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Der Israelit · 1923-01-04 · Heft 1 (4.1.1923) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
64 (1923)
Issue
Heft 1 (4.1.1923)
Date
1923-01-04
Page
– (sequence 13)
Language
German
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: Kummer 1. : 4. Januar 19SS : IX. Aahrgaug 1k HeSet 5683. her a u S g e g e b-e n v o m Gruppenverband, der Palästina-Zentrale und der Iugend-Grganisation der Agudas )isroel für Deutschland. : Sresla« , NieiUals h 4t die m Agudas:.Jis-roel -orgr^ nisierte Orthodoxie vor bedeutsanieren Entschlüssen gestanden Äs in Breslau. Von. der zionistischen Organisation,7 vor ^allem vom Misrachi, ist der Ruf nach einem allgemeinen,' aus Wahlen zu bildenden Welrko ngre ß an das jüdische Volk, ergangen, desseri einziger Beratungsgegenstand der Aufbau Pa- , lästinas sein soll. Ist nicht die Liebe zu "Palästina das Gefühl-'das alle Juden ohne Unter- : schied des. Bekenntnisses! beseelt, der .Entschluß, das Land der^Miter in älter Schöne erstehen zu kaffen, . wenigstens im Bereiche der Wirtschaft friedlich und einträchtig ausführbar f Hann nicht: also das' allen teuere - Land die Brücke sein, die in 'Seele und Geist so heillos Msernändepgesprengten Glieder unseres Volkes magnetisch, zusammen zu bringen, und ist die Hoffnung so leer, daß diese Gliederwenn auch nur für Wirtschaft einmal in Berührung gekommen, vom Geisterfaßt' werden, dem alten Vätergeist, der in sie fahrt und sie äuferstehen läßt, ein gewaltig Heer, wie einst im Tale von Dura? Und jst es kein selbstloses Opfer der zionistischen Organisation, ,cmf der Höhe ihres politischen Erfolges ihr Mandat bescheiden in die Hand .des durch den Weltkongreß legitim vertretenen jüdischen .Volkes! zu legen und gar die Gefahr Mf sich zu nehmen, daß die Mehrheit dieses Kongresses über sie selber hinwegschreitet? Liegt solches Hinwegschreiten nicht in 'der Macht der, W!eltorthodoxie, die sich stets so gerne ihrer ziffernmäßigen Ueberlegenheit rühmte und somit im Weltkongreß das geeignete Mittel erblicken könnte, mit einem "Schlage Herrin der Situation., zu werden und ihrer zionistischen Gegnerin die Früchte ihrer politischen Erfolge zu entwinden? Die Augen der.jüdischen Welt, auch der Awnistisch'eu, waren in . Sorge' und froher Erwartung, auf Breslaü' gerichtet... v v , rr ■! Eie-Liebe zum Heiligen Lande, die Liebe zum Wischen Volk in seiner Gänze, hatten die ^Initiatoren des Weltkongresses in die Wag-- Male.geworfen, und tief senkte. sie sich zu Gunsten devgroßen Tat.' WM hatte Breslau au die ändere Waagschale zu legen? -!Da bewährte sich zum ersten Wal in verantwortungsvollster Stunde-Agudas Jisroel als Organisation der souveränen Thaur0. Nicht die Meinungen "des Tages Und nicht die 'Leidenschaften des Augenblicks raffte Agudas Jisroel von der Straße zusammenum an ihnen den Weltkongreß zu wiegen. Einmütig brachte Agudas Jisroel die Frage vor das rabbin i sch e K 0 l leg i u m, und das Kollegium legte die T h a u r0 in die' andere Schale. Da' schnellte die Schale des' Weltkongresses' empor. . Der Beschluß des rabbimschen : Kollegiums, den der Zentralrat sich zu eigen machte, lautet: Agudas Jisroel fühlt sich verpflichtet, zu-, nächst die gesammelten Kräfte der Orthodoxie für die Kenessio .gedaulo einzusetzen.. Nach, stattgehäbter Kenessio. gedaulo ist Ägndas JiAoel^beMt---ejü"Votumdes inzwischen . - kostWuLerten RabblUischeU Rates darüber her-: beizuführen, unter.,welchen Bedingjungen der in der Agudas Jisroel organisiertenunabhängigen Orthodoxie die Teilnahme an einer 'Weltkonferenz der an Erez Jisroel interessiertes.. WelLorKmifationeü.Mr' die wirtschaftliche Arbeit in Palästina möglich ist. Man wird diesen Beschluß mil seinen sorg- -f.ättigift : erwogenen . knappend Sätzen wiederholt ' lesen müssest, um seine Tragweite richtig würdigen zu können. Für Ägludas Jisroel gibt es nur einen - Weltkongreß: die Kenessio g e d a U l 0. . Nur .im Namen der Thauro kann und darf ganz Jisroel, Mann für Mann, vor die Wahlurne gerufen werden. Heilig ist die Gesamtheit des jüdischen Volkes, die Myriaden der Dau- .. sende Jisroels, unter denen auch heute noch Gott weilt. Untrennbar verbunden mit der Gesamtheit des jüdischen Volkes ist seine'Herrscherin, : die Thanro. Wer die Gesamtheit des . jüdischeir Volkes aufruft und nicht zugleich die Thauro angeht, der sucht einen Keil zu schieben zwischen.. Untertanen und Herrscher und zwingt die - Getreuen . zur Abwehr. Die Thauro hat um das jüdische Volk einen magischen Kreis gezogen, und niemand vermag zum jüdischen Volk zu gelangen, er habe denn zuvor seinen Paß der Thanro überreicht und sich.vor ihr legitimiert. Agudas Jisroels rabbinischer Rat hat die Pässe geprüft und hat . sie . zurückgewiesen. Hat man denn keinen Sinn für den unerhörten Skandal, zum ersten - Male seit Jeruscholajims Zerstörung, seit zweitausend Jahren zum ersten Mal Jisroels Gesamtheit in seinen gewählten.Vertretern einzuberufen und auf — wirtschaftliche Fragen zu beschränken?^ Seit zweitausend Jahren ist Jisroels . Mund stumm. Da - plötzlich öffnet er sich, aber siehe, ein Knebel fesselt, .ihm die. Zunge und gibt nur die Sprache der Wirtschaft frei! Jisroels Herz ist geschwellt von namenloser Sehnsucht nach .Zions köstlichen Gütern,- noch seines Gottes seliger Nähe, ist wund vor Gram über den Niedergang der Thauro, ist krank vor Sorge um die Zukunft der Thauro und nun soll Jisroel — in solcher'Stunde — vor der Welt zusäMmentreten, um Gott und Zion und Thauro zu hehlen und von der — Wirtschaft zu reden? Jisroel soll zusammentreten. Zeit ist es, höchste Zeit!. Mer. nicht mit dem Knebel im Mund und mit dem Knebel im Herzen. Agudas Jisroels rabbinischer Rat ruft Jisroels Gesamtheit auf! Die Kenessio gedaulo ist Jis- ,'roels Weltkongreß! Dorthin strömt zusammen, ihr Massen der Thauro, und öffnet den im Golus verstummten Mund, dem kein Knebel die .Sprache fesselt, und redet euer Herz, das für Thauro schlägt und für Gott und für Zion und für Wirtschaft. — — Aber die rabbinische Entscheidung, beschränkt sich nicht auf die Verwerfung des Weltkongresses. Sie deutet zugleich den Weg an, der eine etwaige umfassende Besprechung der wirtschaftlichen Arbeiten in Palästina ermöglichen kann. Nicht Weltkongreß, sondern Weltk0n' ferenz. Nicht Jisroels heilige Gesamtheit/ sondern die durch die Kenessio gedaulo endgültig in vollendeter Selbständigkeit und Unabhängigkeit organisierte Orthodoxie auf der einen . Seite, die übrigen WeltorgMisatiönen aüf her anderen. Der rabbinische Rat,^hem die Kenessio gedaulo gleichfalls seine end gültige Form geben wird, mag entscheiden, ob der Weg gangbar ist und welche Bedingungen zu fordern sind. Dann mögen die von den Organisationen ernannter» Delegierten zusammentreten und beraten'. 'Das ist nüchtern, gber praktisch. Das.-ist vorsichtig, aber veranttvortbar. Die fachkundigen Delegierten! werden bessere Arbeit leWn können ' als ein Weltparlament. Und die selbständige- und völllig unabhängige Orthodoxie ist gerade:, vermöge ihrer Selbständigkeit und völligenrstknabhängigkeit — verhandlungsfährg. - Breslau hat das Volk der Thauro vor dev Unerträglichkeit eines thaurolosen Weltwirtschaftkongresses bewahrt. «Wer Breslau hatte auch unveräußerliche Rechte des Volkes der Thauro zu wahren. Unbeirrt von der in London und Genf mittlerweile ergangenen Entscheidung legte 7 der Zentralrat vor aller Welt erneut Verwahrung gegen den Rechtsbruch ein, der in der Anerkennung der zionistischen.Organisation^gls Jewish Agency zu erblicken ist. AgudasJisroel wird sich dem Unrecht nicht beugen. Agndas Jisroel fordert die Aufhebung der zionistischen Monopolstellung.in.der. .Agylch und wird in eine zionistische Agency niemals eintreten.; Das ist klar und deutlich. — . Mit -bemerkenswerter Einhelligkeit sind all diese folgenschweren Beschlüsse gefaßt worden. Sie sind neben den sonstigen aus dem ausführlichen Verhandlungsbericht zu entnehmenden Beschlüssen, nicht übersehbare Symptome der innerlich mehr und mehr erstarkenden selbständig gen Orthodoxie. Namentlich die Einberufung der Kenessio gedaulo rn diesem Augenblick' bedeutet, daß Agudas Jisroel . das' Gesetzdes Handelns sich nicht von Gegnern vorschreiben läßt. Bon Zürich über Preßburg und. '-Men bis Breslau: welch beschwerlicher, welch dornenvoller Wieg! Mer der Weg führt nach oben. Die Sitzung des Zenttalrates in Vreslau. E r ste Sitzu ng.Mön t a g, den. 7. ,Dew es, abends 8 Uh r: .; Herr Rabb. Dr.. P i n ch a sKo h n erstattete Bericht über die Tätigkeit des Geschäftsführenden Ausschusses seit' der vor ly* Jahren stattgefundenen Zentralratssitzung. Der Berichterstatter konnte' mit Genugtuung feststellen, daß. die Idee der Agudas Jisroel eine glückliche Verbreitung und Vertiefung gefunden habe. Das Bewußtsein, daß man zur Vertretung der orthodoxen Interessen einer Organisation bedarf, hat in weiten gesetzestreuen Kreisen Raüm gewonnen. Es war überall Aufgabe der Leitung, dieses Organisationsbedürfnis in die richtigen Fiormrn zu bringen. 'Delegationen nach Palästina, Amerika, England, Rumänien und Ostgalizien Haben während der Berichtsperiode in diesen Ländern teils neue Landesorganisationen g gründet, teils die bereits bestehenden erweitert. Neben dem Erwachen des Organisat.ionsbedürfnisses' hat Mich erfreulicherweise die Liebe zum Thoralerwerk, insbesondere: in Ken Kreisen -der .AgUdajugeud stark zugenvmmen. , Meistenteils wären dieMsten OrganisationskeMe der Jngeüd- Küppen Lerngemeinschaften, div.sW ursprünglich zum Thorastudium zusammengefunden hatten.

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