Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 63 (1922)
- Issue
- Heft 50 (14.12.1922)
- Date
- 1922-12-14
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. SS Seite 7 14.-ezenLev löSP tradterung offenbart hat und, der nur potentiell in der schriftlichen Thora und der Sinaioffenbarung eingeschlossenen Geistesproduktton. der kommenden Geschlechter. Diese Unterscheidung ist, soweit wir sehen können, dem Verfaffer unvermerkt ganz abhanden gekommen, und sie gerade ist es doch, die uns die historische Gewissenhaftigkeit der talnrudischen Weisen umsomehr bewundern läßt, je tiefer man in ihr geistiges Werk ein dringt. Auf der einen Seite steht der Gesamtstoff der sinaitischen Halacha - Tradition, der, zur schlichten Ueberlteftrung bestimmt, notfalls durch das bs'bv pnn rra vermittelst ter vom Gesetzgeber selbst dazu bestimmten Interpretationsregeln reproduziert und verifiziert werden krnnte. Dieser Gesamtstoff einschließlich der auf Grund biblischer Vollmacht gegebenen Auslegungen des TTOi p*i n'S ist nach bibltschtalmudtscher Anschauung d. h. sinaitisch im historischen Sinn. Auf dem Grundgebäude dieses für den Talmud im durchaus historischen Sinne sin attischen Halacha hat sich dann die in gleichem Geiste, aber nicht von gleichem Charakter das reiche Inter Pt etationswerk der späteren halachischen Midraschim aufgt baut, wobei es sich ausschließlich um Widerspiegelung, Begründung, Ergänzung und Anlehnung der tradierten und durch Tradition bekannt gewesenen Praktischen Halacha — einerlei ob rrN''>''N»r^ oder sl2-!*7 — im Schriftwort handelt. Mit Rücksicht aus diese zweite Gruppe ist die fein und geistvoll ausgeführte Unterscheidung des Verfassers zwischen dem historischem und metaphysischem Offenbarungscharaktrr unseres Erachtens überaus verdienstlich und dankensn ert und wir sind mit ihm davon überzeugt, daß die Heroen des Talmuds den Satz von der sinaitischen Offenbarung alles dessen, was ein „süßer Thoraschüler dereinst an Neuem schaffen wird" nicht anders verstanden wissen wollten, wie es Kaatz meisterhaft klarzulegen versieht. Aber der Talmud würde die Ausdehnung der gleichen Theorie auf den gesamten Traditionsstcff unseres Erachtens als unrichtig abgelehnt haben. Es würde an dieser Stelle zu weit führen, den Beweis dafür gerade an Hand der Begriffe '2'O!2 N27>N und HW mH zu führen und die ureigentliche, sowie die übertragene Bedeutung von einander zu scheiden, in der diese Begriffe iH Bereiche der Tradition gebraucht werden. Wir möchten wiederholt die Aufmerksamkeit der jüdischen Gelehrten aus die Kaatz'sche Schrift lenken, deren Ernst eine vielseitige und gründliche fachmännische Würdigung von berufener Sette verdient und die hier nur, um hierzu anzuregen, in einzelnen Punkten einer vorläufigen kritischen Betrachtung unterzogen worden ist. Sücherbesprechungen. Rechtschreibung der deutschen Sprache und der Fremdwörterr^n Duden. D.irUnterstützung des Allgemeinen deutschen Sprachvereins, des Deutschen Buchdrvckervi-reinS, des Reichsverbandeö Oesterreichtscher Buchdruckeretbesitzer, des Schweizerischen Buchdt uckervereins, sowie der deutschen und österreichischen Kori ektorer vereine nach den für Deutschland, Oesterreich und die Schweiz gültigen amtlichen Regeln bearbeitet von Dr. I. Ernst Wülfing ur.d Dr. Alfred C. Schmidt, unter Mitwirkung des Kaiserlichen Lberkorrek.orS Otto R einecke. Neunte, neubearbeirete und vermehrt!» Auflage. 8«. XLVsil und 565 Geb. Veuaa des Bibliographischen Jristuuts m Leipzig und Wien. Das Buch in seinem Haupttetle, deui Wörterverzeichnis, bietet unter Zugrundelegung des amt. lichen RegelbucheS die Etrheitsbeschretbung der Wörter mir Angabe etwaiger gleichberechtigter DoppelschreL bungen und Doppelsormen, des Gefchl-chts, des Wessaues und der Mehrzahwildung der Hauptworts und Fürworie, der Steigerungsförmen bet Eigenschafts- Worten, der Abwandlungen bei den Ztitworien, dazu gram mansche, wonkundiiche und sachliche Belehrungen, ferner Zusammensetzungen, Abkürzungen, Anweisungen über Silbenironnutig, Betonung, Kennzeichnung von weniger empfehlenswerten grammatischen und falschen Formen. Auch die Sonderformen Oesterreichs und einzelner deutscher Bundesstaaten, besonders Bayerns, Der Israeli-. sind gewissenhaft verzeichnet. Ausgenommen find auch , behördliche, ortsübliche und fremde Formen von Städtenamen. Eine dankenswerte Bereicherung deS Buches bedeutet der Ausbau der auf 40 Seilen angewachsenen „Vorbemerkungen" mit den Abschnitten: Zur Rechtschreibung. zur Sprachleb-e, die Satzzeichen. Nicht nur für Buchdrucker und Schriftsteller wichtig sind die „Einzeloorschrifien für den Schriftsatz" und das von der Zentralkomn isston der Korrektoren Deutschlands ausgestellte ,,Einhetiskorrektormuster". K. A. A» Arankfurt t. W. Freitag abend: Gemütliches Beisammensein bei A. H. Bbr. S. O. Wreschner, Im Trutz 13. Samtziag abend: Chanukafeier bet A. H. Bbr. Dr. Rvfenbaum, Grüneftr. 42. Dienstag abend: Gemütliches Beisammensein und Spielabend bei A. H. Bbr. Dr. Lindenbaum, Fichtestr. 10. ■«■■■HKSnBBnBBHHBHHRHBSSS! SeretMalea-er. Personalien. Elberfeld, 6. Dez. In der Nacht zum 2. Dezember am ist unser Lehrer. Kantor und Schocher Batüch Weingarten, tm 58. Lebensjahre nach kurzer Krankheit infolge eines SchlaganfaUcS verstorben. Am 1..November waren es 30 Jahre, daß er von Graudenz nach hier an die Adah Jefchurun berufen wurde. Als ein wirklicher stand er den ihm übertragenen Aemrern mit Gewisienbafttgkeit vor und stellte sein ganzes Wißen und Können in den Dienst der Gemeinde. Auch in dcr großen Gemeinde war er viele Jahre Leiter und Führer der smp man und versah außerdem mehrere öffentliche Aermer. Die Adatz Jeschurun verliert in ihm einen schwer zu ersitzenden Beamten, aber noch mehr verlieren in ihm seine Hinterbliebene Gottin^und fünf teils noch unversorgte Kinder ihren Gatten, Vater und i:eu sorgenden Ernährer. N2^ pHX 127. H os-penlauer, 8. Dez. Am «L'i riss? starb hiernach nur zevnmvnvriicher glücklicher Ehe im Wochenbette Frau Berta Heinemann, geb. Stern, Gattin deS Herrn Arnold Heinemann, demselben ein Tächterlein zurückkassend. Eine Frau von besonderer Herzensgüte und Freundlichkeit, deren lautere Denkungsart einzig dastehen dürste, ist mit ihr dphingegangen. die war ihrem Gallen eine wahre Gehilfin, den Armen eine beretrwilltge Spenderin, den Ortsbewohnern eine gern gesehene Gesellschafterin, die allgemein und aufrichtig betrauert wird. Am Grabe auf ddm Friedhofe zu Matzbach schilderte Herr Lehrer Berlinger, Poppenlamr, die Entschlafene in tiefempfundenen Worten alS das Vorbild der Friedensliebe und des häuslichen Glückes. Herr Lehrer Neustädter, Matzbach, sprach als Freund und Verehrer des gebeugten und allgemein bedauerten Galten, Worte deS Ernstes und deS Trostes. Srieflasten. A. R. in Oagen (Wests.). Ein Werk unter dem von Ihnen angegebenen Titel ist uns nicht bekannt. Bei unö ist es jedenfalls nicht vorrätig. Frankfurter Kerichte. Lßauukavorlräse und -Meranstattuuge« in mehreren Vereinen. 1. Freitag abend 8 Uhr, findet das gesellige Beisammensein derAgudaS Jisroel-Jugendgruppe tm vergrößerten Umfange mit einem schönen Chanukaprogramm und unter Mitwirkung von Mitgliedern des SynagoaenchoreS dieses Mal in den Räumen deS Mekor Chajim, Langestr. 18 statt. 2 SamStag abend ^8 Uhr, veranstalten die „Zetre Emune Jtsroel" tm Hochschen Konservarortum einen Festabend mit einem Referate deS Herrn Redakteur S. Schachnowttz, Rezitationen lebenden Bildern und einer Theateraufführung (,,Mechirath Jauffesi). 3. Sonntag nachm. 6'/. Uhr, spricht im „Mekor Chajim", Langestr. 18, Herr DistrUlsrabblner Dr. Raphael Breuer, Aschaffenburg, über ,.Chanukagebaute n". 4. Sonntag abend 7 Uhr, Chanukafeier der Agudas Jisroel-Jugendgruppe Wiesbaden tm „Hotel Bristol", zu der die Jugendgnippe der Agudas JiSroel Frankfurt a. M. eingeladen ist. Näheres ist im Bureau der hiesigen Agudas Jisroel-Jugendgruppe zu erfahren. Winternot. Bon der Zentrale für jüdische Wohlfahrtspflege Langestr. 30, 1. St., Tel. Hansa 9548, wird uns geschrieben: Wir machen auch an dieser Stelle darauf aufmerksam, daß die Sammlung „Wirternot" all denen, die durch die Ungunst der Zeitverhäitnisse Not leiden in diskretester Weise helfen will und sind gerne bereit, nähere Auskunft zu erteilen und auf Wunsch Gesuche an die „Wtnternot^ weiterzuletten. Sprechstunde Dienstag und Donnerstag von 12—1 Uhr täglich, außer Samsiag und Sonntag von 3—5 Uhr. Neraturrgssteüe für ostjüdifche Atüchtttnge. Die Sprechstunden der Beratungsstelle für ostjüdische Flüchtlinge, Langestr. 30, finden ab heute wie folgt stau: Montag bis Donnerstag von 10—1 Uhr vorm., 4—5 Uhr nachm.? Freitag von 10—2Uhr vorm.? Sonntag von 10—1 Uhr vorm. Verei« Mekor Glmji«. Freitag abend nach Schul: „Mikro"? Herr Herz Holpern. S a m s r a g noch Schul: ,.Dinim"? Herr Rektor Falk. — na ck m. S1/* Uhr, im Vereinslokale: „En Jakow"? Herr Redakteur Schachnowttz. Sonntag abend 6’/* Uhr: „Chanukagedanken"? Herr DistriktSrabbiner Dr. R. Breuer, Aschaffenburg. Montag und Mittwoch abend 7 Uhr: „Gemoro"; Herr Rabiner Dr. Jos. Breuer. Dienstag ab.-nd 6 Uhr und Sonntag früh 9'/^ Uhr: „G'woro"; Herr R. A. G. Posen. Donnerstag ab«, nd 7 Uhr: „Mischnah^? Herr Rektor Falk. Jahrzeitstistungslernen. Freitag, 15. Dez.: Sara Weil, geb. Adler-Stiftung. Montag, 18. Dez.: Hanna Falk-Stiftung. TheaterLöwenhof Tel. Hansa 2489 lianauerlandstraße 38. Tag). Vorstellung der Wiener Dentsch-Jfldisehen Operette unter der Spielleitung des Herrn <8. Zucker $am*tag, den 16. u. Sonntag, den 17. Dez.: Auftritt der neu engagierten Schauspieler Frau Landau und E. Lehrer. Es gelangt zum 1. Male die nationale Operette: Dem Rebbens ben Joched Operette in 5 Bildern von Silbers 7,uv Aufführung. Montag, den 17. Dezember: Geschlossen. Dienstag, den 18. Dezember: Dem Rebbens ben Joebed Mittwoch, 20. Dez.: Auf vielseitiges Verlangen : Bar Koebba in 5 Bildern von Goldfaden. Donnerstag,21. Dez.: Ehrenabend v. Schauspielerin Frau Aingorn in Schlomele Scboldik 4 Akten von Lubin. Anfang pünktlich 8 Uhr. Anfang pünktlich 8 Uhr. Karten Vorverkauf: Hotel Löwenhof. N. B. Kinder haben ohne Karten keinen Zutritt. ■4 I J 5P SCHUMANN' Theater Täglich 71/* Uhr: Große Dezember- Spezialitäten-Programme. Jeden Sonntag 3 Uhr: GROSSE FREMDENVORSTELLUNG. Kleine Preise Volles Programm rteFronkfnrt i < Weinklause I Tanzpalais Claira Waldoff I rjn5 vnrnphm«jto u. das große Dezember- 1 UaS VOrneBmste Cabaret-Programm. 1 Abendlokal □ □ Wiener Kaffee □ □ Original-Zigeunerkapelle Banka Pista. I Das Chanukaprogramm im Jüdischen Theater Löwenhof ist äußerst reichhaltig und vietet das Beste, was die jüdische Bühne aufzuweisen hat. SamStag, Sonntag und Dienstag wird „Rebbes den joched" gespielt. Am Mittwoch daS jüdische Heldenstück „Bar Kochba". Donnerstag geht als Benefiz für die hervorragende Darstellerin Mery Aingorn das beliebte lustige Stück „Schlaume l e S ch o l t e k" über die Bühne.