratulierte für den Jüd. Iugendbund. Die Jüngsten trugen launige Gedichten vor. Fräulein Hedwig Wertheim am Klavier und Heinz Mainzer (Violine) trugen durch beachtenswerte Vorträge viel zur stimmungsvollen Feier bei. Nachdem Herr Lehrer Goldschmtdt als Kollege das Wort ergriffen hatte, dankte der Jubilar bewegten Herzens allen für das Gute und Schöne, mit dem man ihn an diesem Tage erfreut habe. Seine Lebensarbeit sei der Jugend, seiner Gemeinde, seinen Mitmenschen gewidmet, und ihnen allen zum helfenden, beratenden Freund geworden zu sein, sei sein schönster Lohn. — Nach verschieöenen Vorträgen des Synagogenchors beendete ein von Frau Rabbiner Dr. Wreschner trefflichst einstudierres und gut gegebenes Theaterstück den eindrucksvollen Abend. Stockholm, 18. Jan. Bei der gestrigen Nobelfeier, der auch der König beiwohnte, empfing der deutsche Gesandte Nadolny den Preis für Prof. Einstein, deffen Dank für die Auszeichnung er zum Ausdruck brachte. Der Friedenspreis wurde Prof. Nansen zugefprochen, Wie«, 5. Febr. Der bekannte Berliner Sexualforscher Magnus Htrschfeld ist hier das Opfer antisemitischer Rowdtes geworden. Als er im Großen Konzerthaussaal einen Vortrag über „Sexuelle Verbrechen" halten sollte, brach auf der Galerie ein ohrenbetäubender Lärm los. Mit Gummiknüppeln schlugen jugendliche Bengel auf das Publikum ein, schleuderten Stühle und brennendes Papier in den Saal und brüllten ohne Unterlaß: „Juden raus.' Schweinebande!" und ähnliches. Biele Verletzte brachen unter den Schlägen der wüsten Bande blutüberströmt zusammen Mehr als dreißig Personen wurden von der Polizei verhaftet, der es erst nach längerer Zeit gelang, die wild gewordenen Amisemiteriche zurückzudrängen. Auch auf der Straße versuchten etwa 100 naiionalsozialisttsche Hakenkreuzler mit ihren Gummiknüppeln aus das Publikum einzuschlagen. Sie wurden alsbald von der Polizei zerstreut. Krtsti««ü (Norwegen), 11. März. In Kristiana, dem „Jerusalem des Nordens", wie unsere Stadt allgemein in Skandinavien benannt wird, pulsiert noch in der Tat jüdisches Leben. Davon zeugte die wahrenistö bw nntit? die am Purimabend nach dem Lesen der Megilvh die ganze Kehillah zufsmmenführte. Bon einem hochherzigen Spender war der neuerhauten Synagoge der „Jsraelilishe Menighed" in Calmeyergade eine wunderbare min ibd geschrnkt worden und gleichzeitig der schon reichhaltigen Seforim-Sammlung des Beshamedrasch ein Wilnaer D"p überwiesen worden. Zu diesem isv.i "p'n versammelten sich jetzt Groß und Klein. Herr Kantor S. Gotthelf sang mit Hilfe des wohlgeübten Chors 2pr rus>iL> und 1V8' 1MZ21, indes das isv in das p"ns gehoben wurde. Hierauf bestieg Herr Rabbiner Sch. I. Lewitan die Kanzel und wies in zündenden Worten auf die Wichtigkeit des miri-Lernens hin, während er sich gleichzeitig scharf gegen die leider hiec zutage tretenden Assimilationsbestrebungen wandte. Die Rede hinterließ einen riefen Eindruck bei allen Zuhörern und hat ihren Zweck zum guten Teil erfüllt. Darauf versammelte sich die ganze Gemeinde, Männer, Frauen und Kinder im Hause des Raws, um durch Teilnahme an einer niLv mips die Freude noch zu erhöhen. Die kulinarischen Genüsse waren begleitet und erhöht durch min '121 und durch ein von Herrn Rabbiner Lewitan verfaßtes Lied, in weichem die ganze Megtloh strophenwetse wiedergegeben wurde, und das von der ganzen Tischgesellschaft in echt chassidischen Nigunim gesungen wurde. Das Benschen wurde zugunsten der Hilfe für die Ukraine versteigert und ergab eine nicht unbedeutende Kronen-Summe. Die in der Stadt wohnenden Gäste blieben auch noch «ach dem Benschen zusammen und schieden in der ersten Morgenstunde in dem erhebenden Bewußtsein, durch das Zusammensein das jüdische Klall-Gefühl in hohem Maße gestärkt zu haben. Jerusalem, 35. Jan. Soweit bekannt, haben bisher 40000 Personen die palästinensische Staatsbürgerschaft erworben. Es sind fast ausschließlich Juden. Eingesandt. Zur Abwehr. Eine jüdische Zeitung aus dem Südwesten Deutschlands, die mit ihrem eigenartigen Ton ihren Interessen zu dienen glaubt, griff in einer ihrer letzten Nummern — wte mir erst nachträglich bek mnt wird — die israelitische Schule in Halrerttadt und meine Person an. Ich halte es unter meiner Würde und der Würde der Jüdischen Gemeinde Halberstadt auf die Unterstellungen zu antworten. Ich übe-lasse es der Oeffentttchkeit, ob sie dem „gesetzestreusn Lehrer" in dem erwähnten Biatt oder mir mehr Vertrauen schenken will. Auf verschiedene Anfragen erkläre ich nur kurz: Es ist selbstverständlich, daß der anzusteüende Lehrer, dem die Möglichkeit der Begründung eines Peufionats in einer freien Wohnung zugestanden, als vollbeschäftigter Lehrer mit vollem Gehalt bei uns angestellt wird. Es ist tief bedauerlich, daß in unserer Zeit der äußeren und inneren Not ein Zeitungsorgan sich zu grundlosen Angriffen, ohne ihre Richtigkeit nachzuprüfen, hergibt. Hochachtungsvoll Rat-b. Dr. Auerbach. Frankfurter Berichte. HerrerakVersawwlrtng der Aguda-Irrgend- und Mädchen gruppe. Am Sonntag, den 18. ds. (1. Niffan) fand unsere diesjährige Generalversammlung statt. Gewählt wurden die Herren: Herrn. Bing, Herrn. Flörsheim, Hugo Katz, Arthur Lutz, Dr. Robert Rothschild, Joel Sänger und Gerson Schmidt. Die Damen: Lydia Einstädter, Hanna Flörsheimer, Frieda Hirsch, Bettina Katz, Marta Marcus, Jda Rothschild, Carola Sichel. Genauerer Bericht über den Verlauf der Versammlung erfolgt in den Blättern. Aguda Jugeudgruppe iw Westend. Der nächste Vortrag findet Samstag, nachmittags bald 6 Uhr im Volksvildungsheim, Zimmer 1, für Damen und Herren statt. Thema: „Aus der Hagadah für Pesiach"; Dr. S. Ehrmann. Fernere Veröffentlichungen erfolgen im Vereinskalender. Aeim Schütteln! Die Soziale Ko mmission der Aguda bittet alle Hausfrauen, die beim Schütteln Entbehrliches nnd Abzulegendes un Kleidern, Wäsche, Schuhen usw. finden, diese Gegenstände der oben genannten Kommission (Hanauerlandstr. 17) für ihre Fürsorgezwecke zukommen zu lassen. WZrrttm-WorlrLge. Im Mekor Chajim spricht Herr Rabbiner Dr. Jos. Breuer nächsten Sonntag halb '« Uhr abends (Langestr. 18), über „Ptjuiim zu Peflach". Am nos 2ip TW wie am Sonntag den ersten Festtag finden je eine Stunde vor Nacht im ^Hörsaale, Friedberger Anlage, Hagadoh-Borträge statt. Vminskale«-er. Berri« Mekor GhaiiM SamStag nach Schul: „Dirrim"; Herr Rektor Falk. — nachm. 4 Uhr, tmBereinSlokale: „Mikro"; Herr Dr. Rothschild. Sonntag, abends 6^Uhr, Langestr. 18.: „Pijutlm" zum 1. Peffachtag; Herr Rabb. Dr. Jos. Breuer. Montag und Mittwoch abend 7 Uhr: „Gemorv"- Herr Rabbiner Dr. Jos. Breuer. Dienstag absnd 8 Uhr und Sonntag früh 9*/4 Uhr: „Gc-moro"; Herr R. A. G. Posen. Donnerstag abend 7 Uhr: „Mischnah") Herr Rektor Falk. Allabendlich „Schaß-Lernen"; Herr H. Halpern. Jahrzettsttftung Sternen. Sonntag: Sollt Frankenthal-Stiftung. Mittwoch: Schlaumoh Simon Kallmann-Stiftuug. Donnerstag: Carl Kallmann-Stiftung. Agrrdas Jisroei-Jugrndgrvppe. Freitag, 8—10 Uhr: „Chumisch mit Raschi"; Herr M. Novack. Samstag vorm. ys12—1 Uhrr „Gemoro"; Herr Halpern. — l/»10 Uhr: „Gemoroschiur" der Ortsgruppe. — 8/410—H Uhr: „Gemoroh Sukkoth": Herr Dr. I. Posen, Am Tiergarten 43. — lltU Uhr: „Chaje Odom-Schiur"; Herr Dr. W. Hofmann, Eschenheimer Anlage 1. — 13—1 Uhr: „Thauroü mit Raschi"; Herr Lehrer Hirschberg. 2-4 Uyr: „Chumisch mit Raschi". — */*3 -%4 Uhr: „Gemoroh f 23. März 1923 Psöchim": Herr Dr. Rothschild. - 4—5 Uhr: „Chaje Odom, „Hilches Schabbos"; Herr M- Novack. — nachm. 3—4 Uhr: „Gemoro"? Herr Dr. W. H o f m a n n. — l/a6 Uhr: Vortrag von Dr. E h r m a n n: „Aus der Hagadah für Pefach" (Im Bolksbildungsheim). — 1 Stunde vor Nacht: „Gemoroh Sanhedrin"; Herr Dr. Ehr mann. — Abends *(,9—40 Uhr: „Gemoroh Braches"; Herr M. No vack. Sonntag vorm. 8-9 Uhr: „Chümifch mit RafLi"; Herr Leop. Oppenheimer. — abends8Uhr Sanitätskurs. Montag 8—9 Uhr: „Mtschnajoth" für Fortgeschrittene; Herr Herrn. Hirschberg. — 7*/.—81/, U§t: „Gemoroh.Sanhedrin"; Herr Dr. S. Ehrmann. Dienstag abend ll$~%iOUijr: „Gemoro"; Herr Dr. W. Hofmann. - 8—9 Uhr: „Dinim" für Anfänger; Herr Ludwig Frank. — S Uhr: Bücherausgabe. Mittwoch abend 9-10 Uhr: „Mischnajoth" S, „Suckah";Herr Dr. Rothschild. - Vs9-%» Uhr: „Gemoroh-Sanhedrin"; Herr Dr. S. Eh rmann. — 9—10 Uhr: Büroslunde. As»das Jisroek-MSdcheAKvvPve- SamStag vorm. */,l3—*/,l Uhr: „Tehillim"; Herr LouiS Kahn. — nachm. 4—5 Uhr: „Thauro"; Herr A. Htrfchbera. - abends */,6 Uhr: im Zimmer 1 des Volksbildungsheims, Vortrag: „Aus der Hagadah für Pefach"; Herr Dr. S. Ehrmann. Montagabend 9—10 Uhr: „Newijim"; Herr S. Unna, Kleine Obermainstr. 30. miß oerelfllQuns für fl. 3iMm d. M. »eulum Betreffend Preis des Vessach-Zuckers. In Berichtigung der in der vorigen Nummer dieses Blattes enthaltene« Anzeige geben wir bekannt, daß der Preis für Peffachzucker beim Verkauf an das Publikum unseres Erachtens für ISerli« ML. 1200.— für das Pfd. für Krankfurt ML. 1270.— für das Pfd. nicht übersteigen darf. An anderen Orten treten hierzu die durch die Verschiedenheiten d. Fracht bedingten kleinen Differenzen. Die amtl.Zuckerkontrollstelle Frankfurt a.M. schreibt jeooch nach wie vor eine» Berkanfspreis von circa Mk. 145©.— vor; endgültige Entscheidung bleibt Vorbehalte«. 10037 Junger Mann, 23 Hahre alt, aus anständiger rel. ostjüdischer Familie, mit 2 Millionen Mk., sucht Einheirat in v"' «. 112V geschloff. gutgeh. Geschäft, Textilod. and. Branche. Bett. Dame, bis 22 Jahre muß hübsch, gesund, rel. n. häuslich erzogen sei». Angeb. m. 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