Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 64 (1923)
- Issue
- Heft 4 (25.1.1923)
- Date
- 1923-01-25
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Heile 6 Nr. 4. Der Israelit '38/Januar. 19L3 Jan. -tschen Bürger, ^dte der Religion noch anhingen, würhkn darin nichts behindort und eS werde bestritten, daß' irgendwelche religiöse Verfolgungen in Söwjetrußland geschehen. Das Schreiben schließt mit der kühnen Behauptung, daß der Unwille im Ausland über die religiöse Politik der Sowjetreaierüng lediglich ein „Machwerk der Plutokcatie und Bourgeoisie" sei. — Auf dieses Schreiben hat das Joint Foreign Comittee unterm 16. Januar einstweilen kurz geantwortet, festgestellt, daß im Grunde die erhobenen Anklagen von der Sowjetregierung zugegeben wurden und den Versuch zurückgewiesen, die Anhänglichkeit der großen Menge derrussischen Juden an ihre Religion zu verdächtigen. (Mit dieser Korrespondenz kann die Angelegeüheit keinesfalls erledigt sein: es müßte auf Grund authentischen und ganz ins einzelne gehenden Materials der wahre Sachverhalt klargestellt und die ganze Unduldsamkeit der Sowjetpölttik auf dem Gebiete der Religion und Erziehung ins rechte Licht gerückt roerden. Red.) UaLästina. Brief aus PsMins Jerusalem. 18. Tie Frage der Kehillovereinigung, die seit Jahren in der Schwede ist, will man gewaltsam in ein neues Stadium rücken. Ra!bbinat und Waad leumi haben sich endlich üßerzeugjt, daß das Komitee der Aschkenasim unter Führung! des Herrn Oberrabbiner Sonnenfeld, dem Waad leumi nie das Recht zuerkennen würde, auf die orthodoxe Judenheit den Steuerzwangj auszudehnen und diese Gelder in einer Weise zu verwenden, die nicht im Geiste der Orthodoxie ist. Nun ist der Waad leumi daran, einen Modus zu schaffen, um dennoch zu den Steuern der Aschkenasim zu Mangen. Da sich letztere auf Kompromisse nicht einlassen, verfiel man auf ein neues Mittel, und zwar >auf die Gründung einer „Orthodoxen Organisation" oder einer Bereinigung der Kehillaus, unter der Parole: die Orthodoxie müsse sich vereinigen, um ihre Position zu verteidigen. Um die Sache noch mundgerechter zu machen, erklärt man öffentlich, daß das Räbbinat keinen Anteil an dieser neuen Bewegung hätte. Dias soll natürlich ein Köder für die Orthodoxen sein, die. nicht unter die Hörigkeit des Oberrabbinats treten wollen. Zu bedauern ist es, 'daß manche Orthodoxe' die sich bei den verworrenen D-ingen nicht nlehr auskennen, auch wirklich auf den Leim gingen und der Meinung sind, daß uns durch eine so gebildete und geartete Bereinigung der Keh illos geholfen werden könnte. . Selbstverständlich läge es ganz im Sinne und im Interesse des aschkenasischen Komitees, die Kehillaus zu vereinigen, allein als Vorbedingung fordert es eine entschiedene und scharfe Stellungnahme des Oberrabbinats, gegen beit W a ad leumi und das S t a d t k o m i t e'e f ü r die Juden Jerusalems, in dem die radikalen Elemente die Hauptarbeit verrichten. Selbstverstäiidlich wird auch verlangt, daß die Mitglieder des letztgenannten, Komitees nicht zugleich Mitglieder der neuen Organisation sein dürfen. Äuf diese Forderungen der Orthodoxen denkt aber das Oberrabbinat garnicht einzugehen und so werden 'die Einsichtigen in der Orthodoxie ebenfalls noch nicht daran denkend ihren Standpunkt aufzugeben. Das Komitee der Aschkenasim muß sich wohlweislich sagen: „Wir haben bis setzt mit aller Kraft gegen die freien Elenrente gekämpft, wie sollten wir jetzt unsre Geschicke mittels einer Organisation in die Hände dieser 'Elemente legen?" Wenn es eine orthodoxe Organisation sexr soll, so muß die Gründung von den Gesetzestreuen aus geschehen und wer dann kommt, wird mit offenen Ormen ausgenommen. Es ist abzuwarten, was' die Herren zur Gründung der neuen orthodoxen Organisation noch weites unternehmen werden. Ts N 5 71' rr-' Frankfurt «; W , 23„ Jim.' Aus Breslau erreicht uns. tfte erschütternde Künde, daß eine), der führenden z Persönlichkeiten der deutschen-Orthödvxie- Bankier Georg Hermann ,L ö w y, im blühenden Mannes/ alter atz dtzn.Fpsgenf einer Operation plötzliM gestorben ist. Leben und Wirkendes. aÜzuWhe. AbberustWj der sowohl für die Gemeinde seines 'Wohnortes;früher in Rawitsch, dann in BreSlau, als für di^ MischN ML samtheit allezeit die besten Kräfte etnsetzte, verdienen eingehende Würdigung-die wir uns Vorbehalten. n*axxir Bad Hamburg, 20. Jan. Am 3. Februar find es 2S Jahre, daß Herr M. H erz als Kantor und Lehrer an der hiesigen Kultusgemetnde fungiert. I. W. in Ludwigshafen. Sie können den Angefragten unter der Adreffe: Orthodoxe LandeSkanzlet, Budapest, Eötvösgasse 19, erreichen. ' N L. W in Freiburg. Wir find zu unserm Bedauern nicht ln der Lage, irgendwelche Preisermäßigungen unter den heutigen Umständen zu gewähren. Unser Guthaben von 303 M. belieben Sie unS auf Postscheckkonto zu überweisen. S- B, Amsterdam. Die Bestimmungen Über PostabonnementS auf deutsche Zeitungen im Ausland sind so unzweckmäßig, daß es den meisten Verlegern unmöglich ist, davon Gebrauch zu machen. Falls Ihnen Nummern fehlen, so bitte« wir um genaue Angabe und werden, dann sofortige Nachlieferung veranlassen. Die Expedition erfolgt von uns aus mit unbedingt Regelmäßigkeit. Lehrer B. F. in Treuchtlmgen. Sie schulden noch M. 58 für Januar. Frankfurter KerWe Isak Oschwege Ein Mann von der alten Schule, ein nipp |pt nuan ist mit Isak Eschwege von uns gegangen. Aus frommer Familie entstammend, saß er als Jüngling zu Füßen des alten Würzburger Raw too er eine gründliche talmudische Ausbildung genoß. In Fulda zählte er alsdann zum engsten Kreise des unvergeßlichen . Fuldaer Raw, Dr. Cahn 1906 kam er hierher und seitdem war er mit dem Thoraleben Frankfurts so eng und innerlich verbunden, daß man sich eine öffentliche Lernstunde des Mefor Chajim ohne ihn gar nicht denken konnte. Ein wahrer L2N Yt&ri, besonders bewandert in Mtschnä, vermied er es, lehrend hervorzutreten,' sondern suchte immer seinen Platz mitten in der Hörer Schar. Aber in der Art, wie er lernte, lehrte, er doch auch, in der Art, wie er bet sämtlichen Lernyorträgen den Dozenten lauschte und dann, nach der Lernstünde, ‘ durch Fragen und Bemerkungen den Gegenstand zu klären und vertiefen suchte, wirkte er doch lehrend und anregend, h’ö^ro '21 -p»K konnte ihm Mekor Chajim, wie Rabbi Gamliel, Rabbi Jofua grüßte, zurufen. Z Ein ruhiges und beschauliches, aber dennoch kein untätiges Leben, führte er in der Stadt, die ihm zur lieben geistigen Heimat geworden, im Kreise der gleichgearteten Kinder und Enkel, verehrt und geachtet über alle Maßen von allen, die den bislang jügendlichen Greis bet seiner geschäftlichen wie geistigen Tätigkeit^ in beiden unermüdlich, beobachteten. Bon seinem Freund und Lehrer, dem Fuldaer Raw, bekam er schon vor Jahren in Anerkennung seines Thorawtssens und seines echten vorbildlichen jüdischen Wesens den Chowertitel zuerkannt, und-zwar unter Ueberreichung eines halachischen. Werkes, dessen erste Seite eine höchst ehrenvolle Widwuyg aus der Feder des genannten verstorbenen Rabbiners trägt. Der in dieser Widmung ausgesprochene Wunsch, es möge ihm gegönnt sein, viel jüdische Freuden an Kindern und Kindesrindern zu erleben, sah er in einem Lebensabend, Ser aüsgefüllt war von Arbeit, verklärt vom Thorastudium und verschönert durch Liebe und Verehrung -er Mitmenschen, vollkommen erfüllt. Sein.Andenken wird den Seinen und allen zum wahrhaften Segen gereichen. n"223n. Ara« Hlegina Hotdfchmidt In den Morgenstunden des Rüsttages zum wvs> 'h hauchte Iran Regina Goldfchmtdt ihre reine Seele aus. Eine nte# in des Wortes wahrhafter Bedeutung ist Mit ihr dahtngegangen, ein Leben rastloser Tätigkeit und mustergültiger Pflichttreue hat seinen Abschluß gefunden. Als treue, hingebuügsvvlle Gattin und liebevolle aufopfernde Mütter wirkte -sie stets nur im stillen, häuslichen Kreise, abseits von der Außenwelt, schlicht und einfach, fromm und friedfertig. In unerschütterlichem Gottvertrauen erblickte fie stets ihr Lebensziel darin, ihre Kinder zu frommen, -gewiffenhafien und tüchtigen Menschen zu erziehen, was ihr auch im besten , Sinne gelungen ist. Sanft und fromm, wie sie gelebt, im gesegneten Älter von 75 Jahrxn, schied fie aus dieser Welt. Wer sie gekannt, schätzte und verehrte fie^ davon zeugte auch Hie große Teilnahme an der '»6. In ergreifenden herzlichen Worten dankte Herr- Lehrer, -Max Goldschmidt im Namen der Familie und nahm tiefbewegt von der teuren Mutter Ab'" ' — ' " ‘ '; Gatten äüfrichten/ . . j der not der teuren Werklärttztt öeisteheü. Kgüdas Ksroot-MSdchengrttppe. Anschließend an Sen Sanitatskurs hat sich, der Leiter desselben bereit erklärt- Samstng, /den...87. - MS., pünktlich nm 2*11 Uhr nochmals einen Bortrag für Damen zu halten. " Kgndas Ilsroet-Hrtsgrrrppe. Die AgudaS Jisroel - Ortsgruppe veranstaltet Dienstag, den 30. Januar, abends 8 Uhr, im BolkSi! bildungshetm, Saal Nr. 5, eine Versammlung, in der I! über die Zentralratssitzung in Breslau berichtet werden I: wird. Referenten: Dr/ Siegfried Op p^nch etmer sundDr. Sal. E h r m an ri. Gäste, auch Damen, willkommen. verelnskalender. Berel« Mejkor Eihaji«. rettag abend nach ' Schul: „Mikro"; Herr Josef Rofenbaüm. SamStag nach Schul: „Dtnim"; Herr Rektor Falk. — nachm. 3^/, Uhr, im ' BeretnSlokale: „En Jakow" r Herr Redakteur S ch.a ch n o w i tz. Sonntag abend « Ühr, Langestr. 18.: „Aus der Geschichte des jüdischen Kalenders"; Herr Rabb. Dr. Bon di, Mainz. Montag und Mittwoch abend 7 Uhr: „Gemoro"; Herr Rabbiner Dr. . Jos. Breuer. Dienstag abend 6 Uhr und Sonntag früh «V« Uhr: „Gemöro"; Herr R. Ä. G. Pose». Donnerstag abend 7 Uhr: „Mlschnah"; Herr Rektor FalL " i''- Theater» Täglich 7V2 Ühr: Das unübertreffliche Januar-Varietä-Programm Jeden Sonntag Nachmittag 3 Uhr: GROSSE FAMIUENVORSTELLÜNG. | E Kleine Preise Ungekürztes Programm Weinklause Armin Berg Dina Bietrieh u. d. groß eProgramm. Taiizpalais Das schönste Tanzetablissem.; orig. Jazzband.. Baliorchester □ □ Wiener Kaffee □ □ Nene tmgarilche Kapelle. Samstag and Sonntag: Montag una Dienstag: Kasino Tlaeater Mannheim : Chaskele Kolbainik. Mittwocli hier: Die Ameriltaiteriii. 2 ßastsptÄ des Heirn Donnerstag: Ehrenahend des Herm Lehrer: