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Der Israelit · 1922-11-30 · Heft 48 (30.11.1922) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
63 (1922)
Issue
Heft 48 (30.11.1922)
Date
1922-11-30
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Ein Centralorgan für das orthodoxe Judentum Begründet non ßr. Lehmann in lllainr 63. Jaiirsann. „ 30. November 1922 «Bä® Sranfmirt a. m.. Ben ,n Q>1fm m - M *8 Abonnement pro Vierteljahr: Deutschland für -öS vierte Quartal — vorbehaltlich monatlicher Teurungszuschläge — M. 60.— Grundgebühr. Teuerungszufchläge: Oktober M. 30.—, November M. 60.— LschechÄ'Slowakei Kr. 15.—, Ungarn Kr. 150.— viertelt., Deutsch Oesterreich M. 240.—, Pole» (nur in deutscher Reichsmark) M. 300.— viertelt-, Rumänien 18 Lei, Holland fl. 1.25, Skandinavien Kr. 2.50, Schweiz fs. 1.80, Frankreich uud Belgien Fr. s.—, England i 8h. S p., Amerika 0,50 Dollar vierteljährlich. —Eiuzelnummer 20— Mk. — Der Israelit erscheint jeden Donnerötag Inserate Mk. 40.—. für Stellensuchende Mk. 20.—, für die sech8gesv.Col.-Z. elnschl.TeuergSzschl.; AuSl.-Jns. Mk 160.- pro Zeile. Rav. ».Tarif. veilauf.Jnseratauftr.tarifm. Preiserhöhung jederz. vorbeh. Juseratenanuahme durch den Verlag der JSraelit «.m. ö. H.. Frankfurt«. M.. Gr. Eschenheimerstr. 28, Del. 8848, Amt Hansa, sowie sämtl. Srmoncen-Exped. der In» und Auslands. PlaNvarfchrifte» ohne «erhindlichkeit. Für Frankfurter GeschSftSanzeige« alleinize Jnferaten-Aunahme Sei AnliuS Schmidt. Lanaestraste 3. Zahlungen außer direkt an den Verlag — Postscheckkonto Frankfurt a. M. No. LS 803 — erfolgen an: Postsparkasse Wie« No. TS «SS Postsparkasseuamt Budapest No. 18 484 Postscheckamt Zürich Sv. Till 7854 Postscheckamt Amsterdam No. 84 8«S Böhmische Unionvank in Prag ftmnca BarittAvosek JBlanlz A Co. ln Bseanef Filiale deS Wiener Bankvereins in Agram ver NsckSruck 8er Urflfiel unö Correfponden^n fles „Israelit“ tfl nur unter aenauer Quelienansabe, uns. soweit es fick um srööere siuklötze üanSett. nur nack oarfisriaer öenefimiouno geliattet Biicher-Preife. Schlüsselzahl (gemäß Festsetzung des Börsenvereins der Buchhändler in Leipzig) ab IS. November: so«. Der jeweilige Verkaufspreis ergibt sich durch Multiplikation der Schlüsselzahl mit dem Grundpreis. Grundpreise; Prömienpreis für Ladenpreis Abonnenten Mied» Umucfte (Choreb) flcö. 8.— 6- „ «ebete (Tefillo) geb. 12- 9.- vrosch. geb. Ccbmaitfi, Samuel kra-tisM .... 150, 2.50 Scftacfmowite, inerelaika. 1.50, 2.50 .. Lukttileirrcden.... 1.50. 250 ,, Ienreitt (vergriffen) Am Aodtirrtasi der Lbassren. 1.50. 2.50 AudSiir, Der Baalscfnm von Micbelsiadt 1.50, 2.50 Ausland: Westländer 200%, Tschecho-SlowakeiI20°lo, Rumänien 100 °/o Valutazuschlag. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen sowie direkt vom Verlag zuzüglich Versandspesen unter Nachnahme. Frankfurt a. M., den 26. Oktober 1922. Verlag des Israelit G. m. b. H. Inhaltsübersicht. 1. Leitartikel: Die Mazzosversorgung. — 2. Homiletik: Zum Wochenabschnitt Mt'1 — A. Mannheimer, Dettelbach: Erblügen. - 3.Kleines Feuilleton: (Zwei Fälle). — (Geht ihn nur halb an... — 4. Familiennachrichten. — 5 Wochenrund, schau: Prager Studenten. — Die geistige Not in SowjebRuhland. — 6. Aufsätze: Henry Fords antisemitische Spionage. — 7. Korrespondenzen und Nachrichten: Dresden (Für die Gewissensfreiheit in Sachsen). — Karlsruhe (Die badische Synode). — Wien (Nach Prager Muster). — Prag (Der Studentenstreik in Prag). — Warschau (Unjüdische Waisenerziehung) — Warschau (Wahlennachlese). — Warschau. — Warschau (Pros. Schor dankt...). — Wilna (Früchte der antisemitischen Hetze). — Kowno (Auszug der jüdischen Abgeordneten aus dem Sejm). — London (Das Elend in der Ukraine). — London (Die arabischen Ansprüche). — London (Die englische Gemeindevertretung und daS Palästina-Mandat). — London (Jewish College und der KrtegserinnerungSfonds). — Jerusalem (Brief auS Palästina). — Jerusalem (Einbürgerung). — Bien (Handel mit Palästina). — London (Die Konferenz von Lausanne und das heilige Land). — 8. Personalien. — 9. Briefkasten. 10. Vermischtes. — 11. Frankfurter Berichte. — 13. Vereinskal ender. — Gebstzettcn. — 13. Feutlleton-Betlage: D. Kahn: Jakob Schubiner. — 14. Kinderecke: Aus dem Leben eines Großen. Die Mazzosversorgung. Die Mazzosbäckereien ^haben in einer der letzten Nummern unseres Blattes eine Bekanntmachung veröffentlicht, worin außer den zunächst als Anzahlung verlangten Mk. 150.— für das Pfund weitere Mk. 250.— eingefordert werden, sodaß man wohl auf Mazzospretse von ML. 386.— bis ML. 460.— toitb rechnen müssen. Es liegt aus der Hand, daß diese Preise im Publikum Beunruhigung und Unwillen auslösen müssen, der sich teilweise in sehr kräftigen, für die Mazzosbäckereien nicht besonders schmetchelhaften Anschriften an dte Preffe Luft macht. Nun gilt es bei derlei wirtschaftlichen Fragen, in denen sich widerstreitende Interessen gegenüberstehen, vor allem ruhig Blut zu bewahren und zwischen dem Produzenten- und Consumenten-Jnteresse einen gerechten Ausgleich zu suchen. Vor allem ist zuzugeben, daß die Lage der einzelnen Mazzosbäckereien große Verschiedenheiten aufweist. Während man wohl mit Sicherheit annehmen darf, daß die wenigen großen und kapitalkräftigen Bäckereien sich schon sehr früh und zu recht billigen Preisen mit Mehl eingedeckt haben und daher rein kalkulatorisch billiger liefern könnten, bestand diese Möglichkeit frühen Mehleinkaufs für dte Masse der kleinen Bäckereien keineswegs, und es ist unvermeidlich, daß bet der von dem Mazzasbäcker-Berband vorgenommenen einheitlichen Preisrezulierung die ungünstigen Produktionsbedingungen der Kleinbetriebe den Preis bestimmen und den Großbäckereien dabet automatisch Riesengewinne in den Schoß fallen. Dar diese Riesengewinne nicht zum Teil der Allgemeinheit dienstbar gemacht werden können, ist bedauerlich,- doch fehlt es nach dem Aufhören der Zwangswirtschaft an einer Stelle, die — wie früher die Zentrale für Mazzosversorgung in Verbindung mit der Retchsgetretdestelle — einen derartigen billigen Ausgleich herbeiführen könnte. Freiwillig werden dte Großbäckereien nicht auf ihren Vorsprung verzichten, zumal sie darauf Hinweisen können, daß sie, um für die Zukunft gerüstet zu bleiben, ihrer Kalkulation den — heute ganz unbekannten — WtederbeschaffungSpreis für den nächstjährigen Mehleinkauf zu Grunde legen müßten. Trotzdem ist es töricht, daß die Bäckereien der schon vor Monaten gegebenen Anregung, sich freiwillig einer unparteiischen Preisprüfungsstelle zu unterwerfen, bis heute keine Folge geleistet haben, denn der moralische Erfolg einer solchen Maßnahme wäre für die Bäckereien gewiß wertvoller gewesen, als die auf unkontrollierten Wegen vielleicht erlangbare momentane Gewtnnsteigerung. Wie dem auch sei: jedenfalls ist es jetzt gebieterische Pflicht der Gemeinden, dem Mittelstände und den unbemittelten Kreisen den Mazzosbezug zu erleichtern und schwere Versuchungen aus der Welt zu schaffen. In jeder Gemeinde, ob groß oder klein, müßte sich ein Ausschuß für Mazzosversorgung lrrnvp KnCfi*» war von jeher ein besonders geheiligter Zweig jüdischer Sozialfürsorge!) bilden, der größere Mittel — vor allem die notwendigen Voraus-Zahlungen — aufbrtngt und in zweckentsprechender Weise verwendet. Es handelt sich dabei nicht zunächst um ein Verschenken von Mazzos — die am härtesten betroffenen Kreise werden lieber hungern als sich etwas schenken lassen — als vielmehr um einen Vorschuß für die enormen Anzahlungen und zweitens um eine Verbilligung der Mazzos überhaupt. Die Vorschüsse für die Mazzosbeschaffung müßten zunächst allen festbesoldeten jüdischen Beamten (Gemeinde- und Privatbeamten) zur Verfügung stehen und in monatlichen Raten verrechnet werdendarüber hinaus all' denen, die zum Bezug von Markenbrot berechtigt sind. Ob eine Verbilligung auf dem gleichen Wege denkbar wäre, wie der Staat dem Mittelstand eben jenes markenvstichttge Brot aus Umlagegetreide liefert, wissen wir nicht. Soweit dies nicht angängig erscheint, müssen die Ausschüsse aus eigenen Mitteln eintreten und für ein erträgliches Preisniveau durch entsprechende Zu-

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