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Der Israelit · 1922-12-07 · Heft 49 (7.12.1922) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
63 (1922)
Issue
Heft 49 (7.12.1922)
Date
1922-12-07
Page
– (sequence 6)
Language
German
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«Lite 8 Nr. 49. __ Hermann Buxbaum als Freund deS HaufeS Forchbelmer. Beide Redner entwarfen ein getreues Lebensbild der Verstorbenen, die uns aUen unvergeßlich bleiben wird. Srieftasten. S. L. in Berlin. Judäus, Raw, ist zur Zeit vollständig vergriffen. H. L' iN GtyifhylM- Gesändten Check haben wir erhalten. Nobody in Düffeldorf. Die uns gesandten 500 Mk. stehen zu Ihrer Verfügung, da wir nicht in der Lage sind, sie an die angegebene Ad reffe weiter zu - geben. Sp. D. in Wron ff. Eine Besprechung ist in unserem Blatte bisher nicht erschienen. B. I. A. in Berlin. Die Ankündigungen können wöchentlich kostenlos im Bereinskalender erscheinen. H». E. in Frankfurt. Fraglicher Brief und Besprechung sind nicht in unsere Hände gelangt. Vermischtes. Berlin, 15. Nov. Zu einer Versammlung im Herrenhause harte gestern der Verb and national, deutscher Juden seine Mitglieder sowie auch Ber- Ireter anderer Anschauung?» und Kreise geladen. Der Vorsitzende des Verbandes, Dr. Naumann, hielt einen Vortrag über die Judenfrage. Er stellte als Ziel des Verbandes die „Amalgamierung und Asiimtlierung" der Juden mit den Deutschen hin; im Sinn des Verbandes lebe und wirke ein Jude, der in allen Grundfragen zuerst als Deutscher, dann erst aig Jude fühle und denke. Juden, die ihre jüdischen Belange über alle anderen stellen, seien vom deutschen Volkstum „abzustotzen", wobei natürlich nicht gewalrsame Maßnahmen gemeint waren. Dle weitere Diskussion war teilweise recht lebhaft, wovei die Venreler des Zionismus ihren Standpunkt sehr leidenschaftlich verfochten und von den nattonaldeutfchen Juden ebenso leidenschaftlich angegriffen wurden. Berlin, 11. Nov. In dem Prozeß gegen den Redakteur Birnbaum vom „Berliner Tageblatt" wegen Beleidigung des Verfassers der Schrift „Die Sünde wider das Blut" hat auf Antrag des Prrvatklägers'Dr. Dinier, Dt. Bischof in Leipzig ein Gutachten über die jüdische Ethik, die im Talmud ntedergelegt ist, erstattet. Nachdem der von der Ver. teidigung yyrgeschlagene Sachverständige, Profeffor Dr. König, Ordinarius der evangrlisrh.ihro'.oglschen Fakultät in Bonn die Erstattung eines Gutachtens abgelehnt halte, weil er auf dem Spezialgebiet der Takmudwissenschaft nicht als Fachmann anzusprechen sei, haben nunmehr die Rechrsanw. Dr. Klee und Dr. Cohn beantragt, an dkffen Stelle und an Stelle des vor einigen Wochen verstorbenen Geh.KonsistorialratS Profeffor Strack, Profeffor Dr. F t e b i g in Gotha als Sachverständigen zur Abgabe emes schriftlichen Gutachtens aufzufordern. Hamburg, 3. Nov. Eine Gedächtnisfeier für seine im Kriege gefallenen Kameraden hielt der Vaterländische Bund jüdischer Frontsoldaten, Ortsgruppe Hamburg, auf dem jüdischen Ehrensriedhof in Ohlsdorf av. Eine zahlreiche Gemeinde, Abordnungen mehrerer Vereine mit ihren Fahnen, Vertreter der Behörden, sowie Admiral v. Gohren als Vertreter des Neichswrhrmlinfters halten sich vor dem Ehrenfriedhof eingefunden, die Kapelle der Hamburger Ordnungspoitzet unter Leitung des Obermustkmetsters Günzel leitete bie Gedächtnisfeier mit dem Chopinschen.Traue.marsch ein. Feldrabbiner Dr. Jacob aus Dortmund hielt die Wriherede, der Vorsitzende des Bundes-Borstandes, Dr. Urras, und Admiral v. Gohren hielten kurze Ansprachen. Nach einem von Kanior Blumenftein gesungenen Gebet für die Gefallenen folgte der Vorbeimarsch der Abordnungen mir ihren Fahnen an den Gräbern der Gefallenen und auf dem Ehrensriedhof bestatteten Kameraden. Bafel, 15. Nov. In der Zeit vom SamSlag bis zum Montag Morgen sind aus der Basler Sy.'agoge eine Anzahl Kultusgegenstände, unter anderem ein großer silbervergoldeter, mit kostbaren Steinen besetzter achtarmiger Leuchter, entweudet worden. Der Dieb demolierte den Leuchter und wird zweifellos versuchen, die Bruchstücke zu verkaufe». Der Schaden wird aus über 15.000 Franken geschätzt. Sprechfaul. Jüdsiche Probleme der Zeit. Verehrliche Redaktion.' Aus den Artikel „Jüdische Probleme der Zeit", gingen mir von den verschiedensten Seiten Mitteilungen und Anregungen zu. Ganz besonders hinsichtlich der Ausführungen betreffs D'mis mssn wurde auf die Im Löwenhof spielt das Jüdische Theater diese Woche die besten Stücke der jüdischen Bühnenliterütur und zwar „Das Ptntele Jüd", „Sulamtlh", .Der Golem von Prag" rmd als Benefiz für Herrn und Frau Steiner, die berühmte historische Operette „Kol nidre". Der Jsraeltt 7. Dezember 1933; Dringlichkeit hingewlefen. Ein bekannter jüdischer j Jugendfreund macht darauf aufmerksam, daß auch die Zimmernot eine große Gefahr bedeute und daß ihm Fälle bekannt seien, wo junge Menschen sittlich gefährdet werden, weil sie zum Wohnen in verrufenen Gaffen gezwungen sind. Als ein erfreulicher Erfolg sind Einverständniserklärungen von Familien zu vermerken, die den jungen Leuten gesellschaftliche Aufnahme gewähren wollen. Mit Freuden ist hierbei das Anerbieten eines nTifl p zu begrüßen, der sich bereit erklärt, Freitag abend und über ganz SchabdoS srnlo.e junge Menschen bet sich auszunehwen, mit ihnen zu lernen und ihnen überhaupt das jüdische Heim zu ersetzen. Ich möchte vorschlagen, die Regelung dieser wahrhaft nuten jüdischen Sache den Sckomre Schabbos-Versinen *) zu übertragen. Düse sollten als Meldestelle für die nach der Stadt kommenden jungen Menschen in Frage kommen. Wenn den Gruppen daun die Familien vekannt sind, die Wert darauf legen, daß ihre Kinder dos jüdische Heim in der Stadt nicht entbehren sollen, dann könnte seitens der Vereine mit den sich bereit erklärenden jüdischen Häuslichkeiten das Nötige vorher vereinbart werden. Hochachtungsvoll Hermann Seckbach. Frankfurter Kerühte. Dr. Sirßrmrnn chrombacher n' J? Im Alter von 50 Jahren verstarb Dr. Gromb ach er. Aus dem Badischen stammend, bezog er noch absolvierter Gymnasialzeit, ausgellonet mit guter Vorbildung, die Universität und das Rabbrnerseminar in Berlin. Nach Beendigung seiner Studien, zog er nach Halberstadt und darin nach Frankfurt a. M., wo er in der Religionsschule der Israelitischen Gemeinde tätig war und noch Zeit und Muße fand, seine talmudischen Kenntnisse zu erweitern und zu vertiefen. Von da ging er 1901 als Direktor der Religionsschule nach Straßdulfl, wo er sich in fast zwei Jahzehnten segensreicher Wirksamkeit ein bleibendes Andenken sicherte. Infolge des Krieges mußte er wie Viele Straßburg und'seine liebgewonnene Tätigkeit verlasset». Seit 1-20 wirkte er mit großer Aufopferung in Frankfurt o. M. als Leiter der ueueingerichteten „Zentrale für jüdische Wohlfahrtspflege". Sein rascher Heimgang hinrerläßt e.ne klaffende Lücke rm öffentlichen jüdischen Wohltätigkeits-vesen, und als Mann von strikter Wahrhaftigkeit, aufrichtiger Frömmigkeit, Pflichtreue und tätiger Menschenliebe wird ec allen, die ihn gekannt, unvergessen bleiben. Irau Watyan Garleöach. Am msp 'B nstp starb im Alter von 66 Jahren Frau Carte buch, Witwe -es vor neun Jahren ihr in den Tod vorongegangenen Nathan Carlebach V'att. Bon einfachem, schlichten Wes-n, von tiefster Frömmigkeit beseelt, voller Liebe und Güte, so wandelte sie unter uns, geliebt und geachtet von allere verehrt von ihren Kindern, die sie au der Seite des; unvergeßlichen Gatten zu min und nsf er-! zo^en hatte und einer Heranwachsenden Enkelschar, die an der Großmutter das schönste Vorbild gottgefälligen Lebenswandels hatte. Ihr gastfreundliches Haus hat nicht wenig dazu beigetragen, daß sich früher in ÄtUttggrt, wo die Familie ihren Wohnsitz hatte, die a*K"i' sammeln und staden konnten zur Gründung der Religionsgesellschaft, zu deren ersten Initiatoren Nathan Carlebach y'5» gehörte. 1833 übersiedelte Herr Carlebach, angezogen von Rabbiner Hirsch in dessen Kreis er bald als der eifrigsten einer cintrot, mir seiner Familie nach Frankfurt und auch hier stand Frau Carlebach ihrem Gatten in seinen idealen Bestrebungen tapfer zur Seite. Söhne und Töchter, im Geiste des Hauses wirkend, künden der Mutter Lob rrnttwi rros löp und ein großer Kreis von Verwandten und Freunden wird der Verstorbenen ein eürendes, ewiges Angedenken bewahren. Auf dem Friedhose der Israelitischen Religionsgesellschaft hielten warme LNLO.i bie fierren R. A. ®. Posen und Rabbiner Dr. Hartwig Carlebach, Berlin. n"2XJn. §ie GhaNUkafeier der „Ze!re Gmrme Iisroet." Die C h a n u k a f e i e r des obengenannten, innerhalb der Aguda-Weltorgantsation und an der Seite der hiesigen Agudas Jtsroel-Jugendgruppe wirkenden Vereins findet am Samstag, den 16. Dezember abends 8 Uhr, im Saale des Hochschen Konservatoriums statt. Im Mittelpunkte des reichhaltigen Programms steht die Aufführung des Josessdramas, das unter dem Namen „Mechirath Josse pH" alle Midrasch- und Agadastellen über die Josefsgeschichte künstlerisch verwertet und sich im Osten von jeher größter Beliebtheit erfreut. Das unter fachmännischer Leitung gut eingeübte Stück wird den Freunden urwüchsiger jüdischer Kunst auch im Westen viel bieten. Außerdem sieht das Programm Ansprachen, lebende Bilder, Rezitationen und Gesänge in abwechslungsreicher Folge vor. Da der Saal nur 300 Plätze hat, so werden die *) Diese existieren wohl nirgends mehr, stattdeffett kämen u. E. die Agudas Jisroel-Jugend--- gruppen miBetracht. Red. Besucher gebetensich bei den im Inseratenteile angegebenen Stellen jetzt schon mit Karten zu versorgen. ^öffentlicher Mortrag der Agudas Iisroek- Iugeuvgruppe. Im Rahmen der „öffentlichen Bortrüge der Agudas Jisroel.Jugendgruppe" spricht nächsten Samstag abend 1]aQ Uhr, im Hörsaale Friedberger Anlage, Herr Rabbiner Dr. Bondi, Mainz, über «.Die Hasmonäer". Gäste, Damen und Herren willkommen. Jüdische Lei-Kaffe, K.W. Der Verein Jüdische Leihkasse, E. V., hat fich konstituiert. Nach ß 2 der Statuten ist fein Zweck, unverzinsliche Darlehen zur Errichtung und Erhaltung selbständiger Existenzen zu gewähren. Damit ist einem dringenden Bedürfnis in unserer Stadt abgeholsen,' denn bet den immer mehr steigenden Preisen der Materialien für Handwerker und Gewerbetreibende der Waren für Kleinkauslcute usw. können manchmal auch solche Meister, bezw. selbständige Kaufleute, die früher ohne Beihilfe ihren Betrieb zu führen in der Lage waren, nicht mehr die nötigen Kapitalien ausbringen, zumal Bankkredite so gut wie nicht mehr zur Verfügung stehen. Noch weniger ist eS. heute tüchtigen Menschen möglich, sich ohne entsprechendes Kapital, das meistens nicht zu beschaffen ist, eine Existenz zu gründen. Diesem fühlbaren Mangel soll durch die neue Leihkaffe abgeholfen werden. Den Vorstand des Vereins bilden die Herren: Bankdirektor Gustav Benario als Vorsitzender. Dr. jur. Siegfried Auerbach, Harry Fuid, Direktor Simon Glauberg, Sally Goldfchmidk, Eduard Stern, Max Wolf und Leopold Wolff. Gesuche um Darlehen, welche diskret, rasch und wohlwollend behandelt werden, sind an eines der Vorstandsmitglieder oder an die Zentrale für jüdische Wohlfahrtspflege zu richten. Erwähnt sei noch, daß sämtliche hier bereits bestehenden jüdischen Darlehnskaffen in dem neuen Verein entweder ausgehen oder in engster Fühlungnahme mit ihm arbeiten. W. I. A., Arankfurt a. M. Freitag abend, gemütliches Beisammensein bei A. H. Bbr. Prof. Dr. Schüler, Maulbeerstr. S. TheaterLöwenhof Tel. Hansa 2489. Hanauerlandstraße 38. Tägl. VorsteUung der Wiener Dentsch-Jüdischen Operette unter der Spielleitung dea Herrn fc». Zucker Samstag, «len 8 u. Sonntag, den 10. Dez. r Die berühmte Nationale Operette „Bas Ptntele Jüd** in 4 Akten von Thomasehewsky. ffloniay. den 11. Dezember: ©eisdilosnen, Dienstag, IS. Dez.: Die berühmte Histor. Operette „Sulamith“ in 4 Akten und 6 Bildern von A. Goldfaden. Mittwoch, 13. Dez.: Die berühmte Operette „Der Golem von Prag** Legend. Operette in 4 Akten von Meiseles. I Donnerstag, 14. Dez.: Benefiz Herrn.Fran Steiner .««“ne „Kol Nidre« Operette in 5 Akten von Scharkansky. Anfang pünktlich 8 Uhr. Anfang pünktlich 8 Uhr. KartenvorveFkauf: Hotel Löwenhof. N. B. Kinder haben ohne Karten keinen Zutritt. svimmAjm- Theater Täglich 7V. Uhr: Große Dezember- Spezialitäten-Programme. Jeden Sonntag 3 Uhr: GROSSE FREMDENVORSTELLUNG. Kleine Preise Volles Programm Tanzpalais I Das vornehmste ff Abendlokal I □ □ Wiener Kaffee □ □ f Original - Zigeunerkapelle Banka Pista. ft Weinklause Claira Waldoll u. das große Dezember- Cab aret-Programm.

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