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Der Israelit · 1923-02-15 · Heft 7 (15.2.1923) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
64 (1923)
Issue
Heft 7 (15.2.1923)
Date
1923-02-15
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Sette« Nr. 7 Der JSraeltt. ist ein lebender Beweis dafür, daß Mises' Grab unauffindbar itz! „Am siebenten Adar starb Moses", allein „am siebenten War ward er auch geboren." Dem Worte kommt symbolische Bedeutung zu. Ter Zeitpunkt seines Todes ist zugleich der seines Tretens ins Leben. Werden in irgendeinem Lande des Golus Anzeichen des D^infterbens unseres Lehrers Moses bemerkbar, da geben zu gleicher Zeit an anderen Orten manche Erscheinungen von seiner Wiedergeburt Kunde. Wir leben in einer schweren Zeit. Des Judentums Grundfesten wanken. Abgrundstief ist unsere Pein. Mlein nicht hat die Stunde der Agonie für unser Volk geschlagen. Ein alter Stamm find wir, umrankt von blutigen Erinnerungen, unbeugsam im Sturm und voll gewaltiger Lebenskräfte. Noch ist uns nicht der Tod beschieden. Vergeblich späht Satans Auge nach dem GrabekMoses, vergeblich erspähen unsere Feinde unM Grab — wir sind nicht tot, weil ewig das jstdische Volk und ewig seine Thora. V* „Und niemand kannte sein Grab!" — es gilt »auch für Mdses Volk! Groß ist daher unser Stolz um unserer selbst und unseres Reichtums willen. Ein Banner ist die Thora, das wir durch die Finsternis der Zeiten, durch ein Meer von Leiden und das Gewoge gewaltiger Schlachten hoch trugen! Auch heute scharen wir uns in allen Ländern der Welt, um sie mit dem erhebenden Bewußtsein, dast unser die Thor-a — und dccher unser die Freude. - Kinderecke. Z rrm-. nvL bi 8. 3. 1. r-zivp' 1. 3. 8. /122 1. 3. 8. n^DD2 ,Nlvni 1vr> DJ PDT W3» .nn un» rrb n*ntnm naww?)ibn' l. 3. 3. nisxn dk .pjTBpn kbh nanxi ,n»a»i toan» min |nn 3. 3. 1. tk .omjj nn p’snv ,*ikio^ non: Kreuznach. { E. Azulnik. Vemffchles. Antwerpen, 10. Dez. m nvio r\iv «Lis fand in den Räumen der minn nw'-Schule ein Fest statt, wie es nur selten eine moderne westeuropäische Schule zu feiern imstande ist. Die siebente Klaffe der Knabenschule hielt ein Di'D über Nöp K22 ab. Sehr zahlreich waren die Antwerpener n"n und die Freunde der Schule erschienen. Der Klaffenlehrer, Rabbi Eli StberSky beendete die KrfiPD und hielt anschließend einen halüchischen Vortrag, der ein herrlicheS'Bild seiner riesen und gründlichen talmudischen Gelehrsamkeit, verbunden mit einer glänzenden methodischen Darstellungsgabe zeigte, Hierauf ergriff Herr Oberrabbtner Rottenberg das Wort. Mir gewohnter Beredsamkeit schilderte er die hohe Bedeutung der Schule für die Gemeinde rnn \mno und hob die hervorragenden Leistungen der Schule hervor. Großer Beifall wurde diesen» Ausführungen, die von wahrhaft schönen .min nai durchwoben waren, gezollt. Ja gediegener Rede begrüßte der Präsident der belgischen AgudaS JiSroel-LandeSorganisation, Herr Kopel S p t r a, die Feiernden. Herr Direktor Slagter legte in markanter Weise die Ziele dar, die die Schule sich gesteckt hat. Herr Dr. Adler, Direktor der jüdischen Mädchenschule, sprach über die kollegiale Gesinnung und den vornehmen Geist, den Herr Direktor Slagter in die Schule gebracht hat. Herr David Rottenberg schloß mit treffenden Ausführungen die Liste der Festredner. Allgemein wurde Dank und Anerkennung dem Präsidenten der Schulkommisfion, Herrn H. Krengel, zum Ausdruck gebracht. Herr Krengel arbeitet mit rastlosem Eifer und ' bewundernswerter Ausopsecnng Mr» das Blühen und Gedeihender Schule. Hannover, 8. Febr. DleBerwaltung des Kinder- Erholungshetms beabsichtigt das Heim auch in diesem Jahre Anfang Mat wieder zu eröffnen, um den erholungsbedürftigen und schwächlichen-Kindern einen stärkenden See-Aufenthalt zu bereiten. Gerade der Monat Mai 'bringt an der See dtebeste Kräftigung. Etwaiger Nachhülfe-Unterricht kann in Nordeney erteilt werden. Es empfiehlt sich, Anmeldungen sofort Vorzunehmen, da die Zahl der aufzunehmenden Kinder eine beschränkte ist. Die-Eltern werden gebeten, sich evtl, au das Kinderheim der Zion-^oge, Hannover, Theaterplatz 1s-, zu wenden. Buer, 1«.Dezember. Das neue Gotteshaus der jüdischen Gemeinde Buer 'wurde am 'gestrigen Sonntag in feierlicher Wei'e geweiht. Gegen 11.30 Uhr hatten sich vor dem Synagogenneubau an der Maelostraße weben dem Borstand der israelitischen Gemeinde Buer die geladenen Gäste eingesunken, der - Oberbürgermeister , die Stadträte, Stadtverordnete, Magistratsmitglieder und sonstige Vertreter der Bür- ° gerschaft. Kaufmann Leiser, der Vorsitzende der Synagoaengemeinde Buer, hieß die Erschienenen herzlich willkommen, besonders die Vertreter der Behörden und dankte allen, die mit Rat und Tat den Bau der Synagoge * ermöglicht haben. Fräulein Franken (Buer-Erle) sprach ftarauf einen die Handlung wethenden Prolog. Oberbürgermeister Zimmermann wikS in seiner Ansprache hin auf den Spruch, der über dem-Synagogeneingang siebt: „Mein Haus ist ein Haus der Gebete für alle Völker;" und betonte die Notwendigkeit der sittlichen Erneuerung und des konfessionellen Friedens. Nunmehr schloß Herr Leiser die Pforte auf und die Gäste, begleitet vom Gemeindevorstand, begaben sich in daS neue Gotteshaus. Die jüdische Gemeinde Buer und zahlreich; Gäste auS der Umgegend hatten bereits vorher den Tempel bis auf den letzen Platz gefüllt. Unter Gesängen deS Effener Synagogenchors wurden nun die „Hakofaus" mit den Thorarollen vollzogen, worauf der Prediger und Lehrer der Gemeinde, Herr Bär, einen Weihespruch vortrug und Herr Rabbiner Dr. Haha aus Cffen die Festpredigt hielt, die unter Hinweis auf die Gedenktafel für die jüdischen Krtegsgefallenen mit einem Gebete für die Verstorbenen schloß. — An die religiöse Feier schloß sich abends ein gemütliches Beisammensein tm Ratskeller an. Wie«, 31. Noo. DaS Oberlandesgericht als Berufungsgericht hat gestern die Entscheidung gefallt, daß die Einhaltung religiöser Vorschriften, sofern ste nicht in staatlichen Vorschriften begründet ist, einen EhescheidungSgrund bildet. Die KaufmannSgatttn Josefine P^ brachte gegen ihren Gatten Theodor P. beim Zivillandesgerichre eine Ehescheidungsklage ein, in der sie anführre, ihr Mann habe bei der Eheschließung zur Bedingung gemacht, daß sie sich daS Haar ganz abschneiden laffe und eine Perücke trage. Da eS eine Liebesheirat war, habe fie sich diesem Wunsche gefügt. AlS aber ihr Haar Nachwuchs, weigerte fie sich, e.S abermals schneiden zu laffen. Die Folge war, daß ihr Mann jeden Verkehr mit ihr abbrach und ihr . auch keine Alimentation leistete. Der Geklagte erwiderte, er habe, den Vorschriften der jüdischen Orthodoxie entsprechend, den Verkehr mit seiner Frau abbrechen müffen. Das ZivillandeSgericht sprach die Scheidung der Ehe aus dem alleinigen Verschulden des Mannes aus, weil die Weigerung der Frau, stch scheren zu laffen und eine Perücke zu tragen, für den Mann kein Grund sein dürfe, den Verkehr abzubrechen und ihre Altmentierung zu verweigern. Bei der gestern über die Berufung deS Geklagten vor dem Oberlandesgerichte unter Vorsitz des HofrateS Dr. Pawlik stattgehabten Verhandlung wies der Berufungsfenat wieder die Berufung deS Geklagten ab, weil das der religiösen Vorschrift des Geklagten entsprechende Abschneider» der Haare der Gattin und das Tragen der Perücke im allgemeinen bürgerlichen Gesetzbuche nicht vorkomme und daher für die staatlichen Gerichte nicht bindend sei. Munkäeevo, 30. Nov. Seit Oktober v. Js. erscheint hier eine talmudisch-literarische Zeitschrift in hebräischer Sprache unter-dem Namen „Hachaim", an der hochangesehene Rabbiner und Talmudgelehrie des In- und Auslandes Mitarbeiten. -Als vekanttsorrltcher Redakteur und Herausgeber zeichnet Herr David Schlüssel, (Berfaffer mehrerer - vopulärer gelehrter lalmudischer Werke), ^Rabvinatsaffeffor in>Mu»küeevo. Berfaffer und Verleger erhalten gegen Einsendung ihrer Werke Freiinferat in erwähntem Blatte. - Mitarbeiter, Agenten und Inserenten wenden sich an Rabbtner David Schlüffel, für Redaktion „Hachatm", Munkacevo (Pod. Karp. Rußl., OschoSlaw). Nove Zamkh, 6. Febr. Eine dreifache - Sijumfeier wurde hier am 15. Schewat abgehalten, über mm, über n:e>D und über Talmud D'NDv "DD. ES wird nämlich hier seit 14 Jahren jeden Abend eine Stunde min mti »an gelernt und zwar unter Beteiligung von Leuten, die sonst keine Gelegenheit zum Lernen haben. Morgens wtrd von RabbinatSoelwefer Abraham Stern nvjrö vorgetragen, im Sommer vor und im Winter-nach 2'ipD lernt der^Oberrabbtner Josef Titz e r m an n Kidj mit Kommentaren. Es wurde nun .min, ganz ni’JtrD und D'nvs DD auSgelernt. Die überaus zahlreich besuchte Feierlichkeit wurde durch eine form- __ 15. Fehruar 19S3 schöne und inhaltreiche Rede deS Herrn OSerrabhiner eröffnet. Darauf hielten die Herren Rabbiner A. S t e r », JuitusHer zo K-HermanmL sv ^eindrucksvollen Reden. . Man .saß-beim reichen- -durch ' Thoraworte gewürzten Mahle, und mit dem Borsatze, in der Folge mit noch mehr Lust und Eifer mm zu lernen, verließen die Teilnehmer in gehobener Stimmung gegen Mitternacht den Gemeindesaat. VriestaAen. St. S. in Basel« Unseres WtffenS -find vo» Samson Rafael HtrschS Werken nur die 19 Briefe und ein kleiner Sonderdruck, „Der jüdisches Sabbat", tu« Englische übersetzt worden. Das erstgenannte Werk ist in Amerika erschienen, das zweite werden Sie durch Mr. I. C. Gilbert, London, Lordship Park 27, erhalten können. L T. in Bochum. Abonnement für KaluSz seinerzeit ab <1.,Januar vorgemerkt rund M. 600 gutgeschrieben. * Aufforderung . zur Abonnementszahlung erfolgt tm Laufs- Ses^MvnatS. Äugust^KSl». Ein Blatte der-gewünschten Art existiert nicht. Die „Blätter" deS »Deutschen Gruppenverbandes find zugleich auch das Organ der schwel-! zertschen Landesorganisation. «. L. 18. Ihr-Aufsatz ist-gesetzt^und druckferti, ^und harrt nur noch deS Raumes. ^Besten Dank. L. K., Reutlinge«. Sie schulden uns biS Ende Februar M. 660. B. R., Eschwege. Mit - Rücksicht auf das Redäktionsgehetmnis kann die erbetene Auskunft nicht erteilt werden. Sch. in Turin. Bei Eintreffen Ihrer Karte wäre« die beiden Anzeigen bereits erschienen. T Kl. in B. "Die-Mitteilung sollte'wohl'«ur besagen, daß eS noch kernige Juden im ». hohen Alter auf dem Lande gibt, deren körperliche undgeistige«Rüstlgfeit von den Nöten der Zeit unberührt.blieb. Im übrigen danken wie Ihnen für das Interesse, daS Sie selbst der letzten Notiz unseres Blattes entgegenbringen. Sprechsaal. - Bis hierher «nd nicht».Wetter! (Ein Wort zu den Mazzothpretsen.) Nachdem in Nr. 8 dieser Zetlschrtst »der -Verband der Mazzoihbäckereien DeurschlandS-setne bereits früher unglaublich hoch erscheinenden Preise für Mazzoth zu rechtfertigen sucht, wurden in Nr^ 4 die neuen'Preise festgesetzt. Wahrlich, wir find durch die-.forlschreilende-Geldentwertung an mannigfache Preiserhöhungen^ gewöhnt. Wtr wiffe« es, daß wir uns in einem siedenden, ständig sprudelnden tzeuerkeffel befinden. -Aber die neuerliche Erhöhung der »Mazzolhpreise scheint uns doch über die -- Stränge zu hauen. Um es den Mazzoihbäckereien zu ermöglichen-rechtzeitig ihren Bedarf an Mehl zu deck;«, habrn wir -bereitsvor einigen Monaten eine' Anzahlung gemacht, die ungefähr dem damaligen Preisedes -Mehles entsprach. Und nun^kommen die neuen Preisediermahezu daS 8. Hundert erreichen. Wir wiffen es wohl, daß die letzte Zeit die Prei'e für Kohlen und Brennmaterialien m die Höhe gegangen find. Aber welcher Bäcker hat sich»- nicht-bereits dor Monaten - mit dem erforderlichen ».Brennmaterial . gedeckt? ES wäre ja unverantwortlich, wenn er eS bet den unsicheren Transportoerhältniffen nicht getan hätte. Die Steigerung der Löhne kann mit Nichten eine solche Heraussetzung der Preisfüc Mazzoth rechtfertigen. Ich will den Mazzoihbäckereien nicht den Vorwurf der unlauteren Preistreiberei machen. «Doch bin ich überzeugt, daß bei der jetzigen Bewegung der Mazzothbrtrieb ganz besonders rentabel ist. ' Ich hatte jüngst Gelegenheit,' den- Juhabeveiner ganz kleinen Mazzochbäckeret zu sprechen. Derselbe gestand mir unumwunden zu„ daß er in.,dieiem,Jahre mindestens 6 Millionen verdiene und dies; Berechnung fußte noch auf den alten Preisen von 4üü Mark. Was mag dieser H;rr nun erst bei den» neuen Preisen für Gewinne erzielen unb-welch hohewRlesevgewtv«e wögen die Grotzbetrtede. zu verzeichnen, haben. Wir würden den Mazzothbäckereien gerne die höhen,.Gewinne gönnen. » wenn nicht etwas Höheres auf dem' Spiele stünde. Denken wir doch an»»die Tanfende-^tnd Eber- - tausende, die >gar nicht in der . Lage find, < fel*biefen hohen Preisen den Bedarf nn Mazzoch-zu deöken! Woher soll eine Kriegerwttwe mit Vier unmündigen Kindern bei 10,000. Mark -MonatSrentetMOOO Mark sürMszzoth nehmen? Oderwte-foll e» etn-Kuttusbeamter Mit 300,000 Mark Jahresgehalt ermöglichen,.»einen -solch hohen Betrag flüsfig »zu wachen? Wir haben, um den Mazzothbäckereten den -rechlzeittgen Einkauf deS MehleS zu ermöglichen,, gerne»deren Fvrderung einer billigen Anzahlung erfüllt. -Aber«mun chat^ auch die Allgemeinheit etn- Anrecht darauf,, daß bet ^Festfttzung der Preise -jede» Uebervortelluog der Konsumeate» vermieden wird, rWennein Kietnbäcker "fich^bei--dem Mazzothbetriebe »einen^Gowinn von'^S Millionen errechnen kann, während nöch^Hundekte«, von» Lehre» n und Kulrusbeamten.Gehälter^ von.>.100°.-^S00,000 Mark beziehen, so ist damit' die Preisfestsetzung des Ä»erbandes-gerichtet. Fr.

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