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Der Israelit · 1922-11-30 · Heft 48 (30.11.1922) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
63 (1922)
Issue
Heft 48 (30.11.1922)
Date
1922-11-30
Page
– (sequence 7)
Language
German
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80. November 1922 Der Israelit. Ki. 48 Seite 7 Hüglich gründlicher prüfe. Hierbei könnten sowohl die Wünsche derjenigen, die' eine Vertiefung der tat- «indischen Bildung wünschen, als auch das Verlangen nach stärkerer Hebraifierung in Betracht gezogen werden. Im einzelnen wünscht der Redner stärkere -Erhöhung der Schulgelder auch für Gemeinde- Mitglieder, Drucklegung und Versand der S p e n d e nlisten und eine Beeinflussung der Gemeindemitglieder nach der Richiung, daß diese nicht die „unangreifbaren Kapitalien" ihrer persönlichen Stiftungen oder der- Zen-gen ihrer Verwandten in ost ganz zweck vidriger Weise vermehren, sondern ihre Spenden der lausenden Betriebskasse zusühren. Der Redner fragt, wie es mit der Schaffung eines Sekretariats zur Entlastung des Realskbuldtrekrors von überflüssiger Schreibarbeit steht. Ferner ob Las Inventar der Schule nicht einer reilweisen Erneuerung bedürft. Hugo Rothschild: Zum Kapitel „Synagogenb-leuchtung" sei es bedauerlich, datz in diesem Jahre off'nbar aus unangebrachter Sparsamkeit keine besonderen Rundschreiben an die Gemeindemitglieder mit der Aufforderung zu Ner lamoaur-Beiträgen ergangen seien; man hätte sonst soviel Geld bekommen, datz es «ich', nötig geworden wäre, einen Posten für Beleuchtung in den Etat einzustellen. Angesichts des Kohlenhedgrfts d^r Baaekasse sei eine wettere GebüyrenerhöhuNg durchaus auch hier angebracht. Insbesondere aber müffe mit Entschiedenheit eine energische Politik vom Borstande verlangt werden hinsichtlich der Konzessionsabgaben und Umsatzgebühren der Kaschrusk us s e. Das Bterleljahrsdefiztt dieser, Kaffe i»on 600.000 Mk. könne und müffe verschwinden, wenn die beaufsichtigten Betriebe zu entsprechenden Abgaben herangezogen würden. Eine Einnahme von 40,000 Mk. für diesen Posten sei so gut wie nichts. Ferner wolle er schon jetzt darauf Hinweisen, datz seiner Ansichc nach der Mazzospreis sämtliche Aufwendungen der Gemeinde werde decken muffen. Enil Goldschmidt: Der Vorredner übersehe, L-.-tz es dem Vorstände bereits gelungen sct, eine sehr wesentliche Steigerung der Konzesstönsavgaben und Ulnsatzqebühreu durchjusetzenr auf dem betretenen Wege werde auch fortgeschritten werden, wenn man auch kaum jemals erwarten könne, datz die Emnahmen der Fleisch' und Kaschrnskass: die Besoldungen deckten. Bi der Bemesiung der Schlachtgebühren sei der Vorstand insbesondere nicht ganz unabhängig in seinen Entschlüssen, sondern müffe mir der Gebührenpolitik der „Israelitischen Gemeinde" Fühlung halten. Allein auch oul diesem Gebiete sei eine Besserung der Gemeindestnanzen durch die bekannte Einrichtung einer eigenen Verkaufs ft ellefürbtlligeresF letsch 'eingetreten. Eine grundsätzliche Reform des Fleischv^rsorgungswesens der Gemeinde unterliege augenblicklich der Erwägung der zuständigen Kommission.und des Gemeindevorstands. Auch die Verhandlungen mit den unter Aufsicht stehenden Metzgereien seien noch nicht zum Abschluß gekommen. Jacob Besthofs erwidert Herrn Rothsch ld, das Unterbleiben der Ner lamoaur-Auffarderung sei in der Tat ein Fehler gewesen, der aber in aller Kürze durch di? Büleuchrungskommission durch nachträgliches Versenden eines Rundschreibens gutgemachr werden solle. Lwpold Schwab: Der von Herrn Elsemann angeregten weiteren Erhöhung der Schulgelder für Gern?'ndemitglteder sei zu widersprechen. Man müsse vielmehr den Standpunkt des Vorstandes billigen, der oernde in diesem Punkte mit Recht die sozialen Gesichts- Punkte vor die fisk ritschen stelle und es ablehne, die begüterten Gemeinde nitglieder auf Kosten der kinderreichen Familien, welche kne Schulbeoölkerung stellen, zu entlasten. Dagegen müsse auch er im Sinne des Herrn Eisemann dringend bitte r, datz dis SondsrkrmMission für Schulwesen recht bald zu etwas grotzzü'g'gerer Arbeit übergeht. Man müsse denjenigen Rechnung tragen, die die Zeit ihrer Kinder vorwiegend fürs Thoralernen verwendet zu sehen wünschen, auch wenn dadurch wesentliche Abstriche von der Stundenzahl für profane Fächer erfolgen müffen. Auch die Anstellung eirns zweiten Dajan sei ohne Rücksicht auf die Finanzlage durchzuführen, bei einem Etat von 39 Millionen dürft man anch diese Million noch opfern. Markus Hirsch: Eine Erhöhung der Badegebühren aus 50 Mk. sei bereits etngetreten. Trotzdem die Selbstkosten eines Bades für die Gemeinde etwa 250 Mk. betragen, wolle der Vorstand im Einklang mit dem Rabbtnat auf diesem Gebiete keine zu weitgehende Gebührenerhöhung vornehmen. Jacob Rosen he im: Was die Bildung eines Besdin öetriffc, so har sich der Vorstand, trotzdem er sachlich ganz aus dem Boden des Antrages steht, mit Rücksicht auf die im September eingetretene katastrophale Veränderung der F'-rmnzlage genötigt gesehen, den Plan, zunächst bis zur Aufstellung des neuen Etats, zurückzustellen. Der Vorstand könne sich nicht zu der Auffrffung ausschwingen, datz es auf eine Million nicht ankommen, werde sich aber in aufrichtiger Freude eines besseren belehren lassen, wenn sich jetzt zu Beginn des neuen Jahres die Gebefreudi rkeit der Gemeindemitglieder über die Grenze des Tagesbedarfes hinaus bewähren sollte. Ein ähnlicher Gesichtspunkt ist auch für die Frage einer Uebernrhme der Thoralehesnstalt und der Jöraslirtschw Volksschule zu berücksichtigen. Zwei Institutionen, die zusammen im Augenblick ein Budget von mehr als 12 Millionen haben dürften, stnd auch für einen Etat von 40 Millionen Leine Kleinigkeit. Die Frage der Entrvick ung und ’ Umgestaltung deS SchulbildungSwesenS der Gemeinde lasse der Vorstand keinen Augenblick aus dem Auge. Man fti jedoch dabei wohl oder übel daraus angewiesen, zunächst eine gewisse Konsolidierung der Schulgesetzgebuna abzuwarten, weil sonst alle Matznahmen, die man treffen werde, auf Sand gebaut seien. Einstweilen ermöglichten die von der Jeschtwo geschaffnen autzerordentlich f.-gensreich wirkenden t a lmudtschen Ergänzungskurse für Schüler die von Herrn Schwab mit Recht gewünschte Intensivierung des ThoralernevS. Diese Kurse könnten, sobald nur die nötigen Geldmittel zur Verfügung ständen, noch recht kräftig ausgebaut werden. Sehr zu begrüßen sei auch vom Standpunkte des Vorstandes die Anregung des Herrn Essemann, datz die Mitglieder ihre Spenden den laufenden Kassen und nicht sogenannten unangreifbaren Fonds zuwenden möchten. Das entspreche ja auck, ganz dem Geiste der Schekelinstttution und ihrer „Trumo chadoscho". Nach kurzer Geschäftsordnungsdebaue wird Schluß der D skuision und Einzelberatung der Etats der Berrtedökaffen in der nächsten Sitzung beschlossen. Der Vorsitzende schließt hierauf die öffentliche Sitzung, indem er dem Publikum für s in Erscheinen und seine Aufmerksamk.it dank:. Iriedrich-Luism-Kospiz. Am Mittwoch, den 22. ds., nachmittags 4 Uhr, fand im Saale der Frankfurt-Loge eine recht zahlreich besuchte Propagandaoersammlung für die Erhaltung des Friedrich Luisen-Hospiz in Bad Dürrheim statt. Der Vorsitzende des bereits bestehenden Hilfsausausschuffes für die Erhaltung des Friedrich Luisen- Hosp'z (Ortsgruppe Frankfuct a. M.), Herr Friedrich D. Weil, begrüßte die Delegierten der verschiedenen Korporationen der drei Frankfurter B'ne Britz-Logen und den Geheimen Obercegterungsrat Dr. Mayer und Frau aus Karlsruhe, die in dankenswerter Weift als Begründer des Hospizes zur Versammlung hierher gereist sind. An Hand der genauen statistischen Tabellen überzeugte der Vorsitzende d e Anwesenden, datz düs Bad Dürrheimer Ktnderbospiz keine badisch?, sondern eine allgemein deutsche, jüdische Kinderheilfiätte ist, die stets nur zu einem Drittel von badischen Kindern belegt wird, während zwei Drittel aus dem übrigen Deutschland stammen, wovon die Hälfte aus Frankfurter Kindern besteht, die zum großen Teil zum ermäßigten Prise und teilweise ganz unentgeltlich ausgenommen werden. Es ist daher eine soziale Verpflichtung Frankfurts, datz wette Kreise mit dazu bet. tragen, das sonst unabänderliche Schicksal einer vollständigen Schüetzung dieser so segensreichen Kinderheilstätte abzuwenden. — In der darauf erfolgten Diskussion dankte zunächst Herr G.hetmer Oberregierungsrat Dr. Mayer der Frankfurter Ortsgruppe für ihre seitherige Tätigkeit und Anregungen, die weitgehendft berücksichtigt werden,' insbesondere hat das neuernannte kaufmännisch geleitete Finanzkomitee in großzügiger Weift für Vorräte gesorgt, sodatz d-e seither geübre, wirklich gute und reichliche Verpflegung, auch weiterhin den Kindern geboten werden kann. Aus allen Gegenden kommen so viel Anmeldungen, datz es immer schwieriger wird, auf Grund der ärztlichen Atteste die Auswahl zu treffen. Ganz besonders find es die Winterkuren, die hervorragende Erfolge, selbst in ganz hartnäckigen Fäden gezeigt haben. Infolge der katastrophalen Entwertung der Mark weist auch das Bad Dürrheimer Hospiz ein Jahresdefizit auf, das jetzt gedeckt werden müsse, wenn nicht die Anstalt ganz geschloffen werden soll. Turch die kaufmännisch geleitete Neuorganisation, wobei der seitherige Charakter der Anstalt in keiner Welse, ganz besonders nicht in der Ausnahme aus uttbemirtelteu Kreisen, verändert ist, würde die Gewähr geboren, datz das Hospiz in Zukunft stch selbst erhallen k-rnn. Die Herren Dr. med. Gustav Sriebel und Sanitälsrar Dr. Abraham stellen vom ärztlichen Standpunkte die Norwendigkeit der Erhaltung des Friedrich.Lulsen-HospizeS fest, da für die vielfach in Betracht kommenden Erkrankungen Bad Dürrheim der einzige Platz ist. Herr Rabbiner Dr. Jakob Horovitz betrachtet die Eraltüng des Hospizes vom jüdischen Standpunkte als die dringendste Notwendigkeit. Die Vertreter der B'ne Britz-Logen sagten ihrerseits jede weitgehende Unterstützung ihrer Logenbrüder zu. Der Vorsitzende dankte allen Erschienenen und forderte zur tittigen Mithilfe auf, die bereitwilligst sofort und durch reichliche Zeichnungen erfolgt. Spenden können auf das Postscheck-Konto Nr. 482 Frankfurt a. M. der Firma Beer, Sondheimer u. Co. mit Kennwort „Vad-Dürrheim" überwiesen werden. . -MW ßyanuka-Isein. * § Die „Zeire Emune Jtsroel" beschlossen am 16. Dezember eine große Chanuka Feier im Hoch'schen Konservatorium zu veranstalten. Auf dem inhaltreichen Programm steht u. a. die Aufführung des Dramas: „Joses und seine Brüder" in 5 Bssüern und 4 Akten. Einzelheiten werden noch bekannt gegeben. W. I. A., Irankfurt a. M Freitag, den 1. Dez., abends, gemütliches Beisammensetn bei A. H. Bbr. Dr. Brinkmann, Fichte stratze 18. — SamStag, den 2. Dez.» 8 Uhr abends Sitzung verbunden mit Referat. Vereiuslokal des Mekor Clajim, Langestr. 18. — Donnerstags halb 7 Uhr nachm.: Fuxenstunde bet A. H. Bbr. Dr. Ehrmann, Hanauerlandstr. 15. K« IaaKsw-Worträge. Die En Jaakow-Borträge im Mekor Thajim am Sabbat nachmittag finden von jetzt ab um halb 4 Uhr (nicht 7*4 Uhr) statt. Anschließend Minchagebet. Nachurim-Verei«. Nach Art der alten ungarischen JeschiwauS hat sich auch an der hiesigen Thoralehranstalt (Breuerschen Jeschiwoh) ein Bachurimoerein unter dem Namen rmen gebildet. Bei den Zusammenkünften, die je am Sabbat nachmittag 4 Uhr stattfinden, haben die Mitglieder Gelegenheit, stch in riw'in und.11« zu Üben. VereinSkalender. Berei» Mekor Ebaii«. Freitag abend nach Schul: »Mikro"- Herr Louis Kahn. Samstag nach Schul: „Dmim"; Herr Rektor Falk. — nachm. 3'/, Uhr, imBereinSlokake: „En Jakow"- Herr Redakteur Gchachnowttz. Sonntag abend 6 Uhr: „Tau und Regen", nach Perek Schiroh- Herr Dr. Ehrmann. Montag und Mittwoch abend 7 Uhr: „Gemoro" y Herr Rabbiner Dr. Jos. Breuer. Dienstag abend 6 Uhr und Sonntag früh 9‘/4 Uhr: „Gemoro"r Herr 8t. A. G. Posen. Donnerstag abend 7 Uhr: „Mischnah"'; Herr Rektor Falk. Jahrzeitstiiftunzs lernen. Sonntag: Eftella Ehcmann-Stiftunz.! Donnerstag abend: Jtt. Mayrc-Stiftung. Freitag: Seyfried Jetdel-stiftang und Betti Hirsch- Stiftung. Allmorgendltch „Mischnalernen". Allabendlich„Schatz-Lernen"y HerrH.H alpern AANSaS Jisvosl-Jnssndaraove. Montag */,9—V* 10 Uhr: „Gemoroh-Sanhedrin" Herr Dr. S. Ehr mann. Dienstag abend 8—9 Uhr: „Gemoro"; Herr Dr. W. Hofmann. — 8-9 Uhr: „Dintm" für Anfänger: Herr Ludwig Frank. Mittwoch abend 9-19 Uhr: „Mrschnajoth" für An. fänqer; Herr Dr. Rothschild. — Va** — Uhr: „Gemoroh Sanhedrtn; Herr Dr. Ehrmann.— 9-10 Uhr: Büroüunde. Donnerstag abend 9—10 Uhr: „19 Briefe von S. R. Hirsch") Herr Dr. Ehr mann. — 8/49 Uhr : Blicherausqade. Freitag nach Schal: „Sidrahvoctrag": Herr Leopold Schwab. — abends 8 Uhr: Gemütliches Beisammensein. Samstag vorm. 7*12-1 Uhr: „Gemoro"; Herr H alpern. — */,l0 Uhr: „Gemoroschiur" der Ortsgruppe. — »/,10-li Uhr: „Gemoroh^ Sukkoth" Herr Dr. I. Posen, Am Tiergarten 42. — 7,11 Uhr: „Chaje Odom-Schtur" y Herr Dr. W. Hofmann, Eschenheimer Anläge 1. — 12—l Uhr: „Thanroa mit Raschi"; Herr Lehrer H irs ch ü erg. nachm. 3-4 Uhr: „Gemoro"Herr Dr. W. Hofmann. ^-1 Stunde vor Nacht: „Gemoroh Sanhedrin",- Herr Dr. Ehrmann. — Sonntag, den 3. Dezember: Taqesausflag in den Taunus. Treffpunkt 8 Uhr vvrm., Hauptportal (Hauptbahnhof-. Agudas Fisraol-MSdtvenaruvvr. Montag abend, 9-10 Uhr: „Newijtm"- H:rr S. Unna, Kleine Obermainstr. 30. Dienstagabend 7*9 -7*10 Uhr: „Dintm"; Herr Dr. Weger. Mittwoch abend 7,9—V,10 Ube: „Lese- und AuSspracheallend": Frau Dr. Munk, Leerdachfir. 4. Donnersragabeno9 —10 Uhr: „19 Briefe o. Hirsch' ‘ Herr Dr. Ehrmann. Freitag nach Schul: „Sidrahvortrag"- Herr Leopold Samstag vorm. 7,12-7,1 Uhr: „Tehtllim"? Herr Louis Kahn. — «ach«. 4—5 Uhr: „Thauro^ Herr A. Hirschberg. Zeire Emune Jtsroel. Hanauerlandstr. 17. Monrag und Mittwoch abend 7 7, Uhr und Sonntag nachm. 3 Uhr, Rechneigraben 5. Dass schönste Ciianukaspiel für Kinder und Erwachsene Schnipp Schnapp von Bise Kleimann 8981 trotz der künstl. Ausführung enorm billig. Preis Mk. 90.— Zu beziehen durch alle Buchhandlungen.

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