Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 63 (1922)
- Issue
- Heft 45 (9.11.1922)
- Date
- 1922-11-09
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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PH Ein Centralorqan für das orthodoxe Mntwn (lll II Kggfga Begründet oon Dr. Lehmann in Illainz kars&sahg^ ul _ ,. . w _ 9. November 1922 65. Jaftrsang. &ZZS SranMurf a. M.. Sen 18 Marcheschwan 5683 SBB M 45 «lvonnement pro Vierteljahr: Deutschland fiir das vierte Quartal — vorbehaltlich monatlicher Teurungszusckläge — M. 60.— Grundgebühr. Oktober M. 30.— Teurungszuschlag. Lschecho. Slowakei Kr. 15.—, Ungarn Kr. 150.—Viertels., Deatsch Oesterreich M. ISO.—. Polen (nur in deutscher Reichsmark) M. 160.— Viertels.» Rumänien 18 Lei, Holland fl. 1.85, Skandinavien Kr. 2.50, Schweiz fs. 1.80, Frankreich und Belgien ftr. 6.—, England 1 8h. 9 p.. Amerika 0,60 Dollar, vierteljährlich. Eiuzelnummer 15.— Mk. Der Israelit erscheint jeden Donnerstag Inserate Mk. 25.—. für Stellensuchende Mk. 15.—, für die sechsgesp. Col.-Z. elnschl.TeuergSzschl.; Ausl.-Jns. Mk 100.- pro Zeile. Rab. n. Tarif. Bei lanf.Jnseratauftr.tarifm Preiserhöhung jederz. vorveh. Jnseratenannahme durch den Verlag des Israelit G.m. S. H., Frankfurt« M., Gr. Cscheuheimerstr. SS. Tel. 6842, Amt Hansa, sowie sämtl. Annoncen-Exped. des In- und Auslands. Planvorschriften ohne Verbindlichkeit. Zah l unge y außer direkt an den Verlag — Postscheckkonto Frankfurt a. M. No. 18802 - erfolgen an: Postsparkasse Wie« No. 79 608 Postsparkaffenamt Budapest No. 18 424 Postscheckamt Zürich Nr. VIII 7S84 Postscheckamt Amsterdam No. »4 868 Böhmische Unionbank in Prag, Barne» JHarmarosch Blank & Co. ln Bncareat Filiale de8 Wiener Bankvereins in «gram Der na di druck der Artikel und Correfpori Öenjen öes „Israelit“ ifi nur unter genauer Quellenangabe, und, soweit es fitfi um größere flufföfee handelt, nur nadi norfieriger ßenebmioung gestattet. Bücher-Preise. Schlüss e 1z alt 1 (gemäß Festsetzung des Börsenvereins der Buchhändler in Leipzig) ab 6. November: 21V. Der jeweilige Verkaufspreis ergibt sich durch Multiplikation der Schlüsselzahl mit dem Grundpreis. Grundpreise! Ulrich, Versuche (Choreb) geb. 8.— 6- .. Severe (Tefillo) ged. iz.- g.- vrosch. geb. cevmimn. Samuel vanagld . . . . 1.50, 2.50 Sebacbnowitz, Merelalka. 1.50, 2.50 .. Cuftmemcften. . . . 1.50, 250 „ Fenreltt (vergriffen) .. Fm Judeustaat der ßbasaren . . . . . 1.50, 250 FuSaur. Der Laalrchemyon Mlchelrradt 1.50. 2.50 „ Ausland: Westländer 200»!o, Tschecho-Slowakei 120% Rumänien 100°lo Valutaznschlag. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen sowie direkt vom Verlag zuzüglich Bersandspesen unter Nachnahme. Frankfurt a. M., den 26. Oktober 1922. Verlag des Israelit G. m. b. H. Inhaltsübersicht. 1. Leitartikel.- Ein Denkstein dem Meisters — 2. Homiletik: Erklärungen zur Sidrab und Anderes. 3. Kleines Feuilleton: Sexuelle Fragen. — Das litauische Jüdischdeutsch. - Richtigstellung. - 4. Wochen rund sch au: Ist ein Friedhof eine religiöse Einrichtung? — Die litauischen Landtagswahlen. — 5. Aufsätze: Dr. M. Elias: Das „moderne" Buch. — 6. Korrespondenzen und Nachrichten: Frankfurt a. M. (Mitteleuropa im Spiegel Amerikas). — Wien (Ftnanznot in der Gemeinde). — Lemberg (Die Lemberger Studenten für den Numerus clausus). — Warschau (Der „Kinzker Raw" v"D). — Kowno (Vergewaltigung der Minderheiten in Litauen). — Kowno (Pogromstimmung in Litauen). — Libau (Aus Lettland). — Rom (Der italienische Mintsterwechsel und das Palästinamandat). — 7. Familiennnchrichten. — 8. Frankfurter Berichte. — 9. Vereinskalender. — Gebetzeiten. — 19. Feuilleton.Betlage: D. Kahn: Jakob Schubiner. — 11. Kinderecke: Der Opfergang Isaaks. — 12. Personalien. — 13. Briefkasten. — 14. Pädagogische Beilage: Eine insolvente Grotzgemeiude. — Erklärung. — Gründung jüdischer Konfessionssckulen. — Spenden für die Hilfskasse des Unabhängigen Vereins israelitischer Lehrer im Freistaat Hessen. — Aus Nah und Fern. — 15. Blatter-Beilage: Zentralratsitzung der Agudas Jisroel. — Aufgaben der Ortsgruppen. — Imponderabilien. — Ortsgruppe und Weltorganisation. — Ein Interview mit Mr. Rosenbloom. — Wintersemester im Aguda-Waisenhause Baden. — Berichtigung. — Sprechsaal. — Aus der Bewegung. — Spendenlisten. Gm Denkstein dem Meister! Zur ersten Iahrzeit von Uektor Urofessor David Koffmann y'an- (19. Cheschrvarr 5683). Daß der PHE auch nach dem Tode lebend zu nennen sei, lehren uns unsere Weisen, denn die Taten des Frommen leben und wirken ewig fort, wenn die Ueberlebenden von ihnen lernen. — Ein volles Jahr ist es nun her, daß die klaren Augen und der durch Thaurowort geweihte Mund David Hoffmanns sich für diese Welt schlossen, daß der göttliche Bildner eines seiner Kunstwerke den Menschen nahm. Und wenn wir seiner heute gedenken, da wollen wir nicht künden von David Hoffmann, dem Thaurogewaltigen, vor dessen Größe sich selbst Koryphäen des Ostens in Ehrfurcht verneigten, wollen auch nicht berichten von David Hoffmann, dem Meister der Wissenschaften, deren er so viele unterwarf und in den Dienst der rHlfl zwang, sondern wir wollen erzählen von David Hoffmann, dem Gottesfürchtigen, von ihm, dem p'NL, denn davon kann er uns— in der Kstrze dieser Zeilen — am meisten geben, dadurch lebt der Tote am schönsten wieder in uns auf. Daß er ein p'nx gewesen, das war nicht das Große an ihm, aber wie er es gewesen, war das Erhabene/ daß ihn nJlöx erfüllte — es wäre schade um die Feder, die es schriebe, aber wie ihn njlöK erfüllte, das wollen wir zeigen. So wie die reine Seele eines Kindes Gott kennt und liebt, sein Werk in allem sieht, in schlichter Einfalt alles begreift, was ihm die Eltern von Gott, seiner Welt, seiner Lehre erzählen, und in den Vorstellungen davon lebt, — so war die wlvrr dieses Mannes, mö’ön/ Ganzheit, Geschlossenheit, Vollkommenheit nannten's! unsere Weisen. Alles war ihm das Natürlichste, Selbstverständlichste auf der Welt, als ob er nie die Möglichkeit gekannt hätte, anders zu denken. Und man wird an den Rambam erinnert, den großen, scharfen, realistischen Denker, dem Verstand und Logik alles war, und der doch — wie in den Sätzen, die er ans Ende jedes größeren Abschnittes seines Mischna Thora stellt — eine Reinheit und Schlichtheit des religiösen Empfindens verrät, wie sie reiner und schlichter nicht gedacht werden kann. In dieser nyiö» lag das Geheimnis seines Gebets. Wer ihn je hat beten hören, der vergißt nicht, wie er in kristallener Klarheit und Reinheit und in gotterfüllter, sanfter Ruhe zu Gott sprach wie zum Vater. In tiefer rwiötf wurzelte die Kraft seiner Lehre, wenn er da lernte, die ganze Welt der mifi gleichsam vor sich ausgebreitet, erdenentrückt, wie von göttlichem Glanze umflossen, und so den Hörer in seinen Bann zog. Und d'iese iiaiöK beseelte ihn so, daß er in ihrem Lichte prüfte das Größte und das Geringste. So wenn er seine Stellung zur Wissenschaft in einem seiner knappen, das Problem tm Moment erhellenden Worte darlegte: „Wir sagen erst s'rr und dann 'ö- Erst wenn der Jude felsenfest überzeugt ist: Keiner wie unser Gott W7K3 px, dann darf er erst prüfen und fragen: W er ist wie unser Gott Oder wenn er die Niederlage Deutschlands damit erklärte, daß der heilige Gottesname hat geschmäht werden dürfen, und der Lästerer — in jenem Prozeß — straffrei blieb. So wenn er den Regenbogen erblickte und nach der i"D"Q klagte, D&PI pXil fUOÖ '5, daß die Welt von Gewalt erfüllt sei und Gott in diesem Augenblicke eine zweite Sintflut bringen würde, wenn er nicht den Bund mit PI3 geschlossen hätte. Oder wenn er zu denen, die ihm in den Tagen seiner Schwäche hilfreich zur Seite standen, kein Dankeswort sprechen wollte, weil der Lohn für die mxö ihnen in der künftigen Welt vorbereitet sei und, wenn er ihnen heute schon dankte, um den Wert setnes Dankeswortes vermindert werden könnte. Oder wenn diese N31VX seine Seele so sehr adelte, daß er in jedem Mitmenschen nur den Mit-Gottesdieuer sah und danach fetue Handlungen beurteilte. So wurde er einst um seine