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Der Israelit · 1922-11-23 · Heft 47 (23.11.1922) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
63 (1922)
Issue
Heft 47 (23.11.1922)
Date
1922-11-23
Page
– (sequence 13)
Language
German
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— Kummer 23. 23. MovemSer 1S22. ----- VM. Jahrgang: 3. Kisker» 5683. er ausgegeben vom Gruppenverband, der Pa lästina-Aentrale und der Jugend-Organisation der Agudas ^isroel für Deutschland. An unsere Gruppen! Aus fmanzteck nischen Gränbett Med gleichzeitig zur Borbereitung des in Bälde stattsindenden Delegiertentages bitten wir die Gruppen, uns postwendend, spätestens bis, 20. Dez., neue Mitgliederlisten einzusenden. Mr erwarten baldigste Erledigung. Wir hüben erneut festgestellt, daß in wiederholten Fällen die von unserer Organisation verschickten Rundschreiben unerledigt liegen bleiben, und daß schon allein dadurch die Arbeit verschickiener Gruppen gekennzeichnet wird. Wir haben daher beschlossen, von jetzt an sämtliche Nundschreibett, außer der Versendung au die Gruppenvorstände, arrch in unseren Blättern ZU veröffentlichen^ damit allen Mitgliedern die Möglichkeit gegeben ist/ eine Kontrolle darMer auszuMm, inwieweit den Anregungen des Organisationspvrstandes stattgegebm wird. Wir nehmen selbstverständlich an^ daß die Mitglieder wenigstens die Blätter unserer Organisation regelmäßig zu Gesicht bekommen Md daß nicht sogar deren Zustellung verabsäumt wird. Agudas Mroel-Mgenvorgainsatiy,,, Köln Leo Munk Fritz Cahen. Zufolge der katastrophalen Geldentwertung der letzten Monate und Wochen ist es notwendig geworden, den Mitgliedsbeitrag unserer IUgerrdgruppen tvesentlich zu erhöhen. 'Es bedarf wohl keines' Wortes, daß die Erhöhung dringend notwendig ist, Porti, sonstige Postgebühren, Spesen unserer die Gruppen von Zeit Au Zeit besuchenden Redner, Gehälter nuferer Beamten haben eine derartige Höhe erreiche, daß es überhaupt fast aussichtslos ist, Ml versuchen, den Haushalt der Jugendorganisation ins Gleichgewicht zu bringen. Der Organisationsvorstand beschloß daher^ den Beitrag zunächst Mtf 50 Mk. im Monat pro Kopf Zu erhöhen. Wir find Werzeugt davon, daß diese Summe für Een großen Teil unserer Mitglieder leicht erschwinglich ist und> erwarten, daß von Vielen wesentlich mehr gegeben wird, um so den Ausfall,, den die Organisation durch nicht zahlungsfähige Mitglieder erleidet/ zu decken7 Nur wenn sich endlich unser Etat auf einer Grundlage Von festen Beiträgen zusammensetzt« ist es unsj möglich, die Aufgaben der Organisation W lösen. Dies entspricht auch vollkommen dem Geiste. der aus der Mirnberger Tagung gefaßten Beschlüsse. Wir erwarten von den G ruppenvo rständen, daß sie sofort Mit der Einziehung der Beiträge beginnen und uns spätestens bis 1'. Dezember die Oktoberrate einsendm. Agudas Aisroel-Jugendorgauisation, Köln Leo Mrmk> Fritz Cahen. Anfrage. Wer kann.einer Jugendgruppe einige ,Exemplare von Misch,nchoth „Baba jMeHia" leihweise Werlassen? Angebote an die AgMas Jisrael- Jügendorgcmisation Wn^ Händelstraße' 19. Sur Lage. Bon Dr. Jsaae Breuer. Die Bestätigung des Palästinamavdats durch den Völkerbund bildet einen bedeutsamen Abschnitt in dem Zeitalter der nationalen Emanzipation, das über das jüdische Volk heretngebrochen ist. Wie einst die soziale Emanzipation, so findet auch die nationale Emanzipation den weltlichen Staat auf Seiten der Feinde des überlieferten Judentums. Heute so wenig wie damals haben Bedenken irgend welcher Art die Feinde des überlieferten Judentums davon abgehalten, den weltlichen Staat mit irrigen Vorstellungen von der ihm naturgemäß völlig fremden Eigenart des jüdischen Volkes zu speisen, um mit seiner Hilfe ihrem Ziele näher zu kommen, das letzten Endes die Vernichtung, den Untergang des geschichtlichen Judentums bedeutet. Unsere Feinde triumphieren. Das vom Völkerbund bestätigte Palästinamandat hat ihnen die Jüdische Agentur und damit die amtliche Vertretung des jüdischen Volkes vor der Mandatarmacht, die das Schicksal unseres Landein Händen hält, anvertraut. Zwischem dem Volke Gottes und dem Lande Gottes steht die — zionistische Organisation. Ueber wen triumphieren unsere Feinde? Nicht über die Araber. In den von San Nemos strahlender Sonne gegorenen Wein ist Wasser gegossen worden. Dieser Wein bringt kein Hirn mehr zum Taumeln. Ueber uns trtumpbieren sie. Ueber uns, über das jüdische Volk, über Gottes versprengte Untertanen haben sie — gestehen wir es nur ein! — einen glänzenden Steg errungen. Wir haben uns gewehrt. Vom Tage an, da der Mandatsentwurf bekannt wurde, haben wir Protest über Protest in die Welt gesandt: An. die englische Regierung, an den Völkerbundsrat, an den Hohen Kommissar Palästinas) sind wir Person'ich zu den Mächtigen der Erde gegangen, ihr Herz dem Jammer unseres in seinem Heiligsten getroffenen Volkes zu erschließen.- nach London, nach Genf, nach Paris, nach Jeruscholajim) haben wir die treuen Söhne unseres Volkes aufgerufen, ihre Stimme mit der unseren' zu vereinen: in Wien, in Warschau, in Preßburg, in Zürich, in Jeruscholajim, in Newyork —: Der Erfolg ist unS einstweilen versagt geblieben. DaS Ungeheuerliche ist Ereignis geworden: Ueber unser Volk hinweg ist ihm eine seinen lebendigen Traditionen durchaus fremde, ja feindliche Organisation, die einen winzigen Bruchteil seiner Söhne umfaßt und die sich im Zustand vollendeter Empörung gegen das heute wie einst seine Grundverfassung bildende, seine Einheit und Fortdauer gewährleistende Gottesrecht befindet, als Vertretung vor der Mandatarmacht aufoktrohiert werden. Eine abgesplitterte Minderheit hat mit Hilfe des weltlichen Staats die Gott und seinem Recht die Treue wahrende Masse vergewaltigt. Die tradtttonslosen Führer der nationalen Emanzipation sind bet den traditionslosen Führern der sozialen Emanzipation mit Glück in die Schule gegangen. Die Feinde der Thora bleiben sich immer gleich. Bleiben sich auch (gleich in dem Streben, den Mantel ihrer angemäßten Gewaltherrschaft nachträglich mit dem erschlichenen Purpur des Rechts, der Rechtmässigkeit zu verbrämen. Wie einst Deutschlands Judenreformer, nachdem sie längst GotteS Recht als wertlosen Plunder aus ihrem entweihten Kreis hinauSgeschleudert hatten, den Ruf nach „allgemeinen" — nicht etwa reformistischen — Rabbinerkonferenzen über Deutschlands Juden erschallen ließen, damit der Akt maßlos roher Willkür seine späte Sanktion gewinne, so muß auch heute das Salhrspiel auf die Tragödie folgen und der jüdische Weltkongreß herhalten, um die Tyrannen unseres Volkes auf den legitimen Thron ju erheben. Wie aber die „allgemeinen" Konferenzen der Reform an dem' Widerspruch der Treuen zerschellten und in der jüdischen Geschichte als Konferenzen der — Reformrabbiner ein klägliches Trümmerdasein fristen, so wirb auch in unseren Tagen unser Volk Sorge tragen, daß die Tyrannen und ihre Gefolgschaft unter sich bleiben und statt eines „jüdischen Weltkongresses" etn kläglicher Rumpfkongreß von einem Haufen Zionisten unter begeisterter Absingung der „jüdischen Nationalhymne" — nicht Hallet, sondern Hatikwah — die Gewalttat von London mit Geschrei und Rührung bekräftigt. — WaS aber nun? Wir haben eine Niederlage, das jüdische Volk eine schwere Niederlage erlitten. Aber wir haben den Krieg nicht verloren. Der Krieg beginnt jetzt erst recht. Nie und nimmer werden wir geduldig tragen, daß unser Land den Feinden 'der Thora auSgeltefert bleibt, die nach dem Befinden der Mandatarmacht für jeden Rückzug, den sie Arabien gegenüber antreten müssen, einen Schritt vorwärts tun dürfen auf dem Wege der Vergewaltigung unseres Volkes. Nie und nimmer werden wir uns damit abfinden, daß eine Agentur sich als jüdisch bezeichnen darf, die nicht jüdisch, sondern zionistisch ist, daß das jüdische Volk sich der Vermittlung der ztonistijchen Agentur bedienen muß, um fein Anliegen wegen seines Landes der Macht vorzutragen, der daS Land vom Völkerbund anvertraut ist. Für uns ist die zionistische Agentur nicht vorhanden. Wir werden es darauf ankommen lassen, ob England, ob der Völkerbund das jüdische Volk wirklich zwingen wird und kann, die Vormundschaft einer aogesplitterten Minderheit anzuerkennen. Und wenn die zionistische Organisation nach ihrem glänzenden Steg über das jüdische Volkmit der dem Sieger so wohl anstehenden Gebärde der Großmut das mit den zionistischen Emblemen geschmückte Tor der Agentur nun vielleicht öffnet und das jüdische Volk liebenswürdig etnlädt, Gäste der zionistischen Organisation in der Agentur zu sein, so dürfen wir gerade angesichts der zu Mißdeutungen Anlaß gebenden Haltung unserer Delegation in London nicht einen Augeblick Zweifel darüber aufkommen-lassen, daß wir von Gnaden de- Zionismus in der Agentur nicht sein wollen und daß für uns diese Agentur eine zionistische, die Geltung dieser Agentur eine angemaßte so lange bleibt, als nicht die im Mandat zur Anerkennung gelangte Vormachtstellung der zionistischen Organisation fortgeräumt und das Mandat mit dem Recht des jüdischen Volkes'in Einklang gebracht ist. Dafür gilt es, unentwegt weiter zu kämpfen. Aber nicht nur dafür vllein. Der Kamps um die Agentur ist gewissermaßen nur das Losungswort in einem Kampf, der um weit Höheres geht, als um Sitz und Stimme in

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