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Der Israelit · 1923-02-15 · Heft 7 (15.2.1923) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
64 (1923)
Issue
Heft 7 (15.2.1923)
Date
1923-02-15
Page
– (sequence 1)
Language
German
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64. Jahroan£ Ein Centralorgan für das orthodoxe Judentum r.“" "Lehmann in nainz Sranftfur! s. FT!., Sen 15. Februar 1923 29. Schebatß683 Abounement proBierteljahr ab 1. Januar 1928: Deutschland 0.50 M. monatl., multipltziertm. -erjeweilig. Schlüflelzahl des Börsenvereins. (Januar 2J1.2C0.—, Februar M. 450.—)Xschecho-SIowakei ftr. 15.— viertelj.» Ungarn Kr. 600.— Viertels., DevLsch- OesterreichE und Polen: Deutscher Preis zuzüglich jeweiliger Versandtspesen, (nur in deutscher Reichsmark) Rumänien 25 Lei, Holland fl. 2.—, Skandinavien Kr. 4.—, Schweiz ffl. 2.50, Frankreich Fr. 6.—, Belgien Fr. 7.50, England 2 8d. e p.. Amerika 0.75 Dollar vierteljährlich. —Einzelnummer 120 — Mk. — Der JSraelit erscheint jeden Donnerstag. Inserate Mk.300.—,f.Siellensu<ibendeM200 —, s. d.sechSgsp.Col.-F. einichl. Teüergszschl.; Chiffregeb.M.100. AuSl.-Jns M.900 pro Zeile. Rab. n. Tarif. Bei lans.Jnseratanftr.tarifm. Preiserhöhung jederz. vorbeh. Jnseratenannahme durch den Verlag des Israelit G. m. b. H» Frankfurt« M., Gr. Eschenhetmerftr. 83, Tel. 8848, Amt Hansa, sowie samt!. Annoncen-Erped. des In- und Auslands. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Für Frankfurter Geschäftsauzeigen alleinige Jnseraten-Annahme bei Julius Schmidt, Langeftratze 3. 8 ah lunge« außer direkt'an den Verlag — Postscheckkonto Frankfnrt a. M. No. LS 808 - erfolgen an: . Postsparkasse Wie» Ro. 7S «V8 Postsparkassenamt Budapest No. 18 484 Postscheckamt Zürich Au. AL» 7854 Postscheckamt Amsterdam No. »4 889 Böhmische Unionbank in Prag ß«nca Marmarosch Blank & Co. ln Bacapn* Filiale des Wiener Bankverein» in Agram ver Nacköruck Ser Nttikel UNS eorrelvoirSen?en Ses ^Israeli!“ iff nur unter nenauer Quellenangabe. IMS. soweit es fleh um aröSere ttutlSse handelt nur natfi vorheriger öenehmigung gestattet. Bücher-Preise. Sch 1 Ii s sei zahl (gemäß Festsetzung des Börsenvereins der Buchhändler in Leipzig) av 8. Februar: 14««. Der jeweilige Verkaufspreis ergibt sich durch Multiplikation der Schlüsselzahl mit dem Grundpreis. Grundpreise Ladenpreis Prämienpreis für Avounente« verrückte (Choreb) geb. 8.— 6- ,, Severe (Tefillo) geb. 12.— 9 — drosch. gev. Levmann. Samuel va-nagld - . - . 1.50, 2-50 Scfcacfcnowirz, iftcreUika .... . 1.30. 2.50 „ Luktmeureven. . . . 1.50. 2.50 Jenseits Im Iudenrtaat der Cbasaren . (vergriffen) 1.30. 3udäu$,DcrBaal$cfccfflwnlftid)ei$tadt 1,30. 250 2.30 Ausland: 200°/o Valutaznschlag. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen sowie direkt vom Verlag zuzüglich Versandspesen unter Nachnahme. Frankfurt a. M. Verlag des Israelit G. m. b. H. Inhaltsübersicht. 1. Leitartikel: Weltkrisis und Antisemitismus. 2. Wochenrundschau: Der Sabbatinder Schweiz. — Der Erste und Einzige. — 3. Aufsätze: Gründet jüdische Volksschulen. — Rabb. Dr. S. Kaatz, Hindenvurg: Die allerneueste „jüdische" Wissenschaft. — 4. Homiletik: Rabb. Dr. Felix Kanter, Zwittau: Ein halber Schekel. — Bemerkung zu V'VEVV 'E. — 5. Kleines Feuilleton: Hermann Chon, Hamburg: Andacht des modernen Juden. — Waltersee und die Antisemiten. — 6. Korrespondenzen und Nachrichten: Berlin (Amerikanische Hülfsgelder fürDeuischland) — München (Gegen Hitler). — Wien (Eine Rothschild-Tat.) — Wien (Zusammenschlutz der Karpatorussischen Judenheit mit der Orthodoxen Landesorganifation der Slowakei). — Budapest (Die „Erwachenden Ungarn").— Zürich (Aushebung des Sabbat- Dispens an den städtischen Schulen Zürichs.) — Zürich (Sabbatdispenstonkommission.) — Jerusalem (Baron Edmond de Rothschild über die Notwendigkeit der Religion für den Ausbau Palästinas). — 7. Frankfurter Nachrichten. — 8. BereinSkalender. — S. Gebetzeiten.—10. Feuilleton-Beilage: Dr. M. Elias: Auf Gottes Erde. — I. I. Weinberg, Charlottenburg: Zum siebenden Adar. — Kinderecke. — Vermischtes. — Briefkasten. — Sprechsaal. — 11. Blätter: Aguda-Jdeal und Jeschlwadefuch. — Purtmsvende für die Ehaluzim. — Eine Agudakolonie in Erez Jisroel. — Ein neues Palästina-Unternehmen. — Dr. Raphael Breuer: Vom Geben und Nehmen. — Aufgaben der Agudas Jisroel-Orisgruppen, — AuS der Bewegung. — Sprechsaal. — Spendenlisten. WelttrW und Antisemitismus. In allen Zeiten, der Geschichte bildete die jüdische Tragödie den größten und weitesten Bezirk. Und dennoch: „Es ist eine alte Geschichte, doch bleibt sie ewig neu, und wem sie just passiert. . . Man sollte meinen, daß die Vorgänge, im Ruhrgebiet mit jüdischen Fragen garnichts zu tun hätten, und daß die daraus entstandenen Leiden das deutsche Volk, Christen wie Juden, in gleicher Weise treffen, Jaden in dem Maße noch mehr, als sie zum weitaus größten Teil dem am meisten in Mitleidenschaft gezogenen Handelsstande und der Kleinindustrie angehören. Und dennoch erleben wir es, daß die nationale Welle, die jetzt, vom Sturm des französischen Chauvinismus gepeitscht, durch die Lande flutet, in erster Reihe den Antisemitismus hochträgt und überall hintreibt. In M ü nchen erzwingen sich die Nationalsozialisten unter Führung ihres pathologischen Demagogen Hitler ihre „Fahnenweihe" und ziehen mit Liedern aus die Straße, die auf den Gruudton gestimmt sind: „An allem sind die Juden schuld." Zur gleichen Zeit weist der „Matin" in Paris in einer Serie von Leitartikeln nach, daß an der Weigerung Deutschlands, die Reparationen zu zahlen, einzig die Rothschilds schuld seien. Also die Juden! ... In Wien, wo man sich heute nach München genau so orientiert, wie früher München stolz darauf war, etwas vom Wiener-Elan und der Wiener Gemütlichkeit zu haben, wird auf den Straßen demonstriert — gegen den französischen Einfall ins Ruhrgebiet und dabet beschloffen, — auf Einführung des „numerus clausus" für Juden in der Industrie wie in der Universität zu -ringen. Die verschärfte Stimmung gegen die „fremden Ausbeuter" wird gewaltsam aber geschickt gegen die Juden nutzbar gemacht. Der Haßgesang, in den Grundtönen Jahrtausende alt, verliert auch bei dem untergelegten „franzofischen^Texte seine eigentliche Bedeutung nicht... In München sckiägt man tesolut und realistisch den Takt zu dieser Wiener Musik. Dort heißt es schon ganz offen und in bedenklicher Weise: „Schlagt die Juden!" Zur gleichen Stunde schreiben die Warschauer Bläter Artikel voller Glft und Galle gegen die polnischen Juden — weil sie mit den Deutschen sympatisieren . . Beweis: die starke Judenabwanderung aus dem polnisch gewordenen Polen, Schlesien und Westpreußen. Mit dieser Abwanderung hat es seine Richtigkeit. Die seit Jahrhunderten von Vätern und Vätersvätern her politisch und kulturell deutsch orientierten Juden in der deutschen Oftmark können sich in die neuen Verhältnisse des polnischen Regimes nicht hineinfinden, auch haben sich aus der Neugestaltung der Dinge wirtschaftliche Verhältnisse "lerausentwickelt, die ihnen unmöglich machen, Geschäft und Erwerb in gewohnter Weise weiter zu treiben; so wandern sie aus. Daß dieses mit der politischen Gesinnung und der Vaterlandstreue der in Polen seit Generationen ansässigen Judenheit nicht das Geringste zu tun hat, ist jedem klar, dessen Auge nicht durch unversöhnlichen blinden Haß für Wahrheit und Gerechtigkeit getrübt ist. —Unwillkürlich denkt man bei all dem an das schöne Wort im „Kusari": „Ist der Organismus krank, so leidet das Herz am meisten und schwersten. Der Jude ist das Herz der Welt! . . ." Wie schlimm muß es zur Zeit um den Gesundheitszustand des Weltorganismus stehen, daß der Judenhaß solche Dimensionen annehmen konnte! awap ms sys pvn'? in vs um Wochenmudschau. Ner Sabbat in der Schweiz. In der Schweiz, in diesem Horte der Freiheit und Menschenrechte im Herzen Europas, haben die Juden seit Jahr und Tag einen 0642

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