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Der Israelit · 1922-12-21 · Heft 51 (21.12.1922) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
63 (1922)
Issue
Heft 51 (21.12.1922)
Date
1922-12-21
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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21. Dezember HU »er Israelit. Rr. öl Veite 5 den Vorwurf des Geistes der Zersetzung vom Judentum entschieden ab. Jüdischem Wesen entspräche dieser Geist nicht. Das Judentum bekämpfe dieNegation ebenso wie diese das ChristentUM und fühle sich als Verteidiger tiefer religiöser Ehrfurcht. Der Radikalismus gefährde schließlich sogar den Bestand deS Judentums als Gesamtheit viel stärker als den den Christentums. Der Jude besinne sich vielmehr auf sein Judentum und wünsche, daß sich der Christ auf sein Christentum besinne. Er pflege bewußt den alten Idealismus, der seinen Vätern vom Sinai verkündet wurde. Mir der Aufforderung des Vorsitzenden des Verbandes, Justizrat Hirschberg, zu gemeinsamer Arbeit am Wiederaufbau unseres Vaterlandes und der Aufklärung der breiten Mafien über ihr Vorurteil gegen das Judentum, schloß die Versammlung. Nus Oberfdilefien. Nreskan, 12. Dez. Anläßlich von Streitigkeiten zwischen einem Polen und einem Juden kam es gestern in Kattowitz zu Ausschreitungen gegen zahlreiche jüdische Bewohner, die auf der Straße und in einem Cafe überfallen und v e r p r ü g e l t wurden. Die Unruhen n ahmen infolge des schnellen Eingreifens der Polizei keinen größeren Umfang an. ver SewMensrwana in Sadifen. Kat-erstatt, 15. Dez. Der -Preußische Landesvrrhand gesetzestreuer Synagogengemeinden" hat an den Reichstag eine Eingabe gerichtet, worin das Reich gebeten wird, die erforderlichen Rechtsmaßnahmen zur Aufhebung der bekannten sächsischen Schulverfügung zu ergreifen. In der Eingabe wird der beispiellose Gewifienszwang, die die Verfügung vom 12. August 1922 in sich birgt, in nachdrücklichen Worten gekennzeichnet. Insbesondere wird auf die verheerenden Wirkungen hingewiesen, die die Verfügung durch den von ihr ausgehenden Zwang zum Schreiben am Sabbat auf die Seele der Schüler ausübt. Geradezu ungeheuerlich erscheint es, wie die Verfügung ausführt, daß man versucht, sie auch auf die Israelitischen Schulen in Leipzig anzuwenden und diesen Schulen, die eigens zu dem Zwecke gegründet worden sind, UM jüdischen Kindern die gewifienhafte Wahrung des Sabbats zu erleichtern, als Instrument zur Entweihung des Sabbats und zur Vernichtung tes religiösen Bewußtseins zu benutzen. Daß die Verfügung verfassungswidrig ist, wird in der Eingabe in unwiderleglicher Weise nachgewiesen. Molen. Die neugefchaffene Lage. Warschau, 17. Dez. AuS verschiedenen Städten der früheren Provinz Posen langen Berichte über Judenverfolgungen ein. Im Städtchen Rudnicze sind sämtliche Juden, die sich auf dem Bahnhofe und in den Nächstliegenden Hotels befanden, blutig geschlagen worden. Die Polizei benahm sich vollkommen passiv und die unteren Bahnbeamten machten kräftig mit. In Warschau selbst herrscht ebenfalls Pogromstimmung. Auf eine Interpellation einer jüdischen Delegation erklärten die Behörden, daß sie die Zügel vollkommen in Händen hätten und genügend gerüstet seien, AuSschreiruugrn, von welcher Seite sie asch kämen, rnergtsch entgegenzutreten. Freittch-Mtehe» sich, ttine Gegenmaßregeln nur auf gWßere «Mschrettunden, ftichstjAbEaüf dieB.oyksttagitation, die krästla und leider mit ^^^Erfolgen t» allen Straße» der Hauptstadt Und trotz allen Versicherungen gab es a« Montag und Dienstag, den 11. und Ist. De» zember, auch blutige Uebtzrfälle auf Juden, die von Schülern der Fortbildungsschule in der Walieowgaffe geleitet waren. Die Polizei trat ein, nachdem ein paar Dutzend Juden verprügelt, zum Teil sogar ernstlich verletzt waren. Die Ausschreitungen fanden im Anschluß an eine Manifestation der Nationaldemokraten gegen die Präsidentschaft Narutowicz statt. Was jetzt nach der Ermordung des Präsidenten, nachdem die Hetze zu diesem traurigen Ziele geführt hat, geschehen wird, läßt sich noch nicht sagen. Trübe Gerüchte schwirren durch die Stadt und zwischen Angst und Hoffnung sehen wir dem kommenden Mittwoch, vem Tage der Wahl des neuen Staatsoberhauptes, entgegen. England. kin fenfafloneller poliflfdier Plan £011*0*, 17. Dez. Wie die „Daily News" sich aus Kairo berichten läßt, besteht in englischen Reqierungskreisen die Absicht, Palästina und TranSjordanien zu einem einheitlichen Staat zu vereinigen, an dessen Spitze als König der bekannte Emir Abdulla treten soll. Es handklt sich hierbei um Plane, die wohl auf die Jnttative des Emirs Abdullah selbst, der vor kurzem in London weilt»', zurückzuführen find. Abdulla hat es in höherem Maße als König Huffein und Fetsul verstanden, sich mit der englischen Politik abzufinden und steht der Gewährung einer gewisien Autonomie an die Juden in Palästina im Sinne der Balfourerklärung wohlwollend gegenüber. Aus diesem Grunde dürfte man von zionistischer Seite den Plänen des Emir keine größeren Widerstände antgegenfetzen, obgleich die Bedenken auf der Hand liegen. Trotzdem für die politische Selbständigkeit der jüdischen Siedlung in Palästina nach dem Churchtllkommentar nicht mehr viel zu verlieren ist, würde schon die Tatsache, daß an der Spitze deS neuen Reiches ein arabischer Herrscher steht, dem ganzen Staals-- wefen endgültig und bis in alle seine Gliederungen hinein den arabischen Stempel weit nachdrücklicher aufprägen, als es in einem unter "der' Ve'rwältüng eines'jüdischen Oberkommiffars stehenden englischen Kronlanbes jemals der Fall hätte sein können. Ualästina. Das QJarmbad in Tiberias* Aerufatem, 5. Dez. Die Warmbäder in Liberias, etwa 1 km von der Stadt entfernt, wurden, vorerst drei, eröffnet. Bet guter Leitung, die nach allen Vorzeichen jetzt kommen wird, können sich die Bäder zu einem unermeßlichen Segen für Liberias und Palästina sowohl in gesundheitlicher wie auch wirtschaftlicher Beziehung auswüchsen. Frankfurter Krrichtr. Me Kßarmkkafeler der Aeire Smune Iisroel. Die am SamSiag abend im großen Saale de- Kn Konservatoriums staltqefundene Chanuttafeier n idealen Streben, dem Kunstsinn, wie dem organisatorischen Talente der «Zeire Emune ItSroel" ein glänzendes Zeugnis aus. Das Programm wickelte sich in bester Ordnung ab und verbreitete echte Chanukka, stimmung. Eröffnet wurde die Feier mit einer kernigen hebräischen Ansprache deS Herrn Jakob Landau, in der er auf den wahren Charakter der Makkabäerkämpfe und .Siege, entgegen den»; geschichtlichen Verdrehungen, die an» dem Ganzen nur ein jüdisches Kraftmetertum machen, hinwie». Darauf fang Herr Oberkantor Groß (am Klavier Herr Dirigent Neum a n»), einen BrgrüßuugSpsalm, und wir hatten bei dieser Leistung wie noch wiederholt an diesem Abende ~ - enheit, die edle GrsangSkanft dieses Hern», ,or - -—- - -- form» znbewnndern. , Auch diesmal mit iukmprokog, den er auch selber wirksam »ertrug. Daraus hielt Herr Redakteur SchEchnowitz die mit großer «ustoerksamtrit angehörte Festrove (sie ist an anderer Stelle dieser «»««er t«i Auszug» wiedergegeden). Auch ein Ber«r<Vä«ger,H«r «. Blumenthal, ltetzflch 1« lrn Jar-onlirdrr«, die von Herrn KkauSner am W HqjeimiburttNi hören. Daun kamnach einigen Paufeif das Hauprstück de» Abends an die Reihe, die Aufführung de» biblischen Drama» Mrchirath Joffes-. Die Bühne zeigte so prächtige, farbenreiche Szenerien und Gestalten, daß, besonder» die jüngere Generation, jeden Akt, der ihr die biblischen Kapitel und die agadikchen Ausdeutungen plastisch vor Augen führte, mit frenetischem Jubel begleitete. Aber auch den erwachsenen Freunden naiver, schlichter jüdischer Volkskunst machte da» Stück, da» vom Geschmacke und Können einzelner Darsteller zeugte, viel ehrliche Freude. ES geht nicht an, alle Darsteller bei Namen zu nennen und ihr Spiel im einzelnen zu würdigen,'umso weniger, als ein Theaterzettel die Inhaber der einzelnen Rollen nicht bezeichnete. Erwähnt fei nur, daß der junge Joses de- A. Quadrat eine recht hübsche anerkennenSwerte Leistung war, ebenso verstand e» der alte Jakob ln Marke und Mimik seiner Aufgabe vollauf gerecht zu werden. Unter den Midjantirn gab eS aber einige talentvolle Komiker, die mit ihren in da» tragische Ganze eingeschobenen lustigen Posten eine wohltuende Abwechslung boten und die Lacher auf ihrer Seite halte«. Versöhnt und befriedigt wie die Brüder Josts» ging man lange nach Mitternacht von dannen. Man hatte einen schönen Ehanukkaabend verlebt. Alfred Aer-erich Mit tiefer Wehmut erfüllte un» die Nachricht, dah ln der Nacht zum 14. 1^02 unser lieber Albert Berberich, Referendar aus Großkrotzenburg seiner Familie, dem großen Kreise seiner Freunde und Bundesbrüder im hoffnungsvollen Alter von kaum Der Dibuck. Im „Theater Löwentzog wird nächste Woche, Montag. Dienstag und Mittwoch, „D e r Dtbuck" von AnSku gespielt.- DaS Stück ist von den „WUnaern" in Berlin mit solchem Erfolge gespielt worden, daß ave poNttschrn Zeitungen voll de» Lobe» waren. Eine Reihe neuer hervorragender Kräfte, unter anderem der hier bekannte S. Bergmann, find zu den altbewährten hinzugekommen, um die Aufführung zu einem Prachtschaustück auszugestalten. SCHUMANN- Theater Täglich 7 Vt Uhr: Große Dezember- Spezialitäten-Programme. Jeden Sonntag 3 Uhr: GROSSE FREMDENVORSTELLUNG. Kleine Preise Volles Programm CrossFrankfurt Tanzpalais Das vornehmste Weinklause Claim Waldoll u. das große Dezember- , Cabaret-Programm. I Abendlokal □ □ Wiener Kaffee □ □ Original-Zigeunerkapelle Banka Pista. TheaterLöwenhof Tel. Hansa 2489. Hanauerlandstraße 38. Täg). Vorstellung der Wiener Denteeh-JAdisehen Operette nnter der Spielleitung des Herrn 8. Zucker Dunste, den 28. Beieuber: Die berühmte komische Operette: Der Veiler Pinke und die MÜune Chinke. . Operette in 4 Akten. SmiIs,. 24 Deiemher: Naehmittaoe-Voretelluiio Anfae, 3 llhr: Der Vetter Pinke und die Mihme Ckinke. Deiaerata,« de» I. neuster} Benefia Freu. M. Kupferberg. Die bewndte nationale Operette: Ctaaje nnd Sclunaje in 4 Akten. Zum Schlad: — Konzert« Abteilung. — Anfang pünktBeh 8 Uhr. Anfang pünktlich Uhr., Kartanvanarkaaf: Hotel LSwenhef. N.D. Kinder haben ohne Karten keinen Zutritt

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