Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 63 (1922)
- Issue
- Heft 45 (9.11.1922)
- Date
- 1922-11-09
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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m, 22 Jifinc r." allein den Dualismus ihrer Kultur wollen wir uack Palästina nicht importieren. Es war mein Traum seit vielen, vielen Jahren, daß einmal in Jerusalem eine Universität erstünde, von deren Warte aus, hörbar unserem Lande und über seine Grenzen hin, die Symphonie der Einheit ron Glauben und Wissen, von Wissenschaft und Religion hinausträte. Ich habe diesen Traum nicht aufgegeben, und ich glaube, daß ein wissenschaftliches Institut, das den Einheitsgedanken des jüdischen Idealismus in sich verkörpert, eine Notwendigkeit für das Land wie für alle Welt darstellt. Der Bau der Universität braucht nicht sofort in Angriff genommen zu werden, andere, dringendere Aufgaben liegen vor, aber daß er einmal kommt und daß er allein im finite der Versöhnungjenes großen Gegensatzes errichtet werden und die Harmonisierung der Kultur als seine Hauptaufgabe autoritativ durchsetzen wird, davon bin ich fest durchdrungen. Wenn ich die Meinung hege, daß der gegenwärtig in Palästina herrschende Geist dem heiligen Lande unb seiner Tradition gegenüber gleichsam stilwidrig ist, ltitb die Forderung erhebe, daß Palästina ein Land j ü d i s ch e r Kultur werden muß, daß wir ein j ü d i s ch e s Palästina'bekommen müssen, so soll das nicht heißen, daß alte Methoden, die das Goluthjndentnm ersonnen und angewendet hat, um das jüdische Volk gegen den übermächtigen Ansturm der außerjüdischen Kultur zu schützen, nun auch auf die Verhältnisse im neuen Palästina anwendbar seien. Ich bin von der Ueberzeugung erfüllt, daß die Thora die Grundlagen der Verfassung auch im neuen.Palästina in sich birgt, ich bin ferner der Auffassung, daß das Rückgrat der jüdischen E r z i e h u n g auch i in n e u e n Palästina das Thorastudium bleiben d a r f u n d soll, darum bin ich doch weit davon entfernt zu fordern, daß Jeschiboth und Chedarim das Ganze des palästinensischen Schulsystems ausmachen. Das Land soll wirtschaftlich erschlossen werden. Diese große und schwere Aufgabe allein bedingt, daß die Jugend in allen ftir den Aufbau des Landes notwendigen Fächern und Fertigkeiten unterwiesen werden muß. Ich bin mir bewußt, mit dieser Meinug nur die Ansicht unserer Lehrer zu vertreten, welche den Grundsatz der Verbindung von und p# yPT aufgestellt haben. Daß durch die Berücksichtigung des pk TH Die Beschäftigung mit der min nicht leiden farf, ist mir ebenso gewiß, wie daß die mm Schaden nehmen wür e, wenn ihr Studium nicht durch die Beachtung des ptf Ttt glücklichHergänzt würde. Ich resümiere: Nüchternste W-irtschaftspolitik muß Palästina aufbauen. Heber aller Arbeit des Tages aber darf nicht vergessen werden, daß der Aufbau Palästinas eine Aufgabe bedeutet, deren Lösung wir uns selbst und allen Völkern schuldig sind: Von neuem unsere reine, innerhalb der Menschheit führende Kultur auszuleben, Grundlagen einer neuen Ordnung und Verfassung der Welt zu legen der prophetischen Verheißung gemäß, daß „von Zion die Thora ansgehen wird, das Wort Gottes von Jerusalem." t—mmm ■ Wintersemester im Aguda Waisenhause Sadru. Mit Rösch Chodesch Marcheschwan hat der Leman arrck im Agudtr-Waiseuhaufe begonnen. Wie im Vorjahre wird auch Heuer der Lehrplan in zwei Abteilungen geteilt, die untere Klasse wird in Chuinisch, und in Chumisch und Raschi unterrichtet, während die höhere Klasse Mischnajos und Gemovo lernt. Die reiferen Zöglinge der Anstalt werden im Winter die Jeschiwa des Rabbiners Reb Schlojme Friedwann in Baden besuchen und lernen als Schiur Jtn Tresos. Auch der profane Unterricht im Hause hat begonnen und wird es gelingen, bei geringer Anstrengung und Fleiß auch im heurigen Schuljahre zwei Klassen durchzunehmen. VeriOligung. In der „Palästinaschau" in Nr. 21 der „Blätter" wurde irrtümlicherweise die „Do re sch Zi-on"- Schule in Jerusalem als von der Aguda subventioniert genannt. Es handelt sich um die „ I e s ch i w a s Zion"- Schule. Ohne mich in eine Polemik mit Herm anwalt Dr. M. Cohn >nber seinen Artikel im Sprechsaal der „Blätter" Nr. 21 einzulassen, erlaube rch mir, einiges richtigzustellen, um Herrn Dr. Cohns fälschlich erhobenen Anklagen zurückzuweisen: 1. Es ist nicht wahr, daß die Resolution m der Fassung, in der sie veröffentlicht wurde, sich gegen Rabbiner Knk wandte. Wahr ist» daß während der Sitzung, rn welcher die Resolution angenommen wurde, kein Mensch den Namen Rabbiner Kuks erwähnt hat oder ihn auch nur angedeutet. 2. Es ist nicht wahr, daß der Vorstand der Baseler Ortsgruppe Agudas Jisroel einstimmig sich gegen eine solche Resolution aussprach. Wahr ist, daß der Präsident der Baseler Ortsgruppe sich entschieden für die Resolution aussprach und ihr zustimmte. 3. Es ist nicht wahr, daß die Judenheit der Schweiz diesen gegen Rabbiner Kuk geführten Kamps ab lehnt. Wahr ist, daß die Schweizer Judenheit in ihrer überwiegenden Mehrheit Rabbiner Kük nicht kennt. 4. Es ist nicht wahr, daß die Schweizer Landesorganisation der Agudas Jisroel „auch nicht an dreistellige Zahlen gewöhnt ist". Wahr ist, das; die Mitgliederzahl allein der Züricher Ortsgruppe (auch ohne die Mädchen- und Jugendgruppe) eine dreistellige Ziffer aufweist. Zürich, 12. Cheschwan 5683. Dr. I. Ei ß. Anmerkung der Redaktion: Da Herr Eiß neuerdings auch im deutschen Misrachi-Organ angegriffen ist, glaubten wir für vorstehende Richtigstellung noch Raum gewähren zu sollen, halten nunmehr aber die Polemik für erledigt. Aus der Bewegung. Frankfurt a. M. Der "bisherige Leiter der von der Deutsch-holländischen Palästinaverwaltung unterhaltenen Dvrefch Zion-Schule in Jerusalem, Herr Rabbiner Israel Porath — ein gebürtiger Jerusalemer — hat sich bei seiner Durchreise von Jerusalem nach England hier aufgehalten. Die hiesige Jugendgruppe ersuchte den bekannten Gelehrten, im Rahmen eines Vortrages über das palästinensische Erziehungswesen zu berichten. Der Redner verstand es, dem zahlreich erschienenen Publikum ein ungemein lebendiges Bild von dem Wesen und der Entwicklung der palästinensischen Schulen zu geben. Mit besonderem Nachdruck betonteer die Tatsache, daß durch die deutsch-holländische Palästina-Vermattung das gesamte geistige Jerusalem während der Kriegsjahre vor dem Zusammenbruch gerettet worden sei. Das sephardische orthodoxe Erziehungswesen ist auch bis in die jüngste Gegenwart-hinein fast lediglich durch oben erwähnte Vereinigung erhalten worden. Mit erschütternde» Zügen kennzeichnete Redner dann die Katastrophe, welche durch die Entwertung der Mar? über die blühende Doresch Zion-Schule hereingebrochen. Der packende Appell an die anwesende Agndajngend. ihrer Altersgenossen in Palästina nicht zu vergessen und für die Erhaltung des orthodoxen Chinuch alle Kräfte einzusetzen, ging sicherlich an niemanden spurlos vorbei. Die innerpolitisch-jübischen Verhältnisse Palästinas wurden von dem Redner auch kurz gestreift und die sichere Zuversicht ausgesprochen, das; allmählich — wenn auch erst nach Kämpfen und Enttäuschungen — die Ideologie der Agudas Jisroel bei der gesamten palästinensischen Orthodoxie Anerkennung finden werde. Preßbnrg. Wie. wir bereits kurz berichteten, hat der Munkaczer Oberrabbiner sich veranlaßt gefühlt, vor der Aguda in einem offiziellen Jssur zu warnen, hauptsächlich deshalb, weil diese zu zionistisch angehaucht sei. Dieser Jssur ist von einigen Nachbarrabbinern mitunterzeichnet. Einer dieser Unterzeichner, Herr Rabbiner Spitzer aus Kirchdrauf, versendet nunmehr soeben einen offenen Brief an den Munkaczscher Rabbiner, worin er seine Unterschrift zurückzieht (wie er dieses bereits vor der Veröffentlichung des Jssur telegraphisch getan) und bei dieser Gelegenheit das Verdikt des Munkaczer Oberrabbiners in vornehm-sachlicher» aber Umso entschiedenerer Weise einer scharfen Kritik unterzieht, u. u. a. darin auch den Nachweis erbringt, daß die unterschreibenden Rabbiner den Inhalt dessen, was sie unterschrieben haben, nicht genau kannten. Wir behalten uns vor, auf diese Angelegenheit noch ausführlicher zurrrckzukomme». - Stratzburg, 29. Okt. Die jüd. Vereinstätigkeit, die hier seit dein Waffenstillstand beinahe eingeschlase.n ist, hat neuerlich wieder eingesetzt. So. fand gestern im Restaurant Klein ein gut besuchter misrack. Propaganda-Vortrag des Herrn Rabbiner 8. November 1822. , Meie r-Leipzig statt. Der Redner, der über das Thema: „Die Strömungen rm. Judentum der Neuzeit" referieren sollte, ging nach einiMr einleitenden Worten sofort zum Angriff aus die Aguda über und sttchte in Ipsstün-igen Ausführungen zu beweisen, daß ’"x aw» rosa — entgegen der angeblichen Behauptung der Aguda — auch heute noch ihre Giltigkeit habe. Er geißelte das Verhalten der Aguda, die sich nicht dem Misrachi anschließen wolle und demselben in den Rücken falle (sie.) In der.sich dem Bortrag anschließenden Diskussion ergriff sofort Herr- Oscar E i s e n b e r g das Wort und widerlegte in klarer Weise die Ausführungen des Referenten. Er ging mit dem Redner scharf ins Gericht, der mit unwahren, aus der Lust gegriffenen Behauptungen arbeite. Niemals habe irgend ein Führer der Aguda sich aus den Standpunkt gestellt, obengenannte ms» habe ihre Giltigkeit verloren; vielmehr bilde nach iute vor '"u ein Wesentliches des Agudaprogramms. Hieb auf Hieb ' gegen den Misrachi folgte, der seine Existenzberechtigung verloren habe. Die markanten Ausführungen des Diskussionsredners fanden — obwohl die Majorität der Anwesenden zu den Gegnern zählte — allgemeinen Beifall. Anstatt nun auf die von Herrn Eisenberg gestellten Fragen zu antworten, erging sich in seiner Erwiderung der Referent in Angriffen ans die hiesige Religionsgesellschaft, wobei er au, heftigen Widerstand stieß und schließlich am Weiterreden verhindert wurde. — So endete diese Versammlung mit einem kläglichen Fiasko für den Misrachi. Nürnberg. Die schon seit längerer Zeit bestehende Propagandakommission der Agudas Jisroel- Jngendgrnppe hat es im Anschluß an einen Arttkel der „Blätter" unternommen, die darin ausgeführten Vorschläge zu verwirklichen. Es sollen junge Leute, die in Nürnberg Mitglieder der Aguda waren und von dort wegzogen, der in Betracht kommenden Jugendgruppe gemeldet werden, die dann dafür zu sorgen hat, daß der Betreffende der Aguda erhalten bleibt. Andererseits solle» junge Leute, die nach Nürnberg ziehen und für unsere Arbeit in Bettacht kommen, an die P. C. gemeldet werden, eine deren hauptsächlichsten Ausgaben es ja ist, derartige Kräfte der Aguda zu erhalten bezw. ihr zu gewinnen.- Anschriften sind zu richten an den Schriftführer Martin Bonne, Sttomerfttaße 12, 1. Spendenlisten: Erez Jisroel-Fonds. A l s f e l d : I. L. Rotschild 500. B c r l i n : W. Haarburger 300, Ch. Herdenstein 200, Alrr. Kahn 1000, I. Salinger 400. B i c ö v i ch; Lehrer Sulzbacher 4000. Breslau: Siegst. Frerrdenrhal 200. T i n s l a k e n : Firma M. S. Moses 310. Frankfurt a. M. : Fr. Nanette Eisemann 100, Siegst. Birnbaum 100, Siegst. Nenberger 200, Fr. Martha Hofmann 200, I. Bkumenthal u. Co. 1000. F n l d a : Josef Nußbaum 100. G e l n h a u s e n : S. H. Scheuer 100. H all: Rabb. Dr. Berlirrger 500. H a n n o v e r: M. Speier 900. Hnßsurt: N. N. 330, N. N. 107. H i n t e r st e i n a rr: Aron Heß 600. K a r ls x u he : L. Wertheimer 100. Bad K i s s i n g e n : Rabb. Dr. S. Bamberger 500. K l e i n h e u b a ch; Gundertheimer 1500. M ü nchen : Hrntcrholzec n. Co. 410. R ü r n b e r g : NN. 145, dch. Frl. Edelstein 305, Verlobung Piller-Kapel 965, Reichold anl. Geburt s. Sohnes 100, dch. Alex Tachauer 1150 (Teilsannnk. bei Brrs-Miloh. Rhina: Lehrer S. Oppenheim 2635, Js. Vietor Ww. 150. Ransch-Chau-esch-SPende. B e r l i n : 300. D n r m st a d t: 700. Dinslaken (Niedrh.) 330. Frankfurt a. M. : 375. Nürnberg: 2952. Oldenburg: 246. Keren Hajischuw. Ballenstedt: Herrn. Cohn 1000. Berlin: Siegst. Kirnet 1000, C. Salomo» 30000. Düsseldorf: Rotschild 1000. Frankfurt a. M.: Robert Aron 1250. Fürth: Herrn. Jchenhausen 2000. K e t t w i g : Felix Müller 100. Kleinheubach: Mas. E. Sichel 500. N ü r n b e r g : dch. die Ortsgruppe 9530, Jul. Bernet 500, Albert Mayer 500, NN. 200, Jakob Teßler 200, Simon Kohn 200. Oldenburg: Lehrer M. Mehberg 400. T ch w a b a ch : Rabb. Dr. S. Mannes 300. Chaloh-Spenden. Gießen: Chaloh-Gelder 1417. Haßfurt: 265,50. Niederwerrn: 165. Recklinghausen: 660. Manuskripte für die Agu dablätter sind ausschließlich an die Redaktion der Älgudablätter, Frankfurt o. M, Hanauerlandstratze 15, zu richten. Verantwortliche Redakküm; Rabbiner Tr. P. Kohu. Dr. S. Eyrmann? Druck von BUP ert BgUMbach, Frankfurt am Main.