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Der Israelit · 1923-02-15 · Heft 7 (15.2.1923) · page 16

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Journal
Der Israelit
Volume
64 (1923)
Issue
Heft 7 (15.2.1923)
Date
1923-02-15
Page
– (sequence 16)
Language
German
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- Sette 4 «r. L .-.- —• - Deutschlands, tragen; die einzelnen Gemeinden selbst, solange sie nicht dafür sorgen, daß die Borb-edingungen erfüllt werden, unter/ welchen jn den einzelnen Landgemeinden selbst cm hutensiveres Leben und Weben, Denken und Fühlen in Thora und Mizwoth erwachen kann. Die Wichtigste dieser Vorbedingungen war bis vor kurzem die bessere Ausbildung der Lehrer. Heute ist es leider schon die Anstellung! eines Lehrers. Ueber die Ausbildung der Lehrer jetzt zu sprechen ist leider überflüssig geworden, da auch der beftausgebildete Lehrer schwerlich einen Posten - find er: d ürfte, der ihm nur eirügermaßen die Möglichkeit gibt, sein Dasein zu fristen. Was diese Tatsache bedeutet, kann nur derjenige ermessen, der weiß, daß mit der ' Person des jüdischen 'Lehrers in den meisten , kleineren Gemeinden aller religiöse Idealismus und Begeisterung, ja sogar die/ notwendigste elementarste Kenntnis des jüdischen Pflichtlebens innerhalb der Gemeinde steht und fällt. Leider sind die Gemeinden zu zählen, in denen Gemeindemitglieder selber in der Lage sind, im Ehrenamte die Funktion eines Lehrers zu erfülle:!. Trotz dieser Bedeutung des Religionslehrers für die Landgemeinden leben die Gemeind emitglieder in dem Wahn, daß die veränderten Geldverhältnisse der Gegenwart für die Besoldung ihrer Lehrer nicht in Betracht kämmen. Die jüdischen Zeitungen haben über diesen.Punkt schon so viel berichtet, daß es nicht nötig ist, durch Einzelbeispiele die traurige Wahrheit der geschilderten Zustände zu erweisen. Es wurden verschi^entlich schon Versuche gemacht, durch gut gemeinte, aber mehr oder minder unzulängliche Hilfsmittel einen Ersatz für die Tätigkeit des Lehrers zu finden, so wurden vor Jahren unsere Landgemeinden im Aufträge der „Freien Vereinigung" von jugendlichen Mademikern und Kaufleuten bereist, um durch Vorträge und Sonntagsschiurim ihre Zuhörer für die Ideale - des Judentums zu gewinnen. Doch hat sich dieses Mittel als unzulänglich erwiesen, )vie überhaupt Borträge im allgemeinen nur dann einen Wert haben, tvenn in dem Publikum, Welches sie besucht, Persönlichkeiten vorhanden sind, die sich bemühen, die in den Borträgen gegebene Anregung zu vertiefen und lebendig zu erhalten. In den Landgemeinden aber herrscht heute — vor: rühmlichen Ausnahmen abgesehen — ein solcher Materialismus und solches Befangensein in kapitalistischen Gedankengängen, daß, um eine Rettung mit Erfolg zu versuchen, wohl nur der eine Weg möglich ist, daß in den Landgemeinden selbst diejenigen, welche die drohende Gefahr für die Jüdischkeit erkennen, sich in vorletzter Stunde aufraffen, um für Ordnung im eigenen Hause zu sorgen: mit anderen Worten, wo das Wort Aguda kein leerer Klang ist, sondern in der Tat die Lösung der jüdischen Gegenwartsaufgäben, im Geiste des Judentunrs bedeutet, müßten die Agudisten in jeder kleineren Landgemeinde zusammentreten, und ein klares, eindeutiges politisches Gemeindepwgramm entlverfen, dessen wesentlichsten Grundzüge sich aus den lokalen Umständen ergeben würden, und die verlangten, daß kein Vorstand deshalb gewählt werde, weil er besonders mit Vermögen gesegnet ist oder weil er viele Verwandte in seiner Gemeinde besitzt, sondern nur deshalb, weil er den Willen und die Kraft aufweist, das jüdische Leben in der Gemeinde durch Anstellung und zeitgemäße Besoldung eines gut ausgebildeten. Lehrers vor dem Verfall zu retten: es müßte ferner zu diesem agüdistischeu Programm gehören, daß ein jedes Mitglied der Ortsgruppe es mit brennender Scham. empfindet, ein bloß ' mechanisches, jüdisches Leben zu führen, ohne an Hand des Lehrers sich zu bemühen, die ./jüdischen Religionsquellen zu erforschen. Es ' wäre Aufgabe der agudistischen Ortsgruppe, jeden Mangel und jede Lücke zur Erfi'illung des jüdischen Pflichtlebens (regelmäßiger Gottes- . dienst, Schechita, Mikwa) solange m der Gemeinde zu besprechen, bis sich der Gemeindevorstand entschließt, den religionsgesetzlichen Anforderungen Genüge zu leisten. Es müßte die r." lö. Kpdruar Ugndagmppe in jeder Landgemeinde dafür sorgen, daß es lebendiger Bewußtseinsinhalt eines jeden GemeittdemitKiedes wird, daß eine jüdische Gemeinde die Wistenzberechtigjung verloren hat, wenn sie aus Indolenz und mangelndem Jdealis^- mns die Aufgaben vernachlässigt, welche allein zur Gründung von jüdischen Gemeinden die Ursache gegeben haben, nämlich die Wege von Thora, Awoda und Gemilus Chasodim. Wir sind überzeugt, daß ein ernster aufrichtiger Wille zum Agudismus in vielen Landgemeinden Wunder wirken könnte und sind ferner sicher, daß die Landesorganisation — unser Gruppenverband — mit Freuden bereit sein wird, da wo es nötig ist, ideell und materiell ihren einzelnen Gruppen Hilfe zu leisten, da wo dieselben die Gemeindestuben wieder mit jüdischem Inhalt erfüllen wollen. Wir verkennen die Wichtigkeit der großen Probleme der Agudas Jisroel in keiner Weise, glauben aber, daß auch diese großen Probleme ihrer Lösung nur, dann näher gebracht werden können, wenn wir im eigenen engen Kreise beginnen und von den Zedern des Libanon die stillen bescheidenen Knospen, die noch immer in taufenden Seelen deutscher Juden schlummern, nicht verdrängen lassen. Es wäre schon als Zeichen beginnenden Erwachens im Schlummer unserer Landgemeinden zu begrüßen, wenn die obigen Ausführungen durch Zuschriften — denen wir gerne Raum in diesen Blättern gewähren — ein Echo fänden. Aus der Sewegrmg. Berlin. In der am 7. Febr. stattgefundenen Generalversammlung der hiesigen Jugendgruppe erstattete der Vorsitzende, Herr Rabbiner Dr. Singe r m a n n ausführlichen Bericht über die Tätigkeit im abgelausenen Geschäftsjahr. In der Generaldebatte wurde auf den unerfreulichen Zustand hingeweisen, daß die Gruppe bisher noch immer kein geeignetes Heim gefunden habe und daß deshalb der Zusammenhang der Mitglieder nur ein loser sei. Ferner wurde aus den Reihen der Mitglieder die Fragen der Stellung der Jugendgruppe zürn. „Esra" und zur „Zeire Emune Jisroel" zur Sprache gebracht, doch mußte infolge der knapp bemessenen Zeit von einer ausführlichen Behandlung dieser Angelegenheit Abstand genommen werden. Man einigte sich dahin, einen besonderen Aussptzacheabend für diese Fragen anzuberaumen. — Zum Vorsitzenden für das neue Geschäftsjahr wurde Herr Siegmund Stein gewählt. Warschau, 8. Febr. In einem größeren Rundschreiben wendet sich die Palästina-Zentrale der polnischen Landesorganisation an die polnischen Agudisten mit der Aufforderung, für das palästinensische orthodoxe Schulwesen am Purim in allen Gruppen Sammlungen zu veranstälteu. Sprechsaal. An die Redaktion der „Blätter", Frankfurt a. M. In Nr. 3 der berliner ,/Jüdischen Presse" wirb anläßlich eines Berichtes aus Lackenbach mitgeteilt, daß ich als Gerneinderabbiner meine Sympathie für die Bestrebungen des Misrachi erklärt hätte. Ich bitte zur Kenntnis zu nehmen, daß diese Notiz unwahr ist. Ich habe im Gegenteil in Anwesenheit Dritter dem Vertreter des Misrachi mitgeteilt, daß kein frommer Jehudi sich dem Misrachi anschließen könne, solange der Misrachi selber der zionistischen Organisation angehöre. Ich bin demonstrativ zu einer von seiten der Agnda einberufenen Versammlung erschienen und habe dort erklärt, mein Erscheinen habe das Ziel zu bezeugen, daß ich ein Gegner des Misrachi und ein Freund der Aguda bin. Ich bitte Sie/ diese meine Erklärung in Ihrem werten Blatt zu veröffentlichen. Mit vorzüglicher Achtung Bezirksrabbiner Israel Kraus Lackenbach SpendenWen: Keren Hajischuw: Escl w e g e: -dch. Kurt Wolf, Teilsammlung in der Synagoge zu Eschwege 251. Gelsenkirchen: A. Fröhlich 5000. , Wiesbaden: Ortsgruppe 10.000, Dr. Kornblüm 125. Tiefenort: Jakob Ullmann 200. Chaloh-Spenden. Oldenburg: dch Lehrer M. Mehberg 244.70. :Hst lö e r sta d t: Im -Anstr. Herrn Dr. Schlesinger 300, NN. 505. Erez Jisrpel-Fonds. B a b e n h a u s e n: Emil Katten 100.. . Berlin: Sieg fr. Bäsch 100, Joses Deutsch 1000. -Pankow: Benno Falk 100. -Neu-Kölln: D. Fertig 200, Max' Fraenkel ' -1000, Dr. M. Hildesheimer 500> Frau B. Jlsberg 200, Moses Kartogener 100, Louis "Lamm «800, Louis Pmczotver 200, S. Ringel 200, Siegm. Stein 1110, Z. Stein 300, O. Tieder 100, S. Rothstein 5000 (Büchsensammlung). ' B e u t h e n: Walter Keins 2877 (Maser - der Jeschurunkasse). Breslau: Philipp Hahn 100, dch Frl. Kober 725 (Jugendgr. Breslau), Im Anstr. Bank. G. H. Loewh s. A. 50.000, Hch Sichel 17.020. Bnrgpreppa ch: Caroline Adler 100. Co m men (Rhl.): L. Löwenftein 1500. Eschwege: Else Mühlgay 500 (anläßlich Jahrzeit f. Pidjan Habein b. B. Oppenheim),, Jos.Mühlgay 500. Achim: dch. Lehrer I. Eschwege 531. Frankfurt a. M.: Louis Bär 200, Hippolyt Baer 1000, Frau N. Eisemann 500, I. K. Eiba 800, dch. Dr. Ehrmann 11.000, Jsaac Ettlinger 1000 (anl. d. Geburt unserer Tochter Charlotte Eva), S. Frank 10:000, Emanuel Frank 3000, Gutmann u. Ev. 500, Alfred Hirschfeld 3775, Rosel und Lotte Cohn 6000, I. Oppenheim-Thalmann 2500. Frankenau (Br. Cssl.): Wolf Katzenstein 220. Freiburg (Breisgau): N. L. Weilt 500. Fürth: NN. 300, NN. 1650, E. Fersenstein 2000, NÄt. 250 .(Erlös s. Broschüren). Gelnhausen: Jean Hahmann 1000. Gclienkirchen: A. FWhlig 5000, Dr. M. Meyer 1000, S. R. Dr. Rubens 1000, A. Rosenthal 1000. Groß-Krotzenburg: Carl Strauß 600. Gunz enHausen: M. Rchfeld 150. .Göggingen-Augsburg: D. Strauß 100. H a i g e r l o ch: Frau Jda Reutlinger 200. H albe rstadt: Im Anstr. Dr. Schlesinger 5130. H ü t t e n h e i m r Karl Mann 500. Karlsruhe: Frau Bankier M. A. Strauß 300, dch. Dr. Schiffer 2000 (Teilsammlung b. Verl, des Herrn Rosenthal-Mainz u. Frl. Klara Strauß- Karlsruhe), L. Wertheimer 200. Kirchheim-Teck: Emanuel Reutlinger 200. Köln a. Rh.: Max Rosenthal 300. Königsberg: N. Erschler 100. König s b a ch: Helene Dreifuß 500. Mainz: Sammlg. bei dem Festmahl d. Männer- Chewra 5000, Sammlung bei dem Festmahl der Frauen-Chewra 3000, Dr. Roßmann 500. Mellrichstadt: Leop. Adler 1500. München: Felix Feuchtwanger 500. Nidda: Olga Leopold 200. Nürnberg: Elias Beatus 3000, Im Anstr. d. I. 'Adler 805. R n n b c o g: Rad. Donath 600. R e s i n g e n: Jud. Rothschild 4400. Rimbach: Bernh. Weichsel 700. Schnaittach: Isaak Ullmann 100. Schönlanke: I. S. Cohn 1900 (Ablöfmrst f. verschiedene Telegramme z. Hochz. Wolff-Schönlanke). Schweinfurt: Jacob Ullmann 3000, dch. Rb. Dr. Stein 5210. Stuttgart: NN. 5000. Tiefenort: M. Levistein 6000. W a l s d o r f: Albert Karl 100. Würz bürg: dch. Erna Ullmann 500 (aus d. Spen« denbuch d. Würzburger Jngendgruppe), NN. 1200. Rauschchaudeschspende. Alsfeld: 1670. Barmen: 100. " Berlin: 710. Breslau: 1000. Bunde: 150. Dinslaken: 2000. Dorndorf: 1000. Dortmund: 500. Emden (Ortsgnlppe): 7030. Frankfurt a. M.r 14.600. Fulda: 8300. Mim H eilbrvnn: Karlsruhe: Oldenburg: 1000. 6225. 605. Schwach- und Starkstrom sucht Schabbos freien Posten. -Angebote an die ' Köln, Hanbelsstratze IS.

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