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Der Israelit · 1923-03-15 · Heft 11 (15.3.1923) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
64 (1923)
Issue
Heft 11 (15.3.1923)
Date
1923-03-15
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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®elM 6 itx. 11. Der Israeli! 15. März 1833 Personalien. Rabbi Nathan Lipschütz V"L7. Lodz, u. März. Kurz vor Purim verstarb in Lodz einer der angesehensten Dajanim, seit dem Tode deS letzten OberrabbinerS Lester des Lodzer Rabbtnates, Rabbi Nathan Lipschttz, im Alter von 61 Jahren. Die Bestattung ging unter gewastiger Teilnahme vor sich, und es hielten mehrere Rabbtnen ergreifende Hespedim. Der Verstorbene gehörte in jungen Jahren dem Kreise deS Rabbi Jzchock Elchonon in Kowno an und erfreute sich in ganz Polen aiS ronn mm eines großen Rufes. n"25«n. GelnhausenjplL. März. Am Dienstag nach v'ID geleiteten wir eine Frau, Nanni Strauß geb. Heidelberger, die Gattin unseres pensionierten allverehrten Lehrers Strauß, zur letzten Ruhe. Frau Strauß, deren arbeitsreichem Lebe» im Alter von 63 Jahren ein Ziel gesetzt wurde, war vorbildlich als Gattin und als Mutter hilfreich und gut allen, die in ihren Kreis traten. Am Grabe schilderte Herr Lehrer Marx das Leben der Heimgegangenen, das von N"v: erfüllt war. wie sie dem Gatten in allen Lagen des Lebens, besonders in seinem Berufe als Lehrer und Kultusbeamter mit seinen vielseitigen Anforderungen eine wahre NU2 in des Wortes schönster Bedeutung gewesen und dadurch ihr Heim zum Mittelpunkte der ganzen Gemeinde gestaltete. Was die Verstorbene für den hiesigen isr. Frauenverein, dessen Vorsitzende sie viele Jahre gewesen und für die übrigen Wohlfahrtseinrichtungen unserer Kehillo geleistet hat, wird stets in dankbarer Erinnerung bleiben. Im Namen des schmerzgebeugten Gatten, dec Kinder und Geschwister, dankte in bewegten Worten der älteste Schwiegersohn, Herr Lehrer S t e t n - Bleicherode, der teuren Mutter Mr all die Liebe mit der sie ihre Lieben betreute. Herr Lehrer Halberstadt, Bedingen, pries als Freund des Hauses die wackere Frau als Muster uneigennütziger Freundschaft. DaS aroße Leichenbegängnis legre Zeugnis ab, welch große Verehrung die wackere Frau auch bet den Andersgläubigen genosten hatte. Im Sinne so vieler jüngerer Lehrer, die während der Zeit ihrer Ausbildung zum emp im Hause der Verstorbenen ein gastliches Heim gefunden, sprach Waisenhausverwalter Marx, Frankfurt, während der njnip im Trauerhause geistvolle Worte ehrenden Gedenkens. N"2NN. Crailsheim, ll. März. Am 14. Adar verschied hier der emeritierte ReligtonSlehrer Mendel Cohn im 73. Lebensjahre. Der Verschiedene war ein Über die Grenzen unserer Gemeinde hinaus in Württemberg bekannter v2n YöSn. Auf den now> in Litauen mit großem taimudifchem Wissen ausgestattet, wirkte er von 1876 bis 1908 als Religionslehrer in Württemberg und erzielte als solcher große, pon seinen Vorgesetzten höchst gelobte Unterrichtserfolge und erwarb fich um das religiöse Leben seiner Gemeinden große Verdienste. Gern und selbstlos widmete er auch Zeit und Kraft der talmudifchen Fortbildung seiner hiesigen Amtsbrüder. An seinem Grabe zeichnete Hauptlehrer Wochenmark sein Lebensbild als gelehrter Priester, eifriger Lehrer und edler Mensch. Herr Bezirksrabbiner Dr. Berlinger, Hall, ebrte das Andenken des Verblichenen durch die nachträgliche Erteilung des 12N Titels. Herr Oberlehrer OberSdörfee, Niederstetten, widmete dem verewigten Freunde Worte dankbarer Verehrung. n"3it:r.. Schmalnau a. d. Rhön, 19. Marz. Einen schweren Verlust hat unsere kleine Gemeinde erlitten. Bald nach Purim verschied hier der Senior unserer Gemeinde, Katzen stein, im 86. Lebensjahre. Vor zwei Jahren war es ihm noch vergönnt, das Fest der goldenen Hochzeit mit der nun Hinterbliebenen Gattin zu begehen und die allgemeine Teilnahme, die sich dabet zeigte, legt am besten Zeugnis ab von der großen Wertschätzung, die er sowohl ln der jüdrschen, wie auch in der politischen Gemeinde sich erworben harte. Ausgewachsen in einem echt jüdischen Hause war auch sein ganzes Leben von gleichem Geists erfüllt und fo tauge es seine Kräfte erlaubten, hat er niemals einen Gottesdienst, oder ein pts versäumt und in gleicher Art hat er anetfernd auf die Jugend gewirkt. Das körperliche Leiden der letzten Monate trug er in Geduld und Gottergebung, gehegt und gepflegt von den Seinen und im schönen Bewußtsein, daß sein einziger Sohn treu in seinem Sinne wetterleben und feinen Geist echt jüdischen Lebens auch auf die zahlreichen Enkel, die der Dahingeschiedene noch heranblühen sah, übertragen wird. Möge i",i diesen, sowie der Hinterbliebenen greisen Gattin Trost gewähren. n"3X3n. Kopenhagen, 12. März. Herr.Professor Stmonsen feiert am 17. März seinen 70. Geburtstag in ungetrübter geistiger und körperlicher Frische. Der Juotlar hat in Jahrzehnten reicher Wirksamkeit als Oberrabbtner von Kopenhagen wie als Verfaffer zahlreicher wisienschaftlicher Schriften und Beiträge in verschiedenen Zeitschriften der jüdischen Sache und der jüdischen Wiffenschafl unvergängliche Dienste geleistet. Aus dem Breslauer Rabbinerseminar hervorgegangen, gehörte er zu den wenigen konservativen Rabbinern dieser Schule, und er zeigte stets das ehrliche Bestreben, unter wtdrten Umständen den positiv-jüdischen Gedanken zur Geltung zu bringen. Leicht hatte eS Dr. Simonien in der Hauptstadt Dänemarks, der Hauprstadt der Reform bis zur Mischehe und Taufe, nicht, und der Gelehrte nahm Zuflucht zu seiner literarischen und wissenschaftlichen Tätigkeit, die von der Welt gewürdigt wurde und ihm auch heute bet Antritt, des GreisenatterS dankbar anerkannt werden muß. Sprechsaal. Erklärung. Infolge Krankheit war ich in den letzten Wochen und bin noch außer Stande, den jüdischen Ereignissen zu folgen. Nun höre ich, daß ich in verschiedenen Zeitungen als derjenige hingestellt wurde, der zusammen mit Herrn Dr. Pinchas Kohn" bei der Breslauer Aguda-Konferenz gegen den Welikongretz und gegen die .Jewish Agency" agitierte. Demgegenüber erkläre ich, daß ich auf der Breslauer Konferenz nicht einer einzigen Sitzung beiwohnte, die sich mit den Fragen Weltkongreß und „Jewish Agency" befaßte, und auch nicht außerhalb dieser Sitzungen — weder im Vereine mit Herrn Dr. PinchäS Kohn, noch allein — irgend eine Propaganda für oder gegen irgend welche Anschauungen in diesen Fragen trieb. Ich war nur — jedesmal ein paar Minuten — bei zwei Sitzungen anwesend, die sich wohl mit der Palästinafrage, aber ganz und gar nicht mit den erwähnten Themen, sondern mit dem Thema „Arbeit in Palästina" beschäftigten, und ergriff da auch das Wort, aber ohne in meinen kurzen Ausführungen die Fragen Weltkongreß und „Jewish Agency", die auch nicht zur Besprechung standen, auch nur zu streifen. Ich will dieser Erklärung noch hinzufügen, daß ich fie nur abgebe, um einer fälschenden Berichterstattung entgegenzutreten, nicht aber etwa, um mich für die Meinungen auszusprechen, gegen die ich agitiert haben soll. Im Uebrigen habe. ich derzeit ebensowenig Neigung, meine Meinung über die mehrerwähnten Fragen publizistisch darzulegen, wie ich Neigung hatte, den ihnen gewidmeten Sitzungen der Breslauer Konferenz beizuwohnen. Wer mich privat darnach fragt, dem enthalte ich sie nicht vor. Da ich mich jetzt auf eine große Berichtigungs- Kampagne nicht einlaffen kann, bitte ich, außer den gefinnungsgenösfischen, auch die gegnerischen Blätter, dieser Erklärung loyaler Weise Raum zu geben. Berlin, 9. Adar 5683 (25. Febr. 1923). Dr. Nathan Birnbaum Sriefkasten. I. F. in Leipzig. Mk. 1650 für das erste Vierteljahr verbucht. <§p. W. Was wir darunter verstehen, ja. S- V. in Hannover. Mk. 825.— Familiennachrichten. Barmizwohfeier. Oskar, Sohn des Herrn Salowon Fulder, in Würzburg. — Günther, Samuel, Sohn des Herrn Emil Damman, Berlin W., am 1 . März 1923. Frmckftrrrer Berichte. Israelitische Kuranstalten. Trotz der vielen Schwierigkeiten, welche dieses Jahr allen Wohltätigkeitsanftaiten drohen, werden sie Israel. Kuranstalten BadSoden, Bad Nauheim und Baden-Baden, auf die Beihilfe ihrer GlaubenSgenoffen hoffend, im Mai ihre segensreiche Arbeit wieder eröffnen. Der jüdische Heuoffe. Wir lesen im „Neu-Jsenburger Anzeigeblatt": Dem Gemeinderar lag auch ein Antrag deS i Sr. Männer- und Frauenvereins vor um Zuweisung eines Platzes aus dem Friedhof zur Beerdigung ihrer Glaubensgenosien. G.°M. Ebner beantragt Ablehnung, davor dem Tode alle Menschen gleich seien. G.-M. A. Koch tritt für Bewilligung ein, zumal der Gemeinde -irgend welche Kosten nicht entstünden. Die hier verstorbenen Juden seien früher in Heusenstamm beerdigt worden, jetzt würden sie in Sprendlingen betgefetzt; man solle den hiesigen Israeliten Gelegenheit geben, ihre Toten hier bestatten zu können. G.-M. W. A r n o u l spricht für Ablehnung des Gesuchs, den Juden stehe es frei, ihre Toten in den Reihen der anderen Einwohner beisetzen zu lassen. Die Gewährung eines besonderen Platzes sei deshalb überflüssig. Auch die G.-M. Strauß und G autzmann sprechen gegen den Antrag, während Beigkvrdneter Köhler und G.-M. Möser den Antrag Koch unterstützen, mit der Begründung, daß die ReligtonSgesetze den Juden vorschreiben, ihre Toten auf einem nur für Juden bestimmten (und der jüdischen Gemeinde gehörigen. Red.) Platz beizusetzen. Der Antrag der Israeliten wird hierauf mit den Stimmen der Sozialdemokraten undKommunisten abgelehnt." Der G.-M. Strauß!, dem eS mit Hilfe seiner Genoffen gelungen ist, den Antrag zu Fall zu bringen, ist Jude und Sohn religiöser Eltern. Er hat fich von den : Sozialdemokraten in den Gemeinderat wählen lasten und quittiert jetzt diese Ehrung mit einem Verrate an der gerechten jüdischen Sache. Kgnbas Iisroel-Iugend- und Wädchengruppe. Wie schon angkkündigt, findet unsere diesjährige Generalversammlung diesen Sonntag (18. März) in unserem Bereinslokale statt. ÄuS technischen Gründen kann dieselbe erst um 8y4 Uhr beginnen und bitten wir um zahlreiches und pünktliches Erscheinen. Da die Einziehung der Betträge sich etwas verzögert har, ersuchen wir möglichst einen früheren Mitgliedsausweis zwecks schnellerer Kontrolle mttzubringen. Aguda-Ittgendgruppo im Westend Die A. J.-Jugend- und Mädchengruppe veranstaltet je an Samstag nachm. x/a6 Uhr — erstmalig diesen Samstag — im kleinen Volksbildungsheim, Zimmer 5, einen Schiur für Herren und Damen mit wechselnden Dozenten. Den Ecöffnüngsvoct ag halt diesen Sabbat Herr Rabbiner Dr. Jos. Breuer. Aeim Schütteln! Die Soziale Kommission der Aguda bittet alle Hausfrauen, die beim Schütteln Entbehrliches und Abzulegendes r-n Kleidern, Wäsche, Schuhen usw. finden, diese Gegenstände der obengenannten Kommission (Havauerlandstr. 17) für ihre Fürsorgezwecke zukommen zu lasten. Dereln-kalender. Vev-r« Mekor Chuit«. Samstag nach Schul: „Dtntm"; Herr Rektor Falk, — nachm. 4 Uhr, im Bereinslokale: „Mikro" Herr Louis Kahn. Sonntag, abends6^ Uhr,Langestr. 18.: .Rätselhafte Gestalten"; Herr Emil Goldschmtdt. Montag und Mittwoch abend 7 Uhr: „Gemoro") Herr Rabbiner Dr. Jos. Breuer. Dienstag abend 6 Uhr und Sonntag früh 9‘/4 Uhr: „Gemoro": Herr R. A. G. Posen. Donnerstag abend 7 Uhr: „Mischnah": Herr Rektor Falk. Allabendlich „Schaß-Lernen"; Herr H. Halpern. Iah rz eilst iftungs lernen. Donnerstag: Helene Apelt-Stiftung und Ester Swetizki-Stiftung. A-«das Jisroel-Jrrgerrdgrnppe. Freitag, 8—16 Uhr: „Chumtsch mit Raschi") Herr M. Novack. SamStagvorm. lU±2—l Uhr: .Gemoro") Herr Halpern. — */,l0 Uhr: „Gemoroschtur" der Ortsgruppe. — 8/410—:11 Uhr: „Gemoroh Sukkoth": Herr Dr. I. Posen, Am Tiergarten 43. — »/,11 Uhr: „Chaje Odom-Schiur") Herr Dr. W. Hofmann, Eschenheimer Anlage 1. — 12—f. Uhr: „Thauroü mit Raschi"; Herr Lehrer Hirschberg. 2-4 Uyr: „Chnmisch mit Raschi", 4—5 Uhr: „Chaje Odom, „HilcheS SchabboS"; Herr M. Novack. — nachm. 3-4 Uhr: „Gemoro"; Herr Dr. W. Hofmann. — 1 Stunde vor Nacht: „Gemoroh Sanhedrin") Herr Dr. Ehr mann. — Abends ^,9—10 Uhr: „Gemoroh BrocheS") Herr M. Rovack. Sonntag vorm. 8—9 Uhr: „Chumtsch mit Raschi") HerrLeop. Oppenheimsr.— abends 81/* Uhr: Generast-Versammlung. Montag 8—9 Uhr: „Mischnajoth" für Fortgeschrittene; Herr Herm. Hirschberg. - 7*/4—874 Uhr: „Gemoroh-Sanhedrin"- Herr Dr. S. Ehrmann. DtenStag abend 7,9—7,10 Uhr: „Gemoro") Herr Dr. W. Hofmann. -- 8—9 Uhr : „Dintm" für Anfänger) Herr Ludwig Frank. — 9 Uhr: BächerauSgabe. 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