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Der Israelit · 1922-12-07 · Heft 49 (7.12.1922) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
63 (1922)
Issue
Heft 49 (7.12.1922)
Date
1922-12-07
Page
– (sequence 14)
Language
German
Belongs to
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§KtSli,r? Hett« 2. Nr.24 f unter den „veränderten Kschichtlichen Bedingungen" schon wirklich die gesamte In- \ denheiL so gründlich umwandelt, daß ihr die , einheitliche Mitarbeit am Aufbau eines weltlichen Judentums in Erez Jisroel zugemutet werden kann? Das Keren Hajessod-Jud ent um i st n i cht u n s e r I u d en tum. Wir können wohl ahne weiteres zugeben, daß es in unserer gottlosen Zeit eine große Zahl gottloser Juden gibt, bei denen die Voraussetzungen der 1 Keren Hajessod-Philosophie zu treffen, die den Verlauf der jüdischen Geschichte mit den Äugen des Keren Hajessod verfolgen, welche die beherrschende Stellung der Thora im jüdischen; Volksleben als eine vorübergehende Erscheinung : babylonischer Abkunft betrachten, während sie zur Zerr von lysi ntfo nur ein „Bestandteil" dieses Volkslebens war — wir können und werden aber niemals diese aller jüdischen Tradition Hohn sprechende Geschichtsbetrachtung als einen geeigneten Sammelrus der gesamten JudenheiL zur Förderung des jüdischen Siedlungswerkes in Palästina betrachten, solange es nach ein kleines Häuflein von Jehudim gibt, die vor der Perspektive zurückschaudern, die ihnen das — wahre Gesicht des Kereu Hajessod eröffnet. Tenn 1 es ist ja gar nicht wahr, was der Keren Hajessod behauptet (wohlweislich nicht in seinem ^Programm, sondern in seiner Broschüre), daß die überkonfessionelle Einheit der neuen europäischen Bildung die religiöse Form der überliefertem jüdischen Bildungswelt sprengen mußte. 'Der Keren Hajessod kniet vor diesem geschichtlichen Dogma wie vor einem Götzenbilde. Die Einheit der neuen europäischen Bildung ist gewiß, überkonfessionell oder, in ein populäres Deutsch übertragen: Die Religion nimmt in der Bildung eines modernen Europa keine alles be^ herrschende Stellung ein, sie muß sich vielmehr im besten Falle mit der Rolle eines „Bestandteils" seiner Bildung begnügen. Ergibt sich aber daraus mil unausweichlichem Zwange, daß nun auch die religiöse Form der überlieferten jüdischen Bildungswelt in die Luft fliegen mußte? Sie ist vielfach in die Luft geflogen. Jedoch: mußte? Kein Mensch muß müssen! Seit wann ist denn die Entweihung des Sabbaths ein Naturgesetz? Müssen wir uns denn von Thora und Mizwoch lossagen? Und beweist denn die unendliche Fremdheit, die auch im deutschen Judentum trotz aller „überkonfessionellen" Einigungsversuche die Parteien anseinanderhält, nicht aufs schlagendste, daß von dieser religiösen Form der überlieferten jüdischen Bildungswelt doch noch mancherlei zu sprengen wäre, bevor eine gewissenhafte Geschichtsbetrachtung von ihrer Beseitigung als einer unabänderlichen Tatsache zu sprechen sich erkühnen dürfte? (Forts, folgt.) Aus der Bewegung. Frankfurt a. M. Me bereits in der letzten Nummer der „Blätter" gemeldet, hat sich im Schoß der hiesigen Zerre Emune Israel ein provisorisches Zentrnlamt der Z. E. I. gebildet, welches sich zunächst in einein jüdischen Ausruf an alte nach Deutschland versprengten östlichen jungen Juden wendet; wir lassen eine Uebertragung folgen: Aufruf 3es zeitweiligen öenfralrafgs Ser mvu »E in veutsclilsnö. Jagend! Der ewige Kampf zwischen Jung und Alt geht zu Ende, die Brücke zwischen Vätern und Söhnen, ja sogar Großvätern und Enkeln ist errichtet, es naht der Tag, an dem beide Parteien rufen: Wir haben uns verstanden: F r i e d e n Das sind keine Phrasen auS überhitztem Gehirn, Ausfluß einer begeisterten spontanen Empfindung, die wiederum leicht von Hoffnung ans Verzweiflung übergeht. Es sind keine Uebertreibungen von Leuten, die für jede neue Bewegung eine Freudenhhmne anstiinmcn. Nein, es sind Tatsachen, die nicht bestritten werden können, so nian die letzten Vorgänge mit einiger Aufmerksamkeit verfolgt. Ja, der Friede zwischen Jung und Alt macht schnelle Fortschritte, aber nicht immer und 'überall kmrn der Friede ein befriedigender sein. In gewissen Volkskreisen wird der Friede aus traurige Art geschlossen: Die Jugend zieht alles an sich, die Alten mit ihren Traditionen sterben und aus deren Grab wird ein Denkstein gesetzt mit der Aufschrift: „Das Buch und das Ideal gehören der Vergangenheit, die hier unter Gräbern ruht." Und in den Straßen, w» das Leben rauscht und kocht, schickt man sich an, Fahnen zu erheben mit der Aufschrift: M leben Hacke und Hammer? Allein das ist kein Frieden unter Parteien, die gekommen sind, um sich untereinander zu verständigen, es ist nur zeitweiliger Sieg des Materialismus. Die rohe Kraft hat obsiegt und alles verschlungen, das Buch ist gefallen unter der Macht des Schwertes. Aber wir wollen unsere Augen abwenden von jenenr ekelhaften Triebe, der rmr Brücken baut für neue Kriege, richten wir lieber unser Auge nach dem Frieden, bei dem keine der kämpfenden Parteien den Kampf verloren hat, der vielmehr eine Verständigung bedeutet. Nähern wir uns den Bildern, wo unsere 'Schlome Emune Jisroel in väterlicher Liebe die Hand entgegenstrecken ihren Söhnen und Enkeln in den Zeire Qrmmte Jisroel. Die Verbände der Zeire Enmne Jisroel, die in engem Zusammenhang mit den Schlome Emune Jisroel in Polen stehen, sind zu der Ueberzeugung gelangt, daß alle Anschuldigungen und Angriffe, welche die Liberalen gegen die Alten richten, aus Verleumdungen beruhen, auf Lug und Trug. Sie wissen, daß unsere Geaunim und Zadikim die ganze Schönheit des Lebens begreifen. Die Alten wissen, daß sie von den Jungen nicht verlangen können, daß sie in allem wie die Alten denken und fühlen sollen, solange sie noch jung sind, aber kraft ihrer Erfahrung wollen sie die Jungen vor schweren Gefahren behüten. Die Schlome Emune Jisroel sind überzeugt, daß die jüdischen Heiligtümer von ihren Söhnen in den Zeire Enmne Jisroel genau so gewahrt und hochgehalten werden wie bei den Alten, aber die Jugend in ihrem Drängen und Brausen muß den Kampf auf ihre eigene Art dnrchkämpfen, das Ziel mutz für Alt und Jung das gleiche bleiben. Eine Reihe von Jahren hat man von gewissen Seiten sich bemüht, die Augen der Massen zu blenden und ihre Ohren zu betäuben, auf daß die Jungen nicht sehen und hören, wie ihre Väter händeringend ne anfleheu: „Kinder versteht uns!" Endlich ist aber doch die Väterstimme zu den Ohren der Söhne und Enkel gedrungen und sie beschlossen, dieser Stimme Folge zu leisten. Ihre Antwort war die Gründung Hunderter Zeire Emune Jisroelgruppen. Mit bollern Vertrauen ist die Jugend durch die Tore gegangen, die ihnen die Geaunim und Gedaule Hatauw geöffnet und nach 2 Jahren hat sie sich überzeugt, - daß dieser Weg zum Baume des wahren Lebens führt. Und die Zeire Emune Jisroel rufen jetzt mit freudigem Herzen all ihren Freunden zu: Freunde, die ihr noch einen jüdischen Funken im Herzen habt, kommt zu uns, wir wünschen uns zu vereinigen. Kommt und überzeugt Euch, daß dem oeistigeu Neuaufteben der jüdischen Jugend sich eine Türe geöffnet hat, durch die wir in eine echt jüdische Organisation geführt wewen. Ihr werdet nicht mehr auf falschen frernden Wegen die Befriedigung Eurer Ideale suchen müssen! Ihr findet sie in größtem Maße auf der Basis unseres eigenartigen Lebens. Ihr findet hier die Antwort auf eine Reihe von Fragen, die Eure Seele beschäftigen, betrüben und verwirren. Ko m nt t zu uns: Wir versichern Euch, daß alles, was jüdisch ist, bald in ganz anderem Lichte in Euren Augen stehen wird. Ihr werdet begreifen den großen Wert unserer geistigen Schätze, unserer Geschichte, ihr werdet erkennen unsere Großen in ihren hellsten Farben, ihr werdet auch die hohe Bedeutung der Agudas Jisroel als Schutzmauer des historischen Judentums begreifen lernen, auch ihren Kamps, den Verteidigungskampf für die Thora und die jüdische Originalität, die Zukunft des jüdischen Volkes zu schätzen wissen. Mit bent gleichen Rufe wenden wir uns aber auch an unsere Mitglieder und Freunde in Deutschland, daß. sie sich mit uns in einer Organisation zusammenschließen. Wir gründenän Frankfurt a. M. ein zeitweiliges Zentralamt siir sämtliche Zeire Emune Jisroel-Vereine, die sich rn Deutschland befinden. Unsere Kräfte sind verhängnisvoll zersplittert, die Zeit aber fordert gebieterisch, daß wir uns sammeln und einigen. Mt jedem Mitglied, um das unsere Organisation bereichert wird, wird sie stärker und mächtiger. Und diel Kraft müssen wir sammeln und anfwenden, entsprechend den großen Aufgaben, die wir zu lösen haben. Chawerim, erwachet zu neuem Leben! Organisiert Euch! Gründet Überall Zeire Emune Jisrvel-Gruppen, wo nur die Möglichkeit vorhanden ist, wo nicht, da tretet bei uns als Mitglieder ein und setzt Euch mit uns in Verbindung. Versäumt keine Zeit. Seht zu, daß wir in der nächsten Zeit eine Beratungskonferenz zusammenrufen können, die-uns die Richtlinien für die weitere Organisationsarbeit schaffen wird. Alte und neue Mitglieder! Höret unseren Ruf und kommt zu unS, denn jetzt ist der richtige historische Moment, um mit eurem kräftigen Stoß unsere Ideale vorwärts zu bringen. Kommt zu uns, wir warten auf Errch! Das zeitweilige Zentralamt für die Zeire Emune Jisroel in Deutschland: Jacob Landau, Jacubowitsch, Vorsitzender Schriftführer. Jzchok Grüngraß, Judelvwitsch, Abraham Gisch. _7. Dezember i»2ä Berlin. Aus Einladung von Dr. Lewin, Direktor des Norddeutschen Bankvereins, Dr. Alfred Nossig und Wladimir Temkin fand in Berlin eine Besprechung in Sachen eines wirtschaftlichen PalMnaunternehmens statt, welches das Bereinigte Berliner Komitee für zionistische Reorganisation in Gemeinschaft tnit anderen Gruppen plant. Der Besprechung wohnte auch das aus der- Rückreise von Palästina nach Amerika begriffene Mitglied der Brandeis-Gruppe Mr. Sol Rosenbloom bei. Ferner waren prominente Persönlichkeiten der Berliner russisch-jüdischen Kolonie anwesend. Nach einem' Bericht von Dr. Nossig Wer den Charakter des geplanten Unternehmens referierte der vor kurzem aus Palästina zurückgekehrte Dr. N. Honig, überdie wirtschaftliche Lage in Palästina. Es wurde zur Kenntnis genommen, daß bis jetzt nachstehende Gruppen zur Beteiligung bereit sind: Me Wolfsohn-Gesellschaft, die neutralen Mischen Organisationen „Allgemeine jüdische Kolonisationsorganisation" und „Hilfskomitee für Palästina", vertreten durch Kommerzienrat Gerson Simon und Herrn Alois Ä. F. Marcus, Direktor der Deutschen Unionbank, die „Palästinazentrate der Agudas Jisroel" in Frankfurt a. M., repräsentiert durch Dr. Oppenheimer, Herrn Jacques Chapiro (Paris), Vertrauensmann des Baron Rothschild, sowie mehrere Firmen in Berlin und Hamburg. Den Mittelpunkt der Beratungen bildete eine Ansprache des Vertreters der Brandeis- Gruppe, Mr. Rosenbloom. Basel. Me alljährlich, hat auch rn diesem Wintersemester die Agudas Jisroel-Ortsgruppe ihren talmudischen und halachischen Schijur wieder ausgenommen. Letzten Sonntag wurde mit der „Sngje Mitoch" (Traktat Bezah) unter Teilnahme einer zahlreichen Zuhörerschaft unter tiefgründigem Vorlernen von Heven M. Schwartz begonnen. Für die weiteren Wende des Wintersemesters haben das Borlernen bereitwilligst übernommen die Herren Rabbiner Dr. Cohn, Botschko, N. W. Lisschitz und N. Sternbruch. SpendeUsten- Für unsere Hungernden in Rußland » Ukraine. Adelsberg: I. Weichselbauim 600. Alsfeld: Steinberger u. Co. 500, .I Rothschild 100. Altona: Wolf Möller s. l. 400, L. Landau 300, Kneses Jisroel 1600. Altengronau: K. Goldschmidt 50. Arnheim: Vredenburg jr. 100. Aschaffenburg: NN. 300. Aschbach: Ungenannt 2000, dch. Oberl. Wechsler 400, Ungenannt 4000. Altenmuhr: dch Distriktsrabbinat Ansbach: Siruon Weinmann 1000, Julius Weinmann 500, Herz Weinmann 500, D. Richard 500, H. Flink 500, L. Mohr 500, B. u. H. Thormann 500, Feldmann 200, I., M., A., H. Fleischmann je 20, M. Fleischmann 10. Bad Homburg: Die früher ausgewiesenen 40000 waren das Ergebnis einer Sammlung im Sanatorium Goldschmidt. Bad Kissing en: dch Rabb. Dr. Bamberaer 1000, Teilbetrag der Tischrisammlung 500, NN. 130, Laskar-Bendin 500, Frau Jssinger-Fft. 20, Frau Frehlich-Krakau 1472, Hotel Ehrenreich 8-59. Bad Nauheim: Adolf Oleschner 50. ' Bad Wildnngen: Felix Baruch 100. Baden-Baden: Selma Asch 200, Else Stein 200. Ballenstedt: Hermann Cohn 500. Bebra: B. Enianuel 300. Bechhofen: Julius Schapiro 500. Benthen: Gottftied Altmann 1000. Bierstadt: dch Leo Kanter 800. Berlin: R. Mehrowitz 1000, Iwan Bauchwitz 50, Fred Kahn 50, F. M. 250, E. M 65, Alfted Kahn 575, Felix Koref von B. E. 200, Max Neuberger u. Frau gratulieren Dr. I. Wohlgemuth zur Verlobung seiner Tochter 100, Bester 200, Herm. Magnus 40, I. Zoller 133,33, B. u. I. Barkowsky 100, I. Hammer 200, E. Simon 40, Siegfried Jacob 20, Joelson u. Smolensky 1000, H. Glückstadt 500, Sitta Malinowski 50, I. Schwarz 250, Enklides 200, Max Fraenkel 300, dch Rabb. Grimberg K. G. 1000, Hungerdistriktbüchse Munk 186, Moritz Mailich 500, Georg Löwenthal 100, Grete Löwenthal 50, Hanni Lewinski, Blumenablösung 100, dch Hannr Lewinski: Josef Lewinski 500, Paul Kornblum 600. Gotth-old Wechselmann zur Hochzeit Cohn-Cälvach 40, Hanni Lewinsky und Bella Müllers Blumenablösung zur Verlobung Ruth Alexanders 40, tanni Lewinski 120, Rechtsanwalt Dr. (Sbgav roßmann, Maskirgeld 50, dch dieselbe: Joses Lewinski 600, Hanni Lelvinski 200, NN. 1000, Blumenablösuna Falk Schlesinger, Bella Müller, Hanni Lewinski 200, NN. 700, dch. Max Penner 2000, H. 1600, Familie Dr. I. . Wohlgemuth anlätzl. Jomkippur und Simchas Thora 3730, Dr. Steinmarder—Leipzig 1000, durch Hanns Lewinski 750, Lehmann Weichselbaum 1000, dch. E. Steiner: Fr. Abranwwiczi-Bukarest 200, Zion JsacksyhN-Libau 200, M. Livmann-Reval 100, Cohen, Turksma 10V, Franz Hornke-Köpentck 50, S. Tschernigow 50, G. Weißb erger-Begesack 50, \ Oauenger-Rüstringen 50, Jakob Sedack-Kibarti . 100, S. Salomons-Amsterdam 100, Herz Dr.

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