Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 64 (1923)
- Issue
- Heft 7 (15.2.1923)
- Date
- 1923-02-15
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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18 Fehrnar ADS , __ Das Msdapester Blatt „MjaWsr Hirlap" ^ah sichr-deshalb vevartlaßt, ^eine der--Regierung nahestehende Persönlichkeit über die Stellung der Regierung zu diesen beunruhigenden Vorgängen 51t befragen. Das Blatt erhielt die bereits stereotyp gewordene .Antwort, daß man diesen -Wersammlungsred en -und -bombastischen Aeußerungen zu viel-^Bedeutung beimesse .und daß die Regierung in dem Moment, als der Verein der „Erwachenden Ungarn" seinen durch die Statuten begrenzten Wirkungskreis überschreiten trürde, mit der Auflösung-des Vereines Vorgehen werde. Daß diese nichtssagende Erklärung weder die 'Judenheit noch die Arbeiterschaft oder die auf dem Index der „Erwachenden Ungarn" stehenden oppositionellen Politiker zu beruhigen geeignet ist, ist nach der bisherigen Haltung der Regierung gegenüber den „Erwachenden" selbstverMndlich. grdjweif. Aufhebung öes SabbafsDispens an: den Jtffdfltöien Sdiulen Süridis- Zürich 9. F?br. Die Zentralschulpftege der Stadt Zürich beschlvß, nicht mehr zu -gestatten, daß sich die jüdischen Kinder in der.stadtzürcherischen Volksschule an Samslagendes Schreibens^, Zeichnens usf. enthalten dürfen. Zu diesem Beschluß haben laut Bericht der Zentralschulpftege „die UnzukönrMlichkeiten..geführt, welche durch die Ausrrahmebehandlurtg - der Zudenkinder veranlaßt wurden, nebst der Erwägung, daß diese in der Volksschule so. gut wie an derr Mittelschulen mvfo wie; die Juden im Militärdienste' den gesetzlichen Vorschriften und Pflichterr Nachkommen sollen und >auch können." — Den Verhandlungen der Zürcher Zentralschulpftege vom 25. Jan. zufolge, wird von Beginn das Schuljahres 1929/24 an, den -israelitischen Schülern in den städtischen Schulen-Mn Samstag kein Dispens von manuellen Arbeiten mehr erteilt. — Die Iah respräfnttgen^Werd en für die Mschlußklassen auf den ZI. März (Whabbos hagodaul), für die Übrigen. Klassen auf den 3. und 4. Llpril festgesetzt. Zürich, 8. Febr. Eine-aus .den Herren Jos. Brandeis,- I. Mi. Herz, Dr. <med. I. R o m- und I. .Roseugarten bestehende Sabbatdispenskommission fordert diejenigen Eltern, die ihre Kinder im neuen Schuljahr zwecks Di-spens vom Schreiben am SHabbvs in eine Privatschule zuschicken wünschen, Es, -sich zu melden und zur genauen Orientierung über die in Mage kommende Zahl der Kinder Formulare zu beziehen und auszufüllen. NoltiLsttnrr. ^öaron? kdmond de Roffifcfiffd über die Rofroendigfteif der Religion für den Aufbau Paidffinas. Jerufatem. 9. Febr. ^Rach-Berichten des „Hator" und „Kol Jisroel", die auch vom ,^aaretz" gebracht werden, hat -Baron?Edmond de Rothsch ild iRodiw-Hisjeduah) in «einem Gespräch mit dem Vertreter von Reschon-l-e-Zton folgende Aeußc- -ruW .-getan: .„Unsere Brüder in 7 Palästina irren in der Voraussetzung, daß man mit dein Rationalismus ^allein das Land aufbauen könne. Mögen dieJu d e n? P a l.Lst i nas > stä r k e r zur Religion zurückkehren, und sie werdend ann-ein sehen,! daß ihre Wacht erstarken wird." müvheU Ale rullifMüdWen Züchtlinge in Konffantinopei. ^onftflntinopef, 31. Jan. < -> Dem^EWgrmsen. der I. C. U. ist es mit -Kr^e-vdes ^WSlktzMndes - gelungen, ,vvn^deN ':3E^r«sftsMüdischml ^Flüchtlingen in Der KSraettt.! KonstantinopÄ 706 teilweise nach Argentinien, teilweise nach Palästina zu schassen. Einem Teile der Studenten unter den Flüchtlingen wurde die Fortsetzung ihrer Studien ermöglicht. Frimksurlrr Berichte. Ss«L Ukumenttzak VD- Ein echter, braver Mann, von gut jüdischer Denkart und schlichter Frömmigkeit ist mit Jsak Blumenthal zu früh von«unS gegangen. Ein Bierziger, wurde er rach dem unel forfchuchen Ratschluß einer höheren Borsehuug mittkn auS einem Leben voller Tat und Kraft, von Gattin und jungen Kindern weg, aus einem lieb» n Kreise von Freunden und Verwandten in die ewige Ruhe abberusen. Ein aus den Rethen der Angestellten der Firma uns zugeh; über Nachruf, der den Schmerz der ihm Nahestehenden so recht wieder spiegelt, lautet u. a.: „Noch ist das Herz im tnnersten erschüttert ob besten, was uns geschehen: noch stehen wir wie betäubt von dem Schlag, der uns getroffen, noch können wir eS kaum fasten und schon sollte das Wirken deflen, der so lebendig noch vor uns steht, in den engen Rahmen armseliger Worte gefaßt werden, die doch immer nur das Außenwesen eines Menschen berühren, und dieser Mensch, er war wirklich ein Mensch im edelsten Sinne des Wortes, wie selten gut gegen die Seinen, ebenso leutselig und teilnehmend für das Schicksal eines jeden Menschen. Und wie war der Verblichene als Führer seiner Untergebenen edel, vornehm, persönlich für einen j-den von unS interessiert; wie trug er eine wunderbare Bescheidenheit zur Schau. Nur rastloser Fleiß war sein Ziel. Und bedarf eS keiner besonderen Versicherung, daß das Andenken dieses Mannes in treuer, dankbarer Erinnerung bet uns fortleben wird." Die Beerdigung fand unter überanS großer Betetltgung Sonntag, den 4. Februar aus ^em Friedhof der Israelitischen Religionsgesellschaft statt. An der Bahre sprach Herr R. A. Posen ergreifende Worte der Trauer und sprach den Angehörigen Trost zu. Möge den Hinterbliebenen der göttliche Trost im vollen Umfang werden. rraxan. Zlräukeiu Zlertya «Lürvensteirr n"y- Am 13. Schewar verschied hier die vielseitig bekannte und beliebte Wochenpflegerin Frl. Bertha Löw enstein N"p. Ihre wahrhafte Frömmigkeit, ihr selbstloses Wesen, ihre unermüdliche Hilfebereitschaft und ihre überaus große Bescheidenheit wird all denen, die sie zu' beobachten Gelegenheit hatten, in steter Erinnerung bleiben. Die vielen Mutier aber, denen sie in schweren Stunden betgestanden, die werden mit Wehmut die Kunde von ihrem Tode ausgenommen haben. Mit Rührung werden sie der Liebe gedenken, die Irl. Löwenftein nuy ihren Neugeborenen entgegengebracht und wohl jeder dieser Mütter wird sie als Jdealgestalt vorschweben, so oft sie sich der Zeit der Geburt ihrer Kinder erinnert. Warme Wo7te des Dankes und der Anerkennung widmete Herr Dr. Willy Hofmann am offenen Grabe der Entschlafenen, ihr alls -schönen - Tugenden, ihre seltene Dtskretionundwahre Jüdischkeit nachrühmend. itofa Hppentzeimer gev. Erarrrer - Stiftung. Wie uns mitgeteilt wird, haben sich in diesem Jahre 4 Autoren an dem Rosa Oppenheimer geb. Lramer-Preis für die beste jüd.-wiffenschaftliche Arbeit auf gesetzestreuer Grundlage beworben. Der Preis in Höhe von M. 8000 ist Herrn stud. jur. Ph. Bieberseld -Hamburg für seine Arbeit: „Die Personalverbände des biblisch-talmudischen und deS nach-talmudischen Rechtes" zuerkannt worden. WvHttLttgLeitsfest der Z.I. - Jugendgruppe. Am 35. Februar veranstaltet die AgudaSJisroel- Jugendgruppe eine Wohltätigkettsfeier unter Mitwirkung des verstärkten Jüdischen Orchestervereins. U. a. gelangt die 8. Symphonie von Haydn (mit dem Paukenschlag) ungekürzt zur Wiedergabe. Ferner sind gewonnen worden Herr Oberkantor Groß und Herr Moritz Sturmfeld iBioline), des weiteren kommen ein gemischter Chor und Quartette zum Bortrag. Außerdem find zwei Einakter vorgesehen. Die gesamte künstlerische Leitung ist Herrn Max ^Reumann übertragen worden. Wegen der frühen Polizeistunde muß pünktlich um halb 6 Uhr begonnen werde». Näheres s. Inserat. Hsra-^kurirufeier. - Die Purimfeier der ESragruppe Frankfurt a. M findet n"2 am Montag, den 5. März, abends 7 Uhr tm Bolksbildungsheim, Eschenheimer Anlage_40/4l, statt Zu dieser Feier find die Eltern 7 und Angehörigen der Esrärr herzlich eing?laden. Eintrittskarten zum Preise von 860 M. (incl. Steuer) sind bei den Esräern, den ESrasührern und am Gaaleingang zu haben. Aguöas§Iisroet Jagend-undvMädHengruppe. Eine vrößere Anzahl unserer werten Mttglteoer hat. trotz Aufforderung ln Nr. 9 deS „Israelit" vom 18. Januar den Mindestbeitrag von M. 800 für das erste. Halbjahr Sv8S noch nicht .bezahlt. Um die Einzugskosten zu sparen, dtnen wir-deshalb nochmals , um Ueberweisung auf unser .Postscheckkonto Nr 42822, Frankfurt 0. M. oder Zahlung in unserem Büro Dienstag und Mittwoch avvndS von halv v bis halb 10 Uhr. - Beträge die bis 1. Mat 1923 nicht ringe- .gangen-flnd, wersem wir zuzüglich Jntaffofpefon einziehen. Kr. 7 Gettt b ^txein selöständiger Isr- Karrdwerker twfc Heweröetreiöender. Bei Gelegenheit eines Ehren-AbendS, den der Beretn anläßlich einer Feier veranstaltete, wurde Herr Julius Weißhaupt, früher 1. Bo.sitzender, zum Ehrenpräsident und Herrn Simon David, Schuhmachermeister, zum Ehrenmitglied ernannt. Beide erhielten 3 Eh enkunden von Herrn Schneid-rmeister Carl Aretz, 1. Vorsitzenden, mit einer Ansprache überreicht. Die Feier wurde verschönert durch einen Gesangverein, welcher mehrere Lieder zum Besten gab. Als Gratulanten erschienen und überbrachten Grüße: Rabb. Dr. Horooitz, Herr Fromm, Vertreter der Isr» Gemeinde, ein Vertreter des Zennal-BereinS deutscher Giaaisbürger jüd. Glaubens, Vertreter des HandwertSamts und Herr Glauberg als Vertreter feines BaterS. Ans deA Jahresbericht des ZKeKor Ehajim. In der jüngst abgehaltenen Generaloeriommlung deS Mekor Chastm wurde, wie kurz gemeldet, der' Geschäftsbericht erstattet, der sich auf die letzten zweiJahre erstreckt. Die Mitgiiederzahl betrug Ende 19B2' 834. Bon den mit Tod abgegangenen Mitgliedern und Freunden deS Vereines wird an erster Stelle des ProvtnztalrabbinerS Dr. BambergerS s. A. in Hanau ehrend gedacht; ferner deS Herrn Gehetmrates Dr. Rofenvaum, der trotz seiner beruflichen Ueberlastung fast an keinem Morgenschiur fehlte und auch sonst jede Gelegenheit währnahm, dem Verein seine Freundschaft zu zeigen; sodann deS vor wenigen Tagen verstorbenen Seniors der Mitglieder und ständigen Hörers, Jsak E s ch w e g e ^"21. Die Lehrtätigkeit des Vereins wurde in geordneter steigender Weise fortgesetzt. Neben den regelmäßigen Schiurtm, von denen die Gemoroschturtm deS Herrn R. A. Posen und des Herrn Rabbiner Dr. Breuer, der «,Dinimschtur" deS Herrn Rektor Falk und das „Schaß'Lernen" des Herrn H. Halpern genannt seien, wurden auch gelegentliche Vortragsabende veranstaltet, die sich des regsten, eifrigsten Besuches erfreuten. Wie früher, erfreuten sich die Midraschvorträge an den Sommerfabbaten seine Stunde vor Nacht), großer Beliebtheit; die Geschtchtsvorträge deS Herrn Redakteur S ch a ch n 0 w i tz, die je am Sonntag in der Omerzeit und periodisch an den Wintersonntagen stattfanden, hatten stets einen großen Kreis interessierter Zuhörer angezogen, die Jecheskelvorträge deS Herrn Rabb. Dr. Josef Breuer wurden fortgesetzt und von einer großen aufmerksamen Zuhörerschaft besucht. Allen Dozenten wird im Bericht der Dank deS Vereins und der Verwaltung ausgedrückt; ebenso Herrn Rabbiner Dr. Bondt, Mainz und Herrn Emil Goldschmtdt, besten Vorträge auS Gemoro und Midrasch überfülltes, dankbares HauS hatten. So befriedigend der Tätigkeitsbericht ist, so gibt doch der Finanzbericht zu Gorgen Anlaß. Die Eingänge an Veretnsbeiträgen und Spenden reichen bei der heutigen Geldentwertung bei weitem nicht mehr auS, um die Ausgaben zu decken. Wenn auch die Dozenten alle ehrenamtlich und aus reinem Idealismus schaffenSsroh ihre Kraft in den Dienst deS Vereins stellen, so betrachtet eS-. doch , die Verwaltung als eine Ehrenpflicht, diesen Männern, die zu den von der Konjunktur gewiß nicht bevorzugten geistigen Arbsttern .gehören, ein kleines Aequtvatent für ihre Mühe - und Arbeit von Zeit zu Zeit zu bieten. Um der Verwaltung die Erfttllung dieser Ehrenpflicht noch weiter zu ermöglichenmüsse eS auch jeder Einzelne, der seinen geistigen und religiösen Bedarf durch den Verein gedeckt sieht, als seine Ehrenpflicht empfinden, dem Verein über die Beiträge hinaus reiche Spenden zuflteßen zu laffeN. ES kommen neben den Dozentengehältern auch noch andere Kosten und Verwaltungsausgaben in Betracht, die, alle inS Unermeßliche gestiegen,, nur durch die Munifizenz der Mitglieder gedeckt werden können. Der Mtigitederbeitrag wird auch demgemäß wesentlich erhöht werden müffen. Der Bericht erwähnt noch ferner -ie Lernabende am SchewuoS und Hauschanorabbo. Großen Anklang fand die Einrichtung -eS I ahrzeitSsttfiungS . t e rnens. In Anbetracht der gesteigerten Kosten mutzte jetzt der Mindestsatz für eine solche Stiftung aus 15,000 M. für Mitglieder, 30,000 M. für Richtmitglteder festgesetzt werden. Die Gtifter, die Ihre Stiftungen früher zu einem niedrigeren Satz «Macht haben, werden gebeten, diese noch nachträglich entsprechend, zu erhöhen. Der Bericht schließt mit einem Hinweisauf die-. Wichtigkeit des LernenS als des einuhr. Schumann-Theater 7% unr. Dev Löwen-Ringkampf Sonntag Nachmittag 3 Uhr: GROSSE FREMDENVORSTELLUNG. s uh"* Groß-Frankfurt Äf Weinklause Das fahrende Cabaret. Wiener Kaffee. Weinrestaurant. / 1