Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 64 (1923)
- Issue
- Heft 5 (1.2.1923)
- Date
- 1923-02-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2446951-2450238-2450242--70315-2527555- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
kt:- |l-|i W •i. I .1: lj.r P;r t '.fi' t'- Seite 6 Nr. 5. salems und verwies auf ein türkisches Gesetz, wonach öffentliche Verletzungen religiöser Gefühle mit Geldbußen und Gefängnis bestraft werden. Die öffentliche Sabbatentwethung könne man nicht ungestraft gehen lassen. Sie hindere insofern die Entwicklung des Landes, als viele nützliche Elemente in der Diaspora sich von diesen Zuständen von einer Einwanderung in Palästina zurückhalten lassen. Rabbiner Eltaschar fragt, ob es nicht ein ähnliches Gesetz gäbe, das dem Sabbat, wie in der türkischen Zeit den mohamedanischen Festtagen, bei Strafe gebührende Geltung verschaffte. Es wurde dem Oberkommiffar noch ein Memorandum überreicht, welches 4000 Unterschriften von Familienvätern, die" 22000 Seelen vertreten, trägt. Herr Schachor bekräftigte die Worte des Herrn Rabbiner Elischer mit Hinweis auf Nechemia, der, nach den biblischen Berichten, ebenfalls mit allerStrenge gegen die Sabbatentweiher vorging. Herr Slutzkin bemerkte, daß die 4000 Unterschriften die Meinung und die Wünsche des größten Teils der jüdischen Bevölkerung Palästinas widersptegelten. Der Oberkommissar erwiderte in einer kurzen Ansprache, in der er zunächst seinen eigenen Gefühlen für die Weihe und Heiligkeit des Sabbat Ausdruck gab und seiner Ueberzeugung, daß in Palästina, insbesondere in der von Juden bevölkerten heiligen Stadt, der Sabbat unter allen Umständen respektiert werden müsse, unbeschadet deffen, wie man sich das „nationale Heim", denkt. Mit Gesetzesmaßregeln und Verhängung von Strafen ließe sich aber zum Schutze des Sabbat leider nichts machen. Wichtiger als alle gesetzlichen Maßnahmen sei die Autorität der öffentlichen Meinung. Der Oberkommiffar bittet um genauere Angaben über die Art der öffentlichen Sabbatentwethungen und empfiehlt, zunächst an die Vorsteher der betreffenden Institutionen heranzugehen und sie an ihre Pflicht zu' erinnern. Er hofft auf diese Weise die gröbsten öffentlichen Sabbatentwethungen beseitigen zu können. Auf die moralische Unterstützung der Bevölkerung Palästinas sei dabet, ferner Meinung nach, unbeotngt zu rechnen, was auch die vielen Unterschriften beweisen. Was ihn, den Oberkommiffar selbst betrifft, so ist er gesonnen, in Haus und Familie, sowie in den Regterungsämrern bezüglich der Sabbäthetltgung allen Anderen mit gutem Beispiele vorangehen. Die Herren Slutzkin und Rabb. Elischer baten nochmals, die Regierung möchte mit ihrer ganzen Autorität und mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln die Aktion zu Gunsten des Sabbat unterstützen, da bet Fortdauer der skandalösen öffentlichen Sabbatentweihungen unerträgliche Zustände und eine gesteigerte Erregung der Gemüter eintreten würden, die dem Lande keineswegs nützen können. Die Delegation verabschiedete sich mit Dankes Worten für den freundlichen Empfang. Die enolifdie Paiäfiinapolitih. London, 19. Jan. Das Colonial Office gibt eine Mitteilung aus, welche besagt, daß der Staatssekretär für die Kolonien am Dienstag eine palästinensischarabische Delegation empfing und mit ihr eine einstündige Aussprache hatte. Der Staatssekretär erwiderte auf die Ausführungen der Delegierten, daß die Regierung an der in der bekannten Churchill-Note vomJunt 1922 niedergelegtenPolitik hinsichtlich Palästinas sesthalten und eine Abweichung davon nicht zu erwarten sei. Das Ergebnis der Volkszählung in PaMina. London, 19. Jan. Nach einer offiziellen Mitteilung hat die letzte Volkszählung in Palästina einen Bevölkerungsstand von 755858 Seelen ergeben, die sich wie folgt zusammensetzen: Muselmanen 589564, Juden 83749, Christen 73026, Sonstige Bekenntnisse 9374. »er Israelit 1. Februar LA» Die jüdisch-palästinensische Presse behauptet, daß die Richtigkeit des Ergebnisses durch arabische Agitationen zu ungunsten der Juden beeinflußt worden sei. Gleichzeitig wird mitgetellt, daß im Dezember nur 614 Juden nach Palästina etngewandert sind. Unruhen in Jaffa- Aaffa, 20. Jan. Am 17. Januar gab es in Jaffa aus Anlaß der Beisetzung des ermordeten Polizeiinspektor Tefwik Bei Zusammenstöße zwischen Arabern und Juden. Es wird allgemein vermutet, daß der Mord an Tefwik Bei von fanatischen Arabern ausgeführt wurde, die dem pflichttreuen Beamten nicht vergessen und vergeben konnte», daß er bei den früheren Unruhen als einer der wenigen auf seinem Posten stand und mit aller Energie gegen die Mordgesellen etnschritt. Der Zusammenstoß entstand ohne jegliche Herausforberung von Seiten der Juden, und ist es dem festen Zugreifen der englischen Gendarmerie zu verdanken, daß es nicht zu größerem Blutvergießen kam. Vermischtes. Berlin, 29. Dez. Die jüdische WohlfahrtSvereinigung „Chewra Kaddischa" hat eine Lebensmittelaktion in die Wege geleitet, durch die namentlich ältere verschämte Arme eine kleine Unterstützung erhalten sollen. Die Pakete werden den Bedachten ins HauS geschickt. Gaben nimmt entgegen die Chewra Kaddtscha, Auguststr. 14/15. Berlin, 7. Jan. Die Krankenfürforge des jüdischen Wohltätigkeitsvereins „Chewra Kadischa" Groß- Berlin hat in den letzten Tagen Lebensmittetpakete tm Werte von 1500000 Mk. verschämten Armen in diskreter Weise zugehen lassen. Für die gewaltig fortschreitende Verarmung und Verelendung deutscher Familien, die früher zu den Gutsituierten gehörten, spricht deutlich die traurige Tatsache, daß unter den Notleidenden, die der „Chewra Kadischa" behufs Unterstützung genannt wurden, diesmal 78 Prozent Deutsche waren. Diese Hirfsak ion findet bei bedeutenden Lebensmittel- Engros-Ftrmen große Förderung. Geldsendungen sind an das Bureau der „Chewra Kadischa" Groß-Berlin, Auguststr. 14/15, Postschecknummer 20815, zu richten. Berlin, 16. Jan. Wie die „Münchener Neuesten Nachrichten" melden, hat der „schon früher durch sein warmes Jnteresie für den notleidenden Mittelstand in München bekannt gewordene Professor Dr. Baruch aus New Jork neuerdings zwei Millionen Mark zur Linderung der Not des Mittelstandes übersandt. Ein anderer Amerikaner ist bekanntlich in der Georgenstraße von München einer schmachvollen Untersuchung zwecks Feststellung, ob er Jude sei, unterworfen worden Breslau, 4. Dez. Von ihren Verwandten in Amerika werden gesucht Beril Ziß und seine Frau Zirel aus Savel, Kownoer Gouvernement. Wer von ihnen etwas weiß, wird gebeten, Mitteilungen an Herrn Gemeinderabbiner Dr. Ho ff mann, Breslau, Wallstr. 9, zu machen. Eubigheim (Baden), 20. Dez. Am 28. v. Mts. ging dem allbbekannten Lehrer Emanuel Weritz et m er in Hardheim vom Herrn Oberrat aus Karlsruhe folgende Auszeichnung zu: In Anerkennung Ihrer Dienste, die Sie durch Erziehung und Unterricht der Jugend für das Judentum geleistet haben, verleihen wir Ihnen einen Fanny und Michel Wetlschen Jugendprets in Höhe von 10.000 Mk. Halle a. S., 26. Nov. Am Donnerstag, den 9. No-. vember (19. Chefchwan), dem Jahrzeitstage Prof. Ho ff m anns b"87, veranstaltete Herr Rabbiner Posner im Hause des Herrn Halberstadt unter größerer Beteiligung ein &1'D. Es wurde nvlv v"ü ausgelernt und Herr Rabbiner Posner zeichnete im Anschluß daran das Wirken und Wesen seines verehrten Lehrers und Meisters, dessen Verlust jetzt nach einem Jahre noch merklicher ist. Prof. Hoffmann, der die Verkörperung des Mischnawortes-s^rr ov yjjtm ist, hat seine Schüler zu solchen Juden und Führern herangebildet, die in seinem Geiste wirken und seinen Namen unvergeßlich machen werden. Frankfurter Kerichtr. Ientratverein Aenlfcher Staatsbürger jüdischen Htanvens- Die Ortsgruppe Frankfurt a. M. des „Zentralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" veranstaltet am Montag, 5. Februar, abends 8 Uhr £ im großen Saale ,'deö BolkSbildungSheimeS eine Oeffentliche Versammlung, in welcher Herr Rabb.- Dr. Freudenthal - Nürnberg über „Judentum und Staat" sprechen wird. Freie Diskussion ist jedermann zugesichert. Wnrim-Arier. Die Agudas Jisroel Jugendgruppe veranstaltet am Sonntag, den 25. Februar, im großen Saale des Volksbildungshelms ihre diesjährige Purimfeier. Alle Vorbedingungen für eine großzügige Ausgestaltung des Abends sind gegeben, u. a. hat der verstärkte jüdische Otchesterveretn seine Mitwirkung zugesagt. Die künstlerische Leitung ist Herrn Max Neumann übertragen worden. Näheres folgt. Nernfsveralrmg «nd Arbeitsnachweis für Inden. Die Berufsberatung, Börnestr. 54/56, Sprechstunden - 10—12 Uhr, Telephon Hansa 7085 (Nebenstelle JSr. Gemeinde), bittet alle Leser, jede Arbeitsgelegenheit — auch vorübergehender Art — ihr anzuzeigen, damit arbeitslosen Glaubensgerossen die Möglichkeit gegeben werden könne, sich durch Arbeit ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Auch ist eS Aufgabe der Berufsberatung, schulentlassene Knaben in paffende Lehrstellen zu bringen und wird um diesbezügliche Anmeldungen der in Fratze kommenden Lehrstellen gebeten. Verelnskalender. Verein Mekor Ehaji«. Freitag abend nach Schul: „Mikro": Herr Josef Diamant. SamStag nach Schul: „Dinlm"; Herr Rektor Falk. — nachm. 81/, Uhr, im Bereinslokale: „En Jakorv*; Herr Redakteur Schachnowitz. Sonntag, 3 Uhr nachm.: Generalversammlung. — abend 6 Uhr, Langestr. 18.: „Jecheskel"; Herr Dr. Jos. Breu er. Montag und Mittwoch abend 7 Uhr: „Gemoro" Herr Rabbiner Dr. Jos. Breuer. Dienstag abrnd 6 Uhr und Sonntag früh 91/« Uhr: „Gemoro"; Herr R. A. G. Posen. Donnerstag abend 7 Uhr: „Mischnah"? Herr- Rektor Falk. JahrzeitstistungSlernen. Samstag: Beste Rosenthal-Stiftung. Sonntag: Josef Jülich-Stiftung. Allmorgendlich „Mtschnalernen". Allabendlich „S ch a tz - L e r n e n". Agudas Jisroel-Jngendgrnppe. Freitag nach Schul: „Sidrahvortrag"; Herr Gustav Kaufmann. — abends 8 Uhr: Gemütliches Beisammensein, Hanauerlandftr. 17. Samstag vorm. ^,12—1 Uhr: „Gemoro"; Herr Halpern. — 7,10 Uhr: „Gemoroschiur" der Ortsgruppe. — ^10—11 Uhr: „Gemoroh Sukkoth"; Herr Dr.; I. Posen, Am Tier- SCHUMANN- Theater Täglich 7Vs Uhr: Das unübertreffliche Januar-Variete-Programm Jeden Sonntag Nachmittag 3 Uhr: GROSSE FAMILIENVORSTELLUNG. Kleine Preise Ungekürztes Programm tefrflnkfart Weinklause I Tanzpalais Armin Berg I Das schönste Tanz- Dina Dietrich I etablissem. orig. Jazzu. d. große Programm. | band. Ballorchester □ □ Wiener Kaffee □ □ Neue ungarische Kapelle. Auszeichnung. Die Deutsche Patent-Grudeüfen- Fabrik Walter Rieschel u. Co. m. b. H., in Liebertwoltwitz bei Leipzig erhielt auf der Mitteldeutschen Ausstellung in Magdeburg, der größten Ausstellung des verstoßenen Jahres, als einzige der verschiedenen ausstellenden Grudeoherd-Firmen die „Medaille der Stadt Magdeburgs 'das ist die höchste Auszeichnung,, die die Ausstellung überhaupt vergab. — Damit ist von neuem anerkannt, daß diese Firma in Bezug auf die Leistungen ihres Fabrikates unerreicht dasieht.