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Der Israelit · 1922-10-05 · Heft 40-41 (5.10.1922) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
63 (1922)
Issue
Heft 40-41 (5.10.1922)
Date
1922-10-05
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Sette 6 Nr. 40 u. 41 Der Israelit 5. Ottver 1922 eine Reihe von Jahren Mitglied deS Vorstandes der Synagogengemeinde Kattowitz. Hamburg, 3. Sept. Am Freitag, den 8. Elul.. verschied im blühenden Mannesalter von 44 Jahreft Herr Isaak Bach rach. Der Schmerz ob seines Heim, gangs ist nicht nur bei Frau, Kindern und Verwandten^ sondern auch bei einem großen Kreis von Bekannten und Freunden ein tiefer und nachhaltiger. Der Verstorbene bekleidete das Amt eines Vorstehers in der alten und neuen Klaus in Hamburg, der Institution seines Vaters, und war besonders überall ob seiner tiefen Frömmigkeit, seines großen ->vn rn^'vr, beliebt und hochgeschätzt. Diese Empfindungen kamen ganz besonders bei der am Sonntag, den 10. Elul stattgehablen Bestattung zum Ausdruck. Eine schier unabsehbare Menge soigte tieserqrigen dem Lelchenkondukt. nachdem vorher im Sterbehause Herr Klausrabbiner Dr. S. Bamberger dem Wirken und Walten des Dahingegangenen Ausdruck gegeben hatte. Dann nahm als Schwager Herr Israel Meyer, mit ergreifendem Wort im Namen der Familie Abschied vom Verstorbenen. Es sprachen noch die Herren Joseph Bachrach jr. und Dr. Ltepmann Schlesinger, die alle den Wunsch äußerten, daß der uns so srüh Entrissene uns ein guter Fürsprecher vor Gottes Thron sein möge. .T3iür. Vermischtes. 25 Jahre „Schifffchul "°Raw. Wien, 37. Sept. Bor kurzem hat sich zum 25. Male der Tag gejährt, an dem nach jahrzehntelanger rühmlicher Tätigkeit in hervorragenden ungarischen Gemeinden Herr Oberrabbiner Sigmund Fürst, die geistige Oberleitung der Wiener „Addas Jisroelgemeinde" übernommen. Stille, fast zu stille hat die „Schiffsschul" diesen Ehrentag ihres Hirten Vorbeigehen lassen. Allein Gedenktage dieser Art allzulaut zu feiern, ist seit altersher bei uns Juden nie Gepflogenheit gewesen. Ist doch das Leben des rechtgläubigen Juden nichts anderes als ein Gedenken der Zeiten, die da waren, eine dauernde Remtniscenz an jene, die vor uns gewirkt, ein ständiges Blicken auf den Kalender unserer großen religiös-geschichtlichen Vergangenheit. Was Wunder, wenn ein solches Volk, das mit allen Fasern seines Herzens in der Vergangenheit wurzelt, leicht das übersteht, was in der Gegenwart fortdauert... Biel mag auch das ganze Wesen dieses Mannes dazu beigetragen haben, dem nichts ferner liegt als die große Geste, der es versteht bedeutsames Wirken mit wahrer Bescheiden^ heit zu paaren. Allein dem Chronisten mutz es gestattet sein ein kurzes Gedenken zu widmen der 25 jährigen, rastlossn Tätigkeit eines Mannes, 'der lnmitten eines unermüdlichen, ersprietzlichen Schaffens, einer rastlosen, segensreichen Arbeit kaum selbst Zeit gefunden, einen Blick nach rückwärts zu werfen auf jene lange Zeitpertode, die ihn mit der Adaß Jisroelgemeinde, mit der „Schiffschul" untrennbar verknüpft hat. Die Muße eines kurzen Rückblickes ist ihm nicht gegönnt, tritt doch die Gegenwart mit schweren Aus. gaben und Ansprüchen immer aufs Neue an ihn heran und heischt gebieterisch ihr Recht. Jahre — ein langer Zeitraum im Leben eines Menschen, ja selbst im Leben einer Gemeinde — 2r Jahre erfüllt von Arbeit und Schaffen, von unermüdlicher Tätigkeit für alle Institutionen des jüdischen Gemeindewesens und dennoch kurz für ihn, der diese Arbeit nicht miffen wollte, der jenes Schaffen liebte und darin die Weihe seines Lebens erblickte. Ein Vierteljahrhundert ist er unser Leiter und Führer, unser Lehrer und Erzieher gewesen, jedem einzelnen Mitglieds feiner Gemeinde ein treuer Hirte, ein väterlicher Freund, der Leiden geteilt, Freuden mttemfand, e/n Mann, der für alle ein gleich warmes Herz hatte, der jedem ettvaä zu sagen wußte, her niemals hinabstieg ün die Niederungen politischer Zerklüftung, der es im Gegenteile immer verstanden hat Gegensätze zu überbrücken, Verschiedenheiten in Kultur und Sitte harmonisch auszugleichen, ohne auch nur um Haaresbreite ghzuweichen von geheiligter Sitte und wahrhaft jüdischer Tradition. Thauro, Awaudoh und Gemilus Chefed, fie sind das leuchtende Dreigestirn am Firmamente seines Lebens. Mögen ihm noch viele Jahre solchen Strebens und solchen Wirkens gegönnt sein. Berlin, 30. Sept. Der Verband der Ostjuden in Berlin, Auguststratze 17, veröffentlicht einen Aufruf, worin er um Spenden zu Gunsten seiner Hilfskaffe für die in Deutschland befindlichen ostjüöischen Flüchtlinge bittet. Beiträge sind aus das Postscheckkonto Berlin Nr. 138599 zu überweisen. a Berlin, 1. September. Dle Sammlung „Jüdische Kinderhilfe", die seit mehr als einem Jahre von der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden veranlaßt worden war, hat nunmehr ihren vorläufigen Abschluß gefrnden. Es sind im Reich im Ganzen direkt für die „Jüdische Kinderhilfe" ea. 3'/, Millionen Mark aufgebracht Worden, ein Betrag, der sich aus ca. 5 Millionen Mark dadurch erhöht, daß gleichzeitig, angeregt durch diese Aktion, in den einzelnen Orten noch vesondere Sammlungen für jüdische Ktnderhilfseinrichtungen stattgefunden haben Ca. 2-300000 Mk. sind für örtliche bezw. provinzielle Anstalten verteilt werden. Mk. ICOUOO, — ein außer- SCHUMANN-I Theater Das große Messe - Variete - Programm | Sonntag Nachmittag 3 Uhr: FREMDENVORSTELLUNG. Kleine Preise Ganzes Programm! Gross Frankfurtl Weinklause. Tanzpalais. Große Oktober-Messe-Programme| Wiener Kaffee Nachmittags und Abends Ungarische Zigeunerkapelle Banka Pieta. ordentlicher geringer Betrag wurden — für Betriebs- Unkosten verbraucht, sodatz iu der Sitzung des Reichsausfchuffes am 16. Juli 22, ca. Mk. 100000 an die Reichsanstalten zur Verteilung gelangten. Für die Kindernot in Galizien ist ein Betrag von wehr als Mk. 100.000 zur Verfügung gestellt worden, wovon bereits Mk. 50.000 vor einiger Zeit abgeführt worden sind. Da es sich nur um eine eimalige Nothilse handeln konnte, wird die Zentralwohlfahrtstelle bemüht sein, die „Jüdische Kinderhilfe" zu einer Dauereinrichtung auszugestalten und hofft hierbei in Zukunft auf die weitgehendste Unterstützung der jüdischen Oesftntljchkett. Berlin, 1. Sept. Ein Holzhändler Ostpreußens erhob gegen einen Regierungsrat, der gleichseitig stellvertretender Landrat war, Privatklage wegen Beleidigung. Der Holzhändler hatte mit einem anderen jüdischen Kaufmann zusammen einen Wald zur Ab- Holzung gekauft. Durchs den Demobilmachungsausschuh wurde die Abholzung dieses Waldes gewissen Beschränkungen unterworfen.- Gegenstand der Privatklage sind nun zwei Aeußerungen, die der Regierungsrat bei den über die Freigabe entstehenden Verhandlungen zu dem Holzhändler getan haben soll, nämlich erstens: „Ich kenne Euch schon, für Euch, ist die Hauptsache das Geschäft" und zweitens: „Ich werde mich doch in meinem Zimmer von einem Juden nicht zur Rede stellen lassen." Bezüglich dieser zweiten Aeußerung .hat das Oberverwaltungsgericht eine Ueberschreitung der Amtsbefugnisse gesehen. Die Regierung hatte in der Konfliktsbegründung ausgeführt, es sei nicht dargetan, daß der Beschuldigte den Ausdruck „Jude" in einem verächtlichen Sinne gebraucht habe. Der Ausdruck „Jude" habe offenbar in diesem Zusammenhang nur zur Bezeichnung der Persönlichkeit des Privatklägers dienen sollen. Eine Absicht der Beleidigung sei aus dem Ausdruck „Jude" allein nicht zu entnehmen. Im Gegensatz hierzu hat das Oberverwaltungsgericht hervorgchoben, daß der Beschuldigte der Eigenschaft des Privatklägers als Jude sür sein Verhalten eine Bedeutung bergelegt hat, die mit seiner Objektivität als Beamter nicht im Einklang stand. Hierbei habe er seine Amtsbefugnisse überschritten. Ein Beamter habe die Pflicht, sein Amt im Rahmen der ihm durch die Gesetze gegebenen Befugnisse ohne Ansehen der Person jedem gegenüber, mit dem er dienstlich zu tun hat, gleichmäßig auszuüben und sich hierbei nur durch rechtliche Erwägungen leiten zu lassen. Er verstößt demnach gegen seine Amtspfticht, wenn er sich in seinem amtlichen Verhalten gegenüber Dritten durch irgendwelche Rücksichten aus deren Rasse oder Glaubensbekenntnis bestimmen läßt oder zum Ausdruck bringt, daß solche Umstände für sein Verhalten von Bedenwng seien. Prag, 21. Sept. Am 11. September starb in Vrag nach längerer Krankheit Advokat Dr. Jakob Scharf, der bekannte Vorkämpfer der tschechischjüdischen Bestrebungen, gewesener Abgeordneter des böhmischen Landtages und langjähriger Gemetnderat von Prag. Hamburg» 17. Sept. Herr Dr. Salomo Birnbaum, der älteste Sohn von Dr. Nathan Birnbaum, der beruflich in Hamburg tätig ist, ist von. der Hochfchulbehörde mit einer Vorlesung über „Jiddisch", im Rahmen des Vorlesungswesens der Hamburgifchen Universität, im Wintersemester 1922 beauftragt worden. ES ist das erste Mal, daß die hiesiige Universitätsbehörde einen Gelehrten gesetzestreuer Richtung mit einem solchen Auftrag betraut hat. Amsterdam, 7. August. Die Gesellschaft ür jüdische Wissenschaft in Holland erläßt ein Preisausschreiben für eine Bibliographie Wer die Geschichte der Juden in Holland, gefordert wird eine systematische Aufzählung von Büchern und Artikeln über die Geschichte der Juden in Holland, ferner ein Verzeichnis von einschlägiten Resolutionen, Pamphleten, Gelegenheitsschriften, Statuten usw. Jerusalem, 25. Sept. Am 19. Siwan beging oschab Sekenim unter großen Feierlichkeiten das Fest eines Sijum haschas, verbunden mit der Einweihung von sieben neuen Zimmern, die während der letzten Monate im Neubau hergestellt sind. Das ganze Gebäude war mit Blumen geschmückt und die festlich gekleideten Greise sowie zahlreiche Ehrengäste aus allen! Kreisen der Jerusalemer Judenheit füllten die Anstalt. Den Mittelpunkt bildete ein Bortrag von Rabbi I. G. . Hyrowitz, sowie die Verlesung eines Glückwünschchreibens von Rabbiner K u k. Srleflafien. Js. H. in Fr. Wir danken Ihnen für die wohl-! gemeinten Bemerkungen und bedauern, daß die klare > Fassung des Artikels dennoch zu Mißverständnissen geführt hat. Ein Aufschrei, wie ihn König David in ' den Psalmen oft zu Gott emporsendet und wie er sich in den SlichauS und Kinaus, auÄ in den täglicher: Gebeten — denken wir etwa an das Bim Nim — in ' allen Variationen mlebexljolt, kann nie al& Auflehnung, 1 sondern nur als Bitte und Hilserus aufgefaßt werden. M. S. P. Es scheint, daß „Wajlaket Josef" in I Bonyhad nicht mehr erscheint, da uns das Blatt seit j Jahren nicht mehr zu Gesicht gekommen ist. I. S. in C. Ihre Vermutung über den Autor Litauischen Reisebriefe trifft zu und dankt er Ihnen für die liebenswürdigen Worte. ■ Frankfurter Krrichtr. ~ Vortrag über die „WschMn". In der Aguda.JugendgrnPPe spricht Herr Red. Schachnowitz am Sonntag, dem zweiten Sukkonstage^ über die „Uschplsia" (unsere höheren Sulkvhgäste). Der Vortrag beginnt um 5 Uhr mittags nach vorangehendem Mincha-Gebete. Gäste, Damen und Herren, willkommen. Agrrdas ItÄroel-Iugendgruppe. Am Mittwoch, den 11. Oktober (19. Tischrt), abends 8 Uhr, findet im Lokal Hanauerlandstr. 17 eine Mitgliedcrversammlung statt. Die Tagesordnung lautet: 1. Geschäftsbericht, 2. Winterplan, 3. Berschiedenes. Kauschauorabbo-Lernen. In den Räumen des Mekor Chajim findet auch dieses Jahr wie üblich Hauschanorabbo-Lernen statt. Beginn 9 Uhr abends. Die Gebühren betragen für Mitglieder 26 Mk., für Nichtmitglieder 40 M. Rechtzeitige Anmeldungen an den Vorstand des Mekor Chajim erbeten. zmuilievvachrichle«. Verlobte. Johanna Bär, Malsch, mit Moritz Hanau, Frankfurt a. M., Theobaldstratze 25._ Verelnskalen-er. Berei« Mekor Ehaji«. SamStagnachm. 4 Uhr: „Mikro"; Herr Oberlehrer Jos. Kaufmann. Montag und Mittwoch abend 7 Uhr: „Gemoro"; Herr Rabbiner Dr. Jos. Breuer. Dienstag abend 6 Uhr: „Gemoro"; Herr R. A. G. Posen. Donnerstag abend 6 Uhr: „Mischnah",' Herr Rektor Falk. Samstag, 14. Okt., 4 Uhr mittag: „Mikro"; Herr Hermann Frankenthal. Allmorgendlich „Mifchnalernen". Allabendlich „Schuß-Lernen"; Herr H. H a l p e r n. JahrzeitSstiftungSlernen. Samstag (1. Tag Sukkoth): Emanuel Landau- Stiftung. Montag (Jsru Chag): Johanna Bickhardt-Stiftung. Mittwoch, 18. Okt.: Jakob L. Sänger-Stiftung. Agrrdas Jisroel-Jugendgruppe. Donnerstag abend */«9 Uhr: „Bücherausgabe". Sonntag (2. Tag Sukkoth), 5 Uhr nachm.: Vortrag des Herrn Redakteur Schachnowitz über „Die Uschpifin". Vorangehend „Minchoh". Suche für Arme, Bedrängte, Flüchtlinge, Arba Kanfaus, Messusses, Tefillin, Taleasim, Tefiües. Machsorim, sowie hebräische Bücher und Bücher jüdischen Inhalts, ferner sämtliche Werke von Kabbiner Samson Raphael Hirsch, auch einzelne Broschüren, 8554 Sei er Bes Waad Lachaehomim Q'QIN? "W1 JT3 "1SV von Aron Hymann, London, zn kaufen. Offerten mit Preis an H, Oppenheim, Frankfurt a. II., Börsenplatz 1.

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