Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 63 (1922)
- Issue
- Heft 37 (14.9.1922)
- Date
- 1922-09-14
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Ein Centralorgan lür das orthodoxe Judentum ESSS35? Begründe! ooo Dr.' ' * fflaiaz ggssasa 3Ll63. Jahrgang. Sranftfurf s. M.. den i4. September 1822 21. Elul 6682 M 87 «vouvement pro Vierteljahr : Deutschland M.48.— für das dritte Quartal einfchl. Teurungszuschläge; für das vierte Quartal — vorbehaltlich monatlicher Teurungszuschläge — M. 60.— Grundgebühr. Dschecho.Slowarei Kr. 15.—, Ungar« Kr. 100 — Viertels., De«tsch-Oesterreich Mk. 35.—, Pole« (nur in deutscher Reichsmark) Mk. 40.— Viertels.» Rumänien 18 Lei, Holland fl. 1.25, Skandinavien Kr. 8.50, Schweiz fs. 1.80, Frankreich u. Belgien Fr. 8—, England i ab. 9 p., »rnerika o.SODoL. Viertels. Eiuzeluuwmer 4.— Mk. Der FSraelit erscheint jeden Donnerstag ||| 8 ah lnngen außer direkt an den Verlag — Postscheckkonto Inserate Mk.12.-> für Stellensuchende Mk. 8—, für die |( Frankfurt a. M Ro. LS86S - erfolge» an: sechsgesp. Col.-Z. elnschl. TeuergSzschl.: Ausl.-Jns. Mk 40.- ij Postsparkasse Wien Ro. 79 608 Pro Zeile. Rav. ».Tarif. Beilanf.JUseratanftr.tarifm. j Postsparrassenamt Budapest Ra. 184SL Preiserhöhung jederz« vorveh. Juseratenannahme j Postscheckamt Zürich ihr. Till 7S8ch durch den Verlag des Israelit G.m. b. H.. Frankfurta M.,! Postscheckamt Amsterdam Ro. 84 869 Gr. Efcheuheimerstr. SS, Del. 8848, Amt Hansa, | Böhmische Uuioubank iu Prag sowie sämtl. Annoncen-Erped. des In- und Auslands. } Ba»ea lamuMScb Blanh & Co. in BaeMHI Plahvorschriften ohne Bervindlichkeit. >>' Filiale des Wiener Bankvereins in Agram._ Der üathörutft Ser Rrflhel unS eorrefponSenzen 0es „Israelit“ iff nur unter genauer Quelienanflabe. unS. soweit es lieh um gMers fluffäfee EEE«._-_ _handelt nur nach vorheriger ßenehmisunß gestattet tzichaltsüberstcht. i. Leitartikel: ES, Biberfeld, Berlin.- Ein vergebenes Jübtläum? — 3. Homiletik: Vom Zweck jjnd Bestimmung, des Menschen-Dafeink. — Dunkle Röschistelle. — 3. Kleines Feuilleton: /»Heilige Briefe". — (Sarah Bernhards Bekenntnis zum Judentum). — 4. Wochenrundschau: Religionsverfolgung in Sachsen — Für die verschollenen Brüder. — 5. Aufsätze: Die Kriegstragödie der russischen Juden. — Das Arbeiterfürsorgeamt. — 6. Korrespondenzen und Nachrichten: Frankfurt a. M. (V&tob nDnd). — Berlin. — Berlin (Zentrum gegen Antisemitismus). — Wilna („Neutrale" Pogrome). — Warschau (Uebertritt und Wiederkehr zum Judentum. — Posen (Neue Unruhen ist Äattortzttz), —RigL(Reltgjonsöerfofgüngen in Rußland),. — Karlsbad (Zionistische Jayreskonsererrz). — Berlin tzArrtisemittsrnüs in Japan). — JohanntSburg.. — 7. Personalien. — 8. Vermischtes. — v. Briefkasten. — 10. Frankfurter Berichte. — 10. BereinSkalender. — Gebetzeiten. —11. Feuilleton-Betlage: Verschollene Brüder.— Litauen. — 13. Rätsel. — 13. Erziehung und Lehre (Beilage); M. Lewin,Hamburg: Zur Methodik deS Talmud Unterrichtes. — A. Mannheimer, Dettelbach: Die Rehabilitierung eines Vaterlandsliedes. — Aus Nah und Fern. — Bücherbesprechungen. Hoseh>ha*sehono Glückwünsche I Qlttdtmnsfrflnseigen müssen zwecks rechtzeitigen Erscheinens bis spätestens Montag, den 18. September im Besitze der Expedition sein. Der Text der Anzeige ist g enau vorzuschreiben. In Betracht kommen Anzeigen in 3 Grössen: 1. ßrttsae A: 10 Zellen 2spal!ig Preis Ulk. 240.— 2. ftrösse B: 15 Zellen Ispaltlg Preis AK. 184.— 3. 6r5sse v: IQ Zeilen Ispaltig Preis Mb. 120.— flblösungS'Spenden sind als solche ausdrücklich zu bezeichnen; sie werden mangels anderer Wünsche, von uns der Deutsch-holländischen Palästinaverwaltung für Erez Jisroel überwiesen. Eür die Veröffentlichung der Namen der Ablösenden in einer Samraelanzeige berechnen wir Mk. 36.— pro Namen; dieser Gebührenbetrag ist der Spende also hinzuzufügen. — Postscheckkonto Frankfurt a. BI. 19802 — Verlag des Israelit G.m.b.H. Soeben erschien: Ser Saalschem von Mchelstavt. LLulturgeschichtliche Erzählung von Judäus. 3 Aufl. Mit Bildnis des Baalschem von Michelstadt. Preis broschiert M. 10Ü, in sn. Ginbaud M. 150 zuzüglich örtlichem Sortimenterzuschlag. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, sowie Unmittelbar vom Verlag, zuzüglich Bersandtspesen. Die lang erwartete neue Auflage des berühmten Werkes liegt rechtzeitig zu den Festen vor: man bestelle schleunig. Frankfurt a. M. Verlrig 6es ..lsrrleitt", 6. m. b. 8. Am gefl. Veachlung kük unsere serestrl. InserentenlotrotrottofrorrÄrottottorrojrottsttorroiroiroM Mit Rücksicht auf die Zeltverhältnisse werden wir fortan alle Anzeigen-Gebühren bis zur Höhe von M. 1000 nach Erscheinen jeder Nummer durch Nachnahme erheben. Die Rechnung befindet sich auf der Rückseite der Nachnahmekarte. Sin vergessenes Jubiläum? Bon Dr. Ed. Biberfeld in Berlin. Es ist ein eignes Ding um das Propheizeien. Bor einigen Monaten stand an dieser Stelle die Vorhersage zu lesen, daß der 23. Juli dieses Jahres als der fünfundsi eben zigste Geburtstag des „Gesetzes über die Verhältnisse der Juden" in Preußen schreibgewandte Federn aller Art und Richtung in Bewegung setzen werde, um den Ehrentag des so hochbetagten Greises mit mehr oder minder wohlwollender Bewertung seiner Oualitäten zu begrüßen. Nun ist der Tag erschienen und verstrichen; aber, soweit zu übersehen, hat diese Prophetie sich ganz und gar nicht bewahrheitet. Keine Feder hat sich gerührt, um selbst nur in flüchtigem Gedenken des Ereignisses Erwähnung zu tun^ das, wie immer mail seinen Wert beurteilen mag, für seine Zeit sicher eine große Tat bedeutetderen Auswirkungen auch heute noch, nach s.- vielen, dazwischen versunkenen Jahren und Z-^en, nicht erloschen sind. Wie erklärt sich dieses allgemeine Stillschweigen in einer Zeit, in der doch sonst das Wort nicht ebejn üllznwenig gilt? Papiernot und Stofftibersluß reichen zu seiner Deutung nicht aus; Gegenbeweis: das Erscheinen dieses Artikels! Oder Vergeßlichkeit der Redaktionen und ihrer Stabe? Nein; selbst der arge Tiefstand unserer öffentlichen und privaten Moral muß vor der Ungeheuerlichkeit einer solchen Vorstellung! schreckhaft verstummen und zurückbebeu! Bleibt also die tiesschmerzliche Annahme eines gewollten unfreundlichen Akts, einer bewußten Unterlassung; die Absicht, der Wille, eine Erinnerung, wenn man sie schon nicht tilgen kann, wenigstens totzuschweigen, die allzuviel unangenehme Empfindungen weckte, als daß sie, ohne Zwang herausznbeschwören jemand den Wunsch hegen möchte! Wie man etwa int Hause des Gehenkten nicht vom Strick sprechen soll! Ja! Es ist ganz gewiß kein Zufall, kein Versehen, daß die jüdische Qefsentlichkeit, die doch sonst nichts weniger als zurückhaltend in der Registrierung freudiger oder wehmütiger Familienereignisse zu feilt pflegt, dieser historischen Reminiszenz so geflissentlich, förmlich ostentativ aus dem Wege ging; und die jüdische Publizistik hat in gewohnter Feinfühligkeit und Feinhörigkeit weitreichenden Stimmungen und seelischen Schwingungen mit ihrem Schweigen Rechnung getragen. Das Judengesetz v. I. 1847 erfreut sich mt% einmal in allen Lagern der Preußischen Judenheit einer einhelligen Antipathie, die nur den einen Wunsch übrig läßt, das Scheusal möglich ehestens in die Wolfsschlucht zu schleudern. Beileibe aber nicht, unnötig daran denken zu müssen, unnötig daran erinnert zu werden! Hat es irgend einen Sinn, gegenüber dieser einmütigen Ablehnung, die kaum je durch ein wohlwollendes oder auch nur ein milderndes Ürtcilswort durchbrochen wird, den Versuch einer Ehrenrettung und Rehabilitierung des vielgeschmähten Gesetzes zu unternehmen? Muß jeder* derartige Versuch nicht gerade befürchten, nun erst recht ein Aufslammen der stillen,. 81